Tennis-Super-Teeny Cori Gauff muss sich hinsichtlich eines ersten Grand-Slam-Titels vorerst noch etwas gedulden. Die erst 15-Jährige scheitert im Achtelfinale von Wimbledon an Simona Halep.

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Das begeisternde Wimbledon-Abenteuer von Tennis-Teenager Cori Gauff ist im Achtelfinale zu Ende gegangen. Trotz eines couragierten Auftritts musste sich die 15-jährige US-Amerikanerin am Montag der früheren Weltranglisten-Ersten Simona Halep geschlagen geben. Auch der French-Open-Gewinnerin von 2018 verlangte die Qualifikantin beim 3:6, 3:6 zwar eine Menge ab, verpasste aber das Viertelfinale des Rasenturniers im Südwesten Londons am Ende deutlich.

Favoriten straucheln

An einem Wimbledon-Tag mit dem unerwarteten Aus für die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty blieb damit eine noch grössere Überraschung aus. Die australische French-Open-Gewinnerin Barty verlor gegen die US-Amerikanerin Alison Riske 6:3, 2:6, 3:6. Die US-Amerikanerin Serena Williams spielt dagegen nach einem klaren 6:2, 6:2 gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro ebenso wie die Rumänin Halep am Dienstag um den Einzug ins Halbfinale. Die 37-Jährige hielt damit die Hoffnung auf ihren 24. Grand-Slam-Titel und das Einstellen des Allzeit-Rekords der Australierin Margaret Court aufrecht.

Neben Barty muss überraschend auch Karolina Pliskova die Koffer packen. Die Weltranglisten-Dritte verlor am Montag das tschechische Duell gegen Karolina Muchova 6:4, 5:7, 11:13. Nach 3:16 Stunden half der Weltranglisten-68. beim dritten Matchball ein Netzroller. Bei 12:12 wäre erstmals die neue Wimbledon-Regelung zur Anwendung gekommen, dass im entscheidenden Satz ein Tiebreak gespielt wird.

Gauff forderte Halep alles ab

Grand-Slam-Debütantin Gauff liess nach ihrer überraschenden Erfolgsserie auch Mitfavoritin Halep insbesondere zu Beginn der Partie hart für ihre Punkte arbeiten. Im zweiten Satz fasste sich die Aussenseiterin zwischenzeitlich an den Bauch, nahm eine medizinische Auszeit und schien eine Tablette zu schlucken. Nach 74 Minuten war die diesjährige Gauff-Show beendet, Halep war dann doch zu stark.

Der Manic Monday (verrückte Montag) sollte an diesem 8. Juli 2019 für Gauff in "Miraculous Monday" (wundersamer Montag) umgetauft werden, hatten die Veranstalter bei ihrer Ankündigung des Tagesprogramms geschrieben. Schliesslich mischte an diesem turbulenten Achtelfinaltag des berühmtesten Tennisturniers der Welt noch immer eine 15-Jährige mit, die nur dank einer Wildcard einen Platz in der Qualifikation sicher hatte. Noch ist Gauff die Nummer 313 der Weltrangliste, nach dem Turnier wird sie in die Top 150 vorrücken - bis zur Spitze ist es noch ein weiter Weg. Ihr Potenzial hat sie aber gezeigt.

Fans feiern Gauff

Bei ihrer Grand-Slam-Premiere hatte sich das Leben der Jugendlichen in "Sekundenschnelle" gewandelt: Aus einem Tennis-Talent mit vielversprechender Zukunft wurde eine Achtelfinalistin der Gegenwart, die die Herzen der Fans gewann. Auch gegen Halep wurden Spielgewinne des Youngsters frenetisch bejubelt.

Als junges Mädchen war Gauff einst von Serena Williams inspiriert worden. Nun wurde die 23-fache Grand-Slam-Turniersiegerin "stolz" selbst zum Fan des Teenagers. "Ich war überhaupt nicht wie sie mit 15. Ich habe nicht so gespielt. Ich habe irgendwo Cartoons geschaut", sagte Williams nach ihrem Achtelfinalerfolg und lachte.

Capriati behält ihren Rekord

Seit 28 Jahren, seit US-Teenager Jennifer Capriati ins Halbfinale kam, war keine Achtelfinalistin mehr so jung wie Gauff. Die 15-Jährige wurde auch zur jüngsten Grand-Slam-Achtelfinalistin seit Anna Kurnikowa bei den US Open 1996. Die Erfolge könnten schnell zu früh kommen, hatte BBC-Kommentator John McEnroe gewarnt. Die Russin Kurnikowa beendete ihre Karriere, ohne einen Titel gewonnen zu haben. Capriati verlor einst die Kontrolle über ihr Leben. Um Talente wie Gauff zu schützen, ist die Anzahl der Turniere, die sie spielen dürfen, für sie auf zehn im Jahr beschränkt.

Federer im Eiltempo im Viertelfinale von Wimbledon

Im Eiltempo hat Tennis-Star Roger Federer in Wimbledon den nächsten Schritt zum erhofften neunten Titelgewinn geschafft. Der 37-jährige Schweizer gewann am Montag in 73 Minuten mit 6:1, 6:2, 6:2 gegen den Italiener Matteo Berrettini. Damit steht Federer zum 17. Mal im Viertelfinale des Rasenturniers in London und ist der älteste Tennisspieler bei den Herren in der Runde der besten acht eines Grand-Slam-Turniers seit Jimmy Connors 1991 bei den US Open.

Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale trifft der Rekord-Grand-Slam-Sieger am Mittwoch auf den Japaner Kei Nishikori. Der Weltranglisten-Siebte kassierte beim 6:3, 3:6, 6:3, 6:4 gegen Michail Kukuschkin aus Kasachstan den ersten Satzverlust des Turniers.

Nadal gegen Goffin

In weiteren Viertelfinalspielen treffen der serbische Titelverteidiger Novak Djokovic auf den belgische Tennisprofi David Goffin und der spanische French-Open-Gewinner Rafael Nadal auf den US-Amerikaner Sam Querrey. Zudem besiegte im letzten Einzel des Tages der Argentinier Guido Pella den früheren Wimbledon-Finalisten Milos Raonic aus Kanada 3:6, 4:6, 6:3, 7:6 (7:3), 8:6. Der 29-Jährige drehte einen 0:2-Satzrückstand und spielt jetzt gegen den Spanier Roberto Bautista Agut. (mss/dpa)

Lindsay Davenport: "Cori Gauff ist eine fantastische Spielerin"

Sie ist erst 15 Jahre alt, aber Cori Gauff spielt sich in Wimbledon nicht nur erstmals ins Hauptfeld, sondern nimmt nacheinander auch noch die frühere Siegerin Venus Williams und die ehemalige Semifinalistin Magdalena Rybarikova aus dem Turnier. Lindsay Davenport, einst selbst die beste Tennisspielerin der Welt, beobachtet Gauff schon lange. © DAZN