• Seit Sonntag ist Königin Elizabeth II. in Schottland aufgebahrt.
  • Während der Trauerzeremonien gab es einige Zwischenfälle von Landfriedensbruch.
  • Es folgten Festnahmen durch die Polizei – die nun von Experten scharf kritisiert werden.

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Prinz Andrew ist am Montag während der Trauerprozession für die Queen auf der Royal Mile in Edinburgh von einem Passanten beschimpft worden. "Andrew, du bist ein kranker alter Mann", rief der Mann aus der Menge. Der Zwischenfall ereignete sich genau in dem Moment, als der Sarg der Queen vorbeigefahren wurde und die Menge "God Save the King" sang.

Auf einem Video ist zu erkennen, wie der Passant daraufhin von der Polizei festgehalten wird. "Ein 22-jähriger Mann wurde am Montag,12. September 2022, gegen 14:50 Uhr im Zusammenhang mit einem Landfriedensbruch auf der Royal Mile festgenommen", bestätigte schliesslich ein Sprecher der schottischen Polizei laut Magazin "Holyrood".

Zuvor soll es demnach bereits an der St.-Giles-Kathedrale zu einem Landfriedensbruch gekommen sein. Dort hatte eine 22 Jahre alte Frau ein Anti-Monarchie-Plakat hochgehalten. Sie soll später bei dem schottischen Berufungsgericht vorstellig werden.

Auch in der englischen Universitätsstadt Oxford gab es eine Festnahme. Ausserdem zeigten Videoaufnahmen aus London, wie die Polizei eine Frau mit einem Schild mit der Aufschrift "Not my King" ("Nicht mein König") vom Eingang des Parlaments wegschickte.

Prinz Andrew (62) ist besonders umstritten. Die Queen hatte ihm Anfang des Jahres wegen der Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein alle militärischen Dienstgrade aberkannt. Seine offizielle Rolle als Repräsentant des Königshauses hatte er schon vorher eingebüsst.

Experten zeigen sich über Meinungsfreiheit besorgt

Nach ebensolchen Festnahmen von Monarchiegegnern während der Trauerzeremonien gibt es in Grossbritannien auch eine Debatte über womöglich mangelnde Meinungsfreiheit.

Ruth Smeeth, die Chefin der Organisation Index on Censorship, bezeichnete die Festnahmen nach Protestäusserungen gegen die Monarchie der BBC zufolge als "sehr besorgniserregend" und forderte, die royalen Zeremonien dürften weder absichtlich noch unbeabsichtigt die Meinungsfreiheit der Bürger einschränken.

Jodie Beck von der Organisation Liberty sagte der BBC zufolge, es sei sehr beunruhigend, dass die Polizei ihre Befugnisse in einer hart durchgreifenden und bestrafenden Art und Weise nutze. Die Londoner Metropolitan Police wies auf die enorme Herausforderung für die Polizei bei den royalen Massenereignissen hin, versicherte jedoch auch, die Öffentlichkeit habe ein Recht auf Protest.

Vertreter aus Russland, Belarus und Myanmar erhalten keine Einladung

Die Queen war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben. Sie wurde zunächst von Balmoral nach Edinburgh überführt. Dort gab es am Montag eine Prozession, zu der auch der neue König angereist war.

Das Staatsbegräbnis, zu dem Hunderte Staats- und Regierungschefs, Angehörige von Königshäusern und andere Würdenträger in London erwartet werden, darunter US-Präsident Joe Biden und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, soll am Montag (19. September) sein.

Einem britischen Medienbericht zufolge erhielten zu dem Grossereignis Vertreter von Russland und Belarus, gegen die Grossbritannien wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zahlreiche Sanktionen erlassen hat, sowie das südostasiatische Myanmar keine Einladung. Die Nachrichtenagentur PA berichtete unter Berufung auf Regierungskreise ausserdem, dass der Iran, zu dem die diplomatischen Beziehungen belastet sind, lediglich auf Botschafterebene vertreten sein solle.

Mit Material von der dpa

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