So, los geht's. "Curvy Supermodel" ist wieder da. Okay, ist nicht das Original, aber was soll man machen. "Germany's next Topmodel" macht nun mal Pause, da muss es eben "Curvy Supermodel" sein. Das Methadon für GNTM-Fans. Die müssen aber auf nichts verzichten. Zumindest auf fast nichts.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Ob "Germany's next Topmodel" oder "Curvy Supermodel" - die Regeln beim Zuschauen sind die gleichen: Hirn aus, Aluhelm auf und hübsch Zettel und Stift für eine schnelle Runde Bullshit-Bingo bereithalten. Wem für Folge zwei noch Begriffe fehlen, hier gleich ein paar Vorschläge: Gas geben, Personality, Attitude, abliefern und Bääm.

Wer möchte, kann an dieser Stelle gerne noch schnell ein überzogenes "Wuhuuu" loswerden, das macht das Ganze noch ein bisschen authentischer. So, jetzt geht’s aber wirklich los. Die Jury besteht in diesem Jahr aus Angelina Kirsch, Jana Ina Zarrella, Oliver Tienken und dem "Bachelor" a.D. Jan Kralitschka, der hier aber in seiner Funktion als Model mitwirkt.

Fehlen noch die Kandidatinnen, die sich für die erste Castingrunde im Düsseldorfer "Lofthaus" versammeln. Damit es den "Curvy Supermodels" auch an nichts mangelt, bekommt jede Dame vorab eine "Goody Bag".

"Drinnen sind Trinkflaschen und alles, was sie brauchen, um den Tag leichter zu erleben", erklärt Jurorin Jana Ina Zarrella. Aha. Wir sind kulant und fragen an dieser Stelle einfach mal nicht nach dem Warum. Frau Zarrella wird schon wissen, was sie tut.

Jana Ina gerät in Erklärungsnot

Wie leicht man nämlich jemanden mit der Frage nach dem Warum ins Schwimmen bringen kann, zeigt sich, als Kandidatin Vera den Laufsteg betritt und vor der Jury herumstolziert. Jana Ina ist sich schnell sicher, dass Vera kein Model ist. Das wäre fast durchgegangen, doch Mitjuror Oliver Tienken hakt nochmal nach: "Warum?"

Mit so viel kritischer Reflexion hat Jana Ina wohl nicht gerechnet, ihr gefühltes Urteil schien ihr selbst gereicht zu haben: "Das ist nicht so eine Schönheit, wo man sagt: Boah, da bin ich geflasht", lautet ihre Antwort. So so. Ganz offenbar herrschen hier ganz knallharte Kriterien.

Doch kurz bevor Jana Ina mit der Warum-Frage in die Bredouille gerät, löst sich zum Glück auch das Flaschen-Rätsel. Plötzlich wird nämlich Werbung für ebendiese Flaschen eingeblendet. Bange neun Minuten lang hatte man das Gefühl, dass hier Manches ganz ohne Grund passiert.

Die Models müssen zur "Das-bin-ich-Audition"

Aber zurück zu unseren neuen "Curvy Supermodels". Für die hat sich das Jury-Team diesmal etwas ganz Besonderes ausgedacht: die "Das-bin-ich-Audition". Die funktioniert so: die Damen müssen sich vor dem ersten Catwalk umstylen, entweder in der Strand-Boutique oder in der Red-Carpet-Boutique.

Bevor sie im neuen Outfit den Laufsteg betreten und ihre Runde drehen, bekommt die Jury noch ein selbstgewähltes Bild und einen Spruch der jeweiligen Kandidatin zu sehen und zu hören – und schwupps, schon wissen die Juroren alles über die Damen.

Manche Menschen finden ihr ganzes Leben lang nicht heraus, wer sei eigentlich sind, aber die "Curvy Supermodel"-Jury kriegt das bei wildfremden Menschen nur mit einem Foto, einem Spruch und einem Catwalk heraus. Hut ab!

Ohnehin scheint die Jury in diesem Jahr mit ganz besondern Fähigkeiten ausgestattet. Dank Juror Tienken darf Vera, wir erinnern uns, dann doch eine Runde weiter – nachdem man ihr das Versprechen abgerungen hat, "diesen Funken" zu zeigen. Tiersen muss es wissen, schliesslich hat er offenbar hellseherische Fähigkeiten.

Wie sonst lässt sich erklären, dass er bei Jolanda, der nächsten Kandidatin, anhand ihrer kurzen Haare sofort weiss, dass sie rebellisch und modern ist. Angelina Kirsch scheint kurz darauf zu dämmern, dass man hier offenbar nur mit Schubladen und Etiketten arbeitet: "Dieses Warmherzige, das denkst du erst gar nicht. Wenn du sie siehst, denkst du so, das ist so eine toughe, roughe, coole Socke und dann steht sie hier vorne und ist so eine ganz Liebe."

Herausforderung Hutlauf

Und so siebt die Jury fröhlich die Kandidatinnen aus, die zum Recall dürfen. Dort erwarten die Damen neue Herausforderungen. So muss eine Gruppe einen "Balloon Walk" bewerkstelligen. Wer jetzt noch nicht so tief drin ist im Model-Business-Sprech: Die Damen müssen mit Luftballons herumlaufen.

Gruppe zwei muss eine Choreographie mit Pompons zeigen und die dritte Gruppe hat den härtesten Job: Sie muss, Achtung, jetzt wird es echt happig, mit Hüten herumlaufen. Natürlich nicht einfach so, sondern "rein, rein, Hut, halten", wie die Huttrage-Trainerin erklärt.

Und mit diesen Bildern endet der Auftakt der neuen Staffel "Curvy Supermodel" und wir können gespannt sein, was noch so alles auf die Kandidatinnen wartet, schliesslich rührt Jana Ina schon die Werbetrommel: "Wir haben so viele schöne Sachen vorbereitet."

Die Hut-herumlauf-Nummer wird sie hoffentlich nicht gemeint haben. Da geht wesentlich mehr Trash-TV. Bei Heidi Klum hätten sich die Models nämlich bereits in Highheels unter Wasser einen Berg abseilen lassen müssen. Aber das ist eben der Unterschied zum Original.