Heidis Eleven: Nur noch einmal schlafen, dann ist Top Ten! In der jüngsten Folge "Germany's next Topmodel" bereiten sich die Damen mit riesigen Schmetterlingen in einer Heilanstalt auf den Einzug in die legendären Top Ten vor. Dass die ein nur ein Mythos sind, wissen sie offenbar noch nicht.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock
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Was ist der Unterschied zwischen Vivian Cole und Daria Cupachin? Völlig klar, werden Sie jetzt sagen: Die beiden Namen werden ganz anders geschrieben. Das ist richtig, aber es gibt noch einen weiteren Unterschied. Vivian Cole schaffte es in der vergangenen Staffel von "Germany's next Topmodel" in die Top Ten, Daria Cupachin hingegen belegte nur einen geteilten 26. Platz.

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Glaubt man den Instagram-Profilen der beiden Damen, führen Vivian Cole und Daria Cupachin ein erfülltes Leben. Sie laufen Treppen hoch, sitzen an einem See oder gucken verträumt in der Gegend herum, während sie dabei Fotos von sich für Instagram machen.

Es scheint also, als kämen die beiden ganz gut zurecht und das, obwohl es die eine bei "Germany's next Topmodel" in die Top Ten geschafft hat, während die andere noch nicht einmal eine Teilnehmerurkunde bekommen hat.

Wie kann das sein? Schliesslich erzählt Heidi Klum seit Jahren, dass die Top Ten bei "Germany's next Topmodel" etwas ganz Besonderes sind. Ein elitärer Zirkel. So etwas wie der Mensa-Verein, nur eben nicht für Menschen, die gut denken, sondern für Menschen, die gut aussehen können.

Da muss man natürlich dabei sein, denkt zumindest Romina: "Einzug in die Top Ten, wir müssen heute schon alle Gas geben." Offenbar hat sie Heidi Klum in den vergangenen Jahren gut zugehört und glaubt noch an den Zauber der letzten Zehn. Vielleicht kennt sie aber auch einfach nicht das Instagram-Profil von Daria Cupachin.

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In Folge elf der aktuellen Staffel hält Heidi Klum den Top-Ten-Mythos weiter aufrecht und fragt in die Kamera: "Wer schafft es in meine Top Ten?" Aha. Es sind also jetzt schon ihre Top Ten. Nun gut. Ungeachtet der ungeklärten Besitzverhältnisse müssen die Damen sich auch in dieser Staffel wieder ein bisschen für die Top Ten strecken, diesmal im Chiemgau.

Die Klum hat dort nämlich für eine Handvoll Models ein Casting bei einer Molkerei arrangieren lassen, um herauszufinden, wer von ihnen das Gesicht von pflanzlichem Käse und pflanzlicher Joghurt-Alternativen werden kann.

Das Prozedere ist dasselbe wie immer, diesmal müssen sich die Damen Accessoires aussuchen, die zu ihnen passen und damit ein authentisches Fotoshooting vor einer Fototapete machen.

Dass die Damen extra an den Chiemsee gefahren sind, um dann dort ein Fotoshooting vor dem Bild eines Sees zu machen, scheint dabei niemanden zu irritieren. Andere Sachen schon, wie der Molkerei-Mann beim Shooting von Dascha mit Blick auf ihr Boxhandschuhe-Accessoire plötzlich feststellt: "Die Boxhandschuhe haben natürlich zu ihr gepasst. Aber passen Boxhandschuhe zu uns?"

Ja, manchmal hilft es, nachzudenken, bevor man Boxhandschuhe verteilt. Das mit dem Nachdenken sollte auch Romina feststellen, als sie ein bisschen über ihre Ernährungsgewohnheiten plaudern soll.

"Seitdem ich 13 bin, ernähre ich mich sehr ausgeglichen. Hab' dann auf Milchprodukte verzichtet. Seitdem fühle ich mich viel ausgeglichener und viel powervoller", erzählt das Model und hätte vielleicht einfach mal vorab googeln können, was ein Joghurt-Hersteller denn so alles herstellen könnte.

Heidi Klum: "Wow sag ich nur. Wow. Oha, also: wow"

Und so erhält Ana den Vorzug, kann sich aber gar nicht lang freuen, denn schwupps, schon geht es zum nächsten Programmpunkt. Die Klum hat nämlich in den Ruinen einer ehemaligen Heilanstalt bei Potsdam ein Fotoshooting organisieren lassen.

"Auf jeden Fall wird es sehr künstlerisch", denkt die Klum über das Shooting, bei dem die Damen extravagante Oberbekleidung mit überdimensionalen Schmetterlingen tragen müssen.

Der eigentliche Reiz des Shootings liegt aber nicht im Künstlerischen, sondern in der Szene, als es bei Liliana ein bisschen hakt und ihr Fotograf Kristian Schuller deshalb die Haltung eines stehenden Schmetterlings vormacht: "Du bist das Insekt und du gehst hoch, hoch. Und fallen lassen."

Wesentlich besser läuft es bei Elisa: "Wow, sag ich nur. Wow", ist die Klum begeistert, entscheidet sich dann aber nochmal einmal um: "Oha, also: wow." Ashley hingegen bekommt kein Wow: "Weisst du, was mir fehlt? Wow. Das fehlt mir", erklärt Wow-Expertin Klum.

Dass Ashley kein Wow bekommt, liegt aber vielleicht daran, dass sie gerade nicht so Spass am Germanysnexttopmodeln hat. Sie überlegt sogar, das Ganze vorzeitig abzubrechen: "Elfter Platz ist auch nicht wenig", ignoriert Ashley die allgemeine Top-Ten-Hysterie, entscheidet sich aber doch noch einmal um und kommt so noch in den Genuss, beim Entscheidungswalk mitzulaufen.

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Ashley oder Larissa – wer kommt in die Top Ten?

"Beim heutigen Walk werden meine Mädchen zu echten Kunstwerken", versucht die Klum den Umstand zu umschreiben, dass die Kandidatinnen ein zum Kleid gewordenes Gemälde tragen sollen, was zu eher selten gesagten Sätzen wie "Also ich find' mich wunderschön in Kandinsky" führt. Dazu haben die Models Bömmeckes-Frisuren auf dem Kopf, die mit Worten kaum zu beschreiben sind – was aber nicht an den vorhandenen Worten liegt.

Man kann diese Frisuren daher eher mit einem Geräusch vergleichen. So ein rudernd-rollendes Rüsseln vielleicht, gefolgt von einem kesselnd-knackenden Kichern, das von einem üppigen Uffzen beendet wird. So, wie wenn sich ein Beutel Leberwurst nach Feierabend in den Sessel fallen lässt, die Füsse hochlegt und sich zufrieden über den Bauch streicht. So in etwa sehen die Frisuren aus.

Die Damen tragen sie trotzdem mit Fassung, aber in unterschiedlicher Qualität. Ashley und Larissa sind die beiden, mit denen die Klum am unzufriedensten war, aber es ist Larissa, die Klum aus Gründen nicht weiterkommen lassen möchte.

"Sollte nicht klappen in die Top Ten", nimmt es Larissa offenkundig gelassen und man hat das Gefühl, dass sie trotzdem ein erfülltes Leben führen wird – auch wenn sie es nur in die Top Eleven geschafft hat.

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