In der finalen Folge des Vox-Dreiteilers "7 Töchter" lieferten uns Lou Beyer und Nino de Angelo sowie Elena Carrière und Mathieu Carrière intime Einblicke in ihre Tochter-Vater-Beziehungen. Dabei ging es um Substanzielles wie Koks, kreisende Pleitegeier, zehn Tage Gefängnis sowie jede Menge Stolz und Zuneigung.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

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Noch einmal "7 Töchter" also. Im letzten Teil des Vox-Dreiteilers plauderten Louisa "Lou" Beyer, Tochter des Schlagersängers Nino de Angelo, und Elena Carrière, Sprössling des Schauspielers Mathieu Carrière, aus dem Nähkästchen.

"7 Töchter": Wenn Papa mit 1,5 Millionen Euro in der Miese ist

Machen väterliche Eskapaden medial die Runde, ist das für den Nachwuchs alles andere als ein Hit. Die 30-jährige Lou Beyer kann ein Lied davon singen, denn ihr "Jenseits von Eden"-Papa hat in Sachen Alkohol gern tüchtig zugelangt, sich regelmässig teures Marschierpulver in die Nase geballert und schon mal gern ein paar Scheinchen verspielt.

Zückt man dann auch immer die Kreditkarte, wenn mal wieder ein funkelnagelneuer Edelbolide vor einem steht, meldet sich irgendwann der Bankberater mit unschönen Nachrichten. Die nimmt die Presse dann mit Handkuss auf.

Heisst: Nino de Angelo war richtig pleite und musste mit 1,5 Mio. Euro Schulden in die Privatinsolvenz. Dass die Tochter die "kleinen Problemchen" des Vaters richtig gut verarbeitet hat und gänzlich anders tickt, deutet daraufhin, dass er auch etwas richtig gemacht haben muss. "Ich rauche nicht, ich trinke ganz wenig und bin konservativer als mein Vater", sagt sie. "Mein Dasein als schlechtes Vorbild habe sie vor vielen Dingen bewahrt", so die Ansicht ihres Erzeugers.

Nino de Angelo: "Ich war oft einfach nicht da. Es tut mir so leid"

Lou ist heute verheiratet, lebt in Köln und ist Bloggerin. Weiters möchte sie als gelernte Produktdesignerin demnächst ihre eigene Kosmetiklinie herausbringen, wobei ihr Geld nicht wichtig ist. "Ich möchte nur genug haben, um meine Rechnungen bezahlen zu können", sagt sie und imponiert dem Herrn Papa damit.

"Ihr Vater zu sein, ist für mich das Schönste auf der Welt", schwärmt Nino, dessen Liebesleben nach der Trennung von Lous Mutter Judith einigermassen turbulent ausfiel. Seinen insgesamt vier Ehen folgten ebenso viele Scheidungen.

Dass er und Lou nach der Trennung von ihrer Mutter Judith, mit der er 14 Jahre zusammen war, wenig Kontakt hatten, tue ihm heute noch weh. "Ich war oft einfach nicht da. Es tut mir so leid, weil es falsch war", entschuldigt sich der 55-Jährige mit Tränen in den Augen.

"Es pfeift sich besser, wenn man das Leben geniesst"

Dass Nino de Angelo trotz Lungenproblemen noch raucht – und das zudem nach einer Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung Mitte der 90er -, missfällt Lou natürlich. Er hingegen gibt vor, das alles eher locker zu nehmen: "Ich weiss, dass ich aus dem letzten Loch pfeife. Aber es pfeift sich besser, wenn man das Leben geniesst", grinst er.

Er habe sehr wohl Angst vorm Sterben, verrät Lou. "Dem geht, wenn er eine schlechte Diagnose bekommt, aber richtig der Stift flitzen", schiesst sie nach. Nur würde das nicht allzu lang andauern.

Im Zuge einer Reise nach Italien zeigt Vater Nino ihr dann in Italien die Stätten seiner Vorfahren. Am Strand wird er emotional: "Dass sie die Grösse hat, ihrem Vater zu verzeihen, ist schon toll. Das ist unglaublich", so Nino, dessen Tränen erneut der Schwerkraft folgen.

Tochter eines "polarisierenden Schauspielers" und Provokateurs

"Wir erzählen uns wirklich alles und lassen dabei kein schmutziges Geheimnis aus", sagt wiederum Elena Carrière über die Beziehung zu ihrem Schauspieler-Vater Mathieu, den sie auch tatsächlich immer mit seinem Vornamen anspricht.

Die 22-Jährige, die als Model und Schauspielerin arbeitet, weiter: "Die Mehrheit sieht ihn als polarisierenden Schauspieler", womit sie nicht ganz falsch liegt. Denn Carrière hat sich nicht nur als Mime an der Seite von Grössen wie Brigitte Bardot oder Romy Schneider (sowie als häufiger Talkshow-Gast), sondern auch als grosser Provokateur vor dem Herrn einen Namen gemacht.

Sein Einsatz für die "Rechte der Kinder", wie er es immer nannte, ging 2006 sogar so weit, dass er sich nur mit Dornenkrone und Lendenschurz bekleidet vor dem Justizministerium an ein Kreuz binden liess. Dies, um gegen die Benachteiligung von Männern nach Trennungen zu protestieren.

"7 Töchter": Elena sauer auf Mama, weil Papa ins Gefängnis musste

Elena war bei der Trennung ihrer Eltern vier Jahre alt. "Für mich war schon relativ früh klar, dass meine Eltern nicht zusammenpassen. Die könnten unterschiedlicher nicht sein", sagt sie. Im Zuge eines Sorgerechtsstreits mit Elenas Mutter Bettina "wurde mir klar, dass unverheiratete Väter in unserem Land überhaupt keine Rechte haben", so Mathieu.

2004 klagte ihn Bettina, weil er nicht verhindert habe, dass die gemeinsame Tochter bei einem Zirkusbesuch von Reportern fotografiert worden sei. Matthieu weigerte sich, die Strafe von 5.000 Euro zu bezahlen, was ihm zehn Tage Kittchen einbrachte.

Elena war damals ziemlich sauer auf ihre Mutter. "Im Nachhinein weiss ich aber, dass sie ihre Gründe hatte und auch arg von ihm verletzt wurde", erklärt sie am Dienstagabend.

Familien-Maxime: "Darauf scheissen, was andere sagen"

Der Vater bereut jedenfalls nichts im Leben. Nicht mal seinen Auftritt im Dschungelcamp, den er aus Kohleknappheit des Sorgerechtstreits wegen in Angriff nehmen musste. Das "Darauf scheissen, was andere Leute sagen", habe er ihr auch mitgegeben, betont Elena. Zudem sei er immer schon auf Augenhöhe begegnet.

"Genau das schafft diese ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung", grinst sie. Warum ungewöhnlich, erklärt Mathieu Carrière am Ende von "7 Töchter": "Sie hat mich mal als ihren Vorbild-Kumpel bezeichnet. Das hat mich sehr berührt. Aber wahrscheinlich lerne ich mehr von ihr als sie von mir", so der 69-Jährige, der noch mit dem Scooter durch die Stadt düst und nach wie vor unverschämt gut aussieht. Aber auch die Tochter ist nicht von schlechten Eltern.

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