Wolfgang Bosbach hat den Talk bei "Maischberger" wutentbrannt verlassen. Doch es gab schon weitaus schlimmere Ausraster im TV. Eine Liste.

Es ist das Thema der Stunde: Der ehemalige CDU-Politiker Wolfgang Bosbach fühlte sich in der Talkshow "Maischberger" von Jutta Ditfurth provoziert und verliess während der Sendung das TV-Studio. Doch im Vergleich zu anderen Eklats reagierte Bosbach geradezu sanft.

Die grössten Ausraster im TV

  • "Es ist unerträglich mit Ihnen in einer Runde zu sitzen", schäumt Wolfgang Bosbach - und verlässt die Talk-Sendung bei Sandra Maischberger am Mittwochabend vor dem offiziellen Ende. Nach einer Diskussion mit Jutta Ditfurth über die G20-Krawalle verlässt der ehemalige CDU-Politiker wutentbrannt den Saal:

Doch nicht nur Politiker kann der Kragen gehörig platzen: Vor allem im Fussball gab es vor laufender Kamera schon diverse Ausraster.

  • Lothar Matthäus geht einen Moderator des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera an, und setzt dann seinen Wutausbruch am Telefon fort. Wobei der Ausraster von Matthäus durch seine rudimentären Englischkenntnisse einen komödiantischen Beigeschmack erhält:
  • "Aber dieser Scheiss, der da immer gelabert wird: Da sollten sich alle mal Gedanken machen, ob wir in Zukunft so weitermachen können": Unvergessen ist die Wutrede Rudi Völlers im Jahr 2003. Nach einem Seitenhieb auf Moderator Waldemar Hartmann wird dieser anschliessend oft als "Weissbier-Waldi" bezeichnet.
  • Der vielleicht legendärste Trainer-Ausraster aller Zeiten kommt von Giovanni Trapattoni 1998. Der Spieler Thomas Strunz ("Was erlaube") wird durch die Wutrede berühmt. Jahre später sagte Strunz im Interview mit der "SZ", dass er über das Ausmass von Trapattonis Zorn "geschockt" gewesen sei. "Ich habe fertig" ist längst zum geflügelten Wort geworden.

Und wer an Wutausbrüche im TV denkt, kommt nicht an an Schauspieler Klaus Kinski vorbei. So leicht reizbar waren nur Wenige.

  • Am Filmset von Fitzcarraldo in den frühen 80er Jahren rastet er aus, weil ihm das Essen des Caterings offensichtlich nicht zusagte. Der Choleriker beschimpft Regisseur Werner Herzog übel - und die Kameras laufen.
  • Nicht nur gegenüber Regisseuren, auch gegenüber Journalisten wurde Kinski ausfallend. 1971 schreit er eine ZDF-Reporterin an, die gerade ein Interview mit ihm führt.

Auch Ausraster in Talksendungen haben eine lange "Tradition".

  • Im Jahr 1993 kommt es zu einem regelrechten Skandal, als die Schriftstellerin Karin Struck mit der damaligen Bundesministerin für Frauen und Jugend, Angela Merkel, aneinander gerät. Struck zieht ihr Höschen aus und wirft es mitsamt Glaskaraffe ins Publikum. Eine Zuschauerin wird sogar verletzt.

(she)