Am Montag geht Steffen Hallaschkas neue Quizshow "7 Richtige – Das Quiz der Besserwisser" an den Start. Wir haben mit dem Moderator über das neue Format, Parallelen zu Günther Jauch und über seine Tanzkünste gesprochen.
Schätzfragen, ein "Hot Seat" und drei "Leben" pro Person: Steffen Hallaschka sieht seine neue Sendung "7 Richtige – Das Quiz der Besserwisser" (am 1. und 8. September um 20:15 Uhr bei RTL) als "Schwester-Quizshow" von "Wer wird Millionär?".
Im Interview mit unserer Redaktion erklärt der Moderator das Spielprinzip des neuen Formats. Zudem spricht er über den Unterschied zwischen Besserwissern und Klugscheissern und verrät, warum eine Quizshow besser zu ihm passt als "Let's Dance" oder das "Dschungelcamp".
Herr
Steffen Hallaschka: Es ist definitiv leichter, in unserer Quizshow 100.000 Euro zu gewinnen, als zum Lotto-Jackpot zu kommen – zumal es bei uns keine Sache des Glücks ist. Man muss den Geldgewinn also nicht dem Schicksal überlassen, sondern man hat es selber in der Hand. Mit einem guten Allgemeinwissen und einem gewissen strategischen Gefühl kriegt man das gut hin. Dennoch muss man natürlich auch was leisten.
Das Format wird als "Das Quiz der Besserwisser" angekündigt. Eigentlich mag kein Mensch Besserwisser. Sie etwa?
Ich persönlich unterscheide immer zwischen Besserwissern und Klugscheissern. Letztere Kategorie mag wirklich niemand. Besserwisser hingegen sind ganz nüchtern betrachtet erst einmal Menschen, die vieles tatsächlich besser wissen als der Durchschnitt. Diese Leute sind uns in der Sendung herzlich willkommen.
"7 Richtige": Der Weg zu 100.000 Euro
Der Spielmodus sieht vor, dass zwar immer nur eine Kandidatin oder ein Kandidat um Geld spielt, aber sechs andere darauf lauern, eben Besserwisser zu sein und den Platz einzunehmen. Insofern ist es bei uns keine Beleidigung, sondern ein Kompliment: Man muss Besserwisser sein, um zum Zuge zu kommen.
Wie viel Mut müssen die Kandidatinnen und Kandidaten mitbringen?
Man braucht Mut, man braucht aber auch Instinkt, weil das Zeitfenster begrenzt ist. Du hast sieben Sekunden Zeit, um die Antwort der Kandidatin oder des Kandidaten zu korrigieren. Eine gute Intuition ist von Vorteil. Schliesslich muss man sich sehr schnell sehr sicher sein, wann der beste Zeitpunkt ist, um zuzuschlagen.
Es gibt Schätzfragen, einen "Hot Seat" und pro Person drei "Leben". Was kann dieses Quiz, was andere Quizshows vielleicht nicht können?
Mir gefällt, dass wir es im Kern mit einem klassischen Quiz zu tun haben. Das ist wichtig, um schnell hineinzufinden. Ich selbst habe als Quiz-Zuschauer nämlich festgestellt, dass es schnell mühsam wird, wenn ein solches Format zu tricky ist. Wir stellen Fragen, für deren Beantwortung wir den Kandidatinnen und Kandidaten vier Antwortmöglichkeiten an die Hand geben. Das ist ein bewährtes Prinzip.
Der schöne Twist sind die drei "Leben". Das heisst: Wenn man einmal ausscheidet, besteht die grosse Chance auf ein Comeback. Diejenige oder derjenige auf dem Stuhl darf sich also nie zu sicher sein …
Wie zeitgemäss ist dieses Format – insbesondere im Vergleich zu "Wer wird Millionär?", der Mutter aller Quizshows?
Es würde mich freuen, wenn es als zeitgemäss wahrgenommen wird. Das Format passt da, wo es ist, sehr gut hin: nämlich zu RTL und damit auch zum Mutterschiff "Wer wird Millionär?". Diese Sendung ist und bleibt die Ur-Quizshow, die einen ganzen Boom losgetreten hat. Ich empfinde "7 Richtige" als eine Schwester-Quizshow – klassisch von der Anlage her, aber doch eigen, was die Regeln angeht.
"Ich freue mich über jede Verwandtschaft, die mir beruflich zu Günther Jauch angedichtet wird."
Ein Unterschied ist die maximale Gewinnsumme: Wer eine Million Euro gewinnen möchte, sollte sich bei "WWM" bewerben. Welchen Einfluss hat die Höhe des möglichen Gewinns auf den Unterhaltungswert einer Quizshow?
Fallhöhe muss schon immer da sein – im Sinne grosser Heldengeschichten, aber auch des kleinen Dramas. Letzteres besteht darin, dass sich jemand auf halber oder fast schon vollkommener Strecke doch noch verzockt. Die 100.000 Euro, um die es bei uns geht, stehen schon für diese Fallhöhe.
Man sollte dabei auch berücksichtigen, dass der Weg zum Maximalgewinn im Vergleich zu "Wer wird Millionär?" etwas kürzer ist. Dafür gibt es bei uns keine Joker. Es ist etwas nackter, rougher und ehrlicher.
Es war zu lesen, dass Sie in der "WWM"-Sommerpause den Sendeplatz von
Ach, ich freue mich über jede Verwandtschaft, die mir beruflich zu Günther Jauch angedichtet wird. Es gibt wahrlich Schlimmeres (lacht). Dass ich "stern TV" seit bald 15 Jahren moderieren darf, deutet darauf hin, dass die Sendung heute noch genauso gerne geschaut wird wie damals zu Jauchs Zeiten.
Im Übrigen ist es nicht völlig aus der Luft gegriffen, wenn bei einem Quiz nun diese Parallele gezogen wird. Mich stören die Vergleiche nicht. Und dennoch muss es letztendlich auch ohne Jauch gut funktionieren.
Warum war für Sie jetzt der richtige Zeitpunkt, erstmals im TV ein Quiz zu moderieren?
Mich hat das schon eine ganze Weile gereizt, weil ich Quizze und Rätselspiele grundsätzlich sehr gerne mag. Das Konzept, in den Konkurrenzkampf um das bessere Wissen zu gehen, ist zeitlos und nutzt sich nicht ab.
Vor dem Quiz-Moderator sind wir am Ende alle gleich. Es gibt kein Spezialwissen, auf das man sich verlassen kann. Man muss die gesamte Bandbreite abdecken können.
Müssen Sie als Quizmaster ein Stück weit Ihre Komfortzone verlassen?
Für jemanden, der wie ich am ehesten mit Journalismus und Entertainment in Verbindung gebracht wird, ist eine Quizshow ein naheliegender Schritt. Am Ende geht es auch hier um Fakten und Wissensvermittlung. Ein Quiz liegt mir näher als zum Beispiel die Moderation von "Let's Dance" oder des "Dschungelcamps".
Für mich ist "7 Richtige" auch deshalb reizvoll, weil es im Unterschied zu "stern TV" bedeutet, ein eigenes Format zu prägen und nicht in die Schuhe eines anderen zu springen.
Dass Sie weder "Let's Dance" noch das "Dschungelcamp" moderieren wollen, schliesst aber nicht aus, dass Sie eines Tages als Kandidat teilnehmen. Hätten Sie Interesse?
Es spricht für einen gewissen Realismus der Redaktion, dass ich noch nie eine Anfrage als "Let's Dance"-Kandidat bekommen habe. Vermutlich hat man mich schon mal bei einer Weihnachtsfeier tanzen gesehen – und aus diesem Grund davon Abstand genommen. Und sollte es mit "stern TV" und der neuen Quizshow weiterhin gut laufen, wird das "Dschungelcamp" wahrscheinlich auch nie eine realistische Option werden.
Das Themenspektrum bei "stern TV" ist gross. Wie gelingt Ihnen während einer Sendung der Switch zwischen Entertainment und Drama?
Genau dieser Switch ist das, was mich seit Anbeginn meiner Laufbahn immer am meisten gereizt hat. Meine erste Fernsehsendung, die ich vor fast genau 30 Jahren angetreten habe, war ein Jugendmagazin, das live vor Publikum stattfand und damit in seiner Machart durchaus Parallelen zu "stern TV" aufwies. Vom ersten Sex bis hin zum Asylrecht wurde alles in einer Sendung behandelt.
Warum der pure Nachrichtenjournalismus Hallaschka nie gereizt hat
Ausserdem habe ich viele Jahre im Radio verbracht. Wer Tagesprogramm im Radio macht, muss dazu in der Lage sein, neben der Meldung eines Terroranschlags auch ein Quiz zu moderieren. Der pure Nachrichtenjournalismus, so ehrenwert er ist, hat mich persönlich nie gereizt. Ich schätze das Privileg, alles nebeneinander mit der gleichen Ambition präsentieren zu dürfen.
Am 11.09. moderieren Sie die Live-Sendung "Angriff auf unsere Kinder – Der Feind im Chat". Die Erstausgabe wurde vor vier Jahren ausgestrahlt. Was hat sich seitdem hinsichtlich des Vorgehens der Täter und des (Social-Media-)Verhaltens der Kinder verändert?
In der Sendung vor vier Jahren, die die gleiche Relevanz wie heute hatte, haben wir den Fokus eher auf Chatforen und klassische soziale Netzwerke gelegt. Damals ging es unter anderem um die Plattform "knuddels.de", die mittlerweile fast in Vergessenheit geraten ist. Was sich verändert hat, ist die Anzahl der potenziellen Tatorte.
Die Täter, die sexualisierte Angriffe auf Minderjährige starten, findet man heute auf "kleinanzeigen.de", bei Snapchat, WhatsApp oder im Umfeld von Onlinespielen. Sämtliche Games haben in der Regel eine Chatfunktion. Das heisst, dass die Anbahnung eines Sexualverbrechens auf der Chatoberfläche eines jeden Multiplayer-Spiels genauso stattfinden kann wie in einem klassischen Chat.
Empfehlungen der Redaktion
Der Schlüssel zu einer Besserung wird darin liegen, dass sich Eltern kompetent machen und den vertrauensvollen Austausch mit ihren Kindern nicht verlieren. Sie müssen wissen, wo potenzielle Gefahren lauern. Ebenso werden wir in der Sendung erneut deutlich machen, dass die Betreiber ihre Plattformen dringend sicherer machen müssen. Leider stellt sich die Industrie bei diesem Punkt allzu häufig taub.
Über den Gesprächspartner
- Steffen Hallaschka ist ein deutscher TV-Moderator. In Kassel geboren, sammelte er seine ersten beruflichen Erfahrungen im Radio, ehe 1996 mit der Jugendsendung "100 Grad" seine Fernseh-Karriere startete. Im Jahr 2011 löste Hallaschka seinen Kollegen Günther Jauch als "stern TV"-Moderator ab.