Am bisher heissesten Wochenende des Jahres schickt RTL seine XXL-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show" diesmal gleich am Samstag und am Sonntag ins Programm. Los geht der erste Teil mit ein paar schlüpfrigen Sprüchen und endet mit zwei Versprechen für den zweiten Teil.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Es ist bestimmt kein Setting, an das man bei Günther Jauch zuerst denkt. Aber da steht er nun einmal am Samstagabend, einen Korb Bananen in der Hand, buntes Konfetti auf dem Kopf und führt eine Polonaise mutmasslich brasilianischer Samba-Tänzerinnen zu den Klängen des 1990er Sommerhits "Samba de Janeiro" ins Studio der "Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show".

Dass er das macht, hat zwei Gründe. Grund eins erklärt Thomas Gottschalk wenige Sekunden zuvor: "Wir feiern eine Sommerparty." Und noch wenigere Sekunden zuvor bekommt Jauch per Konfetti-Kanone Grund Nummer zwei mitgeteilt, nämlich, dass er diesmal die Show moderieren soll. So weit zum Grundsätzlichen, was noch fehlt, sind die beiden Promis, gegen die dementsprechend Schöneberger und Gottschalk in dieser Ausgabe spielen müssen.

Schöneberger und Kiewel liefern sich "Schlüpfrige-Sprüche-Duell": Selbst für RTL zu dürftig

"Mehr gute Laune geht nicht", glaubt Jauch die beiden Gäste mit einem Schlagwort zusammenfassen zu können. Das ist, abgesehen von der masslosen Übertreibung, natürlich Geschmackssache. Jedenfalls kommen "ZDF-Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel und Sänger Alvaro Soler ins Studio und vor allem Andrea Kiewel nutzt gleich das erste Spiel, um zu zeigen, was sie so unter guter Laune versteht.

Zunächst beginnt es ganz harmlos. Gespielt wird das Spiel "Giesskannen-Pusten" und als Kommentator Thorsten Schorn ein "absolut spritziges Spiel" ankündigt, hat Schöneberger schon den Verdacht, dass es wohl ein bisschen feucht werden könnte: "Meine Bluse wird nicht durchsichtig, wenn sie nass wird. Darauf hab ich geachtet." Zu Recht, denn nun muss teamweise ein Promi in eine mit Wasser gefüllt Giesskanne pusten, sein Teampartner muss dann möglichst viel Wasser auffangen. Wer nach zwei Minuten mehr Wasser gesammelt hat, gewinnt die Runde.

Klingt eigentlich recht harmlos, doch bei Andrea Kiewel scheint hier eine kleine Assoziationskette losgetreten. Und so lässt sie den Zuschauer daran teilhaben, was ihr bei den Wörtern "vollspritzen" und "blasen" so an schlüpfrigen Kalauern einfällt. Auf dem Schulhof wäre sie damit gross rausgekommen, aber selbst für RTL ist das ein bisschen dürftig, zumal Barbara Schöneberger Kiewels Sex-Analogien dankbar aufgreift und noch ausbaut – immerhin ein bisschen niveauvoller. Am Ende pustet Soler mehr Wasser aus den Giesskannen als Gottschalk, was Jauch zu der Stichelei verleitet: "Als Sänger ist er lungenmässig besser dabei als der Schwätzer."

"Denn sie wissen nicht, was passiert": Die Schöneberger-Jauch-Gottschalk-Band

Dass "der Schwätzer" einen Tag später zum Sänger werden wird, darf ein paar Momente später Boulevard-Moderatorin Frauke Ludowig verraten, als sie auf den Sonntagabend vorgreift. Man könnte auch sagen "Werbung macht". Denn am Sonntag folgt gleich schon die nächste Ausgabe von "Denn sie wissen nicht, was passiert" - und da sollen Schöneberger, Jauch und Gottschalk als Band den Reinhard-Mey-Klassiker "Über den Wolken" präsentieren.

Warum und wozu wird man dann am Sonntag sehen, Jauch fühlt sich beim Thema Gottschalk und Gesang erst einmal an Gottschalks Sangesversuch mit "What happened to Rock 'n' Roll" erinnert. "War drei Tage auf Platz sieben", glaubt Jauch und Gottschalk kontert: "Nein, war sieben Tage auf Platz drei." Gottschalk ist also auch in Kalauer-Stimmung, nur wesentlich weniger schlüpfrig.

Und sonst so? Bei Spiel Nummer drei sollen beide Teams jeweils einen Grillteller möglichst geschmackvoll anrichten. Auf der RTL-Webseite können Zuschauer dann über den Siegerteller abstimmen. Beim Spiel Korbball werden Soler und Schöneberger auf Rollbretter geschnallt und müssen mit einem Korb Luftballons einsammeln, wobei sie dabei von Kiewel und Gottschalk geschoben werden.

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Günther Jauch: "Verspreche, dass wir morgen schneller fertig sind"

Das klingt lustiger als es am Ende ist, aber dafür gibt es andere Highlights. Zum Beispiel beim Spiel "Scheibensprecher". Hier müssen alle Promis ihr Gesicht an eine durchsichtige Scheibe pressen und dabei wechselweise Wörter vorsprechen und erraten. Wenn man da auf platte Nasen und in geweitete Nasenlöcher blickt, ist das eine ästhetische Herausforderung, aber dafür bekommt man auch Unterhaltung zurück. Etwa, wenn Gottschalk vergeblich das Wort "Bananenflanke" erraten soll, aber immer nur "Bananenschlampe" versteht.

Und als Schöneberger mit plattgedrückten Gesicht dem plattgedrückten Gesicht von Thomas Gottschalk das Wort "Intelligenz" vorsagt, dann zeugt das zumindest optisch von einer gewissen Ironie. Aber intelligent ist nicht immer nur der, der intelligent aussieht und so schleppt sich auch diese Ausgabe von "Denn sie wissen nicht, was passiert" mal unterhaltsam, mal weniger, aber immer sehr langsam dem Finalspiel entgegen. Dort stehen diesmal Alvaro Soler und Barbara Schöneberger in der Wand, während Kiewel und Gottschalk die Fragen beantworten müssen.

Für jede falsche Antwort und für jede richtige Antwort des Gegners, werden Steine von hinten in die Wand geschoben. Verliert einer der Spieler aufgrund zu weniger Haltemöglichkeiten das Gleichgewicht und fällt aus der Wand, hat das gegnerische Team für "seine" Hälfte des Saalpublikums 20.000 Euro gewonnen. Und als ob sie den ohnehin schon langen Abend zu einem sehr langen Abend machen wollten, dauert es tatsächlich bis 00:43 Uhr, bis endlich Alvaro Soler den Halt verliert und aus der Wand perlt. Aber immerhin gibt es zum Ende noch gute Neuigkeiten von Günther Jauch: "Verspreche, dass wir morgen schneller fertig sind."

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