• Am 1. April spielen sich Menschen auf der ganzen Welt bekanntlich gerne Streiche.
  • Der Brauch ist bereits über 400 Jahre alt.
  • Die Redewendung "Jemanden in den April schicken" stammt offenbar aus Bayern.

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Wer ist nicht schon einmal mit einem mehr oder minder komischen Scherz "in den April geschickt" worden? In anderen Ländern, wie Italien oder Frankreich, kleben sich die Menschen am 1. April Fische aus Papier auf den Rücken und sogar Fernsehsender oder Zeitungen veralbern die Bevölkerung weltweit zu Monatsbeginn. Was hat es mit diesem Datum auf sich?

Kommt der 1. April aus Bayern oder Frankreich?

Mindestens 400 Jahre ist der weltweit verbreitete Brauch des Aprilscherzes alt. Die Redewendung "Jemanden in den April schicken" stammt offenbar aus Bayern. Der Ursprung wird in Augsburg vermutet. Zur Vereinheitlichung des Münzwesens, das in der Fuggerstadt zu dieser Zeit geregelt wurde, hatten die Verantwortlichen am 1. April 1530 einen Münztag angekündigt. Dieser fiel dann aber aus. Viele Spekulanten verloren ihren Einsatz und wurden dafür ausgelacht. In verschriftlichter Form fand man die Redewendung zum Brauch 1618 ebenfalls in einer Quelle aus Bayern. Diese wird demnach mit dem Münztag in Verbindung gebracht.

Andere Quellen verorten den Ursprung des Tages in Frankreich. Demnach soll eine Kalenderreform von Karl IX. in Frankreich im Jahr 1564 den Jahreswechsel vom 1. April auf den 1. Januar vorverlegt haben. Wer trotzdem noch am 1. April das Neue Jahr feierte, wurde ausgelacht.

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Welche Bräuche gibt es in anderen Ländern?

Die Traditionen an diesem Tag fallen in vielen Ländern unterschiedlich aus. In Frankreich und Italien bastelt man Papierfische mit Sprüchen, die man anderen heimlich auf den Rücken klebt. Auch Schokoladenfische werden anlässlich des Tags gerne verschenkt. Es wird spekuliert, dass der Fisch ein Symbol für die österliche Fastenzeit darstellt. In den USA erwartet man neben Streichen am "April Fools' Day" Grusskarten. In Spanien und Lateinamerika wird dagegen am 28. Dezember gewitzelt – dem "Tag der unschuldigen Kinder".

Welche besonderen historischen Ereignisse gab es am 1. April?

Dass der 1. April nicht nur ein Tag für Scherzkekse ist, beweisen zahlreiche historische Meilensteine, die sich zu diesem Datum ereigneten. Am 1. April 1792 etwa gab der bayerische Kurfürst Karl Theodor den Englischen Garten in München für das Publikum frei. Am 1. April im Jahr 1914 wurde an der Wiener Hofoper "Notre Dame" uraufgeführt. Am 1. April 1972 stellte das US-Unternehmen Intel seinen ersten 8-Bit-Prozessor, Intel 8008, vor.

Welche besonders fiesen Scherze gab es bereits?

Auch Medien beteiligen sich gerne an den alljährlichen Witzen. Einer der kuriosesten Aprilscherze war eine Fake-Meldung des Fernsehsenders BBC im Jahr 1957. Das Medium berichtete von einer Spaghetti-Ernte im Schweizer Tessin und zeigte ein passendes Video dazu. Offenbar veranlasste dies zahlreiche Zuschauer dazu, den Sender zu kontaktieren, um zu erfragen, wie man auch selbst an so einen Baum kommen könne.

Ein Aprilscherz der "Tagesschau" im letzten Jahr, als sie über das Containerschiff Ever Given berichtete, die nach der tagelangen Blockade im Suezkanal nun auch noch in der Spree stecken geblieben sei, sorgte für unterschiedliche Reaktionen.

Und für manche ist auch schon das Wetter im April, das bekanntlich macht, was es will, Scherz genug.  © 1&1 Mail & Media/spot on news