• 17:20 Uhr: ➤ Maas bekräftigt Vorstoss zur Aufhebung der Corona-Massnahmen
  • 16:15 Uhr: Vorsitzender des Hausärzteverbands kritisiert verfrühte Corona-Lockerungen
  • 14:30 Uhr: Menschen in Deutschland waren im Juni so viel unterwegs wie vor der Pandemie
  • 13:23 Uhr: Hamburg impft jetzt auch 16- und 17-Jährige
  • 12:46 Uhr: Verschärfte Regeln für Einreise von Deutschland nach Tschechien ab Freitag
  • 09:59 Uhr: Russland bietet Nordkorea Impfstoff und medizinische Geräte an
  • 08:51 Uhr: Infektionsgeschehen in Deutschland nimmt wieder zu

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➤ Maas bekräftigt Corona-Vorstoss: Normalität in wenigen Wochen

Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) hat seine Forderung nach einer baldigen Aufhebung der Corona-Beschränkungen bekräftigt. In wenigen Wochen sei der Zeitpunkt erreicht, an dem alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben.

"Wenn das der Fall ist, gibt es keinen Grund mehr, keinen haltbaren Grund mehr, die Allgemeinheit mit Einschränkungen, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, zu belasten", sagte Maas am Donnerstag bei einem Besuch an der Grenze zu Luxemburg. "Dann beginnt die Normalität, das Leben mit dem Virus - und das ist kein Leben im Lockdown."

Wer geimpft sei, nehme niemandem mehr ein Intensivbett oder ein Beatmungsgerät weg. "Und deswegen wird es so sein müssen, dass die Beschränkungen fallen, wenn wir allen ein Impfangebot gemacht haben und die Menschen diese Angebote auch in Anspruch genommen haben."

Maas hatte diese Forderung bereits am Dienstag geäussert und mit August auch einen möglichen Zeitpunkt für die Aufhebung von Beschränkungen genannt. Er hat dafür zwar viel Zustimmung aus Union und FDP bekommen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) äusserten sich aber zurückhaltend. "Jetzt Zeitpunkte zu nennen, halte ich für schwierig", sagte Spahn dem Deutschlandfunk.

Lambrecht sprach sich dafür aus, grundlegende Schutzvorgaben vorerst beizubehalten. "Auch eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Weitergabe des Virus", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Maas betonte dagegen: "Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben." Es könne nicht sein, "dass wir in Zukunft uns weiter einschliessen, Kontakte verbieten, Geschäfte zumachen. Im Übrigen sehe ich auch keinen Grund dafür, auch nicht in der Sache, wenn 70, 80 Prozent geimpft sind und gar nicht erkranken können in der Regel."

Die weiteren Corona-News:

Medizinspenden aus Deutschland in Namibia eingetroffen

17:00 Uhr: In Namibias Hauptstadt Windhuk sind am Donnerstag 70 Tonnen medizinische Hilfsgüter aus Deutschland eingetroffen. An Bord eines Frachtflugzeuges vom Typ Antonow An-225 befanden sich 500.000 FFP2-Masken, 60.000 Krankenhausbetten sowie 300.000 Schutzhandschuhe aus Bundeswehrbeständen.

"In den nächsten Tagen und Wochen werden wir medizinisches Material im Wert von rund 11 Millionen für Namibia bereitstellen, darunter auch Beatmungstechnik", kündigte Staatsministerin Michelle Müntefering in Berlin an.

In dem südwestafrikanischen Staat Namibia wurde laut Bundeswehr bereits ein Feldlazarett in Windhuks Zentralkrankenhaus aufgestellt. Rund 462.000 OP-Masken wurden bereits im Juni in Windhuk übergeben.

Namibia mit knapp 2,5 Millionen Einwohnern hat bisher offiziell rund 97.100 Corona-Infektionen und 1.662 Todesfälle registriert. Das Land stösst an die Grenzen seiner medizinischen Infrastruktur. Bisher haben nur 4,9 Prozent der Einwohner eine Erstimpfung, weniger sind komplett durchgeimpft.

In Deutschland hatte es daher Aufrufe zu Hilfe für Nambibia gegeben. "Ich appelliere an die Impfstoffhersteller, Dosen zur Verfügung zu stellen", sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Ottmar von Holtz dem "Tagesspiegel" (Donnerstag). "Die Bundesrepublik muss ausserdem selbst Impfstoffe spenden; auch braucht es Sauerstoffgeräte und Schutzausrüstung für die Pflegekräfte."

Niederlande: Corona-Infektionen steigen explosionsartig

16:25 Uhr: In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen explosionsartig gestiegen. Am Donnerstag wurden rund 5.500 Fälle gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit dem 14. Mai, wie das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Donnerstag mitteilte.

Vor genau einer Woche waren es noch rund 800 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Auf 100.000 Einwohner kommen nun etwa 67 Neuinfektionen in sieben Tagen. Die Regierung erwägt neue Massnahmen, um das Virus einzudämmen.

Die Niederlande hatten zum 26. Juni fast alle Corona-Massnahmen aufgehoben. Nur noch in den öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden. Vielerorts wird aber die Grundregel vom Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten.

Der Anstieg der Neuinfektionen wird mit der Verbreitung der Delta-Variante begründet. Noch führte das aber nicht zu mehr Patienten in den Krankenhäusern. Von den Neuinfektionen sind den Angaben zufolge vor allem Jugendliche betroffen. Viele haben sich demnach in Diskotheken und Nachtclubs angesteckt.

Hausärzte wenden sich gegen verfrühte Lockerungen bei Corona-Massnahmen

16:15 Uhr: Die deutschen Hausärzte bremsen Hoffnungen auf baldige und umfangreiche Lockerungen in der Corona-Pandemie. "Anstatt ständig über neue Themen zu spekulieren, sollten sich lieber alle bemühen, der Impfkampagne den richtigen Schwung zu verleihen", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Donnerstag.

Weigeldt sagte, er halte die derzeitige Debatte um eine Aufhebung der Maskenpflicht "für verfrüht." Wenn absehbar sei, "dass eine zweifache Impfung vor Infektion, Erkrankung und Weitergabe der Infektion weitgehend schützt und dafür gibt es viele Hinweise, dann sollten entsprechend Grundrechte zurückgegeben werden", sagte der Hausärztechef.

"Gleichzeitig wird es sicherlich bestimmte Hygienemassnahmen geben, die erst einmal bleiben sollten – und manche, etwa gute Lüftungskonzepte, machen auch abseits der Pandemie durchaus Sinn.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert derweil die Einsetzung eines wissenschaftlichen Pandemierats für Bundesregierung und Bundestag. Dessen Beschlüsse müssten "eine gewisse Verbindlichkeit haben", sagte er dem "Spiegel". Er rechnet mit einer angespannten Coronalage im Herbst.

Wegen der sich weiter ausbreitenden Delta-Variante halten Experten eine höhere Impfquote als bislang angenommen für erforderlich. Aus einer Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht hervor, dass 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen und sogar 90 Prozent der Menschen ab 60 Jahren geimpft sein sollten. Bislang verfügen allerdings erst rund 41 Prozent der Menschen in Deutschland über den kompletten Impfschutz.

Corona-Experte Lauterbach schläft seit Pandemie-Beginn zu wenig

15:35 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) schläft nach eigenem Eindruck seit Beginn der Coronakrise zu wenig. Das liege daran, dass er jede Nacht Studien zur Pandemie-Lage lese, sagte Lauterbach dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Gut sind sieben Stunden und mehr. Die erreiche ich bei weitem nicht."

Wenig Schlaf ist jedoch nicht die einzige seiner derzeitigen Gewohnheiten, die Lauterbach nicht weiterempfehlen würde: "Ich esse sehr einseitig, ernähre mich nicht vegan. Trinke jeden Tag Wein. Trinke keinen grünen Tee, sondern schwarzen Kaffee. Ich hab' viel mehr Stress, als ich empfehlen würde. Ich mache kein Yoga."

Zudem hätten ihn seit einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte", worin er sagte, dass er nicht ewig Single bleiben wolle, viele Zuschriften erreicht, sagte der SPD-Politiker. Zum Sichten habe ihm bisher aber die Zeit gefehlt. "Ich muss mich bei all denjenigen Frauen, die mir geschrieben haben, dafür sehr entschuldigen, was ich
hiermit tue", so Lauterbach.

Südkorea registriert höchsten Tageswert bei Corona-Infektionen

15:11 Uhr: Die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektion in Südkorea ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Am Mittwoch seien 1.275 Fälle verzeichnet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Die Gesamtzahl der Infektionen kletterte demnach auf mehr als 164.000.

Die Schwelle von 1.000 Fällen war bereits am Dienstag zum ersten Mal seit Ende Dezember wieder überschritten worden. Beamte des Gesundheitsministeriums sprachen daraufhin vom Beginn einer vierten Infektionswelle.Von den Neuinfektionen wurden erneut mehr als 80 Prozent im Grossraum Seoul registriert, der auch die Provinz Gyeonggi und die westliche Küstenstadt Incheon umfasst.

Vor allem lokale Häufungen von Infektionen bereiten den Behörden Sorgen. Solche Ausbrüche gab es zuletzt unter anderem in Schulen und Kaufhäusern. Mit dem ungebremsten Anstieg der Infektionsfälle wird eine Verschärfung der coronabedingten Kontaktbeschränkungen immer wahrscheinlicher.

Beamte des Gesundheitsministeriums hätten angedeutet, dass für Seoul frühestens von Freitag an die schärfsten Regeln unter einem vierstufigen "Schema für die soziale Distanzierung" gelten könnten, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Demnach wären öffentliche Ansammlungen von mehr als zwei Personen ab 18.00 Uhr sowie grössere Veranstaltungen untersagt. Auch müssten unter anderem Nachtclubs und Bars geschlossen werden.

Südkorea ist bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen. Es wurden jedoch bisher nur etwa 30 Prozent der 51,3 Millionen Einwohner einmal geimpft. Vor allem jüngere Erwachsene wurden noch nicht immunisiert.

Statistik für 2020: COVID-19 bei 30.136 Menschen als Todesursache

14:46 Uhr: Bei 36.291 Todesbescheinigungen war im vergangenen Jahr COVID-19 als Erkrankung vermerkt. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen der Todesursachenstatistik hervor. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, war COVID-19 bei 30.136 Menschen und damit in 83 Prozent der Fälle auch die Todesursache.

In 6.155 Fällen (17 Prozent) starben die Personen mit einer Coronavirus-Infektion als Begleiterkrankung, jedoch an einer anderen Grunderkrankung. Insgesamt erfasst die Statistik 985.620 Verstorbene bundesweit.

Die vorläufigen Ergebnisse der Todesursachenstatistik werden ab dem Berichtszeitraum Januar 2020 erstmals monatlich veröffentlicht und umfassen laut Statistischem Bundesamt bis zur vorliegenden Auswertung knapp 92 Prozent aller Sterbefälle. Die Zahl der Suizide lag den Angaben zufolge im Jahr 2020 nach der vorläufigen Auswertung bei 8.565 und damit bislang leicht unter dem Wert von 2019 mit 9.041.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 08 00/ 11 10 - 111 (Deutschland), 142 (Österreich), 143 (Schweiz).

EU-Behörde: Bisher schon über 2500 Corona-Fälle in Verbindung mit EM

Die Zahl der Coronafälle in Verbindung mit der Fussball-EM ist nach Daten der EU-Gesundheitsagentur stark angestiegen. Fans aus sieben Teilnehmerländern sind demnach bisher betroffen.

Deutsche waren im Juni tagsüber wieder so viel unterwegs wie vor Pandemie

14:30 Uhr: Im Juni sind die Menschen in Deutschland tagsüber wieder genau so viel unterwegs gewesen wie vor der Corona-Pandemie. Im Mai lag die Mobilität im Bundesschnitt noch vier Prozent unter dem Vergleichsmonat des Jahres 2019, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorging. Im April seien es sogar noch sieben Prozent weniger Bewegungen gewesen.

Nachts seien die Menschen aber immer noch deutlich weniger unterwegs als vor der Pandemie. Laut Sonderauswertung wurden in den Nachtstunden von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr insgesamt 17 Prozent weniger Bewegungen gemessen als im Juni 2019. Gegenüber den Vormonaten bedeute das dennoch eine Annäherung der nächtlichen Mobilität an das Vorkrisenniveau. In den Monaten April und Mai hätten die Bewegungen im Vergleich zu 2019 noch 30 Prozent darunter gelegen.

Unterschiede zeigten sich laut Sonderauswertung auch zwischen Grossstädten und weniger dicht besiedelten Räumen: Während die Mobilität im Juni in Grossstädten noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau lag, war sie in weniger verstädterten Kreisen sogar noch höher als vor der Pandemie. Bei der nächtlichen Mobilität seien die Unterschiede zwischen Stadt und Land dafür geringer geworden.

Nun auch digitale Corona-Impfnachweise für Genesene in Apotheken

14:06 Uhr: Digitale Corona-Impfnachweise sollen von diesem Freitag an in Apotheken auch für Genesene zu bekommen sein, die ergänzend eine Impfung bekommen haben. Dafür ist nun die notwendige technische Lösung umgesetzt worden, wie der Deutsche Apothekerverband am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Über das System der Apotheken seien schon mehr als 20 Millionen Impfzertifikate ausgestellt worden, sagte der Vorsitzende Thomas Dittrich. Für Bürger, die eine Infektion durchgemacht und daher anschliessend nur eine einzige Impfung erhalten haben, sei es technisch noch nicht möglich gewesen. "Jetzt geht es."

Um den digitalen Nachweis zum Vorzeigen auf dem Handy zu bekommen, müssten Genesene drei Dokumente in der Apotheke vorlegen: einen Ausweis mit Foto, den Nachweis eines positiven PCR-Tests und den Nachweis über die einmalige Impfung, etwa im gelben Impfbuch.

"Es gibt immerhin mehr als 3,7 Millionen Genesene im Land, von denen viele zwischenzeitlich geimpft sind", sagte Dittrich. "Ihnen kann das Impfzertifikat helfen, den Sommer und die Urlaubszeit unbeschwerter zu geniessen". Für Bürger sei das Angebot gratis, Apotheken erhielten als Vergütung gut 5,04 Euro plus durchlaufender Mehrwertsteuer.

Hamburg macht 16- und 17-Jährigen ein Impfangebot

13:26 Uhr: In Hamburg sollen nun überraschend auch 16- und 17-Jährige ein Angebot für einen Termin im Corona-Impfzentrum bekommen. Das solle sofort gelten, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) dem "Hamburger Abendblatt". "Wir legen Wert darauf, dass die Eltern ihr Einverständnis erklären." Deswegen soll ein Erziehungsberechtigter zur Impfung mitkommen.

Leonhard verwies darauf, dass es sich bei dieser Altersgruppe um Jugendliche handele, "die anders als durchschnittliche Zwölfjährige viel mehr Kontakte haben und zum Teil auch eigenständig reisen". Sie seien auch mit Blick auf das Immunsystem sowie die Leber- und Nierenfunktion zum Abbau von Medikamenten weiter entwickelt.

Tschechien verschärft Einreiseregeln

12:46 Uhr: In Tschechien treten an diesem Freitag verschärfte Einreiseregeln für Urlauber aus Deutschland in Kraft. Die Tourismusbranche des Landes befürchtet nun einen erneuten Einbruch bei den Besucherzahlen. "Jede derartige Barriere ist ein Hindernis für Urlauber", sagte der Präsident des tschechischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Vaclav Starek, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland sei für Tschechien das wichtigste Herkunftsland ausländischer Touristen. Schon jetzt liege die Bettenauslastung in den Hotels in Prag nur bei rund 11 Prozent.

Wer aus einem sogenannten grünen Land wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt, muss von nun an ein negatives Schnelltest-Ergebnis dabei haben, das nicht älter als 48 Stunden ist, oder ein PCR-Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden ist. Zudem ist vor der Einreise ein Online-Meldeformular auszufüllen. Von der Testpflicht ist ausgenommen, wer seit mindestens 14 Tagen vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist.

Bei der Rückreise nach Deutschland sind abgesehen von Flugreisen derzeit keine besonderen Auflagen zu beachten.

Studie sieht in EM einen Pandemietreiber

11:27 Uhr: Gemeinsames Schauen der Fussball-Europameisterschaft könnte einer vorläufigen Studie zufolge verantwortlich für einen höheren Corona-Anstieg bei Männern als bei Frauen in England sein.

Tests bei mehr als 47.000 Freiwilligen im grössten britischen Landesteil hätten ergeben, dass Männer ein 30 Prozent höheres Risiko als Frauen hätten, sich zu infizieren, heisst es in dem sogenannten Preprint des Imperial College London. "Es könnte sein, dass das Fussballschauen dazu führt, dass Männer sozial aktiver sind als sonst", sagte Studienautor Steven Riley der BBC am Donnerstag.

Der Bericht stellt zudem fest, dass derzeit eine "erhebliche dritte Infektionswelle" das Land treffe. Demnach hat sich das Infektionsgeschehen im Vergleich zur vorigen Erhebung vor einem Monat vervierfacht. Infektionen seien in allen Altersgruppen unter 75 Jahren deutlich gestiegen, vor allem aber bei Kindern und Jugendlichen.

Auch bei Menschen, die beide Impfungen bekommen haben, habe sich die Zahl der Corona-Fälle vervierfacht. Für den Anstieg wird die hochansteckende Delta-Variante verantwortlich gemacht. Die britische Regierung will die Corona-Massnahmen in England am 19. Juli vollständig aufheben.

Russland bietet Nordkorea Impfstoff an

09:59 Uhr: Russland hat dem isolierten Nordkorea in der Corona-Pandemie Impfstoff und medizinische Geräte angeboten. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf den russischen Aussenminister Sergej Lawrow. "Mehr als einmal haben wir in Kontakten über unsere Botschaft mit Vertretern der nordkoreanischen Führung über unsere Bereitschaft gesprochen, die notwendige Hilfe zu leisten, wenn dies erforderlich ist", wird Lawrow zitiert.

Nordkorea ist eines der wenigen Länder, die bisher keinen einzigen Infektionsfall mit SARS-CoV-2 gemeldet haben. Das Land hatte bereits frühzeitig die Grenzen dichtgemacht und ein "nationales Notfallsystem" gegen das Virus eingerichtet. Beobachter gehen aber davon aus, dass es bereits zu Erkrankungen gekommen ist. Eine grossflächige Ausbreitung des Virus dürfte für Nordkorea eine Katastrophe bedeuten, denn das Gesundheitssystem ist sehr schlecht ausgestattet.

Mehr Neuinfektionen und höhere Ansteckungsrate

08:51 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) mit 970 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden etwas mehr Fälle gemeldet als in der Vorwoche. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 07:40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 892 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,2 an (Vortag: 5,1; Vorwoche: 5,1).

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl liegt über der Schwelle von 1. So gab das RKI den sogenannten 7-Tage-R-Wert am Donnerstag mit 1,09 an (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Der R-Wert lag über viele Wochen deutlich unter 1, stieg aber zuletzt relativ kontinuierlich an. Experten zufolge könnte das an der Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante und an Lockerungen der Corona-Beschränkungen liegen.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 31 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 63 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 733 519 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.632.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.141.

US-Forscher registrieren vier Millionen Corona-Tote

08:00 Uhr: Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als vier Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwochabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit stieg die Zahl der global bekannten Corona-Todesfälle innerhalb von knapp drei Monaten von drei auf vier Millionen an. Weltweit gab es bislang rund 185 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus, wie Daten der Universität zeigten. Experten gehen bei Infektionen und Todesfällen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

In absoluten Zahlen wurden die meisten Corona-Todesfälle bislang aus den USA gemeldet. In dem Land mit 330 Millionen Einwohnern starben seit Anfang vergangenen Jahres rund 605.000 Menschen. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit 525.000 Toten, auf Rang drei liegt das bevölkerungsreiche Indien mit gut 400.000 Toten. In Deutschland waren nach den Johns-Hopkins-Daten bislang gut 91.000 Corona-Tote zu beklagen.

New York ehrt systemrelevante Berufsgruppen mit Parade

07:42 Uhr: Ärzte, Pflegepersonal, Lieferanten, U-Bahn-Fahrer: New York hat mit einer grossen Parade die Mitarbeiter systemrelevanter Branchen in der Corona-Pandemie gewürdigt. Vertreter der verschiedenen Berufsgruppen marschierten am Mittwoch über den Broadway und liessen sich von den Bewohnern der Millionenstadt an der US-Ostküste als "Helden" feiern. Zahlreiche Menschen versammelten sich am Strassenrand, um ihren Dank zum Ausdruck zu bringen.

New York war im vergangenen Frühjahr das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA, mehr als 33.000 Menschen starben in der Millionenstadt. Mit einem harten Lockdown konnte die Lage schliesslich unter Kontrolle gebracht werden. Angesichts der stark gesunkenen Infektionszahlen und der Fortschritte bei der Impfkampagne wurden die Corona-Beschränkungen inzwischen weitestgehend aufgehoben.

Olympia-Stadt Tokio steht vor erneutem Corona-Notstand

06:25 Uhr: Während der Olympischen Spiele soll in Tokio erneut der Corona-Notstand herrschen. Angesichts wieder deutlich steigender Infektionszahlen sehe sich die Regierung zu diesem Schritt gezwungen, wie japanische Medien am Donnerstag berichteten.

Ministerpräsident Yoshihide Suga wollte seine Entscheidung noch am selben Tag bekanntgeben. Am Vortag hatte die Stadtverwaltung 920 neue Infektionsfälle gemeldet. Das ist der höchste Stand an Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden seit dem 13. Mai. Damit liegt die Zahl der Neuinfektionen seit 18 Tagen jeweils über dem Wert des gleichen Tages der Vorwoche.

Eine Absage der Spiele scheint jedoch weder Japans Olympia-Machern noch dem IOC in den Sinn zu kommen. Die Spiele sollen am 23. Juli eröffnet werden - möglicherweise aber ohne Zuschauer.

Eigentlich hatte Suga lediglich eine Verlängerung des bis Sonntag angesetzten Quasi-Notstand mit weniger strengen Massnahmen geplant. Doch die Infektionslage ist so ernst, dass man offenbar um einen Notstand nicht herumkommt. Das wäre inzwischen der vierte für Tokio.

Der Notstand ist allerdings kein Lockdown mit harten Ausgangssperren wie in anderen Ländern. Während die Bürger aufgerufen sind, möglichst zu Hause zu bleiben, dürfen Restaurants keinen Alkohol ausschenken, kein Karaoke anbieten und müssen abends früher als normal schliessen.

Rufe nach kreativen Impfangeboten werden laut

06:02 Uhr: Angesichts des deutlich sinkenden Impftempos fordern immer mehr Politiker und Experten "kreativere Impfangebote" direkt dort, wo die Menschen sich viel aufhalten. Bürger müssten sich auch in Fussgängerzonen, Wohnsiedlungen und bei Veranstaltungen impfen lassen können, forderte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, in der "Welt".

Ähnlich sieht das die Ärztegewerkschaft Marburger Bund: "Da ist etwas mehr Kreativität bei den lokalen Behörden gefragt", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Wir müssen Menschen auch direkt ansprechen und nicht warten, bis sie ins Impfzentrum oder zum Hausarzt kommen. Je niedrigschwelliger, desto besser."

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans sprach sich für zusätzliche Anreize aus. "Man könnte an eine Verlosung denken, bei der unter den Impfbereiten beispielsweise ein Fahrrad, ein Fremdsprachenkurs oder ein anderer schöner Preis ausgegeben wird", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mobile Impfteams und Sonderaktionen seien gerade in sozialen Brennpunkten nötig.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.