• 18:30 Uhr: ➤ US-Immunologe warnt vor noch gefährlicherer Variante nach Delta
  • 17:02 Uhr: Ralph Brinkhaus: Es wird zu wenig über die Rechte von Geimpften geredet
  • 14:58 Uhr: Urlaubsregionen im Süden Frankreichs seit Sonntag Corona-Hochrisikogebiete
  • 14:09 Uhr: Iran meldet 542 Corona-Tote und fast 40.000 neue Fälle an einem Tag
  • 11:34 Uhr: Landesamt: EM-Spiele in München waren kein Infektionsherd

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➤ US-Immunologe warnt vor noch gefährlicherer Variante nach Delta

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci warnt vor der Entwicklung einer neuen, noch gefährlicheren Variante des Coronavirus, sollte die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante nicht eingedämmt werden. Fauci sagte am Sonntag dem Sender NBC: «Wenn Sie dem Virus erlauben, frei zu zirkulieren, und nicht versuchen, es zu stoppen, dann gibt es früher oder später die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine andere Variante bekommen (...), die noch problematischer sein könnte als Delta.» Wenn sich das Virus weiter ausbreiten und verändern könne, bestehe die Gefahr, dass sich am Ende eine Variante entwickele, vor denen die aktuellen Impfstoffe - anders als bei Delta - keinen Schutz böten.

Die Pandemie müsse unter Kontrolle gebracht werde, mahnte der prominente Immunologe und Präsidenten-Berater. Der beste Weg dazu seien Impfungen. Hilfreich wären Impfpflichten auf lokaler Ebene.

Auch der Direktor der US-Forschungsagentur National Institutes of Health, Francis Collins, mahnte, Impfpflichten könnten etwas bewegen. Er sagte am Sonntag dem Sender ABC, das Land bezahle nun den «schrecklichen Preis» dafür, dass so viele Menschen ungeimpft seien. Überlegungen, Impfungen in grösserem Stil verpflichtend vorzuschreiben, sind in den USA Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen.

Die weiteren Corona-News:

Ralph Brinkhaus: Es wird zu wenig über die Rechte von Geimpften geredet

17:02 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat mit Blick auf Geimpfte und Nicht-Geimpfte einen Perspektivwechsel gefordert. "Es wird zu viel über den angeblichen indirekten Impfzwang geredet und zu wenig über die Rechte von Geimpften", sagte Brinkhaus der "Welt am Sonntag".

"Was ich momentan erlebe, ist, dass die Geimpften sauer sind auf die Nicht-Geimpften. Die Geimpften haben Termine gemacht, sind losgegangen und haben in Kauf genommen, dass es ihnen am Tag nach der Impfung teilweise nicht so gut gegangen ist. Und sie erleben nun, dass sie ihre Freiheiten trotzdem nicht vollständig zurückbekommen." Deswegen müsse endlich gefragt werden, inwieweit die Nicht-Geimpften das Leben von Geimpften einschränkten.

Brinkhaus geht davon aus, dass Hoteliers, Clubs, Veranstalter künftig nur noch Geimpfte in ihre Häuser lassen. "Ich gehöre zwar zum Team Vorsicht, aber wir können nicht die nächsten 30 Jahre unser Leben COVID unterordnen. Wir müssen zu einer Normalität zurückkehren, und zwar bald und nicht erst in Jahren. Ein Restrisiko wird bleiben, aber damit müssen wir dann umgehen."

Am Dienstag wollen die Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundesregierung angesichts steigender Coronazahlen über das weitere Vorgehen beraten.

Bürgermeister Peter Tschentscher für PCR-Testpflicht für Ungeimpfte

17:51 Uhr: Ungeimpfte sollten nach Ansicht von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher künftig nur mit negativem PCR-Test Geimpften und Genesenen gleichgestellt werden. "Antigen-Schnelltests sind nicht zuverlässig genug", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Ausserdem sollte eine Quarantäne nach Reisen in Risikogebiete nur bei einem negativen PCR-Test nach fünf Tagen aufgehoben werden können. "Antigen-Schnelltests sind dafür nicht geeignet."

Es werde zudem darauf hinauslaufen, "dass bestimmte Beschränkungen nur für Ungeimpfte gelten", sagte Tschentscher vor dem Treffen der Länderregierungschefs mit der Bundeskanzlerin zur Corona-Lage am Dienstag. Einen weiteren Lockdown für Wirtschaft, Kultur, Bildung und das private Leben könne man so vermeiden. "Wenn der Grossteil der Menschen aufgrund einer Impfung nicht mehr gefährdet ist, können wir nicht wieder die gesamte Bevölkerung mit Beschränkungen belegen."

Sollte das Infektionsgeschehen dieses dennoch erforderlich machen, gebe es zwei Alternativen: "Ein Lockdown für alle, den ich nicht für vertretbar halte, oder eben Beschränkungen für diejenigen, die keine Impfung haben, obwohl diese seit Langem empfohlen wird."

Kritisch äusserte sich der Bürgermeister zur Impfung 12- bis 17-Jähriger. "Wir sollten keinen Druck ausüben auf Personengruppen, für die noch keine Impfempfehlung der Stiko (Ständigen Impfkommission) besteht." Noch gebe es dafür keine ausreichende Datengrundlage.

"Die Stiko kann diese Daten auch nicht erfinden und sollte von der Politik nicht unter Druck gesetzt werden", sagte Tschentscher. "Es ist in dieser Frage das kompetenteste Gremium, das wir in Deutschland haben, und geniesst in der Medizin höchste Anerkennung."

Schausteller: Ende der Corona-Regeln bei Events im Freien im Herbst

17:37 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag drängen die deutschen Schausteller darauf, im Herbst die Corona-Beschränkungen für Veranstaltungen im Freien aufzuheben. "Wir haben die Massnahmen bis hier hin mitgetragen, doch es reicht", sagte der Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbunds, Kevin Kratzsch, dem "Spiegel" am Sonntag.

Draussen bestehe kaum eine Ansteckungsgefahr, deshalb sollte es im Herbst wieder möglich sein, auch grössere Veranstaltungen stattfinden zu lassen, so Kratzsch. "Bei dieser Impflage ist es für uns nicht mehr nachvollziehbar, warum keine Feste und Veranstaltungen im Freien stattfinden dürfen."

Das Beispiel England zeige etwa, dass bei einer hohen Anzahl von Geimpften in der Bevölkerung zwar die Inzidenzen nach oben gehen könnten, aber die Krankenhäuser nicht überfüllt seien. Daher brauche es statt der Inzidenz andere Werte als Entscheidungsgrundlage.

"Wir haben jetzt schon die Situation, dass geplante Veranstaltungen im Oktober aufgrund der Unsicherheit wieder abgesagt werden. Mit dieser Unwägbarkeit können wir nicht in den Herbst gehen", sagte Kratzsch. Die Situation sei für viele Schausteller brenzlig.

Saudi-Arabien zahlt Familien von an Corona gestorbenem Gesundheitspersonal Entschädigung

16:13 Uhr: Saudi-Arabien zahlt den Hinterbliebenen von an COVID-19 gestorbenen Mitarbeitern des Gesundheitswesens je rund 113.000 Euro Entschädigung. Am Sonntag wurde mit der Auszahlung begonnen, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Das Geld gehe an die Familien "medizinischer Fachkräfte, die ihr Leben im Kampf gegen die Pandemie geopfert haben, um die Gesundheit und Sicherheit der Bürger und Einwohner des Königreichs zu schützen".

Das Land hatte die Massnahme im Oktober angekündigt. Sie gilt demnach für alle Fachkräfte, die seit März 2020 infolge der Pandemie starben. Sie umfasst sowohl das öffentliche als auch das private Gesundheitswesen, zivile und militärische Mitarbeiter ebenso wie Personal aus dem Ausland. In Saudi-Arabien sind tausende medizinische Fachkräfte aus dem Ausland tätig.

Wie viele Pflegekräfte in Saudi-Arabien nach einer Coronavirus-Infektion starben, ist nicht bekannt. Insgesamt wurden seit Pandemiebeginn nach offiziellen Angaben mehr als 532.000 Infektionsfälle und mehr als 8.300 Todesfälle verzeichnet.

Corona-Impfung: Senioren und Immunschwache sollten bald Auffrischung bekommen

Nach der zweiten Impfung ist vor dem dritten Piks: Ältere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten auch mit Blick auf die Delta-Variante bald eine Auffrischungsimpfung bekommen, raten Wissenschaftler. Patientenschützer vermissen Initiativen der Politik.

Olaf Scholz: Möglichst viele Menschen von Corona-Impfung überzeugen

15:29 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hofft, dass es gelingt, noch viele Menschen von der Notwendigkeit einer Corona-Schutzimpfung zu überzeugen. "Unsere Nachbarn, unsere Freunde, Familienangehörige, Kollegen im Betrieb, den Stammtisch", nannte er am Sonntag in Eckernförde während seiner Wahlkampf-Tour als Beispiele.

Die vielen Millionen Menschen, die sich bereits impfen liessen, seien ein Beweis, dass das ordentlich laufe. "Keiner von uns ist zum Alien geworden und wir sind jetzt einfach sicherer", sagte Scholz.

Um eine Situation wie im vergangenen Herbst und Winter zu vermeiden, müssten weiter Masken getragen werden, etwa in Bus und Bahn, sagte Scholz. Wenn die Menschen wieder stärker in die Innenräume gingen, zum Beispiel in Restaurants, dann müsse man sagen, dass nur diejenigen rein können, die geimpft, getestet oder genesen sind.

Ungeimpfte müssten ihre Tests dann selbst bezahlen. Scholz nannte Oktober als möglichen Zeitpunkt dafür. "Denn man hätte sich ja längst impfen lassen können. Das versteht jeder und jede."

Urlaubsregionen im Süden Frankreichs seit Sonntag Corona-Hochrisikogebiete

14:58 Uhr: Für Urlauber im Süden Frankreichs gelten seit diesem Sonntag schärfere Corona-Regeln bei der Rückkehr nach Deutschland. Die südfranzösischen Regionen Okzitanien und Provence-Alpes-Côte d'Azur sowie Korsika wurden als Hochrisikogebiete eingestuft, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitgeteilt hatte. Bei der Rückkehr müssen Ungeimpfte eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens ab dem fünften Tag durch Übermittlung eines Testnachweises beendet werden kann.

Kinder unter zwölf Jahren werden fünf Tage nach der Einreise automatisch von der Quarantäne befreit. Neue Hochrisikogebiete sind auch die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy, wie das RKI weiter mitteilte.

Auch eine Reihe weiterer Länder wurde entsprechend eingestuft, darunter Mexiko, Marokko, Algerien und Thailand. Weiterhin als Hochrisikogebiet eingestuft sind zudem Spanien, Zypern, Grossbritannien und Russland. Die Niederlande ausgenommen ihrer überseeischen Teile gelten dagegen nicht mehr als Hochrisikogebiet.

Seit dem 1. August existieren statt der bisher drei nur noch zwei Kategorien zur Einstufung von Ländern und Regionen: Die einfachen Risikogebiete sind entfallen, nunmehr gibt es nur noch Hochrisiko- und Virusvariantengebiete. Bei letzteren handelt es sich um Regionen, in denen eine Variante vorherrscht, die in Deutschland noch nicht stark verbreitet ist.

Iran meldet 542 Corona-Tote und fast 40.000 neue Fälle an einem Tag

14:09 Uhr: Der Iran hat am Sonntag mehr Corona-Tote und Neuinfektionen binnen eines Tages als je zuvor registriert. Das Gesundheitsministerium in Teheran meldete 542 Todesfälle und fast 40.000 Neuinfektionen seit dem Vortag. Die Delta-Variante des Virus wird als Ursache für den Anstieg der Zahlen angegeben.

Nach offiziellen Angaben sind damit mittlerweile über 94.000 Menschen im Iran an Corona gestorben, bei mehr als vier Millionen nachgewiesenen Infektionen seit Beginn der Pandemie. Wie in vielen Ländern dürfte aber auch im Iran die Dunkelziffer deutlich höher liegen.

Die Delta-Variante hat auch Krankenhäuser und Pflegepersonal im Iran an die Grenzen gebracht. In vielen Städten sind die Intensivstationen und Notaufnahmen mit neuen Corona-Patienten überfüllt. Dies beeinträchtigt auch die medizinischen Dienste. Das Gesundheitsministerium hatte letzte Woche einen zweiwöchigen Lockdown gefordert, der aber vom Corona-Krisenstab aus wirtschaftlichen Erwägungen abgelehnt wurde.

Der Iran ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen, auch weil US-Sanktionen die Wirtschaftskrise verschärft und die Einfuhr von Impfstoffen erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher auch nur schleppend voran. Bislang sind weniger als vier Prozent der Iraner vollständig geimpft.

Corona-Ausgangssperre in drittgrösster Stadt Australiens endet

13:20 Uhr: Der Corona-Lockdown in Australiens drittgrösster Stadt Brisbane geht nach nur acht Tagen zu Ende. Wie die Regierung des australischen Bundesstaates Queensland am Sonntag mitteilte, sollte die wegen eines Ausbruchs des Coronavirus verhängte Ausgangssperre noch am selben Tag aufgehoben werden. Vize-Regierungschef Steven Miles nannte es "ziemlich unglaublich", dass die Millionenmetropole den Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante nur zehn Tage nach Registrierung des ersten Falls eingedämmt habe.

Einige Reise- und Versammlungsbeschränkungen in Brisbane sollen aber noch für mindestens zwei Wochen in Kraft bleiben. Die Lockdowns in den beiden grössten Städten des Landes, Sydney und Melbourne, bleiben hingegen weiter bestehen, da die dortigen Infektionsherde immer noch nicht unter Kontrolle sind. In der Stadt Cairns im Norden des Landes wurde nach Infektion eines Taxifahrers ein kurzer Lockdown über drei Tage angekündigt.

Australien hatte die Corona-Pandemie lange mit der Schliessung seiner Grenzen, der schnellen Verhängung von Lockdowns und intensiver Kontaktverfolgung weitgehend eindämmen können. Allerdings sind nur rund 20 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, und seit mehreren Wochen steigt aufgrund der Delta-Variante die Zahl der Infektionen deutlich. Bislang verzeichnete das Land mit seinen 25 Millionen Einwohnern rund 36.000 Corona-Ansteckungen und 935 Todesfälle.

Ärztepräsident: Enge Grenzen bei Nachteilen für Ungeimpfte

12:34 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält Einschränkungen für Ungeimpfte nur bei einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems für vertretbar. Solche Massnahmen seien nur zu rechtfertigen, wenn die Sicherstellung der stationären Versorgung von COVID-19-Erkrankten und anderen Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen akut gefährdet sein sollte, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Es darf nicht um Drohkulissen und Strafmassnahmen für Impfunwillige gehen, sondern allein darum, eine erneute Dauerbelastung unseres Gesundheitswesens zu verhindern. Alles andere wäre nur Wasser auf die Mühlen der Impfgegner", warnte der Ärztepräsident.

Reinhardt forderte ferner, die Impfkampagne zu intensivieren. "Gerade der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen muss verdeutlicht werden, dass eine Impfung nicht nur für sie persönlich sinnvoll ist, sondern auch ein Zeichen der Solidarität mit denjenigen darstellt, die sich nicht impfen lassen können", betonte der Präsident der Ärztekammer.

Dafür brauche man kreative Informationskampagnen und unkonventionelle Anreize für eine Impfung. "Es muss ja nicht die Bratwurst sein, aber zum Beispiel mobile Impfteams vor Fussballstadien und Freikarten für das Fussballspiel können helfen, Menschen für eine Impfung zu gewinnen, die den Gang zum Arzt oder in ein Impfzentrum bisher aufgeschoben haben."

Der Fraktionsgeschäftsführer der Linken, Jan Korte, verlangte vom Staat, zum Impfen verstärkt auf einkommensschwache Gruppen zuzugehen. "Es ist eindeutig: Je geringer das Einkommen und je höher die Armut, desto geringer die Impfquote", sagte Korte der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" (Montag).

Kurzfristig müsse deshalb "mit mobilen Teams, mit den Sozialverbänden, Sozialstationen und aufsuchenden Angeboten in betreffende Gegenden gegangen werden". Korte sprach sich auch für einen sozialen Impfgipfel mit Gewerkschaften, Sozialverbänden und Bürgermeistern aus, um mehr Tempo in die Impfkampagne zu bekommen.

Robert Habeck: Bisher Nicht-Geimpfte sollten "Trägheit" überwinden

11:46 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat Nicht-Geimpfte mit deutlichen Worten zum Impfen aufgefordert. Zugleich sprach er sich dafür aus, dass Corona-Tests kostenlos bleiben sollten. "Das ist die falsche Massnahme, die Leute zum Impfen zu motivieren", sagte Habeck am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. "Die bessere Massnahme ist diese: den inneren Schweinehund mal einen kräftigen Tritt in den Hintern zu geben, also diese Trägheit, die wahrscheinlich einen Gutteil der Menschen noch in sich hat, zu überwinden, indem man einfach sagt: Komm, hier ist das. Du kannst einfach da hingehen, Du kriegst den Impfausweis und eine Spritze im Arm und fertig."

Das Bundesgesundheitsministerium hatte ein Ende der kostenlosen Schnelltests für Mitte Oktober vorgeschlagen. Zugleich läuft eine Debatte über Beschränkungen für Nicht-Geimpfte

"Es geht nicht darum, Ungeimpfte auszuschliessen", sagte Habeck: Es gehe darum, Geimpften Grundrechte und ein freies Leben zurückzugeben. Beziehungsweise es gehe darum - jetzt im Sommer gehe das ja ganz gut - das auch im Winter und im Herbst durchzuhalten. "Es wird einen Unterschied geben im Zugang von Rechten und in der Freiheit des Lebens zwischen den Geimpften und Ungeimpften. Und zwar werden die Geimpften, solange das die Gesellschaft und das Gesundheitssystem tragen kann, mehr Rechte haben."

Man habe das Recht, sich nicht impfen zu lassen. "Aber man hat nicht das Recht, dass alle Geimpften und der Rest der Gesellschaft und die Kinder dann Rücksicht darauf nehmen, weil man sich selbst entschieden hat, sein eigenes Leben und die Gesellschaft zu gefährden", so Habeck. Es müsse niedrigschwellige Impfangebote geben, zum Beispiel vor Discountern, vor Tafeln oder in Schulen. Diese Mittel seien noch nicht ausgeschöpft.

Landesamt: EM-Spiele in München waren kein Infektionsherd

11:34 Uhr: Die vier Spiele der Europameisterschaft in München haben laut Bayerns Gesundheitsministerium "keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen im Freistaat" geleistet: Fünf Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Besuch eines EM-Spiels in München seien dem Landesamt für Gesundheit (LGL) gemeldet worden. Mit Public-Viewing-Veranstaltungen rund um die Spieltage würden bayernweit 18 Corona-Fälle in Verbindung gebracht, sagte ein Ministeriumssprecher. Ausserdem seien fünf Besucher eines EM-Spiels im Ausland anschliessend positiv getestet worden.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte mit Blick auf künftige sportliche Grossereignisse: "Wir brauchen gerade im Herbst die strikte Einhaltung der Hygienekonzepte, wenn sich die Rahmenbedingungen durch möglicherweise steigende Fallzahlen, neue Virusvarianten und den vermehrten Aufenthalt in geschlossenen Räumen wieder ändern!" Ein Ministeriumssprecher sagte, die Ergebnisse einer international besuchten europaweiten Sportveranstaltung im Juni bei sehr niedriger Inzidenz liessen sich nicht ohne weiteres auf Bundesligaspiele im Herbst oder andere sportliche und kulturelle Grossveranstaltungen übertragen.

Das LGL hatte die Gesundheitsämter in Bayern und anderen Ländern aufgefordert, Corona-Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Besuch eines EM-Spiels in München, im Ausland oder einer Public-Viewing-Veranstaltung zu melden. Aus anderen Bundesländern wurde kein COVID-Fall im Zusammenhang mit Stadionbesuchen gemeldet.

Verbraucherschützer: Kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte richtig

10:50 Uhr: Verbraucherschützer halten es für gerechtfertigt, dass Ungeimpfte künftig die Kosten für Corona-Schnelltests selbst tragen sollen. "Die Situation ist nicht mehr vergleichbar mit der der vergangenen 15 Monate. Der Staat muss sein Geld für die Aufgaben einsetzen, die wirklich notwendig sind und das sind nicht kostenlose Tests für Leute, die sich nicht impfen lassen wollen, obwohl sie es könnten", sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Am Dienstag beraten Bund und Länder erneut über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

Für vertretbar hält Müller auch, dass die Menschen weiter Mund-Nasen-Schutz tragen sollten. "Wenn man mit einer Maske Menschen schützt, dann ist es die Massnahme mit dem kleinstmöglichen Eingriff in unsere Rechte", sagte der Chef des Bundesverbandes. Die Masken seien eine der unterschätztesten Massnahmen gewesen, sagte Müller. Das Bundesgesundheitsministerium schlägt in einem Papier vor, dass "bis ins Frühjahr 2022" in allen Bereichen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie im Einzelhandel medizinische Masken Pflicht bleiben sollen.

Müller forderte angesichts des verstärkten Arbeitens im Homeoffice zugleich neue Abo-Angebote im öffentlichen Nahverkehr. "Wenn es nur ein Jahres-, Monats- oder Wochenticket gibt, dann entspricht das nicht mehr dem Nutzerverhalten. Gerade für Pendler braucht es neue, flexible Angebote, eine Art Homeoffice-Ticket für nur einzelne Wochentage", sagte der Chef des Bundesverbandes. Auch müsse massiv in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden, der zu den Krisenverlierern zähle.

Israel verschärft wegen vieler neuer Fälle Corona-Massnahmen

10:23 Uhr: Angesichts steigender Zahlen an neuen schweren Corona-Fällen gelten in Israel seit Sonntag wieder strengere Beschränkungen. Bei Veranstaltungen im Freien mit mehr als 100 Teilnehmern muss nun wieder Maske getragen werden. Kleinere Veranstaltungen dürfen nur noch Geimpfte, Genesene oder Menschen mit negativem Corona-Testergebnis besuchen. Auch Kinder müssen ein negatives Ergebnis vorzeigen.

Das israelische Kabinett hatte die Massnahmen vergangene Woche beschlossen. Zuvor waren in dem 9,3-Millionen-Einwohner-Land an mehreren Tagen hintereinander deutlich mehr als 3.000 neue Infektionen täglich verzeichnet worden. Einen neuen Höchststand gab es bei schwerkranken COVID-Patienten. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag berichtete, wurden am Samstag 348 Schwerkranke in den Krankenhäusern behandelt. Davon waren 71 in kritischem Zustand.

In Israel sind etwa 58 Prozent der Bevölkerung geimpft. Mehr als 422.000 Menschen haben sogar schon eine dritte Spritze erhalten.

Andreas Bovenschulte: Keine Nachteile für Ungeimpfte

09:39 Uhr: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hält nichts von Nachteilen für Ungeimpfte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Ich glaube, mit Überzeugung kommt man weiter als mit Druck. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die wir in Bremen gemacht haben", sagte der SPD-Politiker dem "Handelsblatt" vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag.

Ansätze, Nicht-Geimpfte von bestimmten Veranstaltungen oder Besuchen auszuschliessen, halte er für "wenig zielführend". So sei es nicht möglich, eine klare Abgrenzung zur Grundversorgung eines Menschen zu treffen, argumentierte der Bremer Bürgermeister.

"Gehören Wahlveranstaltungen, der Kirchgang oder Volkshochschulkurse zur Grundversorgung eines Menschen? Was ist mit Schwimmen oder dem Besuch im Fitnesscenter, um sich gesund zu halten?", fragte er und fügte hinzu: "Diese Probleme kriegen Sie doch ohne erheblichen bürokratischen Aufwand kaum gelöst." Ausserdem gebe es schon spürbare Nachteile für Nicht-Geimpfte.

RKI registriert 3.127 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 22,6

09:05 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen lag sie bei 22,6 - am Vortag hatte der Wert 21,2 betragen, beim jüngsten Tiefststand vor gut einem Monat lag er bei 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3.127 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2.097 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden vier Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche war es ein Todesfall gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.790.766 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.665.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.782.

Bericht: Länder geben mindestens 2,3 Millionen Dosen an Bund zurück

08:17 Uhr: Angesichts der geringeren Nachfrage nach Corona-Impfungen wollen die Bundesländer einem Zeitungsbericht zufolge mindestens 2,3 Millionen ungenutzte Impfdosen an den Bund zurückgeben. Dies ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag".

Demnach planen 14 Bundesländer die Rückgabe und werden bis Montag Zahlen an das Bundesgesundheitsministerium melden. Bayern sei noch dabei, die Zahl der Dosen zu ermitteln, die es wieder abgeben will. Schleswig-Holstein habe keine Angaben gemacht. Nur das Saarland sehe keine Notwendigkeit.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Ländern in einem Schreiben die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben. Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht zurück. Als erstes sollen Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson wieder an den Bund gehen.

Allein Nordrhein-Westfalen sieht der "Welt am Sonntag" zufolge für 1,05 Millionen Impfdosen keinen Bedarf mehr. Baden-Württemberg wolle mehr als 450.000 zurückgeben, Hessen 185.200 und Sachsen 150.000. Die kleinste Rückgabemenge meldet Brandenburg mit 30.500. Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli beschlossen, mindestens 30 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abzugeben.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte der "Welt am Sonntag": "Wir sollten die Menge schrittweise weiter aufstocken, da in Deutschland inzwischen ausreichend Impfstoff verfügbar ist." Es sei nicht nachvollziehbar, wenn in Deutschland Impfstoff verfalle, der anderswo dringend gebraucht würde.

26 weitere Corona-Fälle bei Olympia-Beteiligten

06:28 Uhr: Bei den Olympischen Spielen in Tokio sind am Sonntag weitere 26 Corona-Fälle registriert worden. Darunter befand sich laut einer Mitteilung der Olympia-Organisatoren kein Athlet. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Zusammenhang mit den Sommerspielen erhöhte sich auf 430, davon waren bislang 32 Bewohner des olympischen Dorfs. Seit dem 1. Juli wurden rund 600.000 Corona-Tests bei den Olympia-Beteiligten vorgenommen.

Armin Laschet: Ungeimpfte mit Negativ-Test nicht benachteiligen

00:45 Uhr: Vor der Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage hat sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gegen Nachteile für Ungeimpfte ausgesprochen, solange sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. "Die 3-G-Regel hat sich als sinnvoll, massvoll und umsetzbar herausgestellt", sagte der CDU/CSU-Kanzlerkandidat der "Bild am Sonntag". "Wer geimpft, genesen oder getestet ist, den darf der Staat nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausnehmen."

Der CDU-Vorsitzende forderte zugleich eine Abkehr von Inzidenzwert als alleinigen Massstab für die Bewertung der Lage. Ausschlaggebend müsse auch die Belegung von Krankenhausbetten und Intensivstationen sein. "Bei einer hohen Impfquote und nur wenigen Patienten erleben wir derzeit keine Überlastung des Gesundheitssystems", sagte Laschet.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt befand: "Die Inzidenz als alleiniges Mass aller Dinge hat ausgedient." Dobrindt plädierte in der "Bild am Sonntag" für einen "3-I-Wert" aus Impffortschritt, Intensivbettenauslastung und Inzidenz. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) warb für eine so genannte Corona-Ampel, die auch die Auslastung der Krankenhäuser und Intensivbetten sowie Fortschritte beim Impfen berücksichtigt.

Laschet machte ferner klar, dass es vom Herbst an keine vom Staat bezahlten Corona-Tests mehr geben sollte. Mit Blick auf die Schulen sagte er, überall sollte nach den Ferien Präsenzunterricht stattfinden. "Wir können den Kindern und auch den Eltern keine weitere Zeit mit Homeschooling und Distanzunterricht zumuten."

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.