• Das Personalkarussell in der Formel 1 nimmt mit dem Start der Sommerpause Fahrt auf.
  • Fernando Alonso ersetzt Sebastian Vettel bei Aston Martin, was bei Alpine für Chaos sorgt.
  • Um Mick Schumacher gibt es einige Gerüchte, auch von einem möglichen Aus ist die Rede.
Eine Analyse
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzung des Autors einfliesst. Hier finden Sie Informationen über die verschiedenen journalistischen Textarten.

Ein cooler James-Bond-Spruch, mehr war es am Ende nicht. "Sag niemals nie", meinte Mick Schumacher nach kurzzeitig aufflackernden Gerüchten, er könnte bei Aston Martin die Nachfolge von Sebastian Vettel antreten.

Die Halbwertszeit der Spekulation? Übersichtlich, ganze vier Tage bestand die theoretische Möglichkeit, ehe Fernando Alonso in Bond-Manier als neuer Mann alle überraschte. Was sich seitdem allerdings durchaus hartnäckig hält, sind Spekulationen um die Zukunft von Schumacher.

So berichtete die "Bild"-Zeitung von einem "drohenden Aus" des 23-Jährigen in der Formel 1 und davon, dass Ferrari-Teamchef Mattia Binotto "nicht voll von Schumacher überzeugt" sei. Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher ist seit 2019 Ferrari-Junior und nicht nur Haas-Stammfahrer, sondern auch Ersatzpilot bei Ferrari.

Die Scuderia hat bei der Cockpitvergabe bei dem US-Rennstall ein gewisses Mitspracherecht. Schumachers Vertrag bei Haas läuft nach dieser Saison aus, die Beteiligten wollen sich in der Sommerpause zusammensetzen, um über eine weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Mit einer bösen Überraschung für Schumacher?

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Mick Schumachers Optionen sind begrenzt

Fakt ist: Das Aston-Martin-Gerücht war nie so heiss, wie es gekocht wurde. Fakt ist auch, dass Schumachers Optionen trotz der Bewegung auf dem Fahrermarkt begrenzt sind.

Williams hat noch keine Fahrer bestätigt, der Traditionsrennstall wäre aber ein sportlicher Rückschritt. Bei AlphaTauri ist Yuki Tsunoda noch nicht für 2023 bestätigt, ein Ferrari-Junior beim Schwesterteam von Red Bull Racing ist aber undenkbar. Ein Schumacher ohne Ferrari-Hintergrund wäre aber theoretisch eine Option.

Auch bei Alfa Romeo gibt es noch ein offenes Cockpit, eine Vertragsverlängerung mit dem Chinesen Guanyu Zhou ist trotz sportlich guter Ansätze noch nicht verkündet worden, sie gilt aber als ziemlich wahrscheinlich.

Chaos bei Alpine: Verwirrung um Oscar Piastri

Wie das Fahrer-Chaos bei Alpine ausgeht, ist aktuell noch unklar. Denn was da am Dienstag passierte, ist selbst für die "Silly Season" der Formel 1 verrückt. Alpine hatte am Nachmittag Supertalent Oscar Piastri als Alonso-Nachfolger präsentiert, was der Australier am Abend via Twitter offiziell dementierte (!).

Denn wie es heisst, hat er angeblich einen Vorvertrag bei McLaren unterschrieben, um dort Daniel Ricciardo zu ersetzen. Was dann die Frage aufwerfen würde, wo der Routinier unterkommt, sollte er bei McLaren gehen müssen? Und wer wird dann zweiter Alpine-Mann neben Esteban Ocon?

Bei Haas lief es zuletzt für Schumacher besser

Bleibt für Schumacher zunächst also Haas. Dort lief es für ihn nach schwierigen Wochen zuletzt besser, mit Punkten, mit guten Leistungen, sehenswerten Überholmanövern, aber auch der Erkenntnis, dass es weiterhin kein Selbstläufer ist.

Das Verhältnis zu Teamchef Günther Steiner hat sich gebessert, und man darf nicht vergessen: Schumacher befindet sich in seinem zweiten Jahr in der Formel 1, hat also bereits wichtige Erfahrung sammeln können, er hat allerdings auch noch viel Luft nach oben.

"Ich glaube, Mick hat noch mehr Potential", sagte Steiner Mitte Juli bei "F1-Insider". "Dass es auch mal ungemütlicher wird, wenn man das freilegen will, ist Teil des Spiels. Aber was für ein Teamchef wäre ich, wenn ich meinen Fahrer nicht pushen würde?"

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Onkel Ralf glaubt an Haas-Verbleib

Wie schätzt Micks Onkel Ralf Schumacher die Lage seines Neffen ein? "Mick hat in den vergangenen Wochen von seiner Performance deutlich zugelegt, von daher könnte ich mir gut vorstellen, dass die Konstellation so weiter bestehen wird", schrieb Ralf Schumacher in seiner Sky-Kolumne.

"Ich wüsste auch nicht, was Haas sonst machen sollte, denn so viele Fahrer mit Erfahrung gibt es nicht. Und man sieht ja, dass neue Fahrer mit den neuen Autos ohne Tests eine lange Anlaufzeit brauchen."

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Man sieht allerdings auch, wie schnell es in der Formel 1 im Moment geht. Denn wenige Stunden nach der Einschätzung des früheren Formel-1-Fahrers erfolgte das Alpine-Piastri-Beben. Grosser Überraschungsfaktor für den Fahrermarkt inklusive – auch für Schumacher? Sag niemals nie.

Verwendete Quellen:

  • f1-insider.com: Steiner über Schumacher: „Mick hat aus Kampf mit Verstappen gelernt“
  • sport.sky.de: Die Ralf Schumacher Kolumne

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Aston Martin will es nach dem Karriereende von Sebastian Vettel mit einem anderen ehemaligen Weltmeister versuchen: Fernando Alonso. Der 41 Jahre alte Formel-1-Fahrer erhält einen Vertrag über mehrere Jahre. (Bildcredit: IMAGO / Marco Canoniero)