• Aus für Peter Bosz: Bayer 04 Leverkusen stellt den Trainer mit sofortiger Wirkung frei.
  • Sport-Geschäftsführer Rudi Völler erklärt den Schritt mit den schlechten Ergebnissen der vergangenen Wochen.
  • Boszs Nachfolger bis zum Ende der Saison steht bereits fest.

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Bayer 04 Leverkusen hat sich von Trainer Peter Bosz getrennt. Das gab der Verein in einer Mitteilung bekannt. Bosz werde "mit sofortiger Wirkung freigestellt", heisst es darin.

Der 57 Jahre alte Niederländer war seit 4. Januar 2019 im Amt. Bosz hat mit Bayer im Jahr 2021 nur vier von 17 Pflichtspielen gewonnen, rutschte in der Bundesliga von Platz eins Mitte Dezember auf Rang sechs ab und schied im DFB-Pokal beim Viertligisten Rot-Weiss Essen und in der Europa League gegen die Young Boys Bern aus. Bosz hatte noch einen Vertrag bis 2022.

Rudi Völler: Letzte Ergebnisse waren "bezeichnend"

"Angesichts der fussballerischen Entwicklung in den vergangenen Wochen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Trennung von Peter Bosz nicht mehr zu umgehen ist", erläuterte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler den Entschluss.

Das 0:3 am Sonntag bei Hertha BSC "war leider bezeichnend, unsere Mannschaft ist zuletzt immer wieder in dieselben Muster verfallen. Wir haben es nicht geschafft, die sich wiederholenden Fehler abzustellen und in die Erfolgsspur zurückzukehren", sagte Völler. Man sei "nach einer sachlichen und sehr offenen Analyse der sportlichen Situation" übereingekommen, einen Schnitt zu machen - "trotz der nach wie vor grossen Wertschätzung für Peter Bosz".

Hannes Wolf und Peter Herrmann übernehmen - zumindest bis Saisonende

Die Nachfolge als Chefcoach übernimmt demnach bis zum Ende der laufenden Saison Hannes Wolf. Der 39-Jährige, vorher Chefcoach des VfB Stuttgart und des Hamburger SV, kommt vom Deutschen Fussball-Bund (DFB), wo er bisher U18-Trainer war.

Als sein Co-Trainer wird Peter Hermann (69) zurückkehren, der als Spieler, Co- und Interimstrainer 29 Jahre lang für Bayer tätig war. Wolf wird am Dienstagmittag vorgestellt.

Sportdirektor Simon Rolfes erklärte, man wolle "mit dem neuen Trainergespann die Wende schaffen und den zuletzt verlassenen Erfolgsweg wieder einschlagen. Hannes Wolf hat sich schon als sehr junger Trainer eindrucksvoll bei grossen Clubs in Szene gesetzt." Klar sei: "Unsere internationalen Ambitionen bestehen weiterhin, wir sind als derzeitiger Tabellen-Sechster auf einem Europa-League-Rang, und den wollen wir mindestens verteidigen."

Leverkusens Bosse hatten sich zuletzt mehrfach deutlich hinter Bosz gestellt. Bosz war im Verein sehr beliebt, die grundsätzliche Überzeugung für seine Arbeit und Spiel-Philosophie war gross. Allerdings war nach dem Aus in den beiden Pokal-Wettbewerben die Champions League das eindeutige Ziel. Aktuell liegt Bayer als Sechster vier Punkte hinter dem vierten Platz.

Bosz, der 2017 bei Borussia Dortmund nach etwas mehr als vier Monaten gehen musste, hatte Bayer als Nachfolger des Weihnachten 2018 beurlaubten Heiko Herrlich übernommen. Er führte Leverkusen in der ersten Saison noch in die Champions League. Im zweiten Jahr verpasste er diese als Fünfter, erreichte aber das Pokalfinale, das mit 2:4 gegen den FC Bayern verloren wurde. Er betreute die Werkself in 108 Pflichtspielen, mehr als die Hälfte davon (59) gewann er. (ank/dpa)

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