• Der BVB treibt den Umbruch im Kader weiter voran, Kölns Mittelfeldmotor Salih Özcan soll kommen.
  • Der 24-Jährige soll Routinier Axel Witsel ersetzen - und könnte ein echtes Schnäppchen werden.

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Aus Köln gab es die letzten Tage einige durchaus überraschende Mitteilungen zu vernehmen, die auch für Borussia Dortmund interessant sein könnten. Der Kölner Geschäftsführer Christian Keller hatte dem "Kölner Stadtanzeiger" ein erstaunlich schonungsloses Interview gegeben und die finanzielle Lage beim FC mit klaren Worten benannt.

"Ich wusste, dass wir beim FC einen klaren Sanierungsauftrag haben. Aber wenn ich etwas aufbauen will und ein brüchiges Fundament habe, muss ich erst gar nicht anfangen, in die Höhe zu bauen. Denn dann würde das Fundament direkt wieder einbrechen. Deshalb werden wir in den nächsten Jahren eher ein Entwicklungsklub sein", sagte Keller unter anderem und liess weiter wissen, dass sich der Klub in einer prekären finanziellen Schieflage befinde. "Es bringt ja nichts, wenn wir uns in die Tasche lügen, und ich erwarte nicht, dass jeder Fan das versteht. Aber ich werde es den Menschen zumindest versuchen, zu erklären."

Kölns Problem ist Dortmunds Chance

Die Kölner haben eine famose Saison hinter sich, könnten im Sommer in die Conference League einziehen und damit ein paar Euro mehr generieren. Diese Zusatzeinnahmen scheinen aber nur der berühmte Tropfen auf dem heissen Stein, weshalb der Klub in der anstehenden Transferperiode zwingend Umsatzerlöse in einem beträchtlichen Umfang erzielen muss - und deshalb einige seiner wichtigsten Spieler wird ziehen lassen müssen.

Und genau an diesem Punkt tritt dann Borussia Dortmund auf den Plan. Salih Özcan soll ab der kommenden Saison nicht mehr in Köln, sondern im Dortmunder Trikot spielen. Der 24-Jährige ist beim Überraschungsklub so etwas wie der Aufsteiger der Saison, hat in der Bundesliga nach zuletzt eher durchwachsenen Jahren seinen Durchbruch geschafft und vor ein paar Wochen sein Debüt in der türkischen Nationalmannschaft gegeben.

Beim BVB soll Özcan den Abgang von Axel Witsel auffangen und tatsächlich kommt das Spielprofil des Umworbenen jenem von Witsel sehr nahe. Özcan ist ein robuster Zweikämpfer, der aber auch dank seines fussballerischen Geschicks viele Situationen durch Stellungsspiel und Antizipation auch eleganter lösen kann.

Dazu hat Özcan zuletzt auch immer mehr strategische Fähigkeiten entwickelt, ist mit dem Ball am Fuss für den einen oder anderen kreativen Moment zu haben und als alleiniger Sechser oder auf der Doppel-Sechs einer der besten Spieler der Liga. Und dabei jünger, entwicklungsfähiger, dynamischer und vielleicht auch eine Spur motivierter, als Witsel das in seinem letzten Jahr in Dortmund war.

Ein echtes Schnäppchen für den BVB

"Wir haben uns bei Salih für eine Vertragsverlängerung maximal gestreckt. Ich habe ihm gesagt, dass wir alle möchten, dass er bleibt. Er weiss, was er am FC hat", sagte Keller. "Trotzdem ist er ein junger, ambitionierter Spieler. Am Ende wird es für ihn nicht primär eine Frage des Geldes sein, sondern eine sportliche ..."

Und bei allem Erfolg, den Köln in den letzten Wochen und Monaten hatte: Sollte Kellers Einschätzung stimmen, wäre die Aussicht auf Champions-League-Fussball und der Hauch einer Titelchance mit dem BVB dann doch nochmal eine ganz andere als in Köln. Weshalb auch Keller eine realistische Einschätzung abgibt: "Er selbst muss sich fragen, wie seine nächsten sportlichen Schritte aussehen sollen: Ob er sich beim FC auf diesem hohen Niveau, das er unter Steffen Baumgart erreicht hat, stabilisieren oder schon auf das nächsthöhere Niveau springen will ..."

Am Mittwoch soll Özcan bereits zum Medizincheck in Dortmund gewesen sein, die Ablösesumme soll im einstelligen Millionenbereich liegen, der "Express" schreibt sogar nur von sechs Millionen Euro. Damit wäre Özcan ein echtes Schnäppchen für den BVB - und ein weiteres Puzzlestück des notwendigen Umbruchs im Kader.

Verwendete Quellen:

  • Ksta.de: "Neuer FC-Geschäftsführer Keller: 'Wir haben einen klaren Sanierungsauftrag'"
Wataru Endo, Benno Schmitz, Marvin Schwäbe, VfB Stuttgart, 1. FC Köln, Bundesliga, 34. Spieltag
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