• Manuel Neuer ist überrascht, dass der FC Bayern München die Bundesliga seit zehn Jahren dominiert.
  • Das frühe Ausscheiden im DFB-Pokal und in der Champions League sitzt ihm allerdings "immer noch in den Knochen".
  • Mit seiner Vertragsverlängerung beim FC Bayern scheint der Torwart zu zögern. Das hat Gründe.

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Zehn Deutsche Meisterschaften in Serie, fünf Mal den DFB-Pokal, zwei Mal die Champions League, zwei Mal die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft – seitdem Manuel Neuer im Jahre 2011 vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München wechselte, hat der Torwart so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Mit einer solchen Dominanz hätte Neuer selbst nicht gerechnet, als er von Gelsenkirchen zum Rekordmeister gewechselt ist. "Ich habe mir damals schon gedacht, dass ich viele Titel gewinne, wenn ich zu Bayern wechsle. Aber dass wir zehn Meisterschaften in Folge feiern, daran hätte ich nicht geglaubt, ganz ehrlich", sagt er im Interview für die Sport-Bild-Sonderausgabe "DIE REKORD-CHAMP10NS“.

"Wir werden jetzt natürlich versuchen, auch die elfte Meisterschaft zu gewinnen. Die Möglichkeiten dazu haben wir. Wir wollen uns die Serie nicht brechen lassen." Hoffnung auf einen spannenderen Meisterschaftskampf als zuletzt wollte er dabei nicht machen: "Es tut mir leid, aber im Sport geht es immer um Konkurrenz. Wir können niemandem irgendwelche Titel gönnen, die wir selbst gewinnen wollen. Dafür sind wir zu ehrgeizig."

Neuer will auch kommende Saison frühzeitig die Meisterschaft sichern

Neuer wünscht sich auch für die kommende Saison einen vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft: "Unser Ziel ist immer, Titel so früh wie möglich klarzumachen. Allerdings wird es wie jedes Jahr schwer werden. Ich freue mich auf eine spannende Saison."

Auf die zurückliegende Spielzeit blickt Neuer trotz der zehnten Meisterschaft in Folge mit gemischten Gefühlen zurück: "Die Enttäuschung über unser Ausscheiden in Champions League und DFB-Pokal sitzt immer noch in den Knochen. Wir haben eine hohe Qualität, vor allem dieser K. o. gegen Villarreal hat uns bei allem Respekt sehr getroffen. Und man darf als FC Bayern auch nicht in der zweiten Pokalrunde 0:5 gegen Gladbach verlieren."

Nach zehn Meisterschaften in Folge blickt Neuer vor allem auf seine erste im Jahre 2013 gerne zurück. "Gerade in meinem zweiten Bayern-Jahr standen wir damals ziemlich unter Druck. Mit Jupp Heynckes sind wir im Jahr davor nur Vizemeister geworden, hatten im DFB-Pokal-Finale gegen Dortmund und in der Champions League gegen Chelsea das 'Finale dahoam' verloren. Zudem bin ich mit der deutschen Nationalmannschaft bei der EM im Halbfinale gegen Italien ausgeschieden", erinnert er sich.

"Dann haben wir eine grossartige Saison gespielt und zum ersten Mal das Triple für den FC Bayern geholt. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als wir den Titel in Frankfurt auswärts klargemacht haben. Da hatte ich richtig Gänsehaut." Zudem gewann der FC Bayern im gleichen Jahr die Champions League und den DFB-Pokal. Neuer erzählt: "Natürlich war die Triple-Saison insgesamt ganz besonders. Das waren ja auch meine ersten Erfolge überhaupt mit Bayern, und jeder würde sagen, dass die Champions League noch einmal spezieller ist."

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Zweimal Note 1, zweimal Note 5: Das Abschlusszeugnis der Bayern-Stars

Der FC Bayern München gewann die zehnte Meisterschaft in Folge, blieb aber im DFB-Pokal und der Champions League unter den Erwartungen. Einige Spieler überragten, andere wurden den hohen Anforderungen des Rekordmeisters nicht gerecht. Wir benoten die Saison der Bayern-Stars.

Neuer soll mit Vertragsunterschrift zögern

Über seine eigene Zukunft sprach der 36-Jährige in dem Interview nicht. Sein Vertrag läuft lediglich noch ein Jahr. Während Thomas Müller bereits sein Arbeitsverhältnis verlängert hat und Robert Lewandowski seinen Abschied angekündigt hat, steht bei Neuer die Entscheidung noch aus.

Die möglichen Gründe: Der 36-Jährige wartet offenbar ab, wie der künftige Kader aussehen wird. Er möchte auch über das Jahr 2023 hinaus mit dem FC Bayern Meister werden und international konkurrenzfähig sein. Zudem soll er grossen Wert darauf legen, dass die 2011 gestartete Partnerschaft mit seinem Torwart-Trainer Toni Tapalovic fortgesetzt wird.

Verwendete Quellen: