Die Geschichte der deutschen Fussball-Nationalmannschaft reicht zurück bis ins Jahr 1908. Seitdem hat die Auswahl der besten Spieler des Landes mehr als 1.000 Länderspiele bestritten und grosse Erfolge gefeiert. Deutschland ist viermaliger Weltmeister und weist drei Europameistertitel auf.

Das 21. Jahrhundert hat der DFB-Elf aber schon etliche sportliche Tiefschläge beschert, die in den Jahrzehnten davor ausgeblieben waren, mal angesehen von der verpassten Qualifikation für die EM-Endrunde 1968.

Das EM-Turnier 2000 endete für die damalige Nationalmannschaft bereits nach der Gruppenphase. Von "Rumpelfussball" war die Rede. Dieses Desaster wiederholte sich vier Jahre später. Und auch bei den WM-Endrunden 2018 und 2022, was es zuvor in der Geschichte des Nationalteams nicht gegeben hatte, war für Deutschland bereits vor der K.-o.-Phase Feierabend.

Die schlechtesten WM-Turniere bis dahin waren jene von 1978 (zweite Finalrunde), 1962, 1994 und 1998 (jeweils Viertelfinale). 1978 und 1994 trat die deutsche Elf jeweils als Titelverteidiger an.

Der erste WM-Titel 1954, das sogenannte "Wunder von Bern", das 2003 sogar für das Kino verfilmt wurde, kam völlig unerwartet und gilt - neun Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - als die moralische Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland.

20 Jahre später, als amtierender Europameister, holte die Nationalmannschaft als Gastgeber den zweiten WM-Titel. Diesmal wurde er erwartet und entsprechend weniger euphorisch gefeiert. Seinerzeit endete die Vorrunde mit der legendären 0:1-Niederlage im einzigen offiziellen Länderspiel gegen die 1990 zu Gunsten der deutschen Wiedervereinigung aufgelöste DDR. Deren Auswahl spielte nur diese WM- und nie in ihrer 38-jährigen Länderspiel-Geschichte eine EM-Endrunde.

Der Kapitän 1974 hiess Franz Beckenbauer. Und es war der langjährige Rekord-Nationalspieler, der als Teamchef 1990 in Italien mit dem dritten WM-Titel mit seinen Spielern ein "Sommermärchen" schrieb, das aber noch nicht so genannt wurde. Erst 2006, als Beckenbauer als Chef des Organisationskomitees die WM-Endrunde wieder nach Deutschland holte, kam es zum "Sommermärchen", das allerdings mit einer leichten Enttäuschung und Platz drei endete.

Anschliessend begann die 15-jährige Ära des Bundestrainers Joachim Löw, der als Aktiver nur für die deutsche U21-Auswahl zum Einsatz gekommen war. Unter Löw setzte sich der frische Aufschwung fort: Zwischen 2006 und 2016 erreichte die DFB-Elf bei jedem grossen Turnier immer mindestens das Halbfinale. Heraus ragten in dieser Phase die Teilnahmen am EM-Finale 2008 und der WM-Titel 2014.

Löw war erst der zehnte Bundestrainer seit 1926, als Otto Nerz den Posten offiziell übernahm. Dessen Assistent und spätere Nachfolger Sepp Herberger ging mit seiner Amtszeit zwischen 1936 (nach der Blamage bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin) und 1964 (nach der ersten Saison der Bundesliga) in die Geschichte ein und prägt mit seinen Erkenntnissen und Weisheiten Trainer bis heute. Löws jahrelanger Assistent Hansi Flick hat den Posten des Bundestrainers nach dem Achtelfinal-Aus bei der EM 2021 übernommen, und auch Flick weist keine Vergangenheit als A-Nationalspieler auf.

Ganz im Gegensatz zu seinem früheren Bayern-Kollegen Lothar Matthäus. Der Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 1990 verpasste zwischen 1980 und 2000 nur die EM 1996 und hat in diesen 20 Jahren 150-mal das Nationaltrikot getragen, häufiger als jeder andere Spieler. Die meisten Länderspieltore hat mit 71 einer der Weltmeister von 2014 erzielt, Miroslav Klose.

Wenn im Anschluss an die Saison 2023/24 die EM-Endrunde zum zweiten Mal nach 1988 in Deutschland stattfindet, nehmen drei Mal so viele Mannschaften daran teil wie 1988: keine acht, sondern 24. Die EM hat Deutschland 1972, 1980 und 1996 gewonnen und die Endspiele 1976, 1992 und 2008 verloren.

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