• Auch in dieser Staffel blieb das Umstyling bei "Germany's next Topmodel" nicht ohne seine Skandälchen.
  • Ex-GNTM-Kandidatin Sarah Knappik erklärt, was sich Heidi Klum bei Frisuren wie einem grünen Pagen-Kopf und Dauerwelle gedacht hat.
  • Zudem verrät sie, welche "Todessünde" Jasmin begangen hat und warum sie zusammen mit Barbara die Show verlassen musste.
Ein Interview

Das erste grosse Umstyling bei "Germany's next Topmodel" ist vorbei. Vanessa hat mit ihrem grünen Pagen-Schnitt wohl die grösste Veränderung bekommen. Was sagen Sie: freaky oder sexy?

Sarah Knappik: Ich finde es cool, durch die kurzen Haare kommt ihr Gesicht richtig gut zur Geltung. Sie sieht jetzt ein bisschen aus wie Billie Eilish. Die ist momentan sehr beliebt und war mit ihren bunten Haaren auch schon in der "Vogue". Ich glaube, das hat Heidi Klum auch in Vanessa gesehen, um ihr diese Frisur zu verpassen. Sie kann ich so jetzt richtig gut in Erinnerung behalten.

Auch Noëlla hat Farbe bekommen. Wird es mit so krassen Farben nicht schwieriger, ein passendes Outfit oder einen passenden Job zu finden?

Zu den Kollektionen, die jetzt auf den Markt kommen, passen sie perfekt. Man sieht es auch in den Geschäften: Es ist alles in Neonfarben, bunt, schrill und laut. Die Achtziger kommen gerade wieder. Vom Trendfaktor her ist das bei einigen Designern momentan sehr gefragt. Allerdings finde ich so einen Look schon sehr speziell und er schränkt die Frauen in einigen Bereichen ein. Kampagnen mit Abendkleidern sind zum Beispiel immer noch sehr konservativ mit schlichten Haaren.

Und für wen sehen Sie Frauen wie Vanessa und Noëlla dann eher laufen?

Sportmarken wie Nike oder Adidas. Aber auch ein Kilian Kerner hat gesagt, dass er die Frisur "mega geil" findet und Vanessa gerne buchen würde. Aber alle sind nun mal verschieden. Es gibt selten Models, die für alle Bereiche einsetzbar sind – selbst Heidi Klum. Sie ist zum Beispiel eher ein Werbegesicht gewesen.

Bei welchen Mädels ist denn das Umstyling besonders danebengegangen?

Ich bin überrascht, weil ich finde, dass alle Frisuren gestern geglückt sind. Jetzt, wie die Mädels gestylt sind, sind sie hundert Prozent en vogue – genauso wie der Typ gerade gesucht und gefragt ist. Das war das erste Mal gestern, wo ich sagen kann, dass mir alle Models nach dem Umstyling gefallen haben.

Wirklich?

Auch wenn es Luca gut gestanden hat, aber ich bin nicht so der Fan von Dauerwelle. Ich finde es schöner, wenn man solche Locken dreht. Sie sah ein bisschen wie Carrie Bradshaw aus "Sex and the City" aus.

Die Reaktionen der Familien und Freunde auf das Umstyling fielen sehr unterschiedlich aus …

Aber Vanessas Freund zum Beispiel war sehr süss. Den muss man wirklich loben, der war nicht so wie der "Honey" damals. Stattdessen hat er Vanessa gesagt, dass sie wunderschön ist und hat sie unterstützt.

Nur Vanessa scheint als Einzige nicht ganz überzeugt von ihrer neuen Frisur zu sein.

Wenn die ihre ersten Kampagnen schiesst und aufbauende Worte aus beruflicher Sicht bekommt, dann bleibt sie schon dabei. Was aber bemerkenswert war: Obwohl sie die Frisur doof fand, hat sie das alles sehr souverän akzeptiert.

Sarah Knappik: Jasmin hat eine "Todessünde" begangen

Ganz im Gegenteil zu Jasmin. Viele sind eher unzufrieden, wenn ihre Haare zu kurz geworden sind, sie aber, weil sie zu lang geworden sind. Wie fanden Sie Jasmins Kritik?

Das war völlig übertrieben. Es war nicht in Ordnung, dass sie sich die 7.000 Euro teuren Haare hat abschneiden lassen. Das macht man nicht. Ihre Haare waren nicht schief, so wie sie das behauptet hat. Was Jasmin hinterher daraus gemacht hat, ist eine Katastrophe und hässlich. Sie hat die Haare zu gerade abgeschnitten. Heidi wollte eigentlich dieses Wilde, dass sie lang und nicht so akkurat geschnitten sind. Das ist gerade die Zeit.

Lag es denn hinterher an den Haaren beziehungsweise an ihrem Verhalten, dass Jasmin die Show verlassen musste?

Ja. Auch eine Todessünde ist es, zum Designer hinzugehen, weil das Outfit zwischen den Beinen nicht sitzt. Stattdessen könnte man fragen: "Hast du dir das so vorgestellt? Ist das so richtig?" Und wenn dann der Designer sagt: "Das ist gut so", dann ist das gut so und man muss mit dem Outfit so laufen. Wenn man für jemanden läuft, dann ist man eine Kleiderstange und muss sich zurückhalten. Das ist der Job. Als Model muss man solche Dinge einfach mitmachen. Man sieht jetzt schon, dass man in Zukunft mit Jasmin nicht arbeiten kann. In der Modebranche wird nicht gerne mit Leuten gearbeitet, die widerspenstig sind. Die sind dann schon wieder eher für das Dschungelcamp geeignet.

Als zweite Kandidatin musste Barbara gehen.

Ich gucke "Germany's next Topmodel" nicht mehr (lacht). Ich war so ein totaler Barbara-Fan.

Warum musste sie die Show verlassen?

Barbara hat gestern den ganzen Tag nicht ihr Leuchten gehabt. Vielleicht hat sie sich in Los Angeles oder mit den anderen Mädels unwohl gefühlt. Sie kam auch nicht so sympathisch wie sonst rüber. Barbara hat zwar gelacht, aber das war kein echtes Lachen. Ich bin davon überzeugt, dass sie irgendetwas hatte, womit sie nicht so klarkam. Aber als Model muss man immer gute Laune haben und strahlen. Wenn man über den Catwalk läuft, darf man an nichts denken. Auch wenn man Fotos macht, muss man immer eine komplette Körperbeherrschung haben. Mir wurde immer gesagt: "Wenn das Posing weh tut, dann hast du eine gute Pose." Man sieht es auf den Fotos, wenn man mal einen blöden Tag hatte – und das war, glaube ich, bei Barbara der Fall. Ein Model ist aber immer in der Pflicht, gut drauf zu sein.

"Ich sehe nicht mehr so viel Diversity"

Mit Jasmin und Barbara ist die Diversity-Quote weiter gesunken. Glauben Sie, Siegerin wird wieder ein Model wie alle Jahre?

Ja, das ist schade. Ich sehe jetzt auch nicht mehr so viel Diversity bei den Mädels – ausser die, die jetzt bunte Haare haben. Mir fehlen auch noch ein bisschen mehr Curvy-Models. Und dabei war ein Model wie Barbara eine tolle Motivation für unsere "Mutter-Generation". Denn gerade in dem Alter stellen sich viele Frauen die Frage: "Bin ich noch schön?"

Aber Martina und Lieselotte sind doch noch dabei.

Ja, aber Lieselotte ist eher Comedy. Sie wirkt wie ein Fan, den GNTM mitgenommen hat. Es scheint manchmal so, als sei sie eher wegen der Unterhaltung und nicht wegen des Diversity-Gedankens in der Show.

Nächste Woche folgt der zweite Umstyling-Teil. Können Sie sich bei einem bestimmten Model einen bestimmten Look vorstellen?

Viola muss umgestylt und verwandelt werden. Gestern sah sie haartechnisch sehr ungepflegt aus.

Welchen Look können Sie sich bei ihr konkret vorstellen?

Ich würde ihr einen sehr femininen Look verpassen. Entweder lange Haare oder so eine Frisur wie Heidi. Die pinke Farbe würde ich bei ihr wegmachen und ihr stattdessen etwas Schlichtes verpassen: Ein Braun oder ein Blond, vielleicht ein paar Strähnchen. Aber Hauptsache weg von dem Bunten.

Warum?

Viola muss ein bisschen mehr an ihre Weiblichkeit kommen. Ich sehe einen schönen Schwan in ihr und den muss man durch das Umstyling nun herausholen. Dieses Freakige ist sie nicht. Ich glaube, das ist eher eine Unsicherheit, die sie versteckt.

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Diese Ex-GNTM-Models sind bereits Mutter geworden

Bekannt wurden die meisten von ihnen durch Heidi Klums Model-Castingshow "Germany's next Topmodel". Für einige ging es als Model weiter, für andere als Moderatorin, Reality-TV-Star oder Yogalehrerin. Trotz ihrer unterschiedlichen beruflichen Wege nach der Show, haben sie eines gemeinsam: Sie sind Mütter geworden.