So, der Drops ist gelutscht und die Messe gelesen. In Folge elf setzt RTL seinem Null-Niveau-Format "Das Sommerhaus der Stars" ein Ende und kürt das Siegerpaar – sofern bei man all dem Geschrei der vergangenen Wochen überhaupt von "Sieger" sprechen kann. Wenn auch nicht beim Ruf, lohnt sich die Teilnahme aber zumindest finanziell bei einem der Paare.

Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Da es im "Sommerhaus der Stars" wegen all der Negativität, die der Show und ihren Protagonisten aus allen Poren strömt, schwerfällt, noch zwischen guten und schlechten Nachrichten zu unterscheiden, sagen wir also lieber: Die erste Nachricht zuerst: Aleks Petrovic und seine Freundin Vanessa Nwattu mussten in der vergangenen Folge "Das Sommerhaus" verlassen.

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Für Petrovic sicher eine Niederlage, hatte er sich doch so sehr einen Sieg gewünscht. In der Show, aber vor allem über seine Kontrahenten. Vanessa Nwattu dürfte nach all dem, was man in den vergangenen Wochen gesehen hat, sehr viel leichter mit dem Ausscheiden zurechtkommen. Nicht nur einmal war sie überrascht und schockiert zugleich, was die Show mit und aus den beteiligten Menschen macht. "Wie man sieht, hat ‚Das Sommerhaus‘ scheinbar nicht gerade etwas Positives mit uns gemacht", fasst Nwattu in Folge elf die bisherigen Ereignisse zusammen.

Tränen bei Aleks Petrovic: "Weil mir das alles hier auf den Sack geht"

Nun die zweite Nachricht: Für die Show selbst, die eben von all dem Streit lebt, ist der Auszug von Petrovic ein Schlag ins Kontor. Nicht etwa, weil damit der Bösewicht der Staffel von Bord gegangen ist. Um Missverständnisse zu vermeiden: Auch wenn man von Petrovic Bilder zu sehen bekommen hat, die nicht gerade schmeichelhaft sind, insbesondere im Umgang mit seiner Freundin, ist Petrovic nicht die Art von Bösewicht, die es in früheren Staffeln gab. Man denke nur an Mike Cees oder an Patrick Romer.

Nein, Petrovic war vor allem für seine Kontrahenten Serkan Yavuz und Maurice Dziwak der Bösewicht. Und da der nun weg ist, fällt für die beiden und damit auch für die Show an sich ein wichtiger Reizpunkt weg. Na und, dürfte sich der eine oder die andere völlig zurecht denken. Denn Streit hatten wir ja nun seit Wochen genug und ausserdem geht es in Folge elf ohnehin nur noch darum, wer ins Finale einzieht und die 50.000 Euro Entlohnung für die wochenlange TV-Eskalation bekommt.

In dieser Konstellation aus Ausziehfrust der einen und Vorfreude der anderen sind sich Petrovic und Nwattu einig, dass die Show nicht der erhoffte Reboot ihres Images war. Am Ende vergiesst Petrovic sogar eine unerwartete Träne. Warum? "Weil mir das alles hier auf den Sack geht", erklärt Petrovic und der Zuschauer kann hier mitfühlen, schliesslich hat er von der Show noch wesentlich mehr gesehen als Petrovic. Nun also geht das TV-Elend ohne ihn weiter und da schütten Yavuz und Dziwak im stillen Interview-Kämmerlein, so viel Grösse gönnen sie sich, reichlich Spott und Häme über ihren einstigen Kontrahenten aus.

"Hier gehts um viel Geld und ich will diesen Titel haben!"

Doch viel Zeit, Petrovic noch einmal niederzumachen, haben die beiden nicht, denn kurz darauf müssen sie sich gegenseitig niedermachen. In zwei Duellen will RTL ermitteln, wer als Nächstes die Heimreise antritt, und hier treffen Team Yavuz und Team Dziwak im direkten Duell aufeinander. Doch der Gegner ist offenbar weniger im anderen, sondern eher im eigenen Team zu finden. Als bei einem Gleichgewichts-Stapel-Spiel kurz vor Schluss der Stapel umfällt und damit Team Yavuz verliert, lässt Serkan seinen Frust an Partnerin Samira Klampfl raus. Warum? "Hier gehts um viel Geld und ich will diesen Titel haben!", schimpft Yavuz.

Auch bei Team Sökeland/Huber ist im Duell gegen Team Dippl/Zekic der Frust gross und der Umgangston rau: "Ich werd mit dir nie wieder Spiele spielen!", herrscht Sökeland ihre Partnerin im Angesicht der Niederlage an. Doch Sökelands Prophezeiung hält nicht lange, denn wenig später müssen die Verliererpaare aus Duell eins gegeneinander antreten – in genau dem gleichen Spiel wie kurz zuvor. Um es kurz zu machen: Serkan Yavuz und Samira Klampfl behalten diesmal die Nerven, Hanna Sökeland und Jessica Huber müssen sich in Folge elf verabschieden.

Die Halbfinalpaare stehen also, doch während Team Yavuz und Team Dziwak vom Sieg fantasieren, rekapituliert Team Zekic ihren Aufenthalt. Zekic glaubt, "Das Sommerhaus" habe der Beziehung der beiden gutgetan und auch Dippl glaubt: "Wir sind ein Herz und eine Seele geworden hier." Ein wohl einmaliges Ergebnis, für das "Das Sommerhaus" eigentlich gar nicht gemacht ist.

Serkan Yavuz und Samira Klampfl gewinnen "Das Sommerhaus der Stars"

Aber RTL stösst mit dem Halbfinale dem üblichen Frust noch einmal die Tür auf. Allerdings klingt "Halbfinale" nach ein bisschen mehr, schlussendlich müssen die drei Paare lediglich noch einmal gegeneinander spielen. In "Schwamm-Anzügen" müssen die Paare möglichst viel Wasser sammeln. Nichts für Ästheten und erst recht nichts für Leute, die gutes und innovatives Fernsehen lieben. Vor allem aber nichts für Maurice Dziwak. Der landet mit Raatz bei der Wassersammelei nur ganz knapp auf dem dritten Platz: "Eine Sekunde! Ich f*** mein Leben!", schimpft Diwak, und will gar nicht mehr damit aufhören.

Bei vorangegangenen Niederlagen, so erzählt es zumindest der Schnitt, suchte Dziwak allzu oft die Gründe bei seiner Partnerin Raatz, doch diesmal nicht – auch wenn es nicht so klingt: "Ich geb nicht ihr die Schuld. Ich wünschte, ich hätte alleine laufen können." Der Frust sitzt jedenfalls tief, wie Maurice im Interview berichtet: "Ich kann doch nicht so elendig hier rausgehen, Mann! Ich bin Maurice, verstehste, was ich mein?" Nein, verstehen wir nicht, aber offenbar ist ihm der Sieg beim "Sommerhaus" von Bedeutung. Und für den Zuschauer von Bedeutung: Gleich ist das alles vorbei.

In einem allerletzten Spiel, RTL nennt es das Finale, müssen Justine Dippl und Arben Zekic auf der einen und Serkan Yavuz und Samira Klampfl auf der anderen Seite ein Puzzle vervollständigen. Die Puzzleteile müssen sie zuvor aus einem Metallkasten friemeln und diese sowie sich selbst durch ein Seillabyrinth bugsieren. Um es nicht noch länger rauszuzögern, schliesslich haben wir Zuschauer schon viel zu lange gelitten: Serkan Yavuz und Samira Klampfl sind schneller und gewinnen die 50.000 Euro.

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