• Viele "Wer wird Millionär"-Zuschauer werden sich am Donnerstagabend an ein ganz bestimmtes Körperteil gefasst haben.
  • Auslöser war die Frage "Wo befindet sich der Darwin-Höcker?" an Fernsehkoch Steffen Henssler.
  • Wir erklären, was es damit auf sich hat.

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Schade, dass Michael Stich beim Promi-Special von "Wer wird Millionär" bei dieser Frage dem TV-Koch Steffen Henssler nicht helfen durfte. Der Ex-Tennis-Profi wusste die Antwort zwar genauso wenig wie Henssler, er erkannte aber einen entscheidenden Hinweis.

Doch von vorne: Henssler hatte es im Rahmen des RTL-Spendenmarathons "Wir helfen Kindern" - mit etwas Hilfe von Günther Jauch - bis zur 125.000-Euro-Frage geschafft. Diese lautete:

Als Überbleibsel der Evolution findet man den sogenannten Darwin-Höcker beim Menschen am …?

  • A: Gaumen
  • B: Ohr
  • C: Steissbein
  • D: Fuss

Henssler rief einen seiner Telefonjoker an - einen Orthopäden. Der müsste die Antwort doch eigentlich wissen. Tat er aber nicht. Für Michael Stich ein wichtiger Hinweis, wie er nach der Auflösung des Rätsels in die Runde sagte: "Hätte es etwas mit Steissbein oder Fuss zu tun gehabt, hätte ein Orthopäde das wissen müssen!"

Höcker am Ohr als evolutionäres Überbleibsel

Denn tatsächlich: Der sogenannte "Darwin-Höcker" befindet sich weder am Steissbein, wie Henssler vermutet hatte, noch am Fuss, sondern: am Ohr - zumindest an manchen Ohren. Es handelt sich um eine kleine knorpelartige Ausbeulung am Aussenrand der Ohrmuschel, relativ weit oben.

Das ist er: Der Darwin-Höcker befindet sich am Rand der Ohrmuschel - manchmal auch noch minimal weiter oben als bei dieser Frau.

Sie gilt als Rudiment, also als evolutionäres Überbleibsel des vormals spitzen Säugetierohres. Man spricht bei solchen Überbleibseln auch von "Atavismus": Der Begriff umschreibt das Wiederauftreten von anatomischen Merkmalen, die bei stammesgeschichtlichen Vorfahren ausgebildet waren. Ein Beispiel dafür ist auch das Steissbein, das als Rudiment der Schwanzwirbel der Wirbeltiere gilt.

Und hier der Vergleich: Bei dem Javaneraffen sieht man ganz deutlich, warum man bei dem Höcker am Menschen von einem "Überbleibsel" ausgeht.

Erstmals beschrieben wurde der Darwin-Höcker übrigens gar nicht von Charles Darwin, nach dem er benannt ist, sondern vom englischen Bildhauer Thomas Woolner.

Wie viele Menschen haben den Darwin-Höcker?

Es gibt unterschiedliche Angaben dazu, wie häufig der Höcker tatsächlich ist. Laut "Wiedemanns Atlas klinischer Syndrome" haben Untersuchungen ergeben, dass die Häufigkeit sogar je nach Land stark schwankt:

  • Finnland: 50 Prozent der Menschen
  • Deutschland: 20 Prozent
  • England: 55 Prozent.

Männer haben den Höcker laut Wiedemanns Atlas häufiger als Frauen. Eine Bedeutung oder Funktion hat er aber nicht. Ausser vielleicht für Henssler, der zwar nicht den Höcker, aber den richtigen Riecher hatte und bei der Frage ausstieg. So steuerte er immerhin 64.000 zu den insgesamt für den guten Zweck gesammelten 346.000 Euro bei. (af)

Verwendete Quellen:

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