Die USA wollen Medienberichten zufolge 500 Millionen Corona-Impfdosen von Biontech/Pfizer kaufen, um sie anderen Ländern zur Verfügung zu stellen.

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Medien: USA kaufen 500 Millionen Biontech/Pfizer-Impfdosen für andere Länder

Die USA wollen Medienberichten zufolge 500 Millionen Corona-Impfdosen von Biontech/Pfizer kaufen, um sie anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Dies werde US-Präsident Joe Biden auf dem am Freitag beginnenden G7-Gipfel in Grossbritannien verkünden, berichteten die "Washington Post" und die "New York Times" am Mittwoch. Biden traf am Abend in Grossbritannien, der ersten Etappe seiner Europareise, ein.

Nach Angaben der "New York Times" werden die USA die Impfdosen von Pfizer/Biontech zum Selbstkostenpreis kaufen. Die ersten 200 Millionen Dosen sollen demnach noch in diesem Jahr und die restlichen 300 Millionen im kommenden Jahr ausgeliefert werden. Der Zeitung zufolge will Biden die Spende gemeinsam mit Pfizer-Chef Albert Bourla verkünden.

Die Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen ist eines der zentralen Themen des G7-Gipfels. Dabei soll es auch um eine gerechtere internationale Verteilung von Corona-Impfstoffen und Massnahmen gegen Engpässe bei der Impfstoff-Produktion gehen. Besonders die reichen USA stehen unter Druck, mehr gegen den weltweiten Impfstoffmangel zu unternehmen. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist bereits vollständig geimpft, und die Infektionsrate ist stark zurückgegangen.

Kurz bevor er an Bord der Air Force One ging, spielte Biden selbst auf die geplante Verkündung an. Auf die Frage eines Journalisten, ob er eine Impfstoffstrategie für die Welt habe, sagte er: "Ich habe eine und ich werde sie bekanntgeben."

Hendrik Streeck spricht bei "19 – die Chefvisite"

Bei "19 - die Chefvisite" hat der Virologe Hendrick Streeck erklärt, warum er nicht glaubt, dass Deutschland eine Herdenimmunität gegen Corona aufbauen wird und warum die Infektionen im Herbst wieder zunehmen werden.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Kapitän an Covid-19 gestorben? Containerschiff darf nicht anlegen

19:20 Uhr: Seine letzte Reise ist eine wahre Odyssee: Weil der Kapitän an Covid-19 gestorben sein könnte, ist der italienische Containerfrachter "Ital Liberia" in den vergangenen Wochen an mehreren asiatischen Häfen abgewiesen worden. Nachdem Crewmitglieder bei der Abfahrt im südafrikanischen Durban bereits Anfang April positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, sollte die Mannschaft eigentlich in Jakarta in Quarantäne gehen, wie die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd mitteilte. Dann habe die Hauptreederei Evergreen jedoch mitgeteilt, dass der Kapitän gestorben sei.

Auch das italienische Aussenministerium bestätigte, dass der Mann im April gestorben war. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Hapag-Lloyd teilte am Mittwoch mit, dass das Schiff nun auf dem Weg in die italienische Heimat sei. Jüngsten Daten des Schiffsortungsdienstes "vesselfinder.com" zufolge befand sich die "Ital Libera" zuletzt am Suezkanal.

Der fast 300 Meter lange Frachter mit einer Kapazität von rund 5.000 Standardcontainern (TEU) pendelt üblicherweise zwischen China und Südafrika.

Virologe Steeck: Deutschland wird keine Herdenimmunität erreichen

17:35 Uhr: Virologe Hendrik Streeck hat vor einer vierten Corona-Welle in Deutschland gewarnt. Er rechne damit, dass "im Herbst die Infektionszahlen steigen werden", sagt Streeck bei einem Gespräch im Rahmen des Videoformats "19 – die Chefvisite". Das liege auch an der Saisonalität der Coronaviren.

Wie gross dieser Anstieg ausfallen werde, könne derzeit niemand vorherhersagen. Trotzdem ist es nach Ansicht des Experten prinzipiell sinnvoll sich auf einen "starken Anstieg" vorzubereiten, auch wenn dieser möglicherweise nicht kommt.

COVID-19

Zudem äusserte Streeck grosse Skepsis, dass Deutschland es schaffen werde, eine Herdenimmunität innerhalb der Bevölkerung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 aufzubauen.

"Herdenimmunität ist dadurch definiert, dass eine geimpfte Herde das Virus einfach nicht mehr weitergeben kann", sagt Streeck. Man wisse inzwischen aber, dass der Corona-Impfstoff nicht immer vor einer Infektion schütze. "Diese Impfstoffe schützen primär vor einem schweren Verlauf und nicht vor der Weitergabe des Virus."

Deswegen müsse man sich von dem Begriff der Herdenimmunität verabschieden. Man werde aber sicherlich einen Herdeneffekt erzielen, glaubt Streeck. "Also, dass weniger Menschen sich infizieren aufgrund der Impfung. Aber wir werden das Virus dadurch nicht austreiben können."

Kultusminister beraten über neues Schuljahr unter Corona-Bedingungen

17:33 Uhr: Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) berät am Donnerstag über die Vorbereitung des kommenden Schuljahres. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie der Schulbetrieb mit Blick auf die Corona-Pandemie nach den Sommerferien weitergehen soll.

KMK-Präsidentin Britta Ernst (SPD) hatte gesagt, es sei wichtig, dass die Schulen nach dem Sommer in voller Präsenz öffnen, unabhängig davon, ob Kinder geimpft sind oder nicht.

Im noch laufenden Schuljahr haben erste Bundesländer wegen der gesunkenen Corona-Zahlen bereits Lockerungen bei der Maskenpflicht an den Schulen angekündigt. Am Freitag (12.00 Uhr) sollen die Ergebnisse der Beratungen bei einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

Studien: Alte Menschen reagieren schwächer auf Corona-Impfstoff

16:35 Uhr: Forscher der Berliner Charité haben eine Erklärung dafür gefunden, warum es trotz zweifacher Impfungen immer noch Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gibt.

Das Immunsystem von alten Menschen reagiere weniger effizient auf die Impfung als das von jüngeren, teilte die Charité am Mittwoch nach zwei im Fachblatt "Emerging Infectious Diseases" veröffentlichten Studien mit.

Deshalb sei es besonders wichtig, dass Pflegepersonal und Besucher immunisiert seien. Darüberhinaus blieben Hygienemassnahmen und Tests wichtig. Mittelfristig komme auch eine weitere Auffrischimpfung für ältere Menschen infrage, um deren Impfschutz zu verbessern.

Für eine Untersuchung arbeiteten die Wissenschaftler einen Ausbruch in einer Berliner Pflegeeinrichtung vom Februar auf. Dabei hatten sich – neben 11 Pflegekräften ohne vollständigen Impfschutz – rund 20 Bewohner mit SARS-CoV-2 in der Variante Alpha (B 1.1.7) angesteckt. Bis auf vier von ihnen waren alle vollständig mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft.

Die vier Ungeimpften erkrankten so schwer, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Nur rund ein Drittel der Geimpften hatte Krankheitszeichen wie Husten oder Atemnot. Zwei geimpfte Bewohner starben laut Charité, aber vermutlich nicht ursächlich an COVID-19.

"Auf der einen Seite sehen wir an diesem Ausbruch, dass die Impfung die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims insgesamt geschützt hat, denn ihre Krankheitsverläufe waren deutlich milder", sagt Victor Corman, Stellvertretender Leiter des Konsiliarlabors für Coronaviren am Institut für Virologie. "Gleichzeitig wird durch die Häufung der Infektionen klar, dass die hohe Wirksamkeit der Impfung bei alten Menschen manchmal nicht voll zum Tragen kommt."

In der zweiten Untersuchung verglich das Forschungsteam die Immunreaktion auf den Biontech/Pfizer-Impfstoff bei über 70-jährigen Patienten einer Hausarztpraxis mit der von Charité-Beschäftigten, die im Schnitt 34 Jahre alt waren. Blutanalysen zeigten, dass schon drei Wochen nach der ersten Dosis etwa 87 Prozent der Jüngeren Antikörper gegen SARS-CoV-2 gebildet hatten. Unter den Älteren waren es nur rund 31 Prozent.

Einen Monat nach der zweiten Dosis hatten fast alle jungen Geimpften (99 Prozent) spezifische Antikörper im Blut. Unter den älteren Menschen waren es rund 91 Prozent. Zusätzlich reiften die Antikörper bei den Älteren langsamer, sie konnten das Virus also schlechter binden. Auch der zweite wichtige Arm der Immunreaktion, die T-Zell-Antwort, fiel schwächer aus.

"Unsere Studie zeigt also, dass bei älteren Menschen die Immunantwort nach der Impfung deutlich verzögert ist und nicht das Niveau von jungen Impflingen erreicht", resümiert Leif Erik Sander, Impfstoffforscher von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie.

Norwegen macht Weg für freiwillige Impfung mit Johnson & Johnson frei

15:59 Uhr: Die Norwegerinnen und Norweger können sich auf Wunsch und nach Rücksprache mit einem Arzt bald doch mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen.

Ausserhalb der eigentlichen nationalen Impfkampagne könne man ab dem 15. Juni Termine zur Beurteilung bei Ärzten oder Impfkliniken buchen, gab Gesundheitsminister Bent Høie am Mittwoch bekannt.

Um die Impfung zu erhalten, muss man jedoch eines von mehreren Kriterien erfüllen. Dazu zählen unter anderem dringend notwendige Reisen in Länder mit hohen Infektionszahlen oder andere Gründe, bei denen der Nutzen die Risiken des Impfstoffes übersteigen könnte.

Damit folgt Norwegen in etwa dem Beispiel von Dänemark: Auch dort ist Johnson & Johnson aus der nationalen Impfkampagne gestrichen worden, interessierte Bürger können sich das Mittel aber ebenso wie das von Astrazeneca seit Ende Mai freiwillig und nach Konsultation mit einem Arzt ausserhalb des nationalen Impfprogramms verabreichen lassen.

Der Impfstoff von Astrazeneca wurde in Norwegen im März aus dem nationalen Impfprogramm gestrichen. Johnson & Johnson wurde in dem skandinavischen Land bislang nicht in Gebrauch genommen.

Digitaler Corona-Impfpass wird ab Donnerstag in Deutschland eingeführt

15:30 Uhr: Vollständig geimpfte Menschen sollen in Kürze ihre Immunisierung mit einem digitalen Impfzertifikat über das Handy nachweisen können. Die Einführung dieses Digital-Passes in Deutschland starte bereits am Donnerstag, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

"Der digitale Impfpass wird jetzt Schritt für Schritt ausgerollt und in den Apps verfügbar sein", fügte er hinzu. Minister Jens Spahn (CDU) werde die Details am Donnerstag in einer Pressekonferenz erläutern.

Der digitale Impfpass soll es vollständig geimpften Menschen erlauben, ihre Immunität per Handy nachzuweisen, ohne immer ihr gelbes Impfbuch mit sich führen zu müssen. Dies kann etwa bei Restaurantbesuchen oder bei Kulturveranstaltungen nützlich sein, falls dort ein Impfnachweis verlangt wird.

Für den Digitalpass kann die bereits bestehende Corona-Warn-App genutzt werden, zusätzlich soll eine gesonderte App angeboten werden. Ab Juli soll der Digital-Pass auch für das grenzüberschreitende Reisen in der EU genutzt werden können.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch waren knapp 19 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Damit hätten sie Anspruch auf den digitalen Impfnachweis. Laut Ministeriumssprecher gibt es für sie drei Möglichkeiten, an einen QR-Code zu kommen, mit dem sie den Nachweis dann aufs Handy laden können.

Sie können den Code entweder in dem Impfzentrum oder der Arztpraxis bekommen, wo sie die Zweitimpfung erhalten haben. Ausserdem können sie sich den Code auch per Post zuschicken lassen.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, den Code in einer Apotheke zu erhalten. Bereits am Dienstag hatte der Apothekenverband mitgeteilt, dass die ersten Apotheken am kommenden Montag damit beginnen, den digitalen Impfnachweis auszustellen.

Drosten befürchtet nachlassende Corona-Impfbereitschaft

Die Inzidenzen sind gesunken, der Alltag normalisiert sich: Werden sich über den Sommer dennoch grosse Teile der erwachsenen Bevölkerung impfen lassen? Virologe Christian Drosten hofft es zwar, hat aber Zweifel. Vorschaubild: picture alliance

Corona-Lockerungen: Belgien macht Kneipen und Kinos wieder auf

14:31 Uhr: Kneipen, Kinos, Fitnessstudios: Belgien hat dank abnehmender Infektionszahlen am Mittwoch die Corona-Regeln deutlich gelockert. So sind in dem von der Pandemie zeitweise hart getroffenen Land ab sofort neben Terrassen auch die Innenräume von Restaurants geöffnet, aber nur an Vierertischen und mit Hygieneauflagen. Zuhause darf man ebenfalls vier Personen empfangen.

Neben Sporteinrichtungen dürfen auch Kinos den Betrieb wieder aufnehmen, kulturelle Veranstaltungen mit bis zu 200 Menschen sind mit Sicherheitsregeln drinnen wieder möglich.

In Brüssel entfällt die allgemeine Maskenpflicht draussen - sie gilt allerdings weiter an besonders belebten Orten sowie in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln. Arbeitnehmer dürfen nun wieder einen Tag die Woche ins Büro, für den Rest der Zeit ist immer noch Heimarbeit Pflicht.

Die Zahl der Neuinfektionen und der Krankenhausfälle im Zusammenhang mit Covid-19 waren zuletzt deutlich zurückgegangen. Die Inzidenz liegt aber noch bei rund 186 Fällen je 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen.

In dem kleinen Land mit rund 11,5 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 1,07 Millionen Infektionen und 25 051 Todesfälle registriert, wie die Nachrichtenagentur Belga am Mittwoch meldete. Bis Montag waren 5,2 Millionen Menschen mindestens einmal gegen Corona geimpft.

Trotz hoher Impfrate: Grossbritannien gerät in die vierte Welle

Die Delta-Variante sorgt in Grossbritannien weiter für grosse Sorge. Obwohl nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums bereits rund 50 Prozent der Bürgerinnen und Büger durchgeimpft sind, ist die Insel kurz davor, in die vierte Corona-Welle zu geraten.

Nachdem sich die Zahlen vorübergehend stabilisert und sogar auf eine Inzidenz von unter 20 gesunken waren, lässt Delta die Fallzahlen wieder rapide ansteigen. Derzeit liegt die Inzidenz bei rund 46 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Deshalb ist im Nordwesten Englands gegen die weitere Ausbreitung eine Offensive mit Massentests und Impfungen gestartet worden. Wie zuvor bereits im Corona-Hotspot Bolton setzt die Regierung das Militär ein, um Bürger in den besonders betroffenen Gegenden wie Greater Manchester oder der Grafschaft Lancashire systematisch auf das Virus zu testen, wie unter anderem die BBC berichtete.

In Manchester und anderen Gemeinden wurden zudem bereits alle über 18-Jährigen aufgerufen, Impftermine zu buchen - obwohl englandweit eigentlich erst Menschen ab 25 Jahren impfberechtigt sind. Bürgermeister riefen die Regierung auf, ihnen noch mehr Impfstoff für ihre Offensive zur Verfügung zu stellen.

Niederlande heben PCR-Testpflicht für Einreisen aus Deutschland auf

13:02 Uhr: Die Niederlande nehmen die Einstufung Deutschlands als Corona-Hochrisikogebiet zurück. Damit entfällt von Donnerstag (10. Juni) an für Einreisende aus Deutschland mit einem Aufenthalt von mehr als zwölf Stunden die Pflicht eines negativen PCR-Testes.Das teilte das NRW-Europaministerium am Mittwoch mit.

NRW-Minister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) begrüsste die Entwicklung: "Die geforderten PCR-Tests waren für die Bürgerinnen und Bürger aufwendig und kostspielig. Das Grenzgebiet kehrt Schritt für Schritt zur Normalität zurück." Allerdings müssten Reisende und Pendler weiter vorsichtig sein, mahnte er. Deutschland gilt in den Niederlanden demnach nun als Risikogebiet.

In Deutschland umgekehrt gelten die Niederlande vorerst weiter als Corona-Risikogebiet. Wer nach mehr als 24 Stunden Aufenthalt in den Niederlanden etwa nach NRW einreist, muss sich deshalb über das Einreiseportal der Bundesregierung anmelden, einen negativen Test, Impfung oder Genesung nachweisen oder in eine zehntägige Quarantäne gehen. Für Berufspendler, Durchreisende oder Verwandtschaftsbesuche gelten Ausnahmen.

Auch in den Niederlanden entspannt sich die Lage. Zur Zeit kommen auf 100.000 Einwohner etwa 83 Neuinfektionen in sieben Tagen. Mehr als die Hälfte aller Einwohner hat inzwischen mindestens eine Impfdosis bekommen.

Kultusminister Piazolo fordert Lockerung der Maskenpflicht an Schulen

12:02 Uhr: Wegen der stark sinkenden Corona-Infektionszahlen fordert Bayerns Kultusminister Michael Piazolo Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen. "Die Maskenpflicht ist ein grosser Eingriff in die Freiheit und wir müssen immer wieder kritisch hinterfragen, ob sie noch verhältnismässig ist", sagte der Freie-Wähler-Politiker am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Aus der Sicht von Piazolo sollte es im Schulgebäude selbst weiter die Maskenpflicht geben, eine Aufhebung sei aber auf dem Schulhof und auch am Sitzplatz in den Klassen angemessen. "Voraussetzung dafür ist eine Inzidenz, die deutlich unter 50 liegt. Über den genauen Wert für einen Korridor müssen wir uns aber natürlich gemeinsam verständigen", betonte Piazolo. Er könne sich gut vorstellen, die Lockerung unterhalb des Wertes 20 bis 25 zu gestatten. Er unterstütze auch ausdrücklich, dass jeder der wolle weiter eine Masken tragen könne.

Grüne fordern in Maskendebatte Akteneinsicht der Fraktionen

12:00 Uhr: Die Grünen im Bundestag fordern im Fall möglicherweise minderwertiger Schutzmasken aus China ein Recht für die Fraktionen des Bundestags, die entsprechenden Akten der Regierung einzusehen.

Berichte aus den Ländern über fehlerhafte Masken aus Beständen des Bundes legten nahe, "dass mit diesen Masken etwas nicht stimmt", sagte die Grünen-Fraktionsvize Maria Klein-Schmeink am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zudem müsse es eine Nachprüfung der Masken geben, die in der Nationalen Reserve Gesundheitsschutz gelagert werden sollen.

Klein-Schmeink sagte, sichergestellt werden müsse, dass die Reserve nicht zum Milliardengrab werde. "Darum fordern wir, dass diese Masken unverzüglich auf der Grundlage von etablierten Standards nachgeprüft, zertifiziert und somit verkehrsfähig gemacht werden."

Attacken nach Masken-Eklat gehen weiter: SPD wirft Spahn "unterdurchschnittliche Gesamtleistung" vor

11:51 Uhr: Die SPD im Bundestag hat bei ihrer Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nachgelegt. Die SPD-Fraktion sei "empört" darüber, dass vulnerablen Gruppen bei den Masken zweite Klasse angeboten worden sei, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider.

Das Gesundheitsministerium hatte 2020 vorgeschlagen, bestimmte Masken aus China auch an Heime für Obdachlose und Menschen mit Behinderung zu geben. Spahn hatte Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen diese Masken minderwertig seien.

Die Masken sollen nun für eine nationale Notreserve verwendet werden. Schneider forderte, die Masken vorher zu testen. Einen Sonderermittler des Bundestags, wie ihn die FDP gefordert hatte, sieht Schneider nicht für nötig an. Die Ausschüsse des Bundestags könnten Aufklärung leisten, sagte er.

Schneider sagte,"dass die Gesamtleistung des Gesundheitsministers, insbesondere was Test etc. betrifft, unterdurchschnittlich ist". Bei den Bürgertests habe die SPD bereits früh darauf hingewiesen, dass die entsprechende erordnung Spahns eine Einladung zu Betrug sei. Anbieter von Bürgertests sollen teils betrogen haben. Den Rücktritt Spahns forderte Schneider ausdrücklich nicht."Das ist eine Entscheidung, die die Union für sich zu treffen hat."

Schneider warf auch den Unionsministern Peter Altmaier (CDU) und Andreas Scheuer (CSU) "Managementversagen" vor. Der von ihnen verantwortete Ausbau der erneuerbaren Energien und der E-Lade-Infrastruktur komme nicht voran. Die CDU falle auseinander. Auf der einen Seite stehe eine teils radikalisierte, wirtschaftslibertäre Fraktion. Die unionsgeführten Ministerien seien"bestenfalls mittelmässig". Kanzlerin Angela Merkel überdecke die Schwächen mit ihrem soliden Agieren. Angesichts des Endes ihrer Kanzlerschaft sagte Schneider,"dass wir hier vor einer Zeitenwende stehen".

Fast 47 Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

11:48 Uhr: In Deutschland sind inzwischen 46,5 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 10:55 Uhr) haben 38,6 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,9 Millionen Menschen (22,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt sind demnach 56,6 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Dienstag wurden laut RKI 984.723 Dosen gespritzt.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen mit 50,4 Prozent. Sachsen liegt mit 41,5 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten läuft. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch mit die wenigsten Impfdosen erhalten.

Impfwillige können sich seit Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. Gleichzeitig stiegen Tausende Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

US-Apotheker wegen Zerstörung von Corona-Impfstoff zur drei Jahren Haft verurteilt

10:37 Uhr: Weil er Hunderte Corona-Impfdosen des Herstellers Moderna zerstört hatte, ist ein Apotheker in den USA zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte, muss der Mann zudem Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 69.000 Euro an das Krankenhaus im Bundesstaat Wisconsin bezahlen, in dem er arbeitete.

Der 46-Jährige habe den Impfstoff absichtlich aus der Kühleinheit genommen, wodurch das Vakzin beschädigt wurde, hiess es in Gerichtsdokumenten.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden 57 Menschen mit dem nicht gekühlten und damit unwirksamen Mittel geimpft. "Der absichtliche Versuch, Impfstoffdosen während eines nationalen Gesundheitsnotstands zu zerstören, ist US-Apotheker wegen Zerstörung von Corona-Impfstoff zur drei Jahren Haft verurteilt, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Brian Boynton.

Der Apotheker wurde nach dem Vorfall entlassen und verhaftet. Laut Bericht der "New York Times" hatte er gegenüber seiner Frau mehrfach Bemerkungen gemacht, die auf verschwörungstheoretisches Gedankengut hindeuten. Offenbar glaubte der Mann, dass das Vakzin der Firma Moderna die menschliche DNA verändern könne.

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden in den Online-Netzwerken zahllose Verschwörungstheorien verbreitet, insbesondere über Corona-Impfstoffe. Experten befürchten, dass diese Fehlinformationen eine ernsthafte Bedrohung im Kampf gegen das Virus darstellen, da sie eine Ablehnung von Impfungen begünstigen.

Kabinett verlängert Kurzarbeitsregeln

10:30 Uhr: Für Unternehmen, die in der Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, wird der vereinfachte Zugang zu Kurzarbeit erneut verlängert. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Verordnung von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Der Staat erstattet demnach auch über den 30. Juni hinaus die Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit vollständig. Ab Oktober werden die Beiträge dann noch zur Hälfte übernommen, wenn mit der Kurzarbeit bis zum 30. September begonnen wurde. Zudem soll es für die Anmeldung von Kurzarbeit weiter ausreichen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sind und nicht wie sonst ein Drittel. Das galt zunächst nur für Unternehmen, die bis Ende dieses Monats Kurzarbeit anmelden. Auch hier wird die Frist bis Ende September verlängert.

Trotz sinkender Corona-Zahlen und steigender Impfquote gibt es nach Ansicht des Arbeitsministeriums noch Unsicherheiten. Es gehe darum,"Beschäftigungsverhältnisse auch über den 30. Juni 2021 hinaus zu stabilisieren und dadurch Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen möglichst zu vermeiden". Vor allem finanziell stark belastete Unternehmen im Einzelhandel, in der Unterhaltungs-, Reise- und Tourismusbranche und im Hotel- und Gaststättengewerbe benötigten den erleichterten Zugang über den 30. Juni hinaus, heisst es in der Begründung zur Verordnung.

Weiterer Corona-Fall im spanischen Team - Llorente positiv getestet

06:51 Uhr: Nach Kapitän Sergio Busquets ist in der spanischen Fussball-Nationalmannschaft auch Diego Llorente positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verband in der Nacht zum Mittwoch mitteilte, werde der 27-Jährige von Leeds United das EM-Quartier des dreimaligen Europameisters in Las Rozas de Madrid verlassen. Die Vorbereitung des Teams auf die an diesem Freitag beginnende EM werde mit individuellem Training fortgesetzt.

Die Infektion von Busquets (32) war am Sonntag bekanntgegeben worden, seitdem können die Spanier nur unter erheblichen Einschränkungen trainieren. Luis Enrique hat inzwischen Torwart Kepa Arrizabalaga, Rodrigo Moreno, Pablo Fornals, Carlos Soler, Brais Méndez sowie Raúl Albiol nachnominiert. Diese Profis trainieren abgeschottet vom Team in einer eigenen sogenannten Blase und stünden bereit, in die Mannschaft zu rücken.

Die Spanier spielen in der EM-Gruppe E am kommenden Montag (21.00 Uhr) in Sevilla gegen Schweden. Auch die Schweden haben bereits zwei Corona-Fälle in ihrer Nationalmannschaft vermeldet.

Delta wird "hier auch dominieren": Virologe Drosten warnt und sieht vor allem ein Fragezeichen

Der Virologe Christian Drosten hat vor Rückschlägen für die Corona-Impfkampagne über den Sommer in Deutschland gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info). "Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste grosse Aufgabe sein."

Dass die Impfkampagne nicht ins Stocken gerät, ist für den Wissenschaftler auch vor dem Hintergrund der als besorgniserregend eingestuften Virusvarianten wichtig: Die zunächst in Indien entdeckte Mutante Delta oder ähnliche Varianten würden "sicherlich bis zum Herbst hier auch das Feld dominieren", sagte Drosten. Es gelte, bis dahin für eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen zu sorgen. "Dann werden wir keine grossen Probleme haben" - ein kleines Fragezeichen sehe er diesbezüglich nur beim Thema Kinder. In England würden Ausbrüche in Schulen durch die Delta-Variante beobachtet.

Als besorgniserregend werden Varianten eingestuft, wenn sie sich zum Beispiel möglicherweise leichter verbreiten, schwerere Krankheitsverläufe verursachen oder wenn sich das Virus so verändert hat, dass der Schutz von Geimpften und Genesenen beeinträchtigt sein könnte. Bei der Delta-Variante, die Experten in England Sorgen bereitet, sieht Drosten unverändert Unklarheiten. Erst wenn das Virus dort immer weiter in die breite Bevölkerung komme, werde man sehen, was es wirklich mit dem Virus auf sich habe, sagte er.

Für Drosten ist der Blick auf die Delta-Entwicklung in anderen Ländern wichtig: Bisher sei aber weder in Dänemark, wo viele Proben analysiert werden, noch in Deutschland in den vergangenen Wochen eine starke Zunahme zu sehen. In Deutschland lag der Anteil von Delta an untersuchten Proben nach Berichten des Robert Koch-Instituts aus den vergangenen Wochen bei um 2 Prozent. Drosten berichtete von inoffiziellen Zahlen, die suggerierten, dass es nun "vielleicht eine leichte Erhöhung gibt, aber sicherlich wohl keine Verdoppelung". Eine Verdopplung der Werte von Woche zu Woche sei in England beobachtet worden.

"Natürlich wird die Fallzahl gen Winter wieder hochgehen. Das kann auch schon im Herbst passieren. Aber das wird ab jetzt jeden Winter passieren", sagte Drosten. Die Situation sei dann durch den erwarteten Effekt der Impfungen auf Krankheitsverläufe aber verändert: Würde man strikt nur Labornachweise messen, sähe man wohl eine Art vierte Welle. Aber es sei dann keine pandemische Welle mehr. Drosten hatte auch zuvor schon mehrfach betont, dass er langfristig damit rechnet, dass sich SARS-CoV-2 wie die altbekannten Coronaviren verhalten werde, die Erkältungen auslösen.

Nach seiner bereits am Wochenende in einem Interview geäusserten Annahme, dass Corona von Fledermäusen über die Pelzindustrie zum Menschen gelangt sein könnte, regte Drosten eine entsprechende wissenschaftliche Untersuchung an - "die aber natürlich rein in China und von chinesischen Wissenschaftlern durchgeführt werden kann und sollte". Möglicherweise sei das Virus aber heutzutage in Zuchtbetrieben gar nicht mehr zu finden, etwa weil Bestände längst gekeult wurden. Möglich sei auch, dass der Erreger aus der Zucht in einem anderen Land über Handelsbeziehungen nach China gekommen sei.

Das Vorgehen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die wegen ungeklärter Fragen eine Experten-Kommission nach China geschickt hatte, kritisierte Drosten deutlich. Unter anderem sei das Zustandekommen der Gruppe nicht transparent gewesen. Auch entspreche das Vorgehen nicht dem üblichen wissenschaftlichen Prozess. Der Bericht der Gruppe lese sich, als hätte man "einige der Fragen hier in der kurzen Zeit schon gut abgeklopft". Drosten sagte: "Das ist für mich wirklich auch nicht akzeptabel."

Über Versuche, den Grundlagen mancher Mutmassungen über den Beginn der Pandemie nachzugehen, sagte er: "Geht man dann an die Quelle, so wie man das zumindest als westlicher Wissenschaftler kann, dann stösst man auf ein Nichts."

RKI registriert 3.254 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 20,8

05:06 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3.254 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4.917 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 20,8 an (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 107 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.705.942 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.557.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.491 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,71 (Vortag: 0,76). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

167 Corona-Fälle um den Mount Everest während zweiter Welle

05:00 Uhr: In Dörfern rund um den Mount Everest sind während der heftigen zweiten Welle 167 Corona-Fälle gemeldet worden. Dort leben hauptsächlich Menschen des Sherpa-Volksstamms. Viele von ihnen führen ausländische Bergsteiger auf den Everest oder andere Berge, tragen deren Gepäck oder kochen für sie während der Expedition.

Seit die ersten von ihnen im April vom Everest-Basislager zurückgekehrt seien, habe es eine stetige Zunahme an Infektionen in Pasang Lhamu gegeben, sagte die Chefin der zuständigen Gesundheitsbehörde, Aarti Maya Tamang, der Deutschen Presse-Agentur. Die Kommune um den höchsten Berg der Welt zählt rund 9.000 Einwohner. Das Gebiet sei nur teils mit Autos erreichbar.

2020 hatte Nepal kurz vor Beginn der Everest-Hauptsaison im Frühling den Berg wegen der Corona-Pandemie für Besteigungen dicht gemacht. Diesen Frühling liess die Regierung aber wieder ausländische Abenteurer rein - und stellte gar einer Rekordzahl von 408 von ihnen eine Genehmigung zur Besteigung für je 11.000 Dollar (rund 9000 Euro) aus. Nepal gehört nach UN-Angaben zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt und braucht das Geld aus dem Ausland.

In den vergangenen Wochen hatten Bergsteiger und Behördenmitarbeiter auf dem Berg von mindestens hundert Corona-Fällen auf dem Everest berichtet. Das nepalesische Tourismusministerium bestritt allerdings einen grösseren Corona-Ausbruch auf dem Everest. Die Frühlingssaison endete vergangene Woche. Dutzende Bergsteiger hatten ihre Expeditionen vor dem Start abgesagt oder abgebrochen. Der Mount Everest liegt auf der Grenze zwischen Nepal und China. Dieses Jahr hatte China keine Besteigungen zugelassen.

Nepal erlebt derzeit eine starke zweite Corona-Welle - wie kürzlich das Nachbarland Indien, mit dem Nepal eine 1770 Kilometer lange, relativ offene Grenze teilt.

Tierschutzbund: Corona-Ausbrüche auf 400 Nerzfarmen in der EU

04:45 Uhr: Auf mehr als 400 Nerzfarmen in Ländern der Europäischen Union sind nach Angaben von Tierschützern Corona-Ausbrüche bekannt geworden. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn waren dabei bis Mitte Mai in zehn EU-Staaten Millionen von Tieren betroffen.

Laut einer Aufstellung der Organisation wurde SARS-CoV-2 in Dänemark auf 290 Nerzfarmen nachgewiesen, in den Niederlanden waren es 69 und in Schweden 13. In Griechenland habe es in 22 von 91 Nerzfarmen positive Testungen gegeben. Weitere Nachweise gab es laut Tierschutzbund in Italien, Litauen, Polen, Spanien, Frankreich und Lettland. Die Tierschutz-Organisation forderte ein Verbot der Zucht und Haltung von Pelztieren.

Als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie hatte Dänemark alle Nerze in den Nerzzuchtbetrieben des Landes töten lassen. Der radikale Schritt war damit begründet worden, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Die Nerzhaltung in Dänemark wurde bis zum 31. Dezember 2021 verboten.

In Deutschland gibt es laut Tierschutzbund derzeit keine Nerzfarmen. Sie seien zwar nicht verboten, aber wegen der Haltungsvorgaben kein lukratives Geschäft, hiess es.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.