• 16:59 Uhr: ➤ RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig
  • 14:30 Uhr: 165 Personen nach Club-Besuch mit SARS-Cov-2 infiziert
  • 11:51 Uhr: Merkel und Spahn werben für hohe Impfquoten
  • 11:15 Uhr: Stiko-Chef zweifelt an Sinnhaftigkeit von Schüler-Massentests
  • 06:15 Uhr: Kassenärzte-Chef für baldiges Ende der Corona-Massnahmen für Geimpfte
  • 04:44 Uhr: RKI registriert 212 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,0

➤ RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig

Im Kampf gegen die Delta-Variante sollten laut Berechnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein. Das sind noch einmal fünf Prozentpunkte mehr, als Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Treffen geführt hatte.

"Bei rechtzeitigem Erreichen dieser Impfquote scheint eine ausgeprägte 4. Welle im kommenden Herbst/Winter unwahrscheinlich", heisst es in einem Papier, das am Montag veröffentlicht wurde.

Dennoch müsse sich die Bevölkerung weiter an die Basishygienemassnahmen halten. Möglicherweise sei es auch notwendig, bei ansteigenden Infektionszahlen Kontakte "zu einem gewissen Grad" zu reduzieren.

"Die Ergebnisse zeigen, dass unter den getroffenen Annahmen, insbesondere einer zunehmenden Dominanz der Delta­-Variante, die Impfkampagne mit hoher Intensität weitergeführt werden sollte." Das RKI ist vorsichtig optimistisch, dass die angestrebten Impfziele auch tatsächlich erreicht werden können.

So sei in einer Befragung von Bürgern zwischen Mitte Mai und Anfang Juni eine Impfbereitschaft ermittelt worden, die die "im Modell identifizierten Zielimpfquoten erreichbar erscheinen lassen". Bislang haben offiziellen Angaben zufolge 56,5 Prozent der Menschen in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten, 38,9 Prozent sind vollständig geimpft.

In den Modellszenarien des RKI wurde unter anderem der Einfluss der Impfquote auf die COVID-19-Inzidenz und auf die Intensivbettenbelegung bis Frühjahr 2022 simuliert. "Diese Szenarien sind keine exakten Prognosen, sondern eine Abschätzung des Einflusses der Massnahmen auf das Infektionsgeschehen", heisst es in der Analyse.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Luxemburgs Ministerpräsident erkrankt

17:45 Uhr: Der an COVID-19 erkrankte luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel ist nach Angaben seiner Regierung in einem "ernsten, aber stabilen" Zustand. Der 48-Jährige habe Atembeschwerden, müsse jedoch nicht künstlich beatmet werden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Bettels Büro. Demnach muss der Regierungschef voraussichtlich noch zwei bis vier Tage im Krankenhaus bleiben.

Wie die Regierung am Montag mitteilte, steht der 48-Jährige unter ständiger ärztlicher Beobachtung. Bei ihm sei am Wochenende eine unzureichende Sauerstoffsättigung festgestellt worden. Wegen verstärkter Symptome hatte man Bettel zuvor ins Krankenhaus gebracht.

Der Premierminister war am Sonntag vor einer Woche nach dem EU-Gipfel in Brüssel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er hatte nach Angaben seines Sprechers zunächst nur Fieber und Kopfschmerzen. Beim Gipfel hatte Bettel Kontakt mit vielen anderen europäischen Staats- und Regierungschefs, auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach eigenen Angaben wurde er bislang einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Stiko-Chef zweifelt an Sinnhaftigkeit von Schüler-Massentests

16:58 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zweifelt an der Sinnhaftigkeit von Massentests für Schüler. "Ich frage mich, wie wichtig es tatsächlich ist, jedes symptomlos infizierte Kind durch Testung zu entdecken", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" in Ravensburg. "Würde es möglicherweise reichen, jedes Kind mit Symptomen frühzeitig zu identifizieren und zu isolieren? Das mag zwar ketzerisch klingen, aber man sollte darüber nachdenken."

Kritik zog Mertens vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf sich. Mertens schüre Vorurteile gegenüber Schnelltests ohne echte Alternative, sagte Verbandschef Udo Beckmann. Beckmann erinnerte besorgt an die Reisetätigkeit in den Ferien, die grassierende Delta-Variante und die Quote an Vollgeimpften von etwas mehr als einem Drittel.

Mertens hatte argumentiert, alle Massnahmen zum Infektionsschutz an Schulen sollten "auch hinsichtlich ihrer spezifischen Wirksamkeit" überprüft werden. Diese solle man "möglichst sinnvoll" einsetzen.

Norwegen verschiebt Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen

15:54 Uhr: Aus Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus verschiebt Norwegen die Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen um mehrere Wochen. Die Entwicklung der Infektionslage sei zwar weiter positiv, sagte Regierungschefin Erna Solberg am Montag.

Die Regierung wolle aber weiter abwarten, wie "die Delta-Variante die Situation beeinflusst". Spätestens Ende Juli oder Anfang August sollen die letzten Beschränkungen dann aber aufgehoben werden.

Bei einer zu schnellen Öffnung bestehe das Risiko einer neuen Infektionswelle durch die Delta-Variante, die schon in einigen Wochen die dominante Virus-Variante in Norwegen sein werde, sagte Solberg. Betroffen wären dann vor allem Ungeimpfte, nur einfach Geimpfte und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, führte sie aus.

Norwegen hatte die Virus-Ausbreitung zuletzt weitgehend unter Kontrolle gebracht. Mitte Juni hatte die dritte von vier Öffnungsphasen begonnen. Die letzte Phase wird nun aber verschoben.

In Norwegen haben bisher gut 63 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Dosis eines -Corona-Impfstoffs erhalten. Mitte Mai hatte das skandinavische Land die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca wegen seltener schwerer Nebenwirkungen dauerhaft eingestellt. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird nur noch auf ausdrücklichen Wunsch verabreicht.

Biden am Nationalfeiertag: Corona-Impfung ist ein patriotischer Akt

Bidens Impfziel wurde verfehlt. Nun wirbt der US-Präsident erneut für die Impfung. Am Nationalfeiertag bezeichnet er die Impfung als das "Patriotischste", was die Bürger tun könnten.

Tschechien führt Testpflicht für Einreisende ein

15:39 Uhr: Aus Sorge vor der Delta-Variante des Coronavirus führt Tschechien von Freitag an eine Testpflicht für Einreisende und Reiserückkehrer ein. Das ging am Montag aus einer neuen Verordnung des Gesundheitsministeriums in Prag hervor.

Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt, muss ein negatives Antigen-Testergebnis dabei haben, das nicht älter als 48 Stunden ist, oder ein PCR-Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden ist. Zudem muss vorab ein Online-Meldeformular ausgefüllt werden. Wer seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist, braucht keinen Test.

Der sogenannte kleine Grenzverkehr innerhalb von 24 Stunden, zum Beispiel zum Einkaufen, bleibt ohne Auflagen möglich. Für viele andere Herkunftsstaaten gelten teils deutlich strengere Regeln. S

o müssen Reiserückkehrer aus Spanien in Quarantäne, aus der sie sich erst am fünften Tag mit einem negativen PCR-Test befreien können. Tschechien schliesst seine Grenzen ganz für Touristen aus Russland, Südafrika, Tunesien und einer Reihe weiterer Staaten.

Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante gilt als besonders ansteckend. Die Corona-Infektionslage in Tschechien hat sich zwar sehr gebessert, aber zuletzt gingen die Zahlen bei Neuinfektionen wieder nach oben.

Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen neun Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem EU-Mitgliedstaat mit knapp 10,7 Millionen Einwohnern mehr als 30.300 Menschen mit oder an einer Corona-Infektion gestorben.

Forderung nach Corona-Einkaufsgutscheinen stösst auf Widerspruch

15:22 Uhr: Die Forderung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) nach staatlichen Einkaufsgutscheinen zur Förderung des stationären Einzelhandels stösst in der Politik auf Widerspruch. Solche Gutscheine für die Verbraucher hätten "allenfalls einen kurzfristigen und konjunkturell kaum spürbaren Effekt", sagte der Regierungsbeauftragte für den Mittelstand, Thomas Bareiss (CDU), dem "Handelsblatt". Ziel müsse es aber sein, den stationären Einzelhandel langfristig attraktiv zu machen - auch durch flexiblere Öffnungszeiten.

Auch der Stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Michael Theurer, äusserte sich kritisch: "Der Vorschlag des HDE ist wahrscheinlich wettbewerbsrechtlich schwierig und könnte einen blossen Strohfeuer-Effekt auslösen", sagte der Liberale dem "Handelsblatt". Er sprach sich dafür aus, den Geschäften zumindest für einen Corona-Nachholeffekt zu erlauben, sonntags zu öffnen.

Offener für den Vorschlag des HDE zeigen sich die Grünen. "Kauf-vor-Ort-Gutscheine sind dann ein gutes Mittel, um den stationären Einzelhandel zielgerichtet zu stärken, wenn die Nachfrage schwächelt", sagte die Grünen-Wirtschaftspolitikerin Katharina Dröge.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte im Rahmen eines Zehn-Punkte-Plans für einen Neustart nach der Pandemie die Ausgabe eines staatlich finanzierten "City-Bonus" in Höhe von 200 Euro für alle Bürgerinnen und Bürger vorgeschlagen. Der Gutschein sollte nach den Vorstellungen des Verbandes nur in Betrieben, die von den Schliessungen unmittelbar betroffen waren, einlösbar sein.

Appell von Arbeitgebern und Gewerkschaften: Impfen lassen

15:03 Uhr: Arbeitgeber und Gewerkschaften haben gemeinsam Firmen und Beschäftigte in Deutschland dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Krise nicht nachzulassen. "Wirksame Schutzimpfungen sind der Königsweg aus der Pandemie", heisst es in einem am Montag veröffentlichten gemeinsamen Appell von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann. Es stünden mehrere gute, sichere und wirksame Impfstoffe in zunehmenden Mengen zur Verfügung.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir mit einer gemeinsamen Anstrengung der nationalen Impfkampagne zum Erfolg verhelfen und ein hohes Schutzniveau erreichen können", heisst es. "Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zu einer Normalisierung des wirtschaftlichen und des privaten Lebens."

Hintergrund des Appells sind Terminausfälle in Impfzentren. In dem Appell von Dulger und Hoffmann heisst es, Gewerkschaften und Arbeitgeber hätten frühzeitig daran mitgewirkt, hohe Hygienestandards in den Betrieben, verlässliche Teststrategien und eine rasche Umsetzung von Impfungen zu verwirklichen.

"Aus tiefer Sorge, dass wir das Erreichte verspielen, wenden wir uns nun gemeinsam an alle Arbeitgeber und Beschäftigte in Deutschland. Seien Sie weiter umsichtig und verantwortungsvoll. Wirken Sie weiter mit, die Menschen in den Betrieben vor Ansteckung zu schützen. Nehmen Sie die Impfangebote an. Lassen Sie beim Testen nicht nach und ermöglichen Sie, wo es möglich und sinnvoll ist weiterhin Home-Office."

An die Arbeitgeber wird appelliert, wo immer dies möglich sei, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern betriebliche Impfungen und Testungen anzubieten. "Gleichzeitig appellieren wir an die Beschäftigten, die Impf- und Testangebote anzunehmen und so zu einer hohen Durchimpfungsrate und einem hohen Schutzniveau beizutragen." Bis zum Erreichen einer hohen Durchimpfungsrate trage ein breites Testangebot zur Erhöhung der Sicherheit vor Ansteckungen und Eindämmung der Pandemie bei.

165 Personen nach Club-Besuch mit Corona infiziert

14:30 Uhr: In den Niederlanden haben sich zahlreiche Besucher eines Clubs mit SARS-CoV-2 infiziert. Etwa 600 Personen waren bei der Veranstaltung im The Aspen Valley in Enschede laut "DutchNews.nl" dabei.

Von ihnen wurden im Nachgang bisher mindestens 165 positiv auf Corona getestet - und das, obwohl für Veranstaltungen in den Niederlanden die 3G-Regel gilt: Man muss getestet, geimpft oder genesen sein, um teilnehmen zu können.

Es war die erste Veranstaltung, die nach 15 Monaten in dem Club stattfinden durfte. Laut dem niederländischen Nachrichtenportal hat die Location seitdem geschlossen.

In den Niederlanden sind Clubs und Diskos wieder geöffnet, gefeiert wird dann ohne Maske und Abstand. Die Gäste müssen allerdings vorweisen können, dass sie vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

Maas beruhigt Spanien-Urlauber: Corona-Lage "nicht besorgniserregend"

13:41 Uhr: Bundesaussenminister Heiko Maas hält die Corona-Lage in Spanien trotz steigender Infektionszahlen derzeit nicht für besorgniserregend. "Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten liessen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können", sagte Maas am Montag bei einem Besuch in der Hauptstadt Madrid. Es bestehe weiterhin Grund zur Vorsicht. Aber er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe.

In Spanien steigen die Zahlen seit knapp zwei Wochen wieder deutlich. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) liegt inzwischen knapp über 100 - 20 Mal so hoch wie in Deutschland. In der Europäischen Union kommen nur Zypern und Portugal auf noch höhere Werte. Die Bundesregierung hat 6 von 17 Regionen Spaniens als Risikogebiete eingestuft, darunter die sehr beliebten Urlaubsgebiete Andalusien mit der Costa del Sol und Katalonien mit Barcelona und der Costa Brava.

In der Regel werden Regionen mit einer Inzidenz über 50 als Risikogebiete eingestuft. Auch die Balearen mit Mallorca (94,1) und die Kanaren (79,1) könnten bald in diese Kategorie fallen.

Bundesregierung gegen Sanktionen für Impftermin-Schwänzer

12:29 Uhr: Die Bundesregierung hat sich gegen Sanktionen für Impftermin-Schwänzer ausgesprochen. Gleichzeitig rief Regierungssprecher Steffen Seibert die Bevölkerung am Montag in Berlin dazu auf, sich impfen zu lassen. "Nehmen Sie diese Angebote wahr – Sie schützen sich nicht nur selbst vor einer potenziell schweren Krankheit (…), Sie schützen auch uns alle", sagte Seibert.

An jene, die einen Termin nicht einhalten, richtete Seibert den "dringenden Appell": "Sagen Sie ab!". Die Bundesregierung habe aber keine Planungen für Strafzahlungen für nicht abgesagte Termine. Am Wochenende war eine Diskussion über Strafen für geschwänzte Impftermine aufgekommen.

Bei der Beurteilung der Corona-Lage sei unter anderem massgeblich, wie viele Menschen mit den Impfungen erreicht werden, sagte Seibert. Hinzu komme, wie sich die ansteckendere Delta-Variante in Deutschland ausbreite und inwieweit es mit dem Delta-Anstieg mehr Corona-Fälle in Kliniken und speziell auf Intensivstationen gebe.

Merkel und Spahn werben für hohe Impfquoten - Sorgen wegen Delta

11:51 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) haben angesichts der sich rasch ausbreitenden aggressiveren Delta-Variante des Coronavirus auf die Bedeutung der Impfungen hingewiesen. Man müsse bei der Impfquote Richtung 80 Prozent kommen, mahnte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in den letzten regulären Beratungen der CDU-Spitze vor der Sommerpause in Berlin.

Vor allem ungeimpfte Kinder würden im Herbst noch verwundbar sein. Zugleich wies sie demnach darauf hin, dass die Hospitalisierung bei der Delta-Variante in anderen Ländern nicht so hoch sei.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums hatten bis Sonntag 56,5 Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, vollständig geimpft waren demnach 38,9 Prozent. Hat sich der Impfschutz komplett aufgebaut, haben die Geimpften nach bisherigem Kenntnisstand auch bei Delta einen hohen Schutz vor einer Krankenhausbehandlung.

Spahn sagte nach den Teilnehmerangaben im Präsidium, es laufe gut beim Impfen, das Tempo nehme aber ab. In den Impfzentren seien die Termine nicht gleich weg, sondern durchaus eine Weile verfügbar. Er sprach sich dafür aus, Impfangebote etwa mit Aktivitäten der Menschen zu verbinden, beispielsweise einem Stadionbesuch.

Geimpft sein müsse einen Unterschied machen zu nicht geimpft sein. Auffrischungsimpfungen könnten aufgrund der Kapazitäten im Herbst angeboten werden. Bei den Meldepflichten würden verstärkt neue Parameter in die Statistik aufgenommen, etwa nicht nur die Belegung der Intensivbetten, sondern auch der Krankenhausaufenthalt.

Stiko-Chef zweifelt an Sinnhaftigkeit von Schüler-Massentests

11:15 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zweifelt an der Sinnhaftigkeit von Massentests für Schüler. "Ich frage mich, wie wichtig es tatsächlich ist, jedes symptomlos infizierte Kind durch Testung zu entdecken", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" (Montagausgabe) in Ravensburg. "Würde es möglicherweise reichen, jedes Kind mit Symptomen frühzeitig zu identifizieren und zu isolieren? Das mag zwar ketzerisch klingen, aber man sollte darüber nachdenken."

Mertens betonte, alle Massnahmen zum Infektionsschutz an Schulen sollten "auch hinsichtlich ihrer spezifischen Wirksamkeit" überprüft werden. Diese solle man "möglichst sinnvoll" einsetzen.

Norwegen-Urlaub für Deutsche wieder möglich

10:53 Uhr: Deutsche Touristen können seit Montag wieder Urlaub in Norwegen machen. Das skandinavische Land richtet sich von nun an nach dem Ampelsystem der EU für die Kategorisierung der Infektionsgefahr. Die Bundesrepublik ist damit ebenso wie eine Reihe von anderen EU-Ländern als "grün" eingestuft worden, was bedeutet, dass Menschen aus diesen Staaten wieder einreisen dürfen, ohne in Quarantäne zu müssen. Das hatte die norwegische Regierung am Freitag mitgeteilt. Jeder Einreisende mit Ausnahme von Geimpften und Genesenen muss aber eine Einreiseanmeldung ausfüllen und sich an der Grenze per Schnelltest auf das Coronavirus testen lassen.

Bislang hatte Norwegen wegen der Corona-Pandemie weit strengere Einreiseregeln als andere europäische Länder. Fast zwei Drittel der erwachsenen Norwegerinnen und Norweger haben mittlerweile ihre erste Impfdosis erhalten, knapp 37 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

Trotz wachsender Infektionen: Johnson will Corona-Massnahmen lockern

09:48 Uhr: Abstandsregeln, Maskenpflicht, Homeoffice: Der britische Premierminister Boris Johnson will trotz steigender Infektionszahlen die verbliebenen Corona-Massnahmen in England bis zum 19. Juli weitgehend aufheben. Das geht aus einer Pressemitteilung der Regierung am Montag hervor. Johnson wollte noch am Abend die Pläne in einer Pressekonferenz vorstellen.

In Grossbritannien steigen die Infektionszahlen seit Wochen wieder stark an. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 214 angegeben (Stand: 29. Juni). Allein am Sonntag waren mehr als 24.000 Neuinfektionen registriert worden. Zurückgeführt wird das auf die Delta-Variante, die in Grossbritannien inzwischen mehr als 90 Prozent der Fälle ausmacht.

Gleichzeitig verblieb die Zahl der Todesfälle mit 122 Covid-Toten innerhalb einer Woche (bis zum 29. Juni) derzeit noch auf relativ niedrigem Niveau. Auch die Krankenhauseinweisungen steigen bislang nicht im selben Masse wie die Ansteckungen. Die Regierung führt das auf die erfolgreiche Impfkampagne zurück. Inzwischen sind 86 Prozent der Erwachsenen in Grossbritannien mindestens einmal geimpft. Knapp 64 Prozent der über 18-Jährigen haben bereits beide Impfungen.

Die Regierung in London geht davon aus, dass die Infektionszahlen weiterhin steigen werden, doch man müsse nun lernen, mit dem Virus zu leben. Die Eindämmung der Pandemie soll künftig den Menschen selbst überlassen werden. "Während wir lernen, mit dem Virus zu leben, müssen wir alle weiterhin umsichtig mit den Risiken durch COVID-19 umgehen und Abwägungen im täglichen Leben treffen", sagte Johnson der Mitteilung zufolge.

FDP-Politiker: Bussgeld hilft nicht bei Steigerung der Impfquote

09:18 Uhr:Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, lehnt Bussgelder für Menschen ab, die einen Termin für eine Corona-Impfung ausfallen lassen. "Eine Strafe ist das Falsche", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion Marco Buschmann am Montag im ARD-"Morgenmagazin". "Wenn ich die Menschen jetzt einem Strafrisiko aussetze, wenn sie sich anmelden, dann sorge ich dafür, dass sich möglicherweise weniger Menschen anmelden. Und das ist das Gegenteil von dem, was wir brauchen. Wir brauchen ja möglichst viele geimpfte Menschen."

Eine staatlicher Eingriff wie ein Bussgeld werde nicht dabei helfen, die Impfquote zu steigern, sagte Buschmann. Für jeden medizinischen Eingriff sei eine Einwilligung notwendig. "Eine Einwilligung setzt voraus, dass die Menschen sich frei entschieden haben für diese Behandlung, und ich finde es nicht gut, wenn wir mit Zwangsmassnahmen kommen, weil das würde diese Einwilligung beeinträchtigen."

Kassenärzte-Chef für baldiges Ende der Corona-Massnahmen für Geimpfte

06:15 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat das Ende aller Corona-Massnahmen für vollständig Geimpfte gefordert. "Spätestens September wird für jeden Impf-Willigen ein Impfangebot verfügbar sein, dann müssen eigentlich nahezu alle Corona-Massnahmen weg", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Jeder kann dann immer noch individuell entscheiden, ob er oder sie weiter Maske tragen will - Pflicht sollte es dann aber nicht mehr sein."

Der Wegfall der Massnahm

en sei auch wichtig, um die Impfmoral der Bundesbürger hochzuhalten. "Mancher wird sich sonst fragen: Warum sollte ich mich impfen lassen, vielleicht zwei Tage Kopfweh oder andere Impfnebenwirkungen in Kauf nehmen und etwas für die Herdenimmunität tun, wenn ich weiterhin Maske tragen muss, nur weil sich 20 bis 30 Prozent der Leute weigern."

RKI registriert 212 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,0

04:44 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 212 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 219 Ansteckungen gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,0 an (Vortag: 5,0; Vorwoche: 5,6). Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz während der dritten Corona-Welle hatte es am 26. April 2021 mit 169,3 gegeben. Danach sank der Wert - von wenigen Ausreissern abgesehen - ziemlich stetig. Zuletzt deutete sich aber eine mögliche Trendwende an, vor der Pandemie-Experten wegen der zunehmenden Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante schon seit längerem warnen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.731.124 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.629.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.031.

FDP fordert von Regierung Vorbereitung auf mögliche neue Corona-Welle

04:15 Uhr: Angesichts der sich schnell ausbreitenden Delta-Variante des Corona-Virus fordert die FDP-Bundestagsfraktion die Regierung zum Handeln auf. "Die Bundesregierung darf die Sommermonate auf keinen Fall ungenutzt lassen, um sich auf den Herbst und eine mögliche vierte Welle vorzubereiten", sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Bettina Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es geht dabei nicht um Alarmismus, aber die Warnungen der Wissenschaftler müssen ernst genommen werden", betonte sie. Es dürfe nicht passieren, "dass wir in ein paar Monaten der pandemischen Entwicklung erneut hinterherlaufen".

Konkret forderte die FDP-Politikerin von der Bundesregierung, eine ausreichende Impfstoff-Versorgung für Auffrischungsimpfungen im Herbst sicherzustellen. Im Schulbereich müsse mit maximaler Anstrengung an einer Ausstattung aller Klassenzimmer mit Luftfiltern gearbeitet werden. "Bundesbildungsministerin Anja Karliczek steht hier in der Pflicht." Zudem müssten schnellstens Vorgaben für Reiserückkehrer und ausländische Touristen sowie ein geregeltes Verfahren für Kontrollen etabliert werden. "Dass dies nicht bereits umfassend geschehen ist, gehört ebenfalls zu den Versäumnissen der Bundesregierung."

In den kommenden Wochen werde es sich entscheiden, wie Deutschland die Herausforderungen im Herbst meistern werde, sagte Stark-Watzinger. "Die grosse Koalition darf daher jetzt nicht vollkommen in den Wahlkampf abtauchen, sondern muss dringend ihre Aufgaben mit Blick auf die Bekämpfung der Pandemie erledigen."

Biden am Nationalfeiertag: Corona-Impfung ist ein patriotischer Akt

02:32 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner am Nationalfeiertag mit Nachdruck zur Impfung aufgefordert, um gemeinsam die "Unabhängigkeit" vom Coronavirus zu erreichen. Sich impfen zu lassen sei das "Patriotischste", was die Bürger jetzt tun könnten, sagte Biden am Sonntagabend (Ortszeit), dem Unabhängigkeitstag, im Garten des Weissen Hauses. "Also bitte: Falls Sie noch nicht geimpft sind, tun Sie es. Tun Sie es jetzt - für sich selbst, für Ihre Lieben, für Ihre Gemeinde, für Ihr Land."

Dank der Impfkampagne seien die USA "näher dran als je zuvor, ihre Unabhängigkeit von dem tödlichen Virus zu erklären", betonte Biden. Das Virus sei aber noch nicht besiegt, zudem gebe es neue gefährliche Varianten. "Aber die beste Verteidigung gegen diese Varianten ist, sich impfen zu lassen", sagte Biden. Dank der Impfungen kontrolliere das Virus das Leben der Menschen nicht mehr, "es lähmt unser Land nicht mehr, und es liegt in unserer Macht, dafür zu sorgen, dass es nie wieder so kommt".

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.