• 16:25 Uhr: ➤ Inzwischen 39 Corona-Infizierte nach 2G-Party in Münster
  • 16:03 Uhr: Kreta und Korsika ab Sonntag keine Corona-Hochrisikogebiete mehr
  • 13:59 Uhr: Lauterbach lehnt die Idee der unbezahlten Quarantäne ab
  • 12:08 Uhr: Fast jeder vierte Jugendliche vollständig geimpft
  • 10:54 Uhr: Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende
  • 09:05 Uhr: Biontech-Gründer kündigt Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren in wenigen Wochen an

Corona-Live-Ticker vom 10. September zum Nachlesen

➤ Inzwischen 39 Corona-Infizierte nach 2G-Party in Münster

Im Fall der Corona-Infektionen bei einer Clubparty unter "2G"-Bedingungen in Münster ist die Zahl der bekannt gewordenen Infizierten auf 39 gestiegen. Weitere Ansteckungen seien wahrscheinlich, berichtete die Stadtverwaltung am Freitag. Bei den Betroffenen handele es sich hauptsächlich um immunisierte Personen zwischen Anfang und Mitte 20.

Sie hätten milde oder gar keine Symptome. 22 Infizierte kämen aus Münster. Die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten gestalte sich schwierig, da die aktuelle Corona-Schutzverordnung keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe. Die Gäste hatten sich am 3. September bei der Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt.

Die Stadt lobte unterdessen die Clubbetreiber. Das vom Club bereits Mitte August eingebrachte Hygienekonzept werde von der Verwaltung als vorbildlich bewertet.

Die Betreiber hätten die vorgeschriebene 3G-Zugangsvoraussetzung selbstständig auf 2G verschärft, womit ausschliesslich Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten sollten. Trotz des Lobs forderte das Gesundheitsamt die Impfnachweise der betroffenen Gäste an.

Die weiteren Corona-News des Tages:

OVG: PCR-Pflichttest für nicht immunisierte Diskobesucher verhältnismässig

Ungeimpfte Diskothekenbesucher müssen nach einer Gerichtsentscheidung in Nordrhein-Westfalen einen PCR-Test vornehmen lassen. Solch ein verpflichtender Test sei "verhältnismässig", entschied das Oberverwaltungsgericht des Landes am Freitag in Münster.

Das Gericht wies damit einen Eilantrag eines Diskothekenbetreibers gegen die PCR-Testpflicht für Diskobesucher, die keine Corona-Impfung haben und auch nicht von Coronaenesen sind, ab. (Az: 13 B 1412/21.NE)

Nach der aktuellen Coronaschutzverordnung des Bundeslands dürfen nicht immunisierte Menschen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 oder darüber eine Diskothek nur besuchen, wenn sie über einen aktuellen negativen PCR-Test verfügen.

Dagegen klagte der Betreiber einer Grossraumdiskothek in Hagen. Die Disko hat die maximale Gästeanzahl um die Hälfte reduziert und macht den Zutritt von einem Antigen-Schnelltests in einem von ihr betriebenen Corona-Testzentrum abhängig.

Zur Begründung des Antrags machte die Klägerin geltend, die Kosten und der höhere Planungsaufwand eines PCR-Tests würden etwa 30 Prozent ihrer potenziellen Gäste vom Besuch der Diskothek abhalten. Auch sei ein Antigen-Schnelltest ausreichend.

Dem folgte das OVG nicht. Die PCR-Testpflicht für nicht immunisierte Besucher von Diskotheken verletze deren Betreiber "nicht offensichtlich in ihren grundgesetzlich geschützten Rechten". Mit der Verordnung werde dem Umstand Rechnung getragen, dass die Bedingungen in Diskotheken Infektionen besonders begünstigen können.

Diskotheken würden in geschlossenen Räumen bei lauter Musik betrieben, die zumindest lautes Sprechen unabdingbar mache. Auf der Tanzfläche könne zudem aufgrund "einer alkoholbedingt enthemmten Grundstimmung" die Wahrung des Mindestabstands nicht sichergestellt werden, urteilte das Gericht.

PCR-Tests, die im Vergleich zu einem Antigen-Schnelltest sensibler und genauer sind, seien daher verhältnismässig. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Corona-Verschärfungen in Österreich für Ungeimpfte

In Österreich wird das Leben für Menschen, die nicht gegen Corona geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, deutlich unbequemer. Die Regierung hat am Mittwoch einen Stufenplan beschlossen, der bei starker Belastung der Kliniken den Zugang zu Veranstaltungen und in Gaststätten nur noch mit PCR-Tests oder Impfung ermöglicht.

Bouffier: Viel spricht für PCR-Tests für Ungeimpfte

17:24 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hält bei den Corona-Zugangsregelungen für Ungeimpfte die Anwendung von PCR-Tests in bestimmten Bereichen für angebracht. Menschen ohne Schutzimpfung oder überstandene Corona-Erkrankung müsse man weiter am Leben teilnehmen lassen, sagte der CDU-Politiker im Hessischen Rundfunk.

"Ich kann das Rathaus nicht zumachen, und ich kann auch vieles andere nicht zumachen. Der muss dann halt getestet werden. Und zwar so, dass wir sicher sein können, dass durch solche Personen nicht eine Gefahr für die Sicherheit anderer Menschen entsteht."

Bouffier sagte, deshalb spreche viel dafür, PCR-Tests statt Schnelltests zu verlangen. "Wir stimmen uns ja auch mit den anderen Bundesländern ab", so der Ministerpräsident. "Ein PCR-Test hat den Vorteil, dass er sehr viel genauer ist. Ich glaube, darauf wird es hinauslaufen."

Das Land Hessen will unterdessen auch die Frage nach wegfallenden Quarantäne-Entschädigungen für Ungeimpfte in den Blick nehmen - und spricht sich für möglichst bundeseinheitliche Regelungen aus. Das sagte ein Regierungssprecher in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur.

Ob auch Hessen künftig Menschen ohne Impfung für Verdienstausfälle bei angeordneter Quarantäne keinen Ausgleich mehr zahlt, soll Anfang der Woche Thema des Corona-Kabinetts sein. Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen haben das schon angekündigt.

Tausende protestieren in Litauen gegen Corona-Gesundheitspass

17:11 Uhr: Tausende Menschen haben am Freitag in der litauischen Hauptstadt Vilnius gegen einen von der Regierung eingeführten Corona-Gesundheitspass demonstriert. In dem baltischen EU-Land muss ab Montag jeder beim Besuch von Einkaufszentren, Restaurants und Schönheitssalons mit einem sogenannten "Chancen-Pass" nachweisen, dass er vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

"Ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen, aber es muss möglich sein, dass man selbst entscheiden kann, und nicht Bedingungen geschaffen werden, unter denen man einfach geimpft sein muss", sagte die 56 Jahre alte Demonstrantin Rima Junel.

Polizeiangaben zufolge waren fast 5.000 Demonstranten bei der Protestaktion im Stadtzentrum, zwei Menschen wurden festgenommen. Der 51 Jahre alte Geschäftsmann Valdas Vitkus bezeichnete die Entscheidung der Mitte-Rechts-Regierung als "diktatorisch".

Bei einer Anti-Impf-Demonstration im vergangenen Monat in der Nähe des Parlaments war es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, in deren Folge mehrere dutzend Menschen wegen Randalierens festgenommen wurden.

Offiziellen Angaben zufolge waren bis Anfang September rund 65 Prozent der Erwachsenen in dem 2,8 Millionen Einwohner zählenden Land vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Doch die rasche Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante führte zu einem sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. Insgesamt hat Litauen seit Pandemiebeginn 306.558 Corona-Fälle und 4.655 Todesfälle gemeldet.

Merkel wirbt bei letzter Bundestagsdebatte für Union

Die Anwärter aufs Kanzleramt treffen bei der letzten Bundestagsdebatte aufeinander. Die Fehleinschätzung zu Afghanistan, Corona und der Wiederaufbau in den vom Unwetter zerstörten Dörfern im Westen Deutschlands - an Krisenthemen herrscht kein Mangel. Vorschaubild: imago

CSU-Parteitag: 97 Prozent gegen Corona geimpft

16:51 Uhr: Beim am Freitag in Nürnberg eröffneten Parteitag der CSU sind 97 Prozent der Delegierten und Beobachter gegen das Coronavirus geimpft. Das gab Generalsekretär Markus Blume zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung bekannt.

Insgesamt waren knapp 900 Delegierte geladen, dazu kommen weitere mehrere weitere Hundert Menschen in der Nürnberger Messehalle wie Personal, Sicherheitskräfte und Journalisten, die dem Parteitag beiwohnen. Alle Anwesenden mussten entsprechend der sogenannten 3-G-Regel beim Einlass ihren Status hinterlassen.

Blume scherzte, die Impfquote könne auch ein Hinweis auf das Ergebnis der für den Abend geplanten Wahl der Parteiführung sein. Zur Wiederwahl steht unter anderem Parteichef Markus Söder.

Thailand will Hauptstadt Bangkok im Oktober für geimpfte Urlauber öffnen

16:20 Uhr: Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Touristen sollen ab Oktober wieder in die thailändische Hauptstadt Bangkok und vier weitere Provinzen reisen können. Wie die thailändische Tourismusbehörde am Freitag mitteilte, fällt für ausländische Reisende mit Impfnachweis in Bangkok und den Provinzen Chiang Mai, Chon Buri, Phetchaburi und Prachuap Khiri Khan ab dem 1. Oktober die bisher obligatorische Hotel-Quarantäne weg.

Stattdessen sollen die Regeln eines Modellprojekts gelten, das bereits seit Juli auf der Ferieninsel Phuket erprobt wird. Im sogenannten Sandkasten-Programm müssen sich die Urlauber eine Woche lang in einer bestimmten Region aufhalten und sich regelmässig testen lassen.

Im Laufe des Oktobers sollen nach Angaben der Tourismusbehörde dann noch 21 weitere Reiseziele in das Programm aufgenommen werden, darunter Chiang Rai, Sukhothai und Rayong.

Thailand kämpft gerade gegen seine dritte und bisher schlimmste Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotzdem soll der Tourismussektor wieder in Schwung gebracht werden. Er erwirtschaftet normalerweise fast 20 Prozent des thailändischen Bruttoinlandsproduktes.

Kreta und Korsika ab Sonntag keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

16:03 Uhr: Die Bundesregierung streicht die beliebten Ferieninseln Kreta und Korsika sowie die französische Region Okzitanien ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. In Frankreich gilt diese Einstufung dann nur noch für die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur und einige Überseegebiete, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte.

Griechenland - wo neben Kreta auch die südliche Ägäis diese Einstufung verliert - wird damit nun vollständig von der Liste gestrichen.

Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden Norwegen mit den Provinzen Oslo und Viken sowie Bosnien-Herzegowina, Nicaragua und Grenada. Dieser Kategorie werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko zugeordnet. Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

Für die Einstufung sind - anders als früher - nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Von Sonntag an ist auch ein grosser Teil Südamerikas wieder "risikofrei": Argentinien, Bolivien, Paraguay, Ecuador und Peru werden von der Liste gestrichen. Ausserdem werden Oman und Namibia gestrichen.

Vorsitzender des Weltärztebunds fordert 2G-Regel für Deutschland

Der Vorsitzende des Weltärztebundes favorisiert strengere Massnahmen, um den steigenden Infektionszahlen zu begegnen. Diese sollen auch als Impfanreiz dienen.

Tschechien setzt Österreich auf Corona-Ampel auf Rot

15:44 Uhr: Nach Deutschland und der Schweiz färben sich nun auch Österreich und Kroatien auf der tschechischen Corona-Einreiseampel rot. Dies gelte von Montag an, teilte das Aussenministerium in Prag am Freitag mit.

Ungeimpfte Menschen aus diesen Ländern müssen bei der Einreise nach Tschechien einen negativen PCR-Test vorweisen und sich in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens am fünften Tag mit einem zweiten negativen PCR-Testergebnis beendet werden.

Wer seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist, muss indes nur das Online-Meldeformular ausfüllen. Tschechien setzt dabei auf das digitale COVID-Zertifikat der EU, das auch als Eintrittskarte für Hotels, Restaurants und Schwimmbäder dient. Für den kleinen Grenzverkehr - also kurzzeitige Aufenthalte in Tschechien - und für grenzüberschreitende Berufspendler gibt es Ausnahmeregeln.

In Tschechien steigen die Corona-Fallzahlen langsam wieder an. Nach aktuellen Zahlen gab es innerhalb von sieben Tagen 23 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Mehr als 5,8 Millionen der rund 11,7 Millionen Einwohner des Landes sind vollständig geimpft.

Berliner Senat will kommende Woche über Einführung von 2G-Regelung entscheiden

15:41 Uhr: Der Berliner Senat will in der kommenden Woche über die Einführung einer 2G-Regelung in der Hauptstadt entscheiden. "Wir müssen jetzt sehen, wie wir möglichst früh Schutzmassnahmen ergreifen, damit nicht wieder unsere Krankenhäuser und die Intensivstationen an eine Belastungsgrenze kommen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Freitag im ARD-"Mittagsmagazin".

In den Krankenhäusern seien die meisten der schwer Erkrankten ungeimpft. "Der Druck kommt natürlich auch von der privaten Wirtschaft, von privaten Restaurant-, Konzert-, Reiseveranstaltern, die dann eben auch sagen, wir lassen in unsere Räume nur noch Genesene oder Geimpfte", sagte Müller.

Dadurch erhöhe sich der Druck, dies auch für andere Lebensbereiche zu organisieren und Regeln zu formulieren. In allen Bundesländern werde 2G-Regeln diskutiert. Dies sei "eine natürliche Diskussion aus unserem Zusammenleben, wo wir uns ja nicht nur selbst, sondern auch andere mit der Impfung schützen wollen und schützen müssen".

Der Berliner Senat hatte die 2G-Regel bereits für einige Bereiche eingeführt. Geimpfte und Genesene dürfen seit dem vergangenen Wochenende wieder in den Innenbereichen von Klubs und Diskotheken tanzen. In Saunen, Thermen und ähnlichen Einrichtungen dürfen beide Gruppen wieder an Aufgüssen teilnehmen und Dampfbäder betreten.

Festival-Zeit beginnt in Indien: Angst vor dritter Corona-Welle

15:29 Uhr: Zu Beginn eines wichtigen Festivals in der indischen Millionenstadt Mumbai haben die Behörden Corona-Beschränkungen verkündet. Normalerweise kommen zu dem rund zehntägigen hinduistischen Fest Ganesha Chaturthi grosse Menschenmengen zusammen.

Sie feiern den Gott Ganesha mit dem Elefantenkopf, sie singen und tanzen und versenken zum Schluss Statuen des Gottes im Meer. Millionen Menschen sind normalerweise dabei. Der Hinduismus ist die drittgrösste Religion weltweit.

Nun sind bei dem Fest, das am Freitag begann, keine öffentlichen Umzüge erlaubt und Menschen dürfen keine Zelte mit Gottstatuen besuchen, wie die Polizei mitteilte. Auch beim Versenken der Statuen gebe es Beschränkungen.

In dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land Indien sind die Corona-Zahlen seit dem Ende der heftigen Welle im Frühjahr relativ stabil mit 30.000 bis 40.000 bekannten Neuinfektionen am Tag. Behörden warnen jedoch, dass die Zahlen bald wieder steigen könnten, und sie warnen vor einer dritten Welle.

Denn neben dem Ganesha-Fest stehen bald auch andere besonders wichtige hinduistische Feste an - und diese führen normalerweise zu grossen Menschenmengen. Auch vor der heftigen zweiten Welle in Indien, die im Zusammenhang mit der Delta-Variante steht, gab es grosse hinduistische Feste in Indien. In absoluten Zahlen gibt es in Indien am weltweit zweitmeisten bekannte Coronavirus-Fälle - insgesamt mehr als 33 Millionen.

Spahn zu Kinder-Impfung: Baldiger Zulassungs-Antrag "gute Nachricht"

15:12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) freut sich über Fortschritte auf dem Weg zu einer Corona-Impfung von Kindern unter zwölf Jahren. Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hatte am Freitag angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen.

"Das ist eine gute Nachricht", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Zulassung
würde es ermöglichen, auch jüngere Kinder besser zuschützen."

Die Ergebnisse einer Kinder-Studie würden den Behörden weltweit, "auch hier in Europa", vorgelegt, sagte die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci dem "Spiegel". "Wir bereiten bereits die Produktion vor. Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden."

Die Studienergebnisse liegen laut Biontech vor und müssten nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. "Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin dem "Spiegel". Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu den jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet.

Experte: Kinder-Impfung vor allem für Risikopatienten wichtig

15:01 Uhr: Von einer Corona-Impfung für Jungen und Mädchen unter zwölf Jahren können nach Ansicht eines Experten für Kindermedizin vor allem besonders gefährdete Patienten profitieren.

"Auch in der Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen gibt es natürlich Risikogruppen, deren Gesundheit und Teilhabe am sozialen Leben deutlich verbessert wird, wenn es ein Impfangebot gibt", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele nannte er Kinder mit einer schweren chronischen Erkrankung oder einem geschwächten Immunsystem.

"Mich erreichen immer wieder Anrufe und E-Mails verzweifelter Eltern, die sich zum Teil seit Beginn der Pandemie nicht mehr trauen, mit ihren Kindern auszugehen, und inzwischen die Geduld fast verloren haben", berichtete Dötsch. Er könne sich vorstellen, dass sich die Ständige Impfkommission (Stiko) nach einer Zulassung des Impfstoffs - wenn die Abläufe ähnlich sind wie bei den 12- bis 17-Jährigen - erst einmal um die Risikopatienten kümmern wird.

Die Stiko werde das Risiko, dass der Impfstoff eventuell noch unerwartete Nebenwirkungen hätte, gegen den Nutzen des Impfschutzes abwägen müssen. Für alle anderen Kindern werde die Kommission vermutlich noch weitere Daten abwarten, bis sie den Impfstoff empfehle.

Nach Ansicht des Experten spielt die Dosierung anders als bei der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren bei den Fünf- bis Elfjährigen eine ganz wichtige Rolle. "Das liegt zum einen daran, dass sich das Körpergewicht bei diesen Kindern doch sehr stark von dem eines Erwachsenen unterscheidet", erklärte Dötsch. Zum anderen gehe es um das Immunsystem.

"Die Medizin geht davon aus, dass das ab einem Alter von etwa zwölf Jahren vollständig ausgebildet ist." Bei Jüngeren entwickele es sich noch. "Das sind zwei Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen und weshalb man sehr sorgfältig vorgehen muss", sagte Dötsch weiter.

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hatte am Freitag angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen.

Trotz "2G"-Regel: Mindestens 26 Neuinfektionen nach 2G-Party in Münster

Bei einer Partynacht mit "2G"-Zugangsbeschränkung in einem Club in Münster (NRW) haben sich vergangene Woche mindestens 26 Menschen mit Corona infiziert, hauptsächlich Mittzwanziger. © ProSiebenSat.1

Letzte Corona-Beschränkungen in Dänemark aufgehoben

14:51 Uhr: In Dänemark sind die letzten in der Pandemie eingeführten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. Seit Freitag muss man auch bei bestimmten Grossveranstaltungen mit mehr als 2.000 Zuschauern wie Spielen in der obersten dänischen Fussballliga keinen Corona-Pass mehr vorzeigen. Der Nachweis, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet worden ist, entfällt auch in den gerade erst wieder eröffneten Diskotheken.

Zugleich wird COVID-19, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung, nicht mehr länger als "gesellschaftskritische Krankheit" eingestuft. Diese Kategorisierung war die Grundlage etwa für Versammlungsverbote oder Maskenpflicht.

Stattdessen gilt COVID-19 nun als eine "allgemein gefährliche Krankheit" - das bedeutet unter anderem, dass es weiter gewisse Beschränkungen bei der Einreise ins Land gibt. Die Behörden können zudem weiterhin lokale Einschränkungen einführen, etwa die vorübergehende Schliessung einer Schule nach einem Corona-Ausbruch oder Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen.

Nur dank des weiten Fortschritts beim Impfen, der Kontrolle über die Epidemie und des grossen Einsatzes der gesamten dänischen Bevölkerung sei die endgültige Lockerung möglich, erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Freitag. Man beobachte die Epidemie weiter genau und sei bereit, bei ernsthaften Entwicklungen schnell zu handeln.

Zugleich will die dänische Gesundheitsverwaltung mit einer neuen Kampagne daran arbeiten, dass die Menschen an coronabedingten Gewohnheiten festhalten. Dazu zählen etwa die gründliche Handhygiene und dass man zu Hause bleibt, wenn man krank ist oder Symptome zeigt.

Erster Corona-Todesfall in Neukaledonien

14:39 Uhr: In Neukaledonien hat es einen ersten Corona-Todesfall gegeben. Wie die Regierung des französischen Überseegebiets im Pazifik am Freitag mitteilte, hatte das 75 Jahre alte Todesopfer zuvor mehrere Tage im Krankenhaus gelegen.

Regierungschef Louis Mapou warnte, die Inselgruppe, die von der Corona-Pandemie zunächst weitgehend verschont geblieben war, sei mit einer "noch nie dagewesenen Krise" konfrontiert. Seitdem am Montag mehrere Infektionsfälle festgestellt wurden, gilt auf den Inseln ein strikter Lockdown.

Mapou forderte die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Bisher ist die Impfrate mit rund 30 Prozent niedrig. Seit Bekanntwerden der einheimischen Ansteckungsfälle Anfang der Woche hat es aber einen Ansturm auf die Impfzentren gegeben.

"Gestern haben sich 5.000 Menschen impfen lassen", sagte Mapou. "Das ist sehr ermutigend und wir sind auf dem richtigen Weg", fügte der Regierungschef hinzu.Bislang hatte es in Neukaledonien nur importierte Infektionsfälle gegeben - mit Ausnahme von neun Fällen, die im vergangenen März festgestellt worden waren. Der Ausbruch konnte aber durch einen fünfwöchigen Lockdown eingedämmt werden. Seit Montag wurden nun insgesamt 117 Ansteckungsfälle registriert.

Lauterbach lehnt die Idee der unbezahlten Quarantäne ab

13:59 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Klaus Holetschek (Bayerns Minister für Gesundheit von der CSU) plädieren dafür, dass Ungeimpften im Falle eine Quarantäne ein Verdienstausfall nicht mehr gezahlt werden soll. "Wenn die Impfung zumutbar ist und nicht gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, dann gibt es irgendwann auch keinen Grund mehr, dass diese Verdienstausfallsentschädigung letztlich vom Steuerzahler wieder gezahlt wird", sagte Holetschek bei "Maybrit Illner" und folgte damit einen Tag dem Ministerkollegen Spahn, der am Donnerstagmittag mit dem Vorschlag vorpreschte.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnt diese Idee ab. "Normalerweise bin ich immer für schärfere Massnahmen, wenn es um Schutz vor Corona geht. In diesem Fall aber könnte der Schuss nach hinten losgehen", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Idealerweise würden Ungeimpfte erst einen Corona-Schnelltest selbst zahlen, einen PCR-Test machen und danach in Quarantäne gehen. Aber: "Die erkrankten Menschen versuchen so durchzukommen. Das birgt zwei Risiken", warnt Lauterbach. "Sie können andere anstecken und es drohen auch gesundheitliche Gefahren, wenn eine Corona-Erkrankung verschleppt wird." Als schlechtestes Beispiel führte Lauterbach die USA an, wo es generell keine bezahlte Quarantäne gibt.

Bundesrat beschliesst: Hospitalisierung löst Sieben-Tage-Inzidenz ab

12:35 Uhr: Die Schutzmassnahmen in der Corona-Pandemie orientieren sich künftig vor allem an der Zahl der Menschen, die wegen ihrer Infektion ins Krankenhaus kommen. Der Bundesrat beschloss am Freitag die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes, mit der die Hospitalisierungsrate zur wichtigsten Grösse für die Massnahmen der Länder wird. Das Gesetz regelt zudem die Auskunftspflicht von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Heimen über ihren Impfstatus.

Konkret ist im neuen Infektionsschutzgesetz vorgesehen, dass die Zahl der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen "wesentlicher Massstab für die weitergehenden Schutzmassnahmen" wird. Das Gesetz hatte der Bundestag am Dienstag beschlossen.

Weitere Indikatoren "wie die unter infektionsepidemiologischen Aspekten differenzierte Anzahl der Neuinfektionen", die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten und die Anzahl der geimpften Menschen sollen bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ebenfalls berücksichtigt werden.

Bundesweit einheitliche Werte soll es dafür nicht geben. Die Landesregierungen sollen unter Berücksichtigung der jeweiligen stationären Versorgungskapazitäten in einer Rechtsverordnung selbst Schwellenwerte für die Hospitalisierungsrate festlegen.

Fast jeder vierte Jugendliche vollständig geimpft

12:08 Uhr: Etwa ein Viertel der 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen sind bislang vollständig geimpft. Mindestens eine Impfung haben 35,9 Prozent in dieser Altersgruppe bekommen. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums vom Freitag (Stand: 10:03 Uhr) hervor. "Die empfohlene Impfung schützt in jedem Alter", schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. Quer durch die Bevölkerung hatten bislang 61,9 Prozent oder rund 51,47 Millionen Menschen den vollständigen Impfschutz. Mindestens eine Impfung erhielten 66,3 Prozent oder etwa 55,14 Millionen Einwohner.

Die höchste Quote vollständig Geimpfter hat immer noch Bremen (72,2 Prozent), gefolgt vom Saarland (68,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (66,6 Prozent). Teilweise Quoten von weit unter 60 Prozent haben vier Bundesländer: Schlusslicht war Sachsen mit 52,8 Prozent, davor liegen Brandenburg (56,4 Prozent), Thüringen (56,8 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (58,9 Prozent).

Mindestens 26 Corona-Infizierte nach Party in Münster

11:44 Uhr: Bei einer Partynacht mit 2G-Zugangsbeschränkung in einem Club in Münster (NRW) haben sich vergangene Woche mindestens 26 Menschen mit Corona infiziert, hauptsächlich Mittzwanziger. Dabei handele es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Impfdurchbrüche und Ansteckungen von bereits Genesenen, berichtete die Stadt Münster am Donnerstag. 20 Infizierte wohnten in Münster. Ein Mitarbeiter des Clubs sei ebenfalls positiv getestet worden.

Die Stadt rechnet damit, dass noch weitere Infektionen bekannt werden. Die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe auf Hochtouren. Zahlreiche Kontakte müssten nun einen PCR-Test vorlegen. "Die genaue Anzahl der engen Kontaktpersonen ist noch unklar", hiess es.

Der Eintritt zu der Party am 3. September sei in verschärfter 2G-Regelung erfolgt: "Alle Gäste waren nach Eigenangabe geimpft oder genesen", so die Stadt. Auf die Infektion aufmerksam geworden seien die Betroffenen aufgrund milder Symptome oder durch eine Meldung ihrer Corona-WarnApp auf dem Smartphone.

Die Impfung schütze zwar vor einer schweren Erkrankung, eine Ansteckung und weitere Übertragungen seien hingegen nicht auszuschliessen, betonte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer.

Astrazeneca-Entwicklerin rät von massenhafter Auffrischungsimpfung ab

11:28 Uhr: Die leitende Wissenschaftlerin bei der Entwicklung des Astrazeneca-Impfstoffs hat sich gegen flächendeckende Auffrischungsimpfungen in Grossbritannien ausgesprochen. Stattdessen solle Impfstoff an Länder mit niedrigeren Impfraten abgegeben werden, sagte Sarah Gilbert von der Universität Oxford der Zeitung "Daily Telegraph". Sinnvoll sei eine Auffrischungsimpfung bei älteren Menschen und solchen mit unterdrücktem Immunsystem. Bei der Mehrheit halte die Schutzwirkung des Impfstoffs aber gut an, so Gilbert weiter.

In Deutschland bekommen Pflegebedürftige, über 80-Jährige und Menschen mit Immunschwäche zum Teil schon eine dritte Impfung angeboten. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission dazu steht noch aus.

Durch die Weitergabe von Impfstoff an Länder mit niedrigeren Impfraten könne die Entstehung neuer Varianten bekämpft werden, fuhr Gilbert fort. "Wenn das Virus sich unter den Menschen ausbreitet, mutiert es, passt sich an und entwickelt sich, wie die Delta-Variante", so Gilbert. Das gelte es so schnell wie möglich zu stoppen.

In Grossbritannien wird in den kommenden Tagen mit einer Entscheidung der Impfkommission über eine Empfehlung hinsichtlich der flächendeckenden Auffrischungsimpfung gerechnet. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte erst am Donnerstag die Zulassung der Impfstoffe von Astrazeneca und Biontech dafür erteilt.

Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende

10:54 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona-Impfung nun auch für Schwangere und Stillende. Laut einem Beschlussentwurf der Stiko sollten sich bisher ungeimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs schützen, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag in Berlin mitteilte. Bisher hatte die Stiko die generelle Impfung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

In der bislang geltenden Impfempfehlung spricht sich die Stiko bislang noch nicht für eine generelle Impfung in der Schwangerschaft aus. Zufällige Impfungen von Schwangeren, etwa wenn diese noch nicht wüssten, dass sie ein Baby erwarten, seien aber "keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch", heisst es.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Auch schwangere und stillende Frauen haben nun eine klare Empfehlung zur Impfung. Das bedeutet nach vielen Monaten mit vielen offenen Fragen nun endlich wissenschaftlich begründete Gewissheit." Er wandte sich mit einem dringenden Appell an schwangere und stillende Frauen: "Fragen Sie Ihren Arzt. Lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und Ihr Kind."

UKE-Mediziner: Fast alle Corona-Intensivpatienten ungeimpft

09:40 Uhr: Intensivmediziner am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) sind wegen der hohen Anzahl der ungeimpften Corona-Intensivpatienten auf der Station frustriert. "Uns zermürbt, dass eigentlich alle Intensivpatienten momentan ungeimpft sind", sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Stefan Kluge, der "Hamburger Morgenpost".

Fast alle von ihnen seien zudem Menschen mit Risikofaktoren und entweder übergewichtig, hätten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, seien schwanger oder schon älter. "Das Personal ist ein Stück weit frustriert, weil sich jeder mit einer Impfung gegen schwere Corona-Verläufe schützen könnte."

Kluge sprach sich zudem für die Berliner Corona-Ampel zur Beurteilung der Infektionslage aus. Dort würden die Hospitalisierungsrate, die Bettenbelegung auf den Intensivstationen und die Sieben-Tage-Inzidenz kombiniert. "Ich habe wenig Verständnis dafür, dass die Politik sich nicht auf eine Ampel einigen kann. Ich verstehe nicht, warum die Bundesländer dies nicht einheitlich lösen können."

Biontech-Gründerin Türeci: Impfstoff für Kinder kommt

09:05 Uhr: Der aktuelle Corona-Impfstoff ist aktuell nur für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Biontech-Gründerin Özlem Türeci hat nun angekündigt, dass bereits ab Mitte Oktober die ersten Kinder zwischen fünf und elf Jahren geimpft werden könnten. "Wir werden schon in den kommenden Wochen weltweit den Behörden die Ergebnisse aus unserer Studie zu den Fünf- bis Elfjährigen vorlegen und eine Zulassung des Impfstoffes für diese Altersgruppe beantragen, auch hier in Europa", sagte die Chefmedizinerin zum Spiegel. Das Unternehmen bereite bereits die Produktion vor. "Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden."

Die Ergebnisse aus den Studien müssen noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu den jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin zum "Spiegel". Beide Biontech-Gründer hoffen, dass unentschiedene Menschen von einer Impfung überzeugt werden können.

"Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit, um einen harten Winter zu vermeiden", sagte Sahin und Türeci betonte: "Jeder Geimpfte zusätzlich hilft. Wir sollten nicht resignieren."

Holetschek fordert: Kein Ausgleich für Lohnausfall bei Ungeimpften

07:35 Uhr: Ungeimpfte sollen aus Sicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung haben, wenn sie in Quarantäne müssen. "Wenn die Impfung zumutbar ist und nicht gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, dann gibt es irgendwann auch keinen Grund mehr, dass diese Verdienstausfallsentschädigung letztlich vom Steuerzahler wieder gezahlt wird", sagte er am Donnerstagabend in der Sendung "Maybrit Illner" im ZDF. In Bayern seien das insgesamt bislang schon 83 Millionen Euro gewesen.

Nach dem Infektionsschutzgesetz sei das derzeit rechtlich schon möglich, betonte er. Nicht nur in Bayern wird darüber diskutiert, Nicht-Geimpften Verdienstausfälle, nicht mehr vom Staat aus auszugleichen, die wegen Quarantäne entstehen.

Baden-Württemberg hatte dies bereits angekündigt - und laut Gesundheitsministerium sei davon auszugehen, dass bis 15. September jeder eine Impfmöglichkeit gehabt haben werde. In Rheinland-Pfalz soll dies zum 1. Oktober umgesetzt werden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Wenn jemand sich nicht gegen eine Corona-Infektion impfen lassen wolle, dürfe das "nicht zulasten der Gesellschaft gehen", sagte Holetschek im ZDF. "Wir müssen einfach auch konsequent sein."

RKI registriert 12.969 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 83,8

06:14 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist wieder etwas angestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen lag sie bei 83,8 - am Vortag hatte der Wert bei 83,5 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.969 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 14.251 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 55 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.059.081 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,89 an (Vortag 1,79). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen grosser regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.810.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.553.

Eindämmung der Pandemie: Biden setzt auf Impfpflicht für Arbeitnehmer

05:12 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie setzt US-Präsident Joe Biden auf Anordnungen zur Impfpflicht und zunehmenden Druck auf ungeimpfte Amerikaner. Neue Vorschriften zur Impfung sollen für fast 100 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft und des Gesundheitswesens gelten, was etwa zwei Drittel aller Beschäftigten in den USA entspricht. Biden kündigte zudem eine Verschärfung der Impfpflicht für Angestellte des Bundes sowie für alle Auftragnehmer der Regierung an.

"Wir werden geimpfte Mitarbeiter vor ungeimpften Kollegen schützen", sagte Biden am Donnerstag im Weissen Haus. "Wir werden die Verbreitung von COVID-19 eindämmen, indem wir in Unternehmen überall in Amerika den Anteil der geimpften Beschäftigten erhöhen", sagte er bei der Vorlage eines Aktionsplans zur Bekämpfung der Pandemie.

Firmen mit mehr als 100 Angestellten soll vorgeschrieben werden, dass alle Mitarbeiter geimpft sein müssen oder sich mindestens ein Mal pro Woche auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen müssen. Die Regelung werde derzeit unter Führung des Arbeitsministeriums entwickelt und für rund 80 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft gelten, erklärte das Weisse Haus.

Zudem sollen künftig alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens, die Zahlungen der staatlichen Krankenversicherungen annehmen, gegen Corona geimpft sein müssen. Die Regelung werde für rund 17 Millionen Beschäftigte gelten, hiess es. In den staatlichen Programmen Medicare und Medicaid sind vor allem Ältere, Behinderte und Bedürftige versichert. Biden forderte zudem alle US-Bundesstaaten auf, die Corona-Impfung für Schulangestellte und Lehrerinnen und Lehrer zur Pflicht zu machen.

"Viele von uns sind frustriert angesichts der fast 80 Millionen Amerikaner, die immer noch nicht geimpft sind, obwohl Impfungen sicher, wirksam und kostenlos sind", sagte Biden. Dank der Impfstoffe habe man die Mittel, um die Pandemie einzudämmen. An die Adresse der Ungeimpften sagte Biden weiter: "Wir sind geduldig gewesen, aber die Geduld geht uns aus." Seine Forderung: "Lassen Sie sich impfen."

Kurz zuvor hatte das Weisse Haus bereits bestätigt, dass in Kürze für alle Mitarbeiter der Bundesregierung eine Impfpflicht gelten wird. Es werde dabei nur wenige Ausnahmen aus bestimmten gesundheitlichen oder religiösen Gründen geben, sagte Bidens Sprecherin Jen Psaki. Die zuvor eingeführte Möglichkeit, sich durch regelmässige Corona-Tests von einer Impfpflicht zu befreien, soll wegfallen. Angestellte hätten bis zu 75 Tage Zeit, sich vollständig impfen zu lassen, erklärte Psaki. Mitarbeitern, die bis dahin nicht geimpft seien, drohten disziplinarische Massnahmen bis hin zur Entlassung.

Los Angeles führt Impfpflicht für Schüler ab 12 Jahren ein

01:52 Uhr: Der kalifornische Schulbezirk Los Angeles, der zweitgrösste in den USA, führt für alle Schüler ab zwölf Jahren eine Impfpflicht ein. Wer keine medizinische oder anderweitig begründete Ausnahmegenehmigung habe, müsse für den Präsenzunterricht ab 10. Januar vollständig geimpft sein, teilte der Schulbezirk am Donnerstag (Ortszeit) mit. "Die Impfungen gegen COVID-19 sind sicher und wirksam. Von den impfberechtigten Schülern zu verlangen, dass sie geimpft sind, ist der stärkste Weg, um unsere Schulgemeinschaft zu schützen", sagte die geschäftsführende Behördenchefin Megan Reilly.

In die Zuständigkeit des Bezirks fallen nach dessen Angaben rund 640.000 Kinder und Jugendliche in allen Jahrgangsstufen, vom Kindergarten bis zum Abitur. Der Bezirk im Westküstenstaat Kalifornien umfasst die Stadt Los Angeles sowie einige umliegende Gemeinden. Für die Angestellten gilt bereits ab Mitte Oktober eine Corona-Impfpflicht.

Eine Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulangestellte gibt es in den USA bereits in einigen Bezirken. Die verpflichtende Ausweitung auf Schüler ist hingegen bislang ungewöhnlich.

Der Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung für den Einsatz ab zwölf Jahren. Die Impfkampagne machte zuletzt aber nur noch langsam Fortschritte. Bislang sind in den USA 53,4 Prozent der rund 330 Millionen Menschen abschliessend gegen Corona geimpft. In der Bevölkerungsgruppe ab 12 Jahren sind 62,5 Prozent bereits voll geimpft.

Gewerkschaft GEW bemängelt holprigen Schulstart

01:00 Uhr: Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, hat Kritik am Schulbeginn nach den zweiten Corona-Sommerferien geübt. "Der Start ins neue Schuljahr ist in den Bundesländern unterschiedlich gut gelungen, unter dem Strich war er holprig", sagte Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). "Die Politik hat es bisher im Wesentlichen versäumt, mit bundesweit einheitlichen und verbindlichen Leitlinien für Klarheit zu sorgen, in welcher Pandemie-Situation an den Schulen welche Massnahmen ergriffen werden müssen." Lehrende, Lernende und Eltern würden allein gelassen. "Die Verunsicherung bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern ist mit den Händen zu greifen." Mit Baden-Württemberg und Bayern kehren in den kommenden Tagen die beiden letzten Bundesländer in den Schulbetrieb zurück.

Reisevorschriften: USA verdoppeln Strafen für Maskenverweigerer

00:30 Uhr: Die US-Regierung verdoppelt die Bussgelder für Maskenverweigerer in Flughäfen, Bahnhöfen sowie beim Reisen in Flugzeugen, Zügen und Bussen. Ein erstmaliger Verstoss gegen die Maskenpflicht kann ab Freitag mit einem Bussgeld von 500 bis 1000 US-Dollar (420 bis 840 Euro) geahndet werden, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Wiederholungstäter müssten nun mit Bussgeldern von 1000 bis 3000 US-Dollar rechnen.

Die Regel gilt demnach vor allem für Reisen zwischen Bundesstaaten, die unter die Aufsicht der Transportsicherheitsbehörde (TSA) fallen. Die TSA hatte die Vorschrift zur Maskenpflicht im Reiseverkehr jüngst bis Mitte Januar kommenden Jahres verlängert. Die Verdoppelung der Bussgelder war Teil einer Reihe von Massnahmen, die US-Präsident Joe Biden am Donnerstag (Ortszeit) im Weissen Haus ankündigte, um die Pandemie einzudämmen.

Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas erklärte: "Das Tragen einer Maske schützt die Reisenden und alle Bediensteten, die das Reisen sicher, sorgenfrei und bequem machen." Die Maskenpflicht werde durchgesetzt werden, so lange dies nötig sei.

Es war zunächst nicht bekannt, wie viele Verstösse gegen die Maskenpflicht von der TSA bereits mit Bussgeldern geahndet wurden. In den USA ist zudem keine bestimmte Maskenqualität vorgeschrieben, daher werden zum Beispiel auch einfache Stoffmasken akzeptiert.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.