Das hat Sebastian Vettel in der Formel 1 seit zwei Jahren nicht erlebt: Ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix auf dem Hockenheimring scheitert der deutsche Ferrari-Star im ersten Durchgang des Qualifyings. Die Folgen des Ausscheidens sind bitter.

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Formel-1-Pilot Sebastian Vettel hat seiner völlig verkorksten WM-Saison 2019 ausgerechnet auf dem heimischen Hockenheimring die vorläufige Krone aufgesetzt.

Der viermalige Weltmeister scheiterte im Qualifying zum Grossen Preis von Deutschland bereits im ersten Durchgang. Aufgrund eines technischen Problems konnte der 32-Jährige keine schnelle Runde drehen.

Seinen Teamkollegen Charles Leclerc ereilte im Q3 ein technisches Problem, der Monegasse qualifizierte sich nur für Rang zehn - die Pole Position ging mal wieder an Weltmeister und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes.

Hinter Hamilton starten nun Red-Bull-Pilot Max Verstappen aus den Niederlanden und der Finne Valtteri Bottas im zweiten Mercedes ins elfte Saisonrennen. Nico Hülkenberg im Renault belegt als bester Deutscher den neunten Platz.

Sebastian Vettel startet in Hockenheim vom letzten Platz aus

Mick Schumacher fährt in Hockenheim den WM-Ferrari seines Vaters Michael.

"Ich habe ein Problem, ich habe Leistung verloren", klagte Vettel nach wenigen Minuten. Etwas mehr als vier Minuten vor Ablauf des ersten Qualifikationsabschnitts stieg der viermalige Weltmeister dann tief enttäuscht aus seinem Wagen aus und nahm den Helm ab.

Es ging hektisch zu in der Ferrari-Garage, doch die Zeit genügte nicht, um das Problem mit dem Turbolader zu lösen.

Damit muss Vettel ein Jahr, nachdem er von der Pole Position ins Rennen ging, vom letzten Platz aus in den Grand Prix (15:10 Uhr/RTL und Sky) starten. Der Heppenheimer scheiterte erstmals seit dem Grossen Preis von Malaysia im Oktober 2017 im Q1.

"Das ist total enttäuschend, vor allem, weil es hier passiert ist und das Auto sehr gut war", sagte Vettel: "Ich hatte am Freitag ein gutes Gefühl und heute morgen auch. Das Frustrationslevel ist jetzt extrem hoch."

2018 verschenkte Polesetter Vettel den Sieg

Schon im Vorjahr war das Heimrennen eine heftige Enttäuschung für Vettel, als er in Führung liegend ins Kiesbett fuhr und einen sicheren Sieg wegschmiss. Auch in dieser Saison voller Misserfolge ist das frühe Aus im Kampf um die Pole Position vor eigenem Publikum wohl der bislang heftigste Rückschlag.

Der viermalige Weltmeister hat als WM-Vierter schon 100 Punkte Rückstand auf Hamilton und wartet mit Ferrari noch auf den ersten Sieg der Saison.

Der SF90 war bisher nur selten stark genug, um Mercedes zu schlagen. Doch auch Vettel trug mit Fahrfehlern etwa in Bahrain, Kanada und Silverstone zu dem bislang schwachen Abschneiden bei. Vor einem Monat in Österreich musste er zudem bereits ein Qualifying wegen technischer Probleme abbrechen.

Im Training war Ferrari schneller als Mercedes

In Hockenheim präsentierte sich die Scuderia im Kampf gegen die oft so übermächtigen Mercedes in den Trainings-Sessions in der Kurpfalz stark und stand jeweils an der Spitze, ein guter Startplatz schien daher greifbar.

Noch immer wartet Vettel auf seinen ersten Sieg in Hockenheim, nur wenige Kilometer von seiner Heimat Heppenheim entfernt. Schon 2010 kam er - noch im Red Bull - nach der Eroberung der Pole Position nur auf Position drei ins Ziel.

Vielleicht ist das Rennen am Sonntag Vettels letzte Gelegenheit, daheim ganz nach oben aufs Treppchen zu rasen: In der kommenden Saison wird die Formel 1 wohl nicht nach Deutschland kommen, auch eine baldige Rückkehr ist ungewiss. (hau/AFP/dpa)

Formel 1: Sebastian Vettel verliert in Montreal, obwohl er als Erster durchs Ziel rast

Auf der Strecke gewinnt Sebastian Vettel im Ferrari den Grand Prix von Kanada in Montreal gegen Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes. Eine fünfsekündige Zeitstrafe aber versetzt Vettel, der dafür keinerlei Verständnis hat, wegen einer vermeintlichen Behinderung Hamiltons auf Platz zwei zurück. © DAZN
Teaserbild: © Jan Woitas/picture alliance/dpa