• Tobias Raschl steht vor einem Wechsel zu Greuther Fürth.
  • Das hoffnungsvolle Talent sieht in Dortmund keine Chance mehr auf den Sprung in die Bundesliga.
  • Aber warum ist es gerade beim BVB so schwer, sich in der Bundesliga zu etablieren?

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Tobias Raschl steht vor dem Sprung zu Greuther Fürth. Das schreibt der "Kicker" am sogenannten Deadline Day, also dem letzten Tag der Transferperiode. Raschl wird demnach sofort nach Fürth wechseln, also noch mindestens ein halbes Jahr in der Bundesliga spielen können. Und damit endlich sein Ziel erreichen.

Unter den vielen hoffnungsvollen Talenten der Borussia galt Raschl immer als künftiger Bundesligaspieler. Mit der U19 holte er 2019 die Deutsche Meisterschaft, Raschl war Kapitän und Kopf der Mannschaft. Der Beste seiner Altersklasse auf der Position im defensiven Mittelfeld, ein ballsicherer Sechser oder Achter mit Führungsanspruch und -qualitäten. Und einer, der den nötigen Biss mitbringt, sich auch im Seniorenbereich auf Dauer durchzusetzen.

Zu gut für die zweite Mannschaft - nicht gut genug für die Profis

Der damalige Trainer Lucien Favre öffnete die Tür einen Spalt breit, nahm Raschl mit in die Vorbereitung der Profis und fast schien es, der damals 19-Jährige könnte den direkten Durchmarsch von der A-Jugend zu den Profis schaffen - was bei einem Klub wie dem BVB nur alle Jubeljahre mal passiert.

In Dortmund haben sie für die Aus- und Weiterbildung ihrer jungen Spieler zwar mit die besten Bedingungen überhaupt und für die Übergangsphase vom Jugend- in den Seniorenbereich auch entsprechende Massnahmen und eine U 23, die in der 3. Liga auf allerhöchstem Niveau spielen kann.

"Es gibt viele Möglichkeiten, um als junger Spieler den nächsten Schritt zu machen. Aber die Bedingungen bei Borussia Dortmund sind hervorragend und ich will es hier auch angehen. Deswegen will ich mich hier durchsetzen. Auch, wenn es schwer wird. Ich glaube, es gibt keine bessere Adresse als den BVB. Gerade junge Spieler sind, glaube ich, hier gut aufgehoben", sagte Raschl selbst in einem Interview mit dem "Westfälischen Anzeiger". Das war im Sommer 2019, direkt nach der Meisterschaft mit den A-Junioren und nachdem Raschl bei den Profis hatte hineinschnuppern dürfen.

BVB: Kaderqualität und Zukauf externer Spieler

Seitdem hat er ein einziges Spiel in der Bundesliga absolviert, dabei 20 Minuten Spielzeit gesammelt. In Dortmund ist der Sprung in die Bundesliga aus zwei Gründen so unglaublich schwer: Zum einen führt die Strategie der externen Zukäufe schon im Jugendbereich zu einer enormen Konkurrenzsituation, überragende Talente wie zuletzt Jadon Sancho, Jude Bellingham oder Gio Reyna werden sofort zu den Profis durchgereicht und verringern die Chancen für die eigentlichen Eigengewächse enorm.

Und ganz grundsätzlich ist die Qualität im Dortmunder Lizenzspielerkader so unglaublich hoch, dass tatsächlich nur die Allerbeste überhaupt eine Gelegenheit bekommen, sich dort zu beweisen. In den meisten anderen Klubs der Liga hätte Raschl wohl deutlich schneller deutlich mehr Spielzeit sammeln können. In Dortmunds Kader war das aber offenbar trotz unterschiedlicher Trainer nicht möglich.

Die letzten Dortmunder Ausnahmen waren Felix Passlack, Ansgar Knauff und Youssoufa Moukoko, sie hatten den Schritt zu den Profis geschafft. Allerdings auch mit grossen Einschränkungen: Knauff spielt jetzt auf Leihbasis für Eintracht Frankfurt. Und auch Passlack wurde schon mehrmals verliehen, im Sommer dürfte der Abschied erfolgen. Moukoko soll weiterhin in Dortmund den endgültigen Durchbruch schaffen.

Tobias Raschl traut sich das nicht mehr zu. Nach 66 Spielen für die zweite Mannschaft in der Regionalliga und der 3. Liga sucht sich Raschl einen anderen Weg zum Sehnsuchtsort Bundesliga.

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