Die Dortmunder Achterbahnfahrt geht munter weiter, auf eine herbe Enttäuschung in der Europa League folgte in der Bundesliga gegen Gladbach nun wieder ein Highlight - auch dank des zuletzt stark kritisierten Marco Reus.

Eine Analyse

"Wenn der dann ein paar Meter zu viel Platz hat, kann es schon mal böse werden." Das sagte Gladbachs Christoph Kramer am DAZN-Mikrofon nach dem 0:6 seiner Mannschaft über einen Spieler des Gegners. Marco Reus machte ein sensationelles Spiel, Borussia Dortmunds Kapitän erzielte zwei Tore selbst und bereitete drei weitere vor. Insgesamt fünf Scorerpunkte waren Reus in 456 Bundesligaspielen zuvor noch nicht gelungen.

Reus war der Inbegriff Dortmunder Effizienz gegen einen lange Zeit ebenbürtigen Gegner, der lediglich ein paar kleine, aber entscheidende Fehler machte. Gladbach wählte das falsche Anlaufverhalten und liess so den BVB immer wieder zu leicht ins Übergangsdrittel kommen. Statt einen angeschlagenen Gegner noch etwas höher, aggressiver und besser orchestriert unter Druck zu setzen und die deutlich spürbare Verunsicherung des BVB für sich zu nutzen, liess Gladbach im Spiel gegen den Ball zu locker.

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Dazu kam eine gute Portion Pech, sichtbar an ganz ähnlichen Szenen auf beiden Seiten - mit unterschiedlichem Ausgang: Während Jonas Hofmanns Geschoss ans Dortmunder Lattenkreuz krachte, fiel Marius Wolfs Schuss ein paar Minuten später von der Unterkante der Latte ins Gladbacher Tor. Im ersten Durchgang rutschte der Ball BVB-Keeper Gregor Kobel durch die Beine, aber auch Zentimeter am Tor vorbei. Fohlen-Keeper Yann Sommer dagegen kullerte ein Ball unterm Körper hindurch und landete im Tor.

Reus: "Wir mussten eine Reaktion zeigen"

Es gab also durchaus auch für den BVB einige sehr heikle Momente zu überstehen, die Höhe des Sieges sollte deshalb nicht über das eine oder andere Problem hinwegtäuschen. Aber die grundsätzliche Antwort auf das teilweise blamable 2:4 in der Europa League gegen die Glasgow Rangers darf man dann schon als gelungen bezeichnen.

"Wir mussten wieder eine Reaktion zeigen und haben es heute wieder geschafft. Grosses Kompliment an die Mannschaft, wie wir es von der ersten Sekunde angegangen sind", sagte Reus und sprach das grosse Mysterium seiner Mannschaft dann auch selbst an. "Wir haben ihnen den Schneid abgekauft in den ersten Minuten. Wir müssen versuchen, in jedem Spiel so aufzutreten."

Denn das wäre ja die grosse Aufgabe der Borussia in dieser Saison: Endlich einmal so etwas wie eine positive Konstanz in die Leistungen und damit auch die Ergebnisse zu bringen. Seit Anfang Januar wechseln sich Siege und Niederlagen ab, und gemäss dieser Regel müsste am kommenden Donnerstag im Ibrox Park in Glasgow nun wieder eine Niederlage folgen.

Borussia Dortmund: Entschlossenheit und Wille - in jedem Spiel

So weit soll es aber nicht kommen, die Mannschaft muss schliesslich einen Zwei-Tore-Rückstand gegen die Rangers aufholen. Und das geht nur mit der nötigen Entschlossenheit und auch dem Willen, sich unbedingt in die bessere Position zu bringen.

"Wir haben die richtige Reihenfolge gewählt: Wir sind über den Kampf ins Spiel gekommen und haben dann geglänzt. Wir haben dem Spiel eine Richtung gegeben, das Glück haben wir uns erarbeitet. Am Anfang war es ein bisschen ein Abnutzungskampf und dann musst du in den entscheidenden Momenten da sein. Das haben wir heute hinbekommen", sagte Trainer Marco Rose.

Das kann als Einordnung des Sieges gegen seinen Ex-Klub gelten, aber auch als Arbeitsauftrag an seine Spieler für die kommenden Aufgaben. Damit das ewige Auf und Ab endlich aufhört. Sonst ist selbst ein 6:0 ganz schnell wieder vergessen. "Wir haben unser Selbstvertrauen zurückgeholt. Es geht weiter, in Glasgow erwartet uns ein heisses Match. Wir werden bereit sein", sagt Marco Reus. Was allerdings noch zu beweisen wäre.

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