• Die Umbrüche beim BVB sorgen für Anspannung und Hoffnung zugleich.
  • Personell hat sich viel verändert und die Zeit ist knapp bemessen, was Sebastian Kehl zusätzlich unter Druck setzt.
  • Niklas Süle bekommt von Sportchef Kehl eine besondere Rolle zugeteilt.

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Nach vielen Wochen, Monaten, streng genommen sogar Jahren als Lehrling in der zweiten Reihe steht Sebastian Kehl nun auch offiziell an der Spitze der sportlichen Leitung bei Borussia Dortmund und damit voll im Fokus. Noch hat die Saison zwar nicht begonnen, eine gewisse Euphorie und Aufbruchstimmung war zuletzt aber doch deutlich zu vernehmen.

Das hat nicht nur indirekt auch etwas mit dem Wechsel auf dem Posten des Sportchefs zu tun, den Kehl von seinem Vorgänger Michael Zorc geerbt hat. Es hat mit den vielen personellen Veränderungen zu tun, die der BVB - und damit Kehl, oft genug wohl noch in Zusammenarbeit mit Zorc und dem ehemaligen Technischen Direktor Edin Terzic - schon sehr früh vollzogen hat.

Wenig Zeit für eine neue Hierarchie im Kader

Die Borussia hat ein neues Trainerteam bekommen und eine personell wie inhaltlich veränderte medizinische Abteilung. Hinter den Kulissen wurde am Leitbild insofern gefeilt, als durch entsprechende angepasste Prozesse die schönen Worte auch wieder besser in die Tat umgesetzt werden können. Aber vor allem hat Kehl der Mannschaft schon jetzt einen neuen Anstrich verpasst und einige der vermeintlichen Baustellen mit neuem Personal besetzt.

Es ist ein etwas grösserer Umbruch, den der BVB vollziehen muss und das auf vielen Ebenen. Und unter deutlich erschwerten Bedingungen: Die Zeit ist knapp bemessen, der Rahmenterminkalender noch kompakter gehalten und eigentlich deutlich zu voll gestopft mit Wettbewerben, Spielen, Reisen. Für eine Mannschaft im Wandel sind das keine besonders günstigen Voraussetzungen, weshalb der BVB und sein neuer Sportchef schon jetzt ein wenig Druck macht. Der Kader muss schliesslich ganz zügig zu einer Einheit zusammenwachsen.

Kehl: "Süle wird eine besondere Rolle einnehmen"

"Es wird sich eine neue Hierarchie im Team finden, denn es gab bei uns in diesem Sommer verhältnismässig viele Kaderveränderungen. Durch die relativ kurze Vorbereitung und die überaus kompakte Hinrunde besteht nun die Herausforderung darin, dass das Team zügig zusammenwächst und sich die Prozesse innerhalb der Mannschaft neu finden", sagte Kehl in einem Gespräch mit dem "Kicker" und deutete dabei vor allen Dingen das Problem mit dem eng gesteckten Terminplan an.

Weil nicht so viel Musse wie gewohnt herrscht, um sich langsam aneinander zu gewöhnen und eine neue teaminterne Struktur herauszubilden, treibt Kehl jetzt schon an und nimmt dabei natürlich die sogenannten Führungsspieler in die Pflicht. Auch jene, die noch gar nicht beim BVB aufgelaufen sind.

Niklas Süle etwa, der noch im Urlaub weilt und von Kehl nun schon mit auf den Weg bekommen hat, als einer der Verantwortlichen für die neue Teamhierarchie für Beständigkeit und Tempo zu sorgen. "Er wird unter den neuen Spielern sicher eine besondere Rolle einnehmen, weil er in einem gewissen Alter ist und schon einiges erlebt hat in seiner Karriere. Er hat verstanden, was wir von ihm erwarten, und wird durch seine eigene Art und Weise jemand sein, der das Team mit anführen soll. Auch er möchte genau diesen nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen", so Kehl.

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Grosse Hoffnung auf einen "neuen" BVB

Über die Mischung im Kader mit einigen Haudegen, aber eben auch den neuen, jungen Spielern und jenen, die Trainer Terzic in den kommenden Wochen und Monaten aus der eigenen Nachwuchsabteilung nicht nur begrüssen darf, sondern auch nachhaltig ins Gefüge einbauen soll, macht sich Kehl keine Sorgen, im Gegenteil.

"Alle unseren jungen Spieler sind sehr ambitioniert, bringen schon ein gesundes Selbstbewusstsein mit, stehen aber teils noch am Anfang ihrer Karriere. Das wird öffentlich häufig ausgeblendet. Sie werden in diesem Prozess entsprechende Unterstützung von gestandenen, sehr erfahrenen Akteuren wie unserem Kapitän Marco Reus oder Mats Hummels benötigen", so Kehl weiter.

Die Hoffnung ist offenbar gross, aus der heiklen Situation während des grossen Umbruchs neue, positive Energie schöpfen zu können. Und damit endlich auch wieder eine erfrischende Dortmunder Mannschaft zu bauen.

Verwendete Quelle:

  • sport.de: Kehl: Das ist die "Herausforderung" für den BVB (30.06.2022)
BVB, Borussia Dortmund, Transfer, Bundesliga, Fussball
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