• Am Freitag ist BVB-Juwel Youssoufa Moukoko 16 Jahre alt geworden. Damit hat er offiziell die Spielberechtigung für die Bundesliga erhalten.
  • Das Ausnahmetalent muss den hohen Erwartungen standhalten, unterscheidet sich aber von anderen Wunderkindern.
  • Die Stürmer-Legende Samuel Eto'o sagt über ihn: "Er ist für mich der nächste grosse Spieler nach Messi."

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Wohl selten wurde in der Bundesliga einem 16. Geburtstag mehr entgegengefiebert, als in diesem Fall: Am Freitag ist BVB-Nachwuchsangreifer Youssoufa Moukoko 16 Jahre alt geworden.

Damit darf er ab sofort in der Bundesliga auflaufen und wird wohl sämtliche gültigen Altersrekorde in Deutschlands Eliteklasse erst einmal pulverisieren. Schliesslich wurde das Mindestalter in der Bundesliga erst vor der Saison - vor allem auf das Dortmunder Bestreben hin - auf 16 Jahre herabgesetzt.

Wer aber er ist dieser 16-Jährige, der bereits vor seinem ersten Bundesliga-Einsatz bei den Fussball-Fans in aller Munde ist?

Youssoufa Moukoko mit unglaublicher Torquote

2004 im kamerunischen Jaunde geboren, sorgt Moukoko seit seinem Wechsel von St. Pauli nach Dortmund im Jahr 2016 für Staunen, anfangs oft begleitet von Zweifeln an seinem Alter. Letztere räumte eine Nachbeurkundung durch ein Standesamt in Hamburg aus.

Seit seiner Ankunft im Ruhrgebiet spielte Moukoko eigentlich nur gegen ältere Spieler. Seiner Torquote war dies nicht anzumerken. 90 Tore in 56 Spielen für die U17 des BVB und 47 Tore in 24 Einsätzen für die U19 sind seine herausragende Torbilanz. Und all das innerhalb von gut drei Jahren und als mit Abstand jüngster Spieler auf dem Feld.

Noch bevor er auch nur eine Minute im Profifussball bestritt, hat Moukoko daher bereits einen gigantischen Hype ausgelöst. Mehr als 745.000 Menschen folgen dem Nachwuchsjuwel bereits auf Instagram, damit liegt er laut Instagram-Rangliste von "sky.de" in der Bundesliga bereits auf Rang 34. Alle Spieler von Borussia Mönchengladbach, sowie fast alle Spieler von Eintracht Frankfurt und Schalke 04 haben weniger Follower als der 16 Jahre alte Moukoko.

Angesichts der genannten Daten und Zahlen gaben sich die BVB-Verantwortlichen in der Vergangenheit grösste Mühe, ihr Offensiv-Juwel vor dem Mega-Hype bestmöglich zu schützen. Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl warnte erst unlängst im "kicker" vor überhöhten Erwartungen an Moukoko in der Bundesliga: "Das ist ein grosser Schritt für ihn, ein Prozess. Wir müssen ihm die nötige Ruhe und Zeit geben. Sein Weg beginnt jetzt erst." In einem Gespräch mit "Sky" warnte auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke davor, "dass wir ihn (Moukoko, Anm.d. Red.) nicht überfrachten".

Lobeshymnen auf Moukoko: "Nächste grosse Spieler nach Messi"

Aber die mahnenden Worte verpuffen angesichts Moukokos furiosen Leistungen. "Moukoko hat ein Talent, dem man nicht oft begegnet. Er ist schon eine Granate", schwärmte Bundestrainer Joachim Löw.

Ein noch grösseres Lob gab es aus den Dortmunder Reihen von einem, der selbst als Wunderstürmer gilt. "Ich will keinen Druck aufbauen, aber er ist der beste 15-Jährige, den ich in meinem Leben gesehen habe", zollte der 20 Jahre alte Erling Haaland im BVB-Trainingslager in Bad Ragaz seinem jungen Kollegen Respekt.

"Der nächste grosse Spieler für mich nach Messi", befand Stürmer-Legende Samuel Eto’o bei "Goal" sogar - und verfrachtete den 16-Jährigen direkt in die Aufstellung des FC Barcelona: "Mit Antoine Griezmann und Youssoufa an vorderster Front wäre das Team super aufgestellt." Mehr Hype geht nicht.

Und Moukoko selbst? Interviews erlaubt ihm der Verein nicht. Im Vorfeld des möglichen Debüts am Samstag gegen Hertha BSC als jüngster Spieler aller Zeiten sagte er aber beim Vereinskanal "BVB-TV": "Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Ich weiss, ich werde irgendwann mein Debüt geben."

Moukoko mit Ehrgeiz und professioneller Einstellung

Es sind genau solche Worte, die Moukokos Umgang mit dem allgegenwärtigen Hype um seine Person verdeutlichen und von einer enormen psychischen Stabilität zeugen - in guten wie in schlechten Zeiten. Vor wenigen Wochen wurde er beim U19-Derby beim FC Schalke 04 von einigen Zuschauern aufs Übelste beleidigt, nachdem er sein drittes Tor gegen den Dortmunder Erzrivalen erzielt hatte. "Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein und werde es immer sein. Es gibt keinen Platz für Rassismus im Fussball und auf menschlicher Ebene", schrieb Moukoko anschliessend auf Instagram.

Diese sehr reifen Worte stehen auch sinnbildlich für seine Arbeit auf dem Platz. Trotz allem Talent besticht Moukoko durch eine professionelle Einstellung und einen unbändigen Ehrgeiz. "Er war nie der Spieler, der sich nur auf sein Talent verlassen hat. Es wird jungen Spielern oftmals vorgeworfen, sich darauf auszuruhen, aber er hat sich jedes Jahr konstant weiterentwickelt. Er hat alles für den Sprung in den Profibereich getan", lobte Ex-Profi Lars Ricken, Chef des Dortmunder Nachwuchsleistungszentrums, bei "Sky".

Eben jener Ehrgeiz und die professionelle Einstellung könnten auch Moukokos Trumpf sein, um den Sprung vom "Wunderkind" zum Profi nachhaltig zu schaffen. Ein Schritt, den vor ihm einige Megatalente, wie beispielsweise Freddy Adu, nicht gepackt haben. Sie hatten sich oftmals zu sehr auf ihrem Talent ausgeruht und waren teilweise auch psychisch nicht derart gefestigt, wie es beim gerade 16 Jahre alten BVB-Stürmer den Eindruck macht.

Moukoko: "Ich folge nur meinem Weg"

Doch Moukoko tickt wohl anders, wie auch seine Erzählungen vom ersten Training mit den Dortmunder Profis aufzeigen. "Beim ersten Training dachte ich mir: 'Wow, wo bin ich gelandet?'", berichtete er und mahnte dann: "Ich höre nicht auf andere, ich folge nur meinem Weg."

Dieser Weg führt ihn nun direkt in den Dortmunder Profi-Kader, dem er auch dauerhaft angehören soll. Schliesslich musste er erst vor wenigen Tagen aus dem BVB-Internat ausziehen, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu minimieren. Schliesslich werden nur die Dortmunder Profis regelmässig auf SARS-CoV-2 getestet.

Moukoko will sich bei den Profis festbeissen - eine Entwicklung, die Ex-BVB-Profi Nuri Sahin beinahe von ihm erwartet. Sahin, bislang mit 16 Jahren und 335 Tagen der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten, sagte im "Kicker": "Youssoufa muss jetzt den nächsten Schritt machen - die U19 ist zu einfach für ihn."

So bleibt festzuhalten: Dieser spezielle 16. Geburtstag wird Fussball-Deutschland wohl nachhaltig verändern.

Verwendete Quellen:

  • Kicker-Magazin. Ausgabe 94/2020
  • BVB-TV: Vorfreude auf und bei Youssoufa Moukoko
  • Skysport.de: Instagram-Star! Diese BL-Stars liegen noch vor Wunderkind Moukoko
  • Skysport.de: BVB-Boss Watzke schwärmt von Moukoko: "Hat das Tor-Gen"
  • Goal.com: Messi-Nachfolger? Stürmer-Legende Samuel Eto'o nennt BVB-Juwel Youssoufa Moukoko
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