• Als Spieler war Hasan Salihamidzic beim FC Bayern ein Publikumsliebling.
  • Als Sportdirektor wurde der einstige Kriegsflüchtling zum Buh-Mann.
  • Persönliche Kritik lässt den 45-Jährigen nicht kalt.
  • Doch er ist dabei, die Lücke auszufüllen, die Uli Hoeness hinterlassen hat - auch in Sachen Aussendarstellung.

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Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic macht sich derzeit keine Gedanken über seinen im Sommer 2023 in München auslaufenden Vertrag.

"Was meine Zukunft anbelangt, bin ich entspannt", sagte der 45-Jährige im Interview der "Süddeutschen Zeitung". Er glaube, dass er mit dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn und dem Präsidenten Herbert Hainer "inzwischen ein sehr gutes Team bilde".

Der in der Vergangenheit auch für seine Transfer-Politik kritisierte, frühere Star des FC Bayern freut sich nach den Top-Zugängen in diesem Sommer - mit Sadio Mané an der Spitze - über einen Imagewandel. "Es ging mir und geht mir immer um den FC Bayern. Es war mir wichtig, dass wir die Mannschaft so verstärken, dass sie in Europas Spitze mitspielen kann", sagte Salihamidzic. "Aber natürlich freut mich, wie es sich entwickelt hat."

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Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic, hier am 30. Juli 2022 in Leipzig im Rahmen des Supercupspiels, wird von vielen Beobachtern nach wie vor kritisch gesehen, was seine Transferpolitik angeht. Das bleibt dem Bosnier nicht verborgen und geht ihm durchaus nahe.

Hasan Salihamidzic: "Habe wegen unsachlicher Kritik nie ans Aufhören gedacht"

Der Funktionär gab zu: "Der Teil der Kritik, der unsachlich und persönlich motiviert war, hat schon wehgetan." Ans Aufhören habe er aber nicht gedacht. "So weit war es nicht, nein. Wir haben insgesamt plötzlich kein gutes Bild mehr abgegeben." Das sei nun anders: "Die Stimmung hat sich gedreht." Nach den ersten Reaktionen habe man gemerkt: "Der Name Mané wird einen Wow-Effekt haben."

Der vom FC Liverpool gewechselte Mané hatte Ende Juni einen Dreijahresvertrag an der Isar unterschrieben. Der Senegalese gilt neben dem niederländischen Abwehrchef Matthijs de Ligt, der von Juventus Turin kam, als der neue Star im Team des deutschen Rekordmeisters. Salihamidzic sagte, dass er in der Vergangenheit "ja oft der Böse gewesen" sei, wenn es um den Umbau der Mannschaft gegangen sei.

Salihamidzic: "Ich musste zwischen Rummenigge und Hoeness meinen Platz finden"

Von Juli 2017 an war Salihamidzic zunächst Bayern-Sportdirektor, drei Jahre später wurde er zum Sportvorstand berufen. "Die Anfangszeit hier war nicht leicht, ich musste erst mal meinen Platz zwischen Kalle Rummenigge und Uli Hoeness finden. Der Umbau der Mannschaft war kompliziert, dann kam die Pandemie. Das alles war Teil eines Wachstumsprozesses."

Zu dem zählt auch die neue Aussendarstellung des Vereins. Für diese war über Jahrzehnte unüberhörbar Uli Hoeness zuständig. Mit dessen Rückzug aus dem operativen Geschäft entstand hinsichtlich dessen ein Vakuum. Schon wurde der erst zur Saison 2021/22 verpflichtete Trainer Julian Nagelsmann als der "Aussenminister" des FC Bayern bezeichnet, weil der 35-Jährige immer wieder zu schwierigen Themen hatte Auskunft geben müssen; weil etwa Kahn oder Salihamidzic wenig dazu gesagt hatten.

Jamal Musiala, FC Bayern, Fussball
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Uli Hoeness' Auftritte fehlen: Salihamidzic will sich öffentlich deutlicher positionieren

"Das haben wir erkannt, wir haben auch da dazugelernt. Wir werden da sicher etwas verändern und uns bei besonderen Themen auch mal in die Pressekonferenzen setzen. Einfach, um dem Trainer die Last abzunehmen", betonte Salihamidzic.

Er bezeichnete Nagelsmann einmal mehr als "Glücksfall für den FC Bayern". Der Trainer sei "ein offener Typ", mit dem er super zusammenarbeiten würde. "Wir reden viel miteinander. Es ist normal, dass Julian sich noch in einer Entwicklung befindet. Es ist ein Lernprozess, genauso, wie es für mich einer war. Auch er muss seinen Stil finden. Aber die Zeit müssen wir ihm alle geben." (dpa/hau)

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