In der mannschaftlichen Hierarchie des FC Bayern München rangiert Joshua Kimmich mit 24 Jahren bereits an der Spitze. Der Nationalspieler könnte beim Rekordmeister die Ära des Umbruchs anführen. Er weiss aber noch nicht, ob er das wirklich will.

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In seiner fünften Saison beim FC Bayern München gilt Joshua Kimmich als einer der Führungsspieler. Das dokumentieren nicht nur alle Statistiken wie Ballkontakte (bis zum 19. Spieltag 1.699), gelaufene Kilometer (209) oder vorletzte Pässe zu Toren (acht), sondern auch Kimmichs Körpersprache.

Zoff mit Jerome Boateng gegen Bremen

Der gebürtige Schwabe sprüht vor Ehrgeiz und Einsatzfreude und staucht, wenn nötig, auch Kollegen vom Kaliber eines Weltmeisters zusammen. Erinnert sei nur an die Kopf-an-Kopf-Diskussion mit Jerome Boateng im Rahmen des 6:1-Heimsiegs über Werder Bremen am 15. Spieltag.

Kimmich scheut vor Verantwortung nicht zurück und steht für den FC Bayern. "Jetzt ist es ganz klar mein Ziel, mit Bayern München eine Ära zu prägen - mit dem ganz grossen Ziel, die Champions League zu gewinnen", betonte Kimmich im Interview mit dem Fachblatt "kicker".

"Ich finde es schön, dass es noch Vereinstreue gibt", so Kimmich, für den das Gesamtpaket aus sportlicher Perspektive und dem "Drumherum" aus Stadt und Umland bei den Roten passt.

Pep Guardiola etablierte Joshua Kimmich beim FC Bayern

Trotzdem schliesst der aus Leipzig an die Isar geholte Allrounder nicht aus, den Rekordmeister zu verlassen. Das Ausland lockt, und die Wertschätzung seines früheren Trainers Pep Guardiola ist hinterlegt. Guardiola verliess den FC Bayern nach Kimmichs erster Bundesligasaison 2016 und übernahm in der englischen Premier League bei Manchester City.

"Ich habe ihm viel zu verdanken. Er hat mich als Zweitligaspieler in der Champions League und Bundesliga spielen lassen", unterstrich Kimmich, als es nach der Entlassung von Niko Kovac im November 2019 darum ging, den Posten des Cheftrainers beim FC Bayern neu zu besetzen. "Wir haben das Double geholt, danach bin ich Nationalspieler geworden", hätte er sich seinerzeit gegen eine Wiedervereinigung mit Guardiola nicht gewehrt.

Sein neuer Chef aber wurde Kovacs vorheriger Assistent Hans-Dieter Flick. Mit dem hat Kimmich keinerlei Problem. Er wisse trotzdem nicht, "was in zwei oder drei Jahren das Beste für meine Karriere ist", fuhr Kimmich im "kicker" fort. Sein Anspruch sei es, "immer um die Champions League" mitzuspielen.

Die alte Bayern-Souveränität ist nicht mehr selbstverständlich

Kimmich merkte dabei an, dass der FC Bayern in der vergangenen Saison - aber auch in dieser Spielzeit - nicht so souverän aufgetreten sei, vor allem spielerisch nicht. "Das war, als ich hierher kam, anders. Da sind wir vom Gefühl her auf den Platz gegangen und wussten, der Gegner braucht einen absoluten Sahnetag, um uns heute gefährlich zu werden." (hau/dpa)

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