Die Nationalspieler Lukas Podolski und Sami Khedira sind in ihren Klubs aussen vor. Nichts deutet daraufhin, dass sich daran etwas ändert. Während Podolski dem FC Arsenal mit Abschied droht, pokert Khedira in Madrid um einen neuen Vertrag. Dabei wäre er woanders die Ideallösung.

In Deutschland gefeiert, in ihren Klubs nur noch zweite Wahl. Die beiden WM-Helden Lukas Podolski und Sami Khedira müssen sich vorkommen wie Zeitreisende zwischen zwei Parallelwelten. Gestern noch Handshake mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundespräsident Joachim Gauck und obendrein das Silberne Lorbeerblatt für die Verdienste mit der Nationalmannschaft in Brasilien.

Doch wenn sie Mitte kommender Woche wieder zu ihren Klubs zurückkehren, droht die Ersatzbank. Nein, das kann keinem Weltmeister gefallen. Und so pokern beide. Lukas Podolski spricht vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar am Freitag offen von Abschied vom FC Arsenal. Sami Khedira indes schweigt seit Monaten zu seinen Vertragsverhandlungen mit Real Madrid. Diese stocken offenbar, obwohl die Königlichen um ihn werben. Ohne Zweifel, Podolski und Khedira sind unglücklich mit ihrer Situation.

Facebookprofil gibt Einblick in Lukas Podolskis Gefühlswelt

Wer einen Einblick in die Gefühlswelt Podolskis haben möchte, muss nur einen Blick auf das Facebook-Profil des Ex-Kölners werfen. Seit Wochen wirkt der Angreifer in sich gekehrt, nachdenklich. "Niemals aufgeben! Vielen Dank an all die Fans die mich unterstützen und an mich glauben!", schreibt er über einen Post vom 23. Oktober. Tags zuvor schiesst Podolski die Londoner in der Champions League in letzter Minute zum 2:1-Sieg beim RSC Anderlecht. Doch für Chefcoach Arsene Wenger ist er da schon längst nicht mehr erste Wahl.

Denn die Konkurrenz um den neuen Torjäger Alexis Sanchez ist gross, extrem gross. Der chilenische WM-Shootingstar bringt es bereits auf zehn Tore in zwölf Ligaspielen. Flankiert wird der 25-Jährige meist vom Spanier Santi Cazorla und dem Engländer Alex Oxlade-Chamberlain. Die Beiden dribbeln sich durch gegnerische Abwehrreihen hindurch, wie es einst die Spezialität von Podolski war. Als Back-up im Sturm ist meist Danny Welbeck erste Wahl und nicht der 29 Jahre alte Deutsche. Für ihn ist derzeit bei Arsenal kein Platz mehr. Auch wenn Podolski, als ihn englische Medien in Verbindung mit Arsenals Stadtrivalen Tottenham Hotspur gebracht hatten, pathetisch erklärte: "Einmal ein Gunner, immer ein Gunner. Immer weiter und meine Zeit wird kommen!"

Nun sah er diese offenbar tatsächlich gekommen - um auf den Tisch zu hauen. "Ich bin mit meiner Situation nicht zufrieden. Ich will spielen", sagte er auf der Pressekonferenz des DFB vor der Partie gegen Gibraltar. "Wenn man mir den Wettkampf nimmt, bin ich nicht zufrieden. Ich muss mir Gedanken machen, was im Winter passiert, und werde das Gespräch mit dem Verein suchen."

FC Arsenal sucht einen defensiven Mittelfeldspieler

Arsene Wenger jedenfalls beschäftigt sich offenbar mit einer ganz anderen Personalie. Wie die "Daily Mail" berichtet, soll der 65 Jahre alte Franzose nach einem neuen defensiven Mittelfeldspieler verlangen. Während die Gunners vorne für Furore sorgen, krankt das Abwehrverhalten. Kapitän Mikel Arteta ist in der Schaltzentrale auf sich allein gestellt. Auf just jener Position, die wie zugeschnitten ist auf Khedira. Dieser hält sich über seine berufliche Zukunft bedeckt. Verletzungen hatten ihn zurückgeworfen. Erst riss dem 27-Jährigen im November 2013 das Kreuzband im rechten Knie. Nach langem Kampf zurück verpasste er mit einer Innenbandzerrung im linken Knie dann das WM-Finale. Schliesslich musste er im Herbst mit einem Muskelbündelrisses im linken Oberschenkel wochenlang pausieren.

Verhandlungen zwischen Real Madrid und Sami Khedira stocken

In der Primera Division bringt es Sami Khedira in dieser Saison auf gerade einmal 51 Minuten Einsatzzeit. Dies alleine auf die Verletzung zurückzuführen, dürfte aber nicht ausreichen. Vor einem Monat war Khedira ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Doch Stratege Toni Kroos und der Kroate Luca Modric bilden in der Mitte ein kongeniales Duo. Der Verein sei grundsätzlich bereit dazu, den im Juni 2015 auslaufenden Vertrag mit Khedira zu verlängern, hatte Chefcoach Carlo Ancelotti Mitte Oktober zwar erklärt. Nun meinte der 55 Jahre alte Italiener in der Radio-Sendung "Al Primer Toque" des Senders "Onda Cero" aber: "Es gibt Anzeichen, dass Khedira gehen könnte" Auch wenn Khedira im Interview mit dem "kicker" bekräftigt, bei Real bleiben zu wollen: Klub und Spieler sind sich offenbar über die Konditionen des neuen Vertrags uneinig. Beide Seiten pokern. Real kann nur noch in der Wintertransferperiode eine Ablöse einstreichen. Ein möglicher Interessent: der FC Arsenal. Der "Daily Mail" zufolge soll Wenger mehr als 25 Millionen für einen neuen Mittelfeldspieler ausgeben dürfen. Mehrfach wurde Khedira früher mit den Londonern in Verbindung gebracht. Ein Wechsel würde Sinn machen. Auch für Lukas Podolski. Nur in seinem Fall weg vom FC Arsenal.