Prinz Harry und seine Frau Meghan wollen keine "Vollzeit-Royals" mehr sein - mit dieser Entscheidung sorgte das Paar am Abend für einen Paukenschlag. Die Queen und andere hochrangige Mitglieder der Königsfamilie erfuhren davon wohl selbst aus den Medien.

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Nach einem katastrophalen Jahr für das britische Königshaus beginnt auch 2020 mit einem royalen Beben: Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen sich weitgehend von ihren royalen Verpflichtungen zurückziehen, finanziell unabhängig werden und künftig mehr Zeit in Nordamerika verbringen.

Diesen Entschluss gab das Paar am Abend auf seinem offiziellen Instagram Account bekannt. Weder Queen Elizabeth noch Prinz Charles oder Prinz William waren im Vorfeld offenbar über den Plan unterrichtet, wie unter anderem die Zeitung "The Telegraph" meldet.

Das soll zu Enttäuschung und Verärgerung in der Firma - wie sich die Königsfamilie selbst nennt - geführt haben. Entsprechend knapp fiel die Reaktion des Buckingham-Palasts aus, nachdem Harry und Meghan die "Bombe" platzen liessen.

In einer offiziellen Stellungnahme heisst es, man habe Verständnis für den Wunsch der beiden, sich zu verändern, jedoch seien dies "komplizierte Angelegenheiten, deren Bearbeitung einige Zeit in Anspruch nehmen wird". Die Entscheidung befinde sich noch "in einem frühen Stadium".

Harry & Meghan bekommen viel Kritik für ihre Entscheidung

Für ihren Entschluss erntet das blaublütige Paar Verständnis - aber auch teils harsche Kritik. Auf Instagram hagelte es etwa viele böse Kommentare, die meist gegen die frühere US-Schauspielerin Meghan gerichtet waren.

Die Royal-Expertin und Buchautorin Penny Junor nannte das Vorhaben des Paares "aussergewöhnlich und nicht durchdacht".

Schärfer formuliert es der britische Publizist Piers Morgan. Seiner Ansicht nach hat Herzogin Meghan zuerst einen Keil zwischen Harry und seinen Bruder William getrieben und nun die Königsfamilie gespalten. Morgan kritisierte die "schändliche Art, die Queen zu behandeln", und fügte hinzu: "Schande über Harry & Meghan".

Harry und Meghan wollen in Zukunft finanziell unabhängig sein. Die beiden planen ausserdem, künftig sowohl in Grossbritannien als auch in Nordamerika zu leben, heisst es in ihrer Mitteilung.

"Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden", schrieben Harry und Meghan.

Sie würden daher als Senior-Mitglieder der Royals zurücktreten - gemeint ist damit der innere Zirkel der königlichen Familie mit vielen Verpflichtungen.

Unterstützung erhalten Harry und Meghan unter anderem von US-Schauspielerin Bette Middler. "Was für eine traurige Geschichte", schrieb sie auf Twitter und macht die britische Boulevardpresse für den Schritt verantwortlich. "Sie haben sie gejagt und gemobbt, bis es für sie unmöglich war, noch zu bleiben - so wie bei Diana."

Harry und Meghan pochen auf ihre Privatsphäre

Harry und Meghan waren schon in den vergangenen Monaten immer stärker in die Kritik geraten. So war ihnen zum Beispiel vorgeworfen worden, dass sie zu sehr auf ihr Privatleben pochen. Erst kürzlich hatten sie sich eine sechswöchige Auszeit von ihren Verpflichtungen genommen und waren mit Baby Archie nach Kanada gereist.

In einem Interview während einer Afrika-Reise hatte Harry eingeräumt, dass er sich mit seinem Bruder William (37) auseinandergelebt habe. "Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden."

Bereits im Frühjahr waren Harry und Meghan aus dem Kensington-Palast in London, auf dessen Grundstück sie mit William und Kate gelebt hatten, ausgezogen. Sie wohnen seither in der Nähe der Queen in Windsor.

Künftig wird Harry mit seiner Meghan auch viel Zeit in Nordamerika verbringen. Es gab bereits viele Gerüchte, dass das Paar Grossbritannien verlassen könnte.

Allerdings tippten viele Royal-Experten auf den falschen Kontinent: Afrika. Sowohl Harry als auch Meghan hegen eine grosse Liebe für die Länder südlich der Sahara. Unter dem Sternenhimmel dort sollen sie sich näher gekommen sein. (jwo/dpa)

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Teaserbild: © Getty/Anwar Hussein/WireImage