• 22:04 Uhr: ➤ Malta setzt angekündigte Grenzschliessung für Ungeimpfte nicht um
  • 17:35 Uhr: Regierung will künftig auf Kategorisierung von Ländern als Risikogebiet verzichten
  • 16:15 Uhr: Bei Inzidenz unter zehn: Sachsen beendet die Maskenpflicht beim Einkaufen
  • 13:37 Uhr: Regierung schliesst kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte nicht aus
  • 12:56 Uhr: Merkel wirbt für Corona-Impfungen und lehnt Impfpflicht ab
  • 10:51 Uhr: Zahl neuer Corona-Fälle in Israel auf höchstem Stand seit März
  • 07:31 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 6,5

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➤ Malta setzt angekündigte Grenzschliessung für Ungeimpfte nicht um

Malta will die angekündigten Grenzschliessungen für nicht vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte doch nicht umsetzen. Menschen, die ohne Impfzertifikat nach Malta einreisten, müssten sich jedoch für bestimmte Zeit in Quarantäne begeben, teilte die Regierung am Dienstagabend mit. Die am Freitag angekündigte Grenzschliessung hätte in der Nacht zum Mittwoch in Kraft treten sollen.

Die Dauer der Quarantäne blieb zunächst unklar. Für Neuankömmlinge aus sogenannten "roten" Ländern galt bisher eine Pflicht zur Selbstisolation für 14 Tage.

Die geplante Grenzschliessung hatte Maltas Gesundheitsminister Chris Fearne am Freitag mit dem Anstieg der Corona-Infektionen begründet. Noch am 28. Juni hatte der Inselstaat, in dem rund 80 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft sind, nur noch 28 aktive Corona-Fälle verzeichnet. Am Freitag waren es jedoch wieder 252 Fälle gewesen. Anders als in anderen europäischen Ländern führen die Behörden den Anstieg der Fallzahlen in Malta nicht auf die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zurück.

Die geplante Grenzschliessung hatte jedoch für Kritik der EU-Kommission gesorgt, die eine Beeinträchtigung des EU-weiten Reisezertifikats befürchtete. Dieses sieht eine Gleichbehandlung vollständig Geimpfter mit Genesenen und negativ Getesteten vor.

Die weiteren Corona-News:

Corona-Lage in Spanien spitzt sich zu: Immer mehr Neuinfektionen und Restriktionen

21:00 Uhr: Die Corona-Krise im Urlaubsland Spanien hat sich weiter zugespitzt. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstag 13.393 Infektionen binnen 24 Stunden. Damit kletterte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines einzigen Tages von 226 auf 258. Es seien weiterhin vor allem junge Menschen unter 30, die sich ansteckten, hiess es. Gesundheitsministerin Carolina Darias äusserte sich unter Hinweis auf die Impffortschritte optimistisch und beteuerte, das land werde die Infektionszahlen bald wieder reduzieren. Zur Eindämmung der Ausbreitung beschliessen die spanischen Regionen unterdessen immer mehr Restriktionen.

Valencia mit der gut 500 Kilometer langen Küste hat mit Billigung der Justiz als erste der 17 Regionen Spaniens wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. Die Bewohner von 32 Gemeinden mit besonders schlechter Lage dürfen seit Dienstag zwischen 01:00 und 06:00 nur mit triftigem Grund aus dem Haus. Betroffen sind unter anderem die Metropole Valencia sowie bekannte Badeorte wie Benicassim oder Gandia. Auf den auch bei deutschen Urlaubern beliebten Kanaren will die Justiz am Mittwoch über einen Antrag der Behörden auf Einführung einer nächtlichen Ausgehsperre entscheiden.

So schlimm aber wie in Katalonien ist die Lage derzeit nirgendwo sonst in Spanien. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in der beliebten Urlaubsregion an der Grenze zu Frankreich am Dienstag auf knapp 579. Zur Eindämmung der rasant steigenden Infektionszahlen schränkt der Corona-Hotspot das Nachtleben immer weiter ein. Die Regierung in Barcelona beschloss am Montag, dass Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe spätestens um 0:30 Uhr schliessen müssen.

Lambrecht: Keine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen

19:25 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich klar gegen eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen ausgesprochen. "Die Zusage der Bundesregierung gilt: Eine Impfpflicht wird es nicht geben. Das gilt auch für einzelne Berufsgruppen", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung.

Wichtiger sei es, "für Vertrauen in die Impfung zu werben und die grossen Vorteile einer Impfung aufzuzeigen". Lambrecht: "Wer sich impfen lässt, handelt verantwortungsvoll - sich und seiner Umgebung gegenüber. Jeder und jede sollte sich deshalb so schnell wie möglich impfen lassen, bevor der Herbst kommt."

Kategorie Risikogebiet soll beim Reisen gestrichen werden

17:35 Uhr: Die Bundesregierung will die Corona-Auflagen beim Reisen ändern und die bisherige Ausweisung von einfachen Risikogebieten aufgeben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin.

Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten unter Berufung auf einen Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zuerst darüber. Dann gäbe es nur noch zwei Kategorien von Gebieten mit besonderer Corona-Last: Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete, wie es weiter hiess. Die neue Einreiseverordnung solle Anfang August in Kraft treten. Derzeit liefen Abstimmungen zwischen den Ministerien und mit den Ländern.

Die geltende Einreiseverordnung läuft Ende Juli aus. Diskutiert werde, dass jede und jeder Einreisende aus dem Ausland geimpft, genesen oder getestet sein und auf Verlangen einen Nachweis vorzeigen muss. Bislang gilt dies nur bei Flügen.

Weiter gelten soll, dass Nicht-Geimpfte nach der Einreise aus einem Hochinzidenz-Gebiet zehn Tage in Quarantäne müssen und nach fünf Tagen ein Freitesten möglich sein soll. Im Fall von Virusvariantengebieten soll weiter keine Verkürzung der Quarantäne möglich sein.

Das Gesundheitsministerium warb für Impfungen auch fürs Reisen. "Mit Impfung ist Reisen leichter", sagte ein Sprecher. "Man erspart sich bei Einreise das Testen. Und in der Regel müssen Geimpfte nicht in Quarantäne."

Brasilien meldet niedrigsten Wert bei neuen Corona-Fällen seit Januar

17:07 Uhr: Brasilien hat die niedrigste Zahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen seit mehr als einem halben Jahr registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Montagabend (Ortszeit) 17.031 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden - zuletzt hatte es Anfang Januar mit 15.827 einen niedrigeren Tageswert gegeben.

Auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie hatte das südamerikanische Land im März mehr als 100.000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Insgesamt haben sich in Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, mehr als 19,1 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 534.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Nur in den USA wurden bislang mehr Tote registriert, nach den USA und Indien verzeichnet das grösste Land in Lateinamerika die meisten Infektionen. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 mal so gross wie Deutschland.

Mehr als 115 Millionen Impfstoffdosen sind seit Beginn der landesweiten Impfkampagne verabreicht worden. Circa 40 Prozent der erwachsenen Brasilianer haben eine Einzeldosis bekommen, rund 15 Prozent sind vollständig geimpft.

Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzmassnahmen und Einschränkungen lehnte er - aus wirtschaftlichen Gründen - ab. Auch den Sinn von Impfungen zog Bolsonaro in Zweifel.

Gesundheitsbehörde: Reiserückkehrer treiben Infektionsgeschehen an

16:34 Uhr: Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat Reiserückkehrer für den leichten Anstieg der Corona-Inzidenz verantwortlich gemacht. "Das Reisegeschehen macht einen deutlichen Eindruck auf das Infektionsgeschehen", sagte Behördensprecher Martin Helfrich am Dienstag.

In der vergangenen Woche hätten sich 37 Menschen aus Hamburg im Ausland infiziert, allein 22 in Spanien. Das sei ein erheblicher Anteil an den gesamten Neuinfektionen. In der vergangenen Woche wurden 217 neue Fälle in Hamburg gezählt, der Anteil der Reiserückkehrer-Infektionen beträgt also 17 Prozent.

Zwar könne man nur nach einem negativen Test ins Flugzeug steigen, aber es sei möglich, dass der Schnelltest eine unmittelbar zuvor erfolgte Infektion nicht erkenne, erklärte Helfrich. "Wenn man von einer Reise zurückkommt, dann soll man eine Quarantäne einhalten, zum Teil ist das auch vorgeschrieben", sagte der Sprecher.

Wenn das Gesundheitsamt Anhaltspunkte habe, dass es sich um eine Virusvariante wie Delta handele, müssten auch vollständig Geimpfte in Quarantäne gehen.

Sachsen kippt die Maskenpflicht beim Einkaufen bei Inzidenz unter zehn

16:15 Uhr: Sachsen beendet ab Freitag im gesamten Bundesland die Maskenpflicht in Supermärkten und im Einzelhandel. Nach der neuen Corona-Schutzverordnung soll in allen Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter zehn die Maskenpflicht beim Einkaufen entfallen, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden vor Journalisten ankündigte.

Da die Inzidenz in allen sächsischen Landkreisen aktuell unter zehn liegt, fällt die Maskenpflicht beim Einkaufen im gesamten Bundesland weg. "Wenn Sie einkaufen gehen, brauchen Sie keine Maske mehr aufsetzen, wenn die Inzidenz unter zehn ist", sagte Köpping. Im öffentlichen Nahverkehr und bei Arztbesuchen müssten aber weiter Masken getragen werden.

Ausserdem müssen sich Menschen in Sachsen nicht mehr anmelden, bevor sie im Impfzentrum eine Corona-Impfung erhalten können. Zu jeder Zeit könnten die Bürger nun zum Impfen kommen, ohne sich vorher anzumelden, sagte Köpping. Einige Sachsen hätten ihr immer wieder berichtet, dass sie das Anmelden zu kompliziert fänden - dies falle nun vollständig weg.

Lucha: "Berufsspezifische Impfpflicht kann diskutiert werden"

15:42 Uhr: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha schliesst eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und Einschränkungen für Nicht-Geimpfte nicht aus, sollte sich das Impftempo nicht beschleunigen. "Eine berufsspezifische Impfpflicht kann diskutiert werden", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart.

So sei die Impfquote von Assistenzkräften und Angelernten in stationären Pflegeeinrichtungen derzeit relativ gering. Man versuche derzeit mit den Trägern die Impfquote zu erhöhen.

Grundsätzlich wolle man die Menschen noch motivieren, sich impfen zu lassen, sagte Lucha. Aber sollte die Motivationsarbeit in den kommenden Wochen nicht weiterführen, werden man Diskussionen führen müssen, dass es "Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nur für Geimpfte gibt".

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Diese Länder haben bereits eine Impfpflicht gegen Corona eingeführt

Frankreich und Griechenland haben am Montag eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte eingeführt, Deutschland diskutiert einen solchen Schritt für Lehrer. Egal wo, eine Impfpflicht wird weltweit als Mittel gegen die Pandemie gesehen. Welche Staaten sie bereits durchgesetzt haben, zeigt unsere Übersicht.

Seehofer bezeichnet seine COVID-Infektion als "teuflische Angelegenheit"

15:13 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat mit Verweis auf seine eigene Corona-Infektion eindringlich für Impfungen geworben. "Ich habe das in einem milden Verlauf selbst erlebt", sagte er am Dienstag in Berlin mit Blick auf seine überstandene Erkrankung. "Ich kann sagen, das ist auch bei einem milden Verlauf eine teuflische Angelegenheit, eine solche Infektion."

Seehofer sprach sich aber gegen eine Impfpflicht aus. Es gebe "noch viele Möglichkeiten, durch Kampagnen und Anreize zu einem höheren Impfverhalten beizutragen", sagte er. Eine Pflicht dürfe es bei einer solchen die Gesundheit betreffenden Massnahme nicht geben.

Die Bundesregierung beobachtet derzeit mit Sorge das nachlassende Tempo der Impfkampagne. In mehreren EU-Ländern besteht eine Impfpflicht für Angehörige bestimmter Berufsgruppen - etwa im Pflegebereich.

Kretschmann: Inzidenzwert bleibt "klare Ausgangsgrösse"

14:45 Uhr: Der Inzidenzwert wird aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann der zentrale Massstab im Kampf gegen die Coronakrise bleiben. "Alle anderen Parameter sind weit nachlaufend", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart.

Wenn man andere Faktoren wie die Hospitalisierung zu stark bewerte, könne es sein, dass in der Zwischenzeit dramatische Entwicklungen stattfinden, die man gar nicht erkennen könne. "Deshalb wird die Inzidenz zusammen mit dem R-Wert immer die belastbare klare Ausgangsgrösse sein", sagte Kretschmann. "Man muss nicht denken, dass wir die einfach verlassen und auf andere übergehen."

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) kündigte ein modifiziertes Modell an, in der weitere Faktoren wie Sterbequote oder Krankheitsverläufe gewichtet einfliessen soll.

Bislang war die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - das entscheidende Kriterium für viele Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie.

Die Bundesregierung hatte am Montag klargestellt, dass der Inzidenzwert auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen werde, aber andere Werte wie etwa die Zahl der Krankenhauseinweisungen künftig stärker berücksichtigt werden sollen.

Söder gegen Impfpflicht - offen für kostenpflichtige Corona-Tests

14:11 Uhr: Trotz der weiter sinkenden Impfbereitschaft ist Bayern gegen eine allgemeine Impfpflicht. Man sei auch dagegen, dass der Staat eine Prämie zahle, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Söder betonte aber, dass der "Weg den Frankreich bestreitet" auch teilweise für Deutschland spannend sein könnte. "Testen kostet enorme Summen", sagte Söder. Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend wegen der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen unter anderem erklärt, dass PCR-Tests ab Herbst kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden. Auf diese Weise soll die Impfkampagne weiter angekurbelt werden. Zugleich hatte Macron eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet.

Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nun Zeit, sich impfen zu lassen. Laut Gesundheitsminister Olivier Véran dürfen Ungeimpfte danach nicht mehr arbeiten und werden nicht mehr bezahlt.

Regierung schliesst kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte nicht aus

13:37 Uhr: Die Bundesregierung schliesst nicht aus, dass die bisher kostenlosen Corona-Tests in Deutschland für Ungeimpfte langfristig kostenpflichtig werden. Noch sei man in einer Phase des Überzeugens, in einer späteren Phase könne man darüber sicherlich nachdenken, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag nach Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin. "Für Deutschland sehe ich das jetzt noch nicht, aber ich will auch nicht ausschliessen, dass man mal in diese Situation hineinkommt."

Merkel ergänzte, es gebe im Moment noch Gruppen, die nicht geimpft werden könnten, etwa Kinder oder Menschen, die vielleicht andere Gründe hätten, warum sie sich nicht impfen lassen könnten. Im Augenblick werbe man für Impfungen.

Bei Massnahmen, "die so eine indirekte Impfpflicht sind", müsse man gut überlegen. In den nächsten Wochen gehe es um das Werben, "und dann diskutieren wir weiter". Die bisher kostenlosen Bürgertests ermöglichen wie der Impfnachweis in Deutschland zum Beispiel den Zugang zu Veranstaltungen.

Athen verordnet weitreichende Corona-Impfpflicht

13:28 Uhr: Die griechische Regierung hat am Dienstag eine weitreichende Impflicht und neue Auflagen für den Freizeitbereich angekündigt. So müssen sich in den kommenden Wochen alle Beschäftigten im Pflege- und Gesundheitssektor verpflichtend impfen lassen - andernfalls werden sie ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt.

Auch Touristen sind betroffen, denn in geschlossenen Räume von Kinos, Theatern und Gastro dürfen künftig nur noch Geimpfte Platz nehmen. Ausserdem gilt bis mindestens Ende August landesweit ein Tanzverbot.

Man habe auf einen ruhigen Sommer gehofft, doch in den vergangenen zwei Wochen habe sich das Bild stark geändert, begründete Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis die Massnahmen.

Die griechische Gesundheitsbehörde hatte nach einer Phase sehr niedriger Fallzahlen zuletzt täglich rund 2.000 Neuinfektionen für die rund 11 Millionen Einwohner des Landes gemeldet. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, Griechenland hätte die Kontrolle über die Pandemie verloren", sagte Georgiadis.

Im Unterhaltungs- und Gastrobereich soll eine App den Betrieben die Kontrolle der QR-Codes auf den Impfbescheinigungen erleichtern. Ob auch das deutsche gelbe Impfbüchlein gilt, war vorerst unklar - bei der Einreise nach Griechenland wird es akzeptiert.

In Aussenbereichen hingegen dürfen weiterhin alle Gäste empfangen werden, allerdings bei verringerter Kapazität. Ausserdem kündigte Georgiadis den "Sommer der Sitzenden" an. Damit ist gemeint, dass die Menschen nicht eng aneinander gedrängt in Bars stehen oder gar tanzen dürfen. Stattdessen müssen alle Platz nehmen.

Neue Studie: Nur vollständige Impfungen wirken gut gegen Delta-Variante

Starke Veränderungen durch Mutationen, sodass Antikörper sie nicht mehr erkennen: Sogenannte Immunflucht-Varianten sind in der Corona-Pandemie ein Schreckgespenst. Nun gibt es neue Daten zu Delta. Eine Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass erst die zweifache Impfung wirksam vor der Mutante schützt.

Merkel wirbt für Corona-Impfungen und lehnt Impfpflicht ab

12:56 Uhr: Eine Impfpflicht wie in Frankreich ist in Deutschland nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht geplant. "Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen, den Frankreich vorgeschlagen hat. Wir haben gesagt, es wird keine Impflicht geben", sagte Merkel am Dienstag nach einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin.

Sie glaube nicht, dass durch eine Veränderung dieser Aussage Vertrauen gewonnen werden könne. Das könne man gewinnen, indem man für das Impfen werbe.

Manchem möge eine Impfung überflüssig oder bedrohlich erscheinen. "Und deshalb sage ich allen, die noch unsicher sind, ob sie sich impfen lassen sollen: Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemandem, dem Sie nahe stehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben", betonte Merkel.

Eine Impfung bewahre nicht nur vor schwerer Krankheit, sondern auch vor den belastenden Beschränkungen des Alltags. "Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein, umso freier können wir wieder leben."

Merkel und Spahn hatten sich zuvor bei einem Besuch des RKI mit Wieler ausgetauscht. Dabei ging es unter anderem um den Einfluss der Impfungen auf den Pandemieverlauf vor dem Hintergrund wieder steigender Infektionszahlen durch die Deltavariante des Coronavirus.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nun Zeit, sich impfen zu lassen. Laut Gesundheitsminister Olivier Véran dürfen Ungeimpfte danach nicht mehr arbeiten und wird nicht mehr bezahlt.

Noch kein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen erkennbar

12:52 Uhr: In der Corona-Pandemie ist ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bisher ausgeblieben. "Auch als Effekt staatlicher Unterstützungen und des Aussetzens der Insolvenzantragspflicht setzte sich hingegen der langjährige Trend sinkender Insolvenzzahlen sogar verstärkt fort", sagte Albert Braakmann, Leiter der Abteilung "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Preise" am Dienstag bei einer Online-Veranstaltung des Statistischen Bundesamtes. Die Rückkehr der in der Pandemie ausgesetzten Insolvenzantragsplicht könne diesen Trend aber beenden.

Im Jahr 2020 war die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen mit 15.841 auf den niedrigsten Stand seit 1999 gefallen. Bisher hat sich diese Entwicklung im laufenden Jahr laut Destatis fortgesetzt.

Allerdings gilt die Insolvenzantragspflicht erst seit Mai 2021 wieder vollumfänglich. Für die Zeit nach April liegen Destatis nur vorläufige Zahlen der Amtsgerichte vor. Die bisherige Entwicklung spreche noch nicht für einen Anstieg der Insolvenzen, wohl aber für ein Abflachen der bisher nach unten zeigenden Kurve.

So hat die Zahl der Regelinsolvenzen im Juni laut den vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent abgenommen und auch im Vergleich zum Vormonat sei sie nur um gut zwei Prozent gefallen. Im April, also vor dem Auslaufen der Antragspflicht, hatte die Zahl der angemeldeten Unternehmensinsolvenzen noch um 9 Prozent unter dem Vorjahreswert und sogar 21 Prozent unter dem Wert für April 2019 gelegen. Die am stärksten betroffenen Branchen waren damals das Baugewerbe mit 215 und der Handel mit 195 Fällen.

Lauterbach lehnt Impfpflicht für Lehrer ab - und schlägt Alternative vor

Karl Lauterbach lehnt eine Impfpflicht für Lehrer ab. Der SPD-Gesundheitsexperte sagt, die Impfung gegen COVID-19 müsse die freiwillige Entscheidung eines jeden Einzelnen bleiben. Der deutsche Ethikrat sieht das anders. Vorschaubild: picture alliance

Zahl der Corona-Toten in Russland auf neuem Rekordhoch

12:43 Uhr: In Russland ist die Zahl der täglich verzeichneten Corona-Todesfälle auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 780 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Es ist bereits das sechste Mal seit Anfang Juli, dass in Russland eine neue Rekordzahl bei den Corona-Toten verzeichnet wurde.

Manche Experten sagen jedoch, die offiziellen Angaben zu den Corona-Todesfällen seien zu niedrig - da beispielsweise nur solche Toten gezählt würden, bei denen sich das Coronavirus als primäre Todesursache nachweisen lasse.

Derzeit breitet sich in Russland die hochansteckende Delta-Variante des Virus in rasantem Tempo aus. Am Dienstag wurden 24.702 neue Infektionsfälle erfasst. Das bewegte sich in etwa auf dem Stand der Vortage. Seit Beginn der Pandemie gab es in Russland laut den amtlichen Statistiken insgesamt mehr als 5,8 Millionen Infektions- und knapp 144.500 Todesfälle.

Der Kampf gegen die Pandemie wird den russischen Behörden durch die in der Bevölkerung weitverbreitete Skepsis gegenüber Corona-Impfungen erschwert. Präsident Wladimir Putin appellierte deshalb kürzlich an die Bürger, "auf die Experten zu hören" statt auf Gerüchte.

Nach Angaben der Website "Gogow", die angesichts fehlender landesweiter Statistiken Daten aus den russischen Regionen zusammenträgt, waren bis Dienstag lediglich 13 Prozent der 146 Millionen Landeseinwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Umfrage wollen sich 54 Prozent der Bürger nicht impfen lassen. Eine allgemeine Impfpflicht lehnt der Kreml jedoch ab.

Hälfte der Mitarbeiter infiziert: Impfzentrum in Malaysia geschlossen

12:24 Uhr: In Malaysia haben die Behörden ein Impfzentrum geschlossen, nachdem fast die Hälfte der 450 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Im Ideal Convention Centre (IDCC) in Shah Alam in der Industrieregion Selangor seien 204 Angestellte mit dem Virus infiziert, teilte Wissenschaftsminister Khairy Jamaluddin am Dienstag mit. "Hoffentlich wird unser Impfprogramm dadurch nicht beeinträchtigt", so der Politiker, der in dem südostasiatischen Land für die Impfkampagne verantwortlich ist.

Ob die Belegschaft sich bei der Arbeit oder anderswo angesteckt hat, sei unklar, hiess es. In dem Zentrum würden bis zu 6.000 Vakzindosen am Tag gespritzt, so die Zeitung "The Star". Die Behörden hoffen, das IDCC in den nächsten Tagen mit anderen Mitarbeitern wieder öffnen zu können.

Malaysia kämpft gegen seine bisher schwerste Corona-Welle. Bisher zeigt ein strikter Lockdown, der im Mai angeordnet wurde, noch keine Wirkung. Am Dienstag meldeten die Behörden 11.000 Neuinfektionen - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Fast 7.000 dieser Fälle wurden in Selangor und der Hauptstadt Kuala Lumpur verzeichnet.

Insgesamt stieg in dem Land mit knapp 32 Millionen Einwohnern die Zahl der bestätigten Infektionen auf 855.000. Mehr als 6.300 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben.

Strengere Corona-Regeln in Frankreich: Impfanmeldungen nehmen zu

12:15 Uhr: In Frankreich sind die Impfanmeldungen in die Höhe geschossen. Hintergrund ist die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, strengere Corona-Regeln einzuführen.

Wie der Plattformbetreiber Doctolib am Dienstag mitteilte, meldeten sich am Montag 926.000 Menschen in Frankreich für eine erste Impfung an. Die täglichen Anmeldungen erreichten demzufolge einen Rekordwert.

Macron hatte am Montag angekündigt, dass ein Test-, Impf- oder Genesungsnachweis künftig deutlich häufiger notwendig werde. Der Staatschef will damit mehr Menschen zur Impfung bewegen.

Der Staatschef kündigte ausserdem eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal mit drohendem Arbeitsverbot bei einem Verstoss an. Auch für die Gesamtbevölkerung stelle sich die Frage einer verpflichtenden Impfung.

Für Touristinnen und Touristen ohne vollständige Impfung könnten die strengeren Regeln ins Geld gehen. Schon ab 21. Juli ist der Eintritt zu Kulturstätten nicht mehr ohne Nachweis möglich, ab August wird auch der Zugang zu Fernzügen, Reisebussen, Restaurants und Cafés ohne den sogenannten Gesundheitspass verwehrt.

Zwar reicht für den Eintritt ein negativer PCR- oder Antigentest, der auch in Papierform vorgezeigt werden kann. Allerdings darf dieser nicht älter als 48 Stunden sein. Wer sich also ohne vollständige Impfung länger als zwei Tage in Frankreich aufhält, wird künftig wohl in die Tasche greifen müssen, weil dann PCR- und Antigentests für ausländische Touristen in Frankreich nicht mehr kostenlos sind.

Macron kündigte die härteren Corona-Regeln an, nachdem es einen Anstieg der Neuansteckungen mit dem Coronavirus seit Ende Juni gegeben hatte. In mehreren Départements überstieg der Inzidenzwert die 50er-Marke. Macron sagte, eine Impfung aller sei vorerst der einzige Weg zurück zu einem normalen Leben. Aktuell sind etwa 53 Prozent der französischen Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an

Seit einer Woche steigt die Sieben-Tage-Inzidenz jeden Tag an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von Dienstagmorgen lag sie bei 6,5. Vorschaubild: picture alliance

Scharfe Kritik an Corona-Lockerungen in England

11:54 Uhr: Britische Ärzte haben angesichts des weitgehenden Endes der Corona-Regeln in England vor "potenziell verheerenden Folgen" gewarnt. Der Chef der Ärztevereinigung BMA, Chaand Nagpaul, nannte das Vorhaben am Dienstag "unverantwortlich und - ehrlich gesagt - gefährlich".

Nagpaul kritisierte vor allem Premierminister Boris Johnson. "Der Premierminister hat wiederholt die Bedeutung eines langsamen und vorsichtigen Vorgehens betont. Aber in Wirklichkeit wirft die Regierung alle Vorsicht in den Wind, indem sie alle Vorschriften auf einen Schlag aufhebt." Kabinettsmitglied Stephen Barclay verteidigte hingegen die Ankündigung.

Johnson hatte am Vortag angekündigt, am 19. Juli fast alle verbliebenen Corona-Regeln aufzuheben. Damit fallen Abstandspflicht und Maskenpflicht, Nachtclubs dürfen wieder öffnen, und für Veranstaltungen gibt es keine Zuschauerbeschränkungen mehr.

Zwar bat Johnson mit Nachdruck die Bevölkerung darum, an Orten mit vielen Menschen weiter Masken zu tragen, und forderte Discos und Veranstalter auf, ihre Gäste mithilfe eines digitalen Impfpasses zu kontrollieren. Gesetzlich vorgeschrieben ist das aber nicht. Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt landesweit deutlich gestiegen.

Finanz-Staatssekretär Barclay sagte dem Sender "Sky News", es gebe keinen perfekten Zeitpunkt für die Öffnung. Der Impferfolg biete nun aber ein Zeitfenster, auch angesichts der bevorstehenden Schulferien.

Das Land müsse "zur Normalität zurückkehren" und lernen, mit dem Virus zu leben. Er räumte aber ein, dass erneut Regeln eingeführt werden könnten, wenn die Situation sich verschärft.

Das wissenschaftliche Expertengremium Sage, das die Regierung berät, geht wegen der Lockerungen von mindestens 1.000 Krankenhauseinweisungen sowie 100 bis 200 Toten täglich aus.

Merkel und Spahn besuchen Robert-Koch-Institut

11:23 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) haben am Dienstag das Robert-Koch-Institut besucht, das eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie einnimmt. Bei dem Termin soll es nach Angaben der Bundesregierung um "aktuelle Aufgaben, Vorhaben und Herausforderungen" und insbesondere auch um die Corona-Impfkampagne gehen. Geplant ist eine Pressekonferenz gegen 12:00 Uhr.

Bei dem Termin dürfte es auch darum gehen, welche Kriterien für die Beurteilung der Pandemielage in Deutschland entscheidend sein sollen. Künftig soll neben der bisher ausschlaggebenden Sieben-Tage-Inzidenz auch die Hospitalisierung eine wichtige Rolle spielen. Hintergrund ist, dass wegen der fortschreitenden Impfkampagne die Zahl schwerer Erkrankungen zurückgehen könnte.

Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung. Zu seinen Kernaufgaben zählen die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere von Infektionskrankheiten. Die Corona-Infektionszahlen waren in Deutschland in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen - wenn auch auf niedrigem Niveau. Sorge bereitet der Bundesregierung derzeit das nachlassende Tempo der Impfkampagne.

Zahl neuer Corona-Fälle in Israel auf höchstem Stand seit März

Die Zahl der neuen Corona-Fälle ist in Israel auf den höchsten Stand seit Ende März geklettert. 730 neue Fälle seien binnen 24 Stunden gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Bei 1,3 Prozent der mehr als 55.000 Getesteten fiel das Ergebnis demnach positiv aus. Die Zahl der Schwerkranken blieb bei 45, es gab auch keine neuen Todesfälle.

Die meisten der neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese wurde zuerst in Indien entdeckt, und sie gilt als besonders ansteckend.

Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Immungeschwächten Israelis wird inzwischen bereits eine dritte Impfdosis verabreicht.

Von rund 80 COVID-Patienten in Krankenhäusern sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums weniger als die Hälfte nicht geimpft, von den 45 Schwerkranken 44 Prozent.

Der Forscher Eran Segal vom Weizman Institut twitterte, der Anstieg der Neuinfektionen werde zwar auch zu einem Anstieg der Schwerkranken und Todesfälle führen. "Der Prozentsatz der Infizierten, die schwer krank werden oder sterben, ist jedoch deutlich geringer, und es ist nicht zu erwarten, dass wir zur hohen Zahl der Schwerkranken auf dem Höhepunkt der Pandemie zurückkehren werden."

Fast 62 Prozent der 9,3 Millionen Landesbewohner haben bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, fast 56 Prozent auch die zweite Dosis. Die Impfkampagne in Israel war besonders zu Beginn sehr erfolgreich, sie kam schnell voran und sorgte damit international für Aufsehen. Nach einer gewissen Stagnation kam sie zuletzt wegen des Neuanstiegs der Krankheitsfälle wieder in Fahrt.

In Deutschland 43 Prozent der Bevölkerung voll geimpft

10:46 Uhr: In Deutschland sind inzwischen 43 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 10:05 Uhr) wurden am Montag 448.345 Impfdosen verabreicht.

Damit haben nun rund 35,8 Millionen beide Impfungen erhalten, 48,8 Millionen (58,7 Prozent) sind mindestens einmal geimpft. Unter den Bundesländern liegt Bremen mit einem Anteil von 67,8 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen weiter an erster Stelle; bei den vollständig Geimpften behauptet das Saarland mit 47,2 Prozent seinen Spitzenplatz.

Nur Sachsen hat die 50-Prozent-Marke bei den Erstgeimpften bislang nicht erreicht (49,9). Brandenburg ist bei den vollständig Geimpften mit 39,2 Prozent unverändert das Schlusslicht.

Stiko-Vorsitzender: Bei Corona-Impfung von Kindern ist Vorsicht geboten

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen gegen Corona geworben.

Klingbeil will mit Stiko über Impfempfehlung diskutieren

10:17 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil dringt darauf, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) eine allgemeine Corona-Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausspricht. "Ich bin dafür, dass wir nochmal mit der Stiko diskutieren, dass sie ihre Empfehlung überarbeiten. Wir brauchen ein Impfangebot für junge Menschen", sagte Klingbeil am Dienstag im RTL/ntv-"Frühstart".

Die Stiko hat vorerst keine generelle Impfempfehlung für diese Altersgruppe ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen.

Unabhängig davon sind Impfungen aber als individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärztinnen und Ärzten möglich. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen in der EU zugelassenen Impfstoff.

Er sei dafür, nach den Schulferien am Präsenzunterricht festzuhalten, betonte Klingbeil. "Das heisst aber, wir müssen nochmal gesondert mit Lehrerinnen und Lehrern über das Impfen sprechen und Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot machen." Eine Impfpflicht halte er für falsch, aber man müsse die Impfbereitschaft erhöhen.

Söder spricht sich gegen Impfpflicht für Lehrer und Schüler aus

09:57 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält auch nach der Einführung einer Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Frankreich und Griechenland an seiner ablehnenden Haltung gegenüber verpflichtenden Impfungen fest. "Ich bin gegen eine Impfpflicht", sagte Söder am Dienstag im Deutschlandfunk.

Dies gelte auch etwa für Lehrer oder Schüler. Söder begründete seine Ablehnung damit, dass eine Impfpflicht ein "starker Grundrechtseingriff" sei.

Der CSU-Chef hält aber auch Geldzahlungen als Anreiz nicht für sinnvoll. Nicht ein Hundert-Euro-Schein müsse der grösste Gewinn sein, sondern "der grösste Gewinn ist Freiheit".

Geimpfte müssten mehr Freiheitsrechte haben als Ungeimpfte. Söder sprach sich dafür aus, niederschwelligere Angebote für Corona-Impfungen zu machen, etwa durch ein "Impfen to go".

Start von Impfstudie verschoben: Ministerium prüft noch

09.46 Uhr: Eine geplante Impfstudie mit Schülern, die am Dienstag im Kreis Siegen-Wittgenstein starten sollte, ist kurzfristig verschoben worden. Die Prüfung des Vorhabens durch das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalens dauert an.

Dies teilte ein Behördensprecher am Dienstag auf Anfrage in Düsseldorf mit. Die Prüfung werde zeitnah abgeschlossen, sagte er. Das Ministerium machte keine Angaben dazu, wann genau dies sein solle.

Die Kreisverwaltung hatte am Montagnachmittag den eigentlich für diesen Dienstag (13. Juli) geplanten Start der Studie abgesagt. Man habe den angekündigten Sondererlass des Gesundheitsministeriums bislang nicht in schriftlicher Form erhalten, hatte der Kreis mitgeteilt.

Wissenschaftlich begleitet sollten im Kreis von diesem Dienstag an rund 30.000 Schüler ab zwölf Jahren und Studierende bevorzugt geimpft werden. Der Kreis will einen neuen Starttermin bekannt geben, sobald die offizielle Genehmigung vorliegt.

Die Forschenden der Universität des Saarlands und der Universitäts-Kinderklinik Bochum wollen mit der vergleichenden Untersuchung herausfinden, wie sich eine solche Querschnittsimpfung auf das Infektionsgeschehen auswirkt. In einer Befragung wollen sie zudem etwas über die Impfbereitschaft herausfinden sowie weitere Daten ermitteln.

Aus Sicht der Mediziner, die die aktuelle Impfstudie betreuen, überwiegt der Nutzen einer Corona-Impfung auch in der jüngeren Altersgruppe das Risiko schwerer Nebenwirkungen.

FDP-Chef Lindner spricht sich gegen weiteren Lockdown aus

Wird es wieder Lockdowns geben, wenn die Corona-Fallzahlen erneut in die Höhe schnellen? FDP-Chef Lindner spricht sich klar dagegen aus. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September betont er: Mit den Liberalen in der Regierung werde es mehr Rücksicht auf Freiheitsrechte geben. Teaserbild: imago images/Rainer Unkel

Ethikratsvorsitzende: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen unnötig

09:13 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hält eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Deutschland für unnötig. Im ZDF-"Morgenmagazin" wies Buyx am Dienstag darauf hin, dass der Ethikrat zwar ganz vorsichtig erklärt habe, unter bestimmten Umständen könnte man über solche berufsbezogenen, sehr eng begrenzten Impfpflichten nachdenken.

"Allerdings würde ich sagen, dass diese Umstände gar nicht zutreffen", betonte sie.

Erstens gebe es für die meisten vulnerablen - also besonders gefährdeten - Gruppen andere Möglichkeiten zum Schutz. "Und: Wir haben viel bessere Impfraten bei den unterschiedlichen Berufsgruppen als beispielsweise in Frankreich. Beim Gesundheitspersonal und bei den Lehrerinnen und Lehrern haben wir wirklich super Impfraten. Deswegen glaube ich, brauchen wir das gar nicht."

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nun Zeit, sich impfen zu lassen.

Laut Gesundheitsminister Olivier Véran darf ungeimpftes Gesundheitspersonal danach nicht mehr arbeiten und wird nicht mehr bezahlt. In Deutschland hatte der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas gefordert.

Lehrerverband fordert Vorbereitung auf "erneute Phase des Wechselunterrichts"

08:33 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband hat Bund und Länder aufgefordert, sich auf eine erneute Phase des Wechselunterrichts an den Schulen im Herbst vorzubereiten.

"Das Szenario eins, von dem wir alle hoffen, dass es Wirklichkeit wird, heisst vollständiger Präsenzunterricht mit einer Sicherheitsphase von mehreren Wochen, wo weiterhin erhöhte Gesundheitsschutzmassnahmen gelten", sagte Verbandspräsident Hans-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben). "Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass das nicht ausreichen wird, um die vierte Welle zu verhindern."

Meidinger verwies darauf, dass sich das Coronavirus "auch ausserhalb der Schulen durch Kontakte ungeimpfter Jugendlicher untereinander verbreiten wird". Deshalb dürfe auch eine "erneute Phase des Wechselunterrichts" bei der Vorbereitung auf das nächste Schuljahr nicht ausgeblendet werden.

"Unserer Ansicht nach sollten dafür alle Schulen, die noch über kein schnelles Internet verfügen, in den Ferienmonaten damit ausgestattet werden", forderte der Verbandspräsident.

Corona-Pandemie: Kassenärzte fordern Verbote für Ungeimpfte - "Ohne Impfung keine Freiheiten"

Kein Schwimmbadbesuch, keine Urlaubsreisen: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte. Was er damit erreichen will.

Maas wirbt für stärkere internationale Zusammenarbeit in Corona-Pandemie

08:08 Uhr: Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) hat sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie für eine stärkere internationale Zusammenarbeit ausgesprochen. "Wir müssen jede Chance nutzen, die sich bietet, um die Pandemie einzudämmen", erklärte er vor seiner Abreise in die USA am Dienstag.

"Das bedeutet in der Praxis, dass wir als Staaten effizient miteinander zusammenarbeiten müssen, kontinuierlich Lieferketten verbessern und grössere Produktionskapazitäten aufbauen, die es uns erlauben, weltweit noch mehr hochwertigen Impfstoff herzustellen."

Ohne weltweite Solidarität bei der Impfstoffverteilung werde Delta "nicht die letzte Variante gewesen sein, die wir besiegen müssen", warnte er. Maas wurde am Dienstag in der Industriestadt Detroit im Bundesstaat Michigan erwartet, wo er laut einer Aussenamtssprecherin die Produktionsstätte eines grossen Impfstoffherstellers besucht.

Im Anschluss sollte er nach New York weiterreisen, wo er sich den Angaben zufolge unter anderem im UN-Sicherheitsrat für eine politische Lösung des Konflikts in Libyen einsetzen will. "Wir brauchen hier ein Zusammenwirken der internationalen Akteure und einen Abzug aller ausländischen Söldner und Soldaten", erklärte Maas.

Am Donnerstag reist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die USA. Sie wird dort von US-Präsident Joe Biden im Weissen Haus empfangen.

Erneuter Anstieg: Inzidenz bei 6,5 - 646 Neuinfektionen

07:31 Uhr: Seit einer Woche steigt die Sieben-Tage-Inzidenz jeden Tag an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen lag sie bei 6,5.

Genau eine Woche zuvor betrug der Wert von Neuinfektionen je 10. 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 646 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:06 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte das RKI 440 Ansteckungen gemeldet.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 26 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 31 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.737.135 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.635.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.259.

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl lag nach RKI-Daten am Montag bei 1,15 und befand sich damit seit rund einer Woche über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 115 weitere Menschen anstecken.

Liegt der Wert anhaltend über 1, steigen die Fallzahlen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert lag zuvor rund zwei Monate lang deutlich unter 1.

Weltärztebund-Chef Montgomery: "Wir werden Corona nie wieder los"

Der Präsident des Weltärztebundes, Franz Montgomery, geht davon aus, dass die Maskenpflicht auch nach der Pandemie weiter bestehen bleiben wird.

Forscher fordert mehr Freiräume für Jugend

07:07 Uhr: Der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat im zweiten Pandemiesommer mehr Freiräume für junge Leute gefordert - auch nachts. "Das ist sehr, sehr einfallslos, was viele Städte und Kommunen da bisher auf die Reihe bekommen haben", sagte Hurrelmann der Deutschen Presse-Agentur.

Noch deutlich mehr als andere Altersgruppen seien Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 22 Jahren am Ende ihrer Geduld. "Das ist eine Lebensphase, in der man raus muss, in der man sich erproben muss, Räume erobern."

Viele Jugendliche wollten endlich wieder ein freies Leben führen und sich so benehmen und bewegen können wie es für ihre Alter angemessen sei. Hurrelmann regte an, Plätze für Aktivitäten freizugeben und vorher die Anwohner zu informieren. "Da lässt sich ja dann sagen: Nehmt Rücksicht auf die Jugend, sie hat auch Rücksicht auf euch genommen. Und darum geben wir hier jetzt mal für ein paar Tage eine Sondergenehmigung."

Viele fühlten sich immer noch eingesperrt und hätten das Gefühl, gar nicht richtig leben zu können. Bei bis zu einem guten Drittel könnten deshalb Frust und Ohnmachtsgefühle auch in Randale und Aggressionen umschlagen.

Diese Gruppe sei seit dem vergangenen Sommer nach aktuellen Studien grösser geworden, sagte Hurrelmann. Es sei vielfach ein dumpfer, provokativer Protest, vorwiegend von jungen Männern mit wenig Perspektiven mit Blick auf Schule und Berufsausbildung. Da baue sich Schritt um Schritt ein Unbehagen auf - und irgendwann könne sich das auch in Krawallen entladen.

"Die Disziplin der jungen Leute ist nach wie vor hoch, aber nicht mehr so hoch wie noch vor sechs Monaten", sagte Hurrelmann. "Das bröckelt." Rund zwei Drittel hielten sich weiter an die Regeln und nähmen Rücksicht auf die Älteren.

"Aber man merkt: Jetzt sind die Zurücksetzungen mehr im Fokus und sie haben auch die Geduldigen unter den jungen Leuten erreicht." 2020 seien es rund 30 Prozent der jungen Leute gewesen, die Schwierigkeiten mit den Corona-Regeln hatten.

"Dieser Anteil ist weiter gestiegen. Nun sind es 35 Prozent. Und das wird auch noch weiter steigen", so Hurrelmanns Prognose.

Als Freifahrtschein will Hurrelmann seine Ratschläge allerdings nicht verstanden wissen. "Die Polizei sollte nachts Parks räumen, wenn ein ganz eindeutiger Verstoss gegen Regeln vorliegt. Das muss sein. Das brauchen junge Leute auch als Signal", sagte er.

US-Behörde warnt vor erhöhtem Risiko von Nervenerkrankung bei J&J-Corona-Impfung

06:26 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat vor einem "erhöhten Risiko" einer seltenen Nervenerkrankung bei einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des Pharmakonzerns Johnson & Johnson gewarnt. Die FDA aktualisierte am Montag ihren Warnhinweis, nachdem dutzende Fälle des sogenannten Guillain-Barré-Syndroms gemeldet worden waren.

Nach Angaben aus informierten Kreisen gibt es 100 vorläufige Berichte über ein Auftreten der neurologischen Krankheit mit Lähmungserscheinungen - bei rund 12,5 Millionen verabreichten J&J-Impfdosen. In 95 Fällen mussten die Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Mensch starb.

In den USA gibt es jährlich zwischen 3.000 und 6.000 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms. Die entzündliche neurologische Erkrankung führt zu Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen.

Die meisten Patienten erholen sich wieder. Auch bei einigen Grippe-Impfungen wurde ein Auftreten des Syndroms beobachtet.

Der neue Warnhinweis der FDA ist ein weiterer Rückschlag für Johnson & Johnson. Im April war der Einsatz des Corona-Impfstoffs des US-Pharmakonzerns in den USA zwischenzeitlich ausgesetzt worden, nachdem vor allem bei jüngeren Frauen vereinzelte Fälle von seltenen Blutgerinnseln aufgetreten waren.

Die Behörden kamen aber zu dem Schluss, dass die Vorteile der Impfung die Risiken klar überwiegen. Für Schlagzeilen sorgte zudem eine grössere Produktionspanne in einem Werk in der US-Stadt Baltimore.

In der Impfkampagne in den USA spielt der Impfstoff von Johnson & Johnson, von dem nur eine Dosis notwendig ist, eine untergeordnete Rolle. Bislang wurden weniger als 13 Millionen Impfdosen verabreicht. Von dem Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer sind es schon mehr als 185 Millionen, von dem Vakzin des Biotech-Unternehmens Moderna mehr als 135 Millionen.

Altmaier sorgt sich um nachlassende Corona-Disziplin

04:01 Uhr: Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier macht sich Sorgen wegen einer aus seiner Sicht manchmal nachlassenden Disziplin bei den Corona-Massnahmen. Ein weiterer Lockdown "wäre das Schlechteste überhaupt und muss auf jeden Fall vermieden werden", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" am Dienstag. Er glaube, dass alle gut beraten seien, die notwendigen Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen.

"Deshalb sehe ich mit Sorge, dass manchmal auch die Disziplin ein bisschen nachlässt, dass in geschlossenen Räumen keine Masken mehr getragen werden, dass der Abstand bei vielen Veranstaltungen schon wieder sehr gering wird", sagte Altmaier. "Da würde ich mir einfach wünschen, dass wir alle immer wieder auch unseren Gesprächspartnern, unseren Gästen, unseren Freunden sagen, helft bitte mit, damit möglichst wenig Menschen gesundheitlich gefährdet werden."

FDP-Chef spricht sich auch bei steigenden Inzidenzen gegen weiteren Lockdown aus

02:32 Uhr: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich auch im Falle steigender Infektionszahlen gegen einen weiteren Lockdown ausgesprochen. "Mit der FDP in der Regierung wird es mehr Rücksicht auf Freiheitsrechte geben", sagte Lindner der "Bild" am Dienstagsausgabe.

Lindner fordert stattdessen eine "politische Garantie für Geimpfte", dass diese sich "im Herbst frei bewegen können". Es sei genug Zeit, um "Hygienekonzepte und Logistik aufzubauen, so dass auch Menschen ohne Impfschutz so wenige Einschränkungen wie möglich befürchten müssen", sagte der FDP-Chef.

Frankreich hatte zuletzt angekündigt, angesichts der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante die Vorlage eines Gesundheitspasses zur Voraussetzung für den Besuch von Restaurants oder Einkaufszentren sowie die Nutzung von Zügen oder Flügen machen zu wollen. Der Pass gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test.

Auch in Deutschland ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch. Am Mittwoch hatte das RKI mitgeteilt, dass die zuerst in Indien festgestellte Variante nun für mehr als 50 Prozent aller Ansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland verantwortlich ist.

Ärztekammer fordert intensivere Corona-Impfkampagne

02:00 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert eine intensivere Corona-Impfkampagne. "Ich vermisse den TV-Spot zum Impfen vor der Tagesschau. Und dann müssen wir direkt vor Ort informieren, und zwar genau da, wo die Impfbereitschaft bisher gering ist. Wir müssen auf die Menschen zugehen", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" am Dienstag.

Man müsse nicht nur Sportvereine, sondern auch Kulturvereine und Glaubenseinrichtungen für die Impfkampagne mit ins Boot holen. "Statt zu verordnen, müssen wir vor Ort sein."

Die Frage, inwieweit die erhöhten Inzidenzwerte zu einer Belastung des Gesundheitssystems führen werden, hänge massgeblich von der Impfquote ab, sagte Reinhardt. "Ich finde, jeder Erwachsene steht in der Verantwortung, durch seine Impfung dazu beizutragen, das Infektionsgeschehen niedrig zu halten - auch zum Schutz der Kinder. Sie sind bisher die grossen Verlierer der Pandemie."

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte der Zeitung: "Wir haben in Deutschland aktuell mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung geimpft, was sich deutlich in der Belegung der Intensivstationen bemerkbar machen wird. Wir erwarten bei einem erneuten Anstieg der Inzidenzen deshalb eine deutlich flachere Kurve mit Blick auf die schwer erkrankten Patienten."

Vorsicht ist aus Sicht von Marx dennoch weiter angemessen: "Sollten die Infektionsraten sprunghaft ansteigen und ungebremst anwachsen, werden wir auch wieder eine deutliche Zunahme an schwer kranken Patienten erleben, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Denn wir dürfen eben nicht vergessen: 40 Millionen Menschen in Deutschland sind eben noch nicht geimpft."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.