• 17:40 Uhr: ➤Anspruch auf PCR-Test künftig erst nach positivem Schnelltest
  • 16:48 Uhr: Ab dann könnte die allgemeine Impfpflicht ab 18 gelten
  • 15:27 Uhr: New York: Neue Mutation im Abwasser entdeckt
  • 14:32 Uhr: Kinder leiden weiterhin psychisch unter Corona-Pandemie
  • 11:21 Uhr: Lauterbach dringt auf allgemeine Impfpflicht: "Ungeimpften auf die Nerven gehen reicht nicht"
  • 08:32 Uhr: Weltweit bereits mehr als 400 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

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➤ Anspruch auf PCR-Test künftig erst nach positivem Schnelltest

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen soll der Einsatz genauerer PCR-Labortests künftig stärker konzentriert werden. Der grundsätzliche Anspruch darauf soll bestehen bleiben - PCR-Tests sollen aber vorerst nur noch nach einem positiven Antigen-Schnelltest gemacht werden. "Auf dem Höhepunkt der Pandemie setzen wir PCR-Tests gezielter ein", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Eine rote Warnmeldung auf der Corona-App reiche nicht mehr. Ein Anspruch auf PCR-Test muss laut Ministerium auch dann erst mit einem Schnelltest abgeklärt werden.

"Wer Gewissheit über eine Infektion benötigt, bekommt sie", sagte Lauterbach. Die Regelungen gehen aus einem neuen Entwurf für eine geänderte Testverordnung hervor, über die das RND zuerst berichtete. Er liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Um sich vorzeitig aus einer Isolierung als Infizierter oder einer Quarantäne als Kontaktperson von Infizierten "freizutesten", sollen künftig Schnelltests reichen. Sichergestellt werden soll in der Teststrategie zudem, dass beim Auswerten von PCR-Tests Risikopatienten und Menschen in Einrichtungen wie Pflegeheimen, Praxen, Kliniken und Rettungsdiensten vorrangig zum Zuge kommen. Auch sie sollen aber zunächst einen positiven Antigen-Schnelltest machen.

Johnson & Johnson setzt Produktion von Corona-Impfstoff aus

Der Pharmariese Johnson & Johnson hat die Produktion seines Corona-Impfstoffes vorerst ausgesetzt. Wie die "New York Times" berichtet, hat das Werk im niederländischen Leiden die Produktion Ende vergangenen Jahres gestoppt. Stattdessen werde dort derzeit ein experimenteller Impfstoff hergestellt. Die Corona-Impfstoffproduktion solle in einigen Monaten wieder aufgenommen werden. (Vorschaubild: imago images//Eibner-Pressefoto/EXPA/Feichter)

Die weiteren Corona-News des Tages:

EU sagt Afrika weitere 125 Millionen Euro für Corona-Impfkampagnen zu

20:04 Uhr: Die EU stellt nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weitere 125 Millionen Euro zur Unterstützung von Corona-Impfkampagnen in Afrika bereit. Das Geld werde dazu dienen, eine gute Verteilung von Impfstoffdosen sicherzustellen und medizinische Teams zu schulen, sagte die Deutsche am Mittwoch bei einem Besuch des Institut Pasteur in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Zudem sollten die Analyse- und Sequenzierungskapazitäten gestärkt werden, "um dem Virus immer einen Schritt voraus zu sei".

Nach Angaben der Afrikanischen Union waren in Afrika bis Anfang Februar nicht einmal zwölf Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die Quote liegt damit deutlich niedriger als in anderen Teilen der Welt. Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO ist eigentlich, dass 70 Prozent der gesamten Weltbevölkerung bis Mitte 2022 geimpft sind.

Mit den am Mittwoch zugesagten 125 Millionen Euro wird sich Europas Unterstützung für Impfkampagnen in Afrika auf mehr als 400 Millionen Euro erhöhen. Bislang seien bereits knapp 300 Millionen Euro zugesagt gewesen, erklärte von der Leyen. Zu dem Geld kommen Impfstoffspenden und Finanzhilfen zur Entwicklung der Pharmaindustrie in Afrika.

New York lässt Maskenpflicht auslaufen

18:31 Uhr: Angesichts sinkender Zahlen bei den Corona-Infektionen lässt der US-Bundesstaat New York die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen auslaufen. "Wir sind nicht da, wo wir Anfang Dezember waren", teilte Gouverneurin Kathy Hochul am Mittwoch mit. "Die New Yorker haben das Richtige getan, um die Winterwelle zu überstehen, und wir können ab morgen die landesweite Masken- oder Impfpflicht für Innenräume aufheben". Ausgenommen von der Entscheidung seien unter anderem Kliniken, Schulen, Altersheime und Gefängnisse. Hochul betonte jedoch, dass einzelne Bezirke oder Städte im Bundesstaat auf die Maskenpflicht in ihrem Einflussgebiet bestehen könnten.

New York und die gleichnamige US-Ostküstenmetropole hatten die meisten Corona-Beschränkungen in den vergangenen Monaten bereits zurückgefahren - wegen der starken Infektionswelle durch die Omikron-Variante war die Maskenpflicht in Innenräumen vor knapp zwei Monaten aber wieder eingeführt worden. New York war 2020 das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA mit täglich vielen Hundert Toten.

Spanien: König Felipe VI. hat Corona

17:12 Uhr: Der spanische König Felipe VI. ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Monarch habe nur milde Krankheitssymptome und es gehe ihm "gut", teilte das Königshaus in Madrid am Mittwoch mit. Für die kommenden sieben Tage habe der 54-Jährige alle Termine abgesagt und werde sich in seiner Residenz Zarzuela in Isolation begeben. Seinen Amtspflichten werde das Staatsoberhaupt aber weiter nachkommen.

Königin Leticia (49) sowie die jüngere Tochter, die Infantin Sofía (14), seien nicht betroffen und könnten ihren Aktivitäten weiter nachgehen, betonte das Königshaus. Die ältere Tochter, Kronprinzessin Leonor (16), geht zurzeit auf eine Internatsschule in Grossbritannien.

Ab dann könnte die allgemeine Impfpflicht ab 18 gelten

16:48 Uhr: Eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 könnte - sofern es im Bundestag eine Mehrheit dafür gibt - nach den Vorstellungen einiger Abgeordneter ab dem 1. Oktober in Deutschland gelten. "Wir streben an, das Gesetz in der zweiten Märzhälfte im Bundestag zu beschliessen. Nach einer mehrmonatigen Frist für Beratung und nachgeholte Impfungen soll die Impfpflicht dann am 1. Oktober greifen", sagte die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Strack-Zimmermann gehört zu einer Gruppe von Abgeordneten aus SPD, Grünen und FDP, die sich für eine Impfpflicht ab 18 starkmachen. Zuletzt waren immer mehr Details ihres Vorschlags bekannt geworden. So sprach sich die Parlamentariergruppe in einem Eckpunktepapier dafür aus, dass die Impfpflicht mit drei Impfungen erfüllt und bis Ende des nächsten Jahres befristet sein soll. Die Krankenkassen sollen demnach ihre Versicherten informieren, über ein Impfportal den Impfstatus abfragen und diesen speichern.

Tschechien hebt 2G-Corona-Regel weitestgehend auf

16:15 Uhr: Tschechien verabschiedet sich weitestgehend von der 2G-Corona-Regel, die nur Geimpften und Genesenen Zugang in bestimmten Bereichen gewährt. Die Regel wird nicht nur im Gaststätten- und Beherbergungswesen, sondern auch in anderen Bereichen wie bei Dienstleistungen und Kultur- und Sportveranstaltungen abgeschafft. Das beschloss das liberalkonservative Kabinett am Mittwoch in Prag. Die Test- und Nachweispflichten bei der Einreise nach Tschechien bleiben davon unberührt.

"Wir haben die Perspektive, dass wir vom 1. März an die meisten Corona-Beschränkungen loswerden können", sagte Ministerpräsident Petr Fiala. Praktisch werde dann nur noch die FFP2-Maskenpflicht gelten. Dies hänge indes auch von der weiteren Entwicklung der Omikron-Welle ab, schränkte der 57-Jährige ein.

Das Kabinett beschloss ferner, dass die Zahl der möglichen Teilnehmer an Grossveranstaltungen vom 18. Februar auf 5.000 sitzende oder 500 stehende Personen erhöht wird. Einige Experten kritisierten die Lockerungen als verfrüht. Nach offiziellen Zahlen gab es in dem deutschen Nachbarland binnen sieben Tagen 1.962 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

New York: Neue Mutationen im Abwasser entdeckt

15:27 Uhr: Auf der Suche nach Spuren von SARS-CoV-2 überwachen Forscher der City University of New York seit eineinhalb Jahren das Abwasser in New York. Nun hat das Team Hinweise auf Corona-Mutationen gefunden, die möglicherweise Resistenzen gegen bestimmte Impfstoffe entwickelt haben. In einem Bericht zitiert "Tagesschau.de" den beteiligten Virologen John Dennehy, der von einer Struktur in den gefundenen Viren spricht, die "noch nirgends auf der ganzen Welt gesehen" worden sei.

Die Viren machten nicht den Anschein, als könnten sie eine neue Pandemie-Welle auslösen. Es gebe auch keinen Hinweis, dass die Partikel infektiös seien, weshalb die Forscher keine akute Infektionsgefahr durch das Abwasser für Menschen sehen. Die Spuren wurden nur in sieben Proben gefunden, während das Forscherteam weltweit 5.000 Wasserproben analysierte. Auch an keinem getesteten Patienten fanden sie sich bislang.

Trotzdem gelte es, wachsam zu sein: "Wir haben Mutationen entdeckt, die Resistenzen gegen Antikörper oder bestimmte Impfstoffe entwickelt haben. Und die sogar von einer anderen Quelle als einem Menschen übertragen werden könnten", sagte Monica Trujillo, Mikrobiologin am Queensborough Community College.

Der Ursprung der mysteriösen Spuren gibt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern allerdings Rätsel auf. Möglicherweise stammen sie aus Ausscheidungen von chronisch infizierten Menschen, auch ein Ursprung in der Tierwelt kommt infrage - doch konnten mehrere Tierarten schon ausgeschlossen werden.

Die Suche geht weiter: "Solange wir die Quelle für diesen Mutanten nicht kennen und nicht besser verstehen, was wir da sehen, können wir auch nicht ausschliessen, dass diese Variante irgendwann einmal Konsequenzen nach sich ziehen wird", sagt Donnehy.

Kinder leiden weiterhin psychisch unter Corona-Pandemie

14:32 Uhr: Was viele ahnen oder tagtäglich miterleben, belegt erneut eine Analyse von Hamburger Wissenschaftlern: Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie ist weiterhin hoch. Rund ein Drittel empfindet demnach weniger Lebensqualität. Vor der Corona-Krise waren es noch zwei von zehn Kindern, also ein Fünftel. Das ist das Ergebnis der dritten Befragung aus dem Herbst 2021 der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), die am Mittwoch präsentiert wurde.

Das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität der Jungen und Mädchen hätten sich aber im Vergleich zu früheren Befragungen während der Pandemie zumindest verbessert, weil Kontaktbeschränkungen nicht mehr so streng seien, Schulen wieder geöffnet hätten und Sport angeboten werde. Die Forscher stellten den Angaben zufolge bei den Kindern auch etwas weniger psychische Auffälligkeiten fest als bei den beiden ersten Befragungen - mit 29 Prozent waren aber immer noch etwa zehn Prozentpunkte mehr betroffen als vor der Pandemie. Von Mitte September bis Mitte Oktober 2021 nahmen mehr als 1.100 Mädchen und Jungen sowie mehr als 1.600 Eltern mittels Online-Fragebogen teil.

Trotz positiven Tests: Britische Politikerin setzt Termin fort

11:49 Uhr: Trotz eines positiven Corona-Tests hat die britische Gesundheitsstaatssekretärin Gillian Keegan einen Termin fortgesetzt. Die konservative Politikerin entschuldigte sich für ihre "Fehleinschätzung". "Ich hätte das Treffen sofort beenden sollen", twitterte Keegan. Ein Ministeriumssprecher sagte am Mittwoch, Ressortchef Sajid Javid habe die Entschuldigung angenommen und unterstütze Keegan weiterhin. In der Vergangenheit mussten mehrere britische Politiker und Wissenschaftler wegen Verstosses gegen Corona-Regeln ihre Ämter niederlegen.

Keegan twitterte, sie sei mitten in einem Treffen mit drei Vätern gewesen, die vom Tod ihrer Töchter berichteten, als sie das positive Testergebnis erhielt. "Ich habe ihnen das Resultat mitgeteilt und habe weitere Vorkehrungen getroffen, aber bin mit ihrem Einverständnis noch kurze Zeit geblieben, um ihre Geschichten anzuhören", schrieb die Politikerin. Die Anweisung des Gesundheitsdiensts NHS sieht vor, dass sich Menschen nach einem positiven Testergebnis umgehend isolieren müssen.

Lauterbach dringt auf allgemeine Impfpflicht: "Ungeimpften auf die Nerven gehen reicht nicht"

11:21 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringt auf die baldige Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. "In Deutschland reicht es nicht, den Ungeimpften nur auf die Nerven zu gehen, da muss man mehr tun", sagte Lauterbach in einem AFP-Gespräch vor einem Treffen der europäischen Aussen- und Gesundheitsminister. "Ich bin ein ganz klarer Befürworter einer allgemeinen Impfpflicht", betonte der Minister. Die entsprechenden Gesetzesanträge unterstütze er.

Lauterbach bekräftigte seine Kritik an der von Bayern angekündigten Aussetzung der Impfpflicht in der Pflege. "Das gibt das vollkommen falsche Signal, dass die Proteste der Impfgegner und Querdenker bedeutsamer sind als der Schutz der älteren Menschen", sagte Lauterbach. Der Rückzieher von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe ihn "bestürzt".

Der Verzicht auf schnelle Lockerungen in Deutschland habe mit der grossen Gruppe der Ungeimpften zu tun, erklärte der Minister. "Bestimmte Dinge, die anderswo möglich sind, sind bei uns noch nicht möglich, weil wir zu Recht Rücksicht nehmen müssen auf ältere Ungeimpfte", sagte Lauterbach mit Blick auf andere europäische Länder, in denen nur noch wenige Corona-Einschränkungen gelten.

Die EU-Minister wollen bei ihrem zweitägigen Treffen in Lyon und Grenoble über eine verbesserte Zusammenarbeit in der Pandemiebekämpfung beraten und Lehren aus den ersten Corona-Wellen ziehen. "Ich persönlich glaube, dass wir die Einschränkungen für Kinder schwerer vertreten können als andere Einschränkungen, die wir ergriffen haben", sagte Lauterbach. "Die Kinder haben eine sehr schwere Zeit gehabt, es ist viel Unterricht ausgefallen, deutlich mehr als zum Beispiel in Frankreich". Und dennoch seien in Deutschland viele Kinder erkrankt. "Dies ist etwas, wo wir eine Manöverkritik zulassen müssen", räumte der Minister ein.

Mit Blick auf die Sterblichkeit hingegen sei Deutschland bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. "Ich glaube, dass es in allen europäischen Ländern Stärken und Schwächen gegeben hat und dass wir gut beraten sind, voneinander zu lernen", sagte Lauterbach. Er wolle mit seinen Kollegen insbesondere über die Zusammenarbeit bei der Entdeckung neuer Virusvarianten und bei der Impfstoffforschung und -produktion sprechen.

"Frankreich hat eine sehr aktive Überwachung von Virusvarianten, von der wir auch profitiert haben", sagte der Gesundheitsminister. Auch in Katastrophenfällen sollten sich europäische Länder gegenseitig unterstützen und Kapazitäten auf Intensivstationen anbieten. "Es gibt einen naiven Glauben, dass Varianten immer harmloser werden, das stimmt aber nicht", gab Lauterbach zu bedenken. Die nächste Variante könne auch wieder gefährlicher sein. "Darauf muss man vorbereitet sein."

SPD-Chef Klingbeil: Noch zwei, drei Wochen unterhaken

10:06 Uhr: SPD-Chef Lars Klingbeil hat in der Corona-Lockerungsdebatte um Geduld gebeten. "Ich bin mir ganz sicher, wenn die Menschen wissen, in zwei, drei Wochen - und das ist ja die Zahl, die alle Experten sagen - haben wir die Welle überwunden mit Omikron, dann sind auch alle bereit in diesem Land sich unterzuhaken und diese zwei, drei Wochen noch mitzumachen", sagte er am Mittwoch in der Bild-Sendung "Die richtigen Fragen". Er appelliere daran, darauf zu achten, jetzt nicht fahrlässig zu werden.

Dass es bisher nicht zu einer Überlastung der Kliniken komme, habe damit zu tun, dass Deutschland eine "kluge Corona-Politik" mache und mit die härtesten Massnahmen habe. "Seien Sie mal sicher, alle wollen so schnell es geht Öffnungsperspektiven schaffen, aber wir machen das verantwortungsvoll."

Während Omikron: Krankenhausgesellschaft erwartet keine Überlastung der Kliniken

09:43 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass die Kliniken die Omikron-Welle gut bewältigen. "Ich rechne aktuell für die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens", sagte Vorstandschef Gerald Gass der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Die aktuellen Corona-Massnahmen hätten "deutlich dazu beigetragen, dass die befürchtete Welle weniger hoch war als befürchtet". Sie sollten gelten bis zum Höhepunkt der Omikron-Welle, den die Bundesregierung in ein bis zwei Wochen erwartet. Danach könne die Politik "ohne Zweifel schrittweise Lockerungen für die kommenden Wochen ins Auge fassen".

Andere Experten halten eine Überlastung des Gesundheitssystems dagegen weiter für möglich. So hatte die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) kürzlich auf noch etwa drei Millionen ungeimpfte ältere Menschen verwiesen, die schwer erkranken könnten.

Schnelltests: Das sind die fünf besten Corona-Selbsttests

Wer wissen will, ob er sich mit Corona infiziert hat, kann von daheim mit einem Selbsttest Gewissheit schaffen. Doch nicht alle Tests sind gleich gut. Wir zeigen auf welche Schnelltests Sie sich verlassen können. (Bildnachweis: picture alliance/dpa/AAP | James Ross)

Weltweit bereits mehr als 400 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

08:32 Uhr: Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist seit Beginn der Pandemie auf mehr als 400 Millionen gestiegen. Das ging aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Dienstag (Ortszeit) hervor. Die Marke von 300 Millionen war erst vor etwa einem Monat erreicht worden. Rund 5,8 Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung wurden bislang weltweit gemeldet. Experten gehen aber sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen von höheren Dunkelziffern aus.

Die Internetseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO zählte zuletzt weltweit rund 397 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der weltweit verabreichten Corona-Impfdosen liegt laut WHO und JHU inzwischen bei etwa zehn Milliarden.

Die meisten bestätigten Infektionen in absoluten Zahlen gibt es den Johns-Hopkins-Daten zufolge bislang mit rund 77 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf Platz zwei steht mit rund 42 Millionen Infektionen Indien mit einer Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen, gefolgt von Brasilien mit fast 27 Millionen gemeldeten Corona-Fällen. Das grösste Land Lateinamerikas hat etwa 210 Millionen Einwohner.

WHO: Halbe Million Menschen seit Omikron-Auftreten an COVID gestorben

07:00 Uhr: Seit den ersten Warnungen über die hochansteckende Omikron-Variante des Corona-Virus Ende November ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Dienstag weltweit eine halbe Million Menschen an COVID gestorben. Dem WHO-Vertreter Abdi Mahamud zufolge wurden weltweit 130 Millionen Corona-Infektionen registriert, seit die Organisation die Variante als "besorgniserregend" eingestuft hatte.

"Im Zeitalter wirksamer Impfstoffe ist der Tod von einer halben Million Menschen wirklich etwas Besonderes", sagte Mahamud bei einer Übertragung im Internet. Es sei "mehr als tragisch".

Die für Corona zuständige WHO-Expertin Maria Van Kerkhove sagte: "Wir befinden uns noch mitten in der Pandemie." Viele Länder hätten den Höhepunkt der Omikron-Welle, die die vormals vorherrschende Delta-Variante verdrängt hatte, noch nicht überschritten. "Dieses Virus ist weiterhin gefährlich", sagte sie.

In der vergangenen Woche wurden nach WHO-Angaben fast 68.000 neue Todesfälle weltweit gemeldet wurden - ein Anstieg um sieben Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Gleichzeitig ging die Zahl der COVID-Fälle in dem Zeitraum um 17 Prozent auf fast 19,3 Millionen zurück. 58 Prozent der Infektionen und 35 Prozent der Todesfälle wurden aus Europa gemeldet.

Dem Bericht zufolge hat COVID-19 seit seinem Auftauchen in China im Dezember 2019 mehr als 5,7 Millionen Menschen weltweit getötet, und es wurden über 392 Millionen Infektionen registriert. Weltweit wurden fast 10,25 Milliarden Corona-Impfstoffdosen verabreicht.

RKI registriert 234.250 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz: 1.450

06:13 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 1.450,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1.441,0 gelegen, vor einer Woche bei 1.227,5 (Vormonat: 335,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 234.250 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 208.498 Ansteckungen.

Die Zahlen haben allerdings nur noch begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte mit der geplanten Priorisierung bei PCR-Tests die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - so dass diese nicht in die offizielle Statistik einfliesst.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 272 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 196 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 11.521.678 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,60 an (Montag: 5,41). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 8.373.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 119.215.

Westernhagen postet Impf-Foto: ein Plädoyer für "Freiheit"

Sänger Marius Müller-Westernhagen hat auf seinem Instagram-Profil ein Foto veröffentlicht, das ihn beim Impfen zeigt - dazu schrieb er das Wort "Freiheit". Seine Fans werteten diese Aktion als Wortmeldung in der Impfdebatte.

AOK lehnt höhere Kassenbeiträge für Ungeimpfte ab

05:00 Uhr: Die AOK hält höhere Krankenkassenbeiträge für Menschen ohne Corona-Impfung für verfehlt. "Das lehnen wir komplett ab. Mit einer Malus-Regelung schiesst man über das Ziel hinaus und gefährdet das Solidarprinzip", sagte die Vorstandschefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir dürfen es uns nicht von ein paar Impfgegnern zerstören lassen, dass wir solidarisch alle zu den gleichen Konditionen versichern."

Die frühere Gesundheitsministerin von Niedersachsen betonte, dass alle gesetzlich Versicherten ihren Beitrag unabhängig von Gesundheit, Einkommen und Risikoverhalten zahlten. "Wenn man höhere Beiträge für Ungeimpfte einführen würde, müsste man auch für Diabetiker, Raucher und Risikosportler einen anderen Tarif haben. Dann sind wir bei einer privaten Krankenversicherung", sagte Reimann.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte Ende Dezember im Kontext der Umsetzung einer allgemeinen Impfpflicht finanzielle Konsequenzen bei der Krankenversicherung angeregt. Als Grund nannte er das höhere Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs für Menschen ohne Corona-Schutzimpfung.

Bei der AOK sind über ihre elf regionalen Krankenkassen insgesamt rund 27 Millionen Menschen in Deutschland versichert.

Hausärzte fordern Plan für Ausstieg aus Corona-Massnahmem

02:30 Uhr: Der Hausärzteverband hat von der Bundesregierung einen Plan für den Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen verlangt. "Die Politik muss bereits jetzt ein Konzept entwickeln, wie die Öffnungsschritte konkret aussehen sollen", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). "Was nicht passieren darf, ist, dass hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmassnahmen beschlossen werden." Aktuell seien in den Praxen zwar mehr Corona-Patienten, aber die Verläufe seien deutlich milder.

Weigeldt kritisierte zugleich die unklare Datenlage, vor allem in den Krankenhäusern. "Wir wissen in der Regel nicht, wie viele der Hospitalisierten aufgrund ihrer Corona-Infektion eingeliefert wurden und bei wie vielen es sich um einen Nebenbefund handelt", sagte er. "Leider können wir uns auf diese Daten bei der Bewertung der Situation nicht verlassen. Nach zwei Jahren Pandemie ist das ernüchternd."

WHO: 16 Milliarden Dollar für ärmere Länder im Kampf gegen Corona

00:13 Uhr: Für die Unterstützung der ärmeren Länder im Kampf gegen Corona werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr noch 16 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) gebraucht. Auf diese Grösse bezifferte die WHO am Mittwoch in Genf die Lücke im Etat zur Versorgung solcher Staaten mit Impfstoffen, Tests und Medikamenten. Das Geld soll in ein von den Vereinten Nationen gestartetes Programm fliessen. Damit könnten ein Pool mit 600 Millionen Impfdosen geschaffen, 700 Millionen Tests gekauft sowie die Behandlung von 120 Millionen Patienten ermöglicht werden, hiess es.

"Die Wissenschaft hat uns die Instrumente gegeben, COVID-19 zu bekämpfen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Wenn sie solidarisch weltweit geteilt werden, können wir COVID als gesundheitlichen Notfall in diesem Jahr beenden." 92 Prozent des erforderlichen Gesamtbetrags sollen nach UN-Berechnungen von der EU und den G20 kommen, der Gruppe der grossen Industrie- und Schwellenländer.

Angesichts der weltwirtschaftlichen Folgen der Pandemie seien die 16 Milliarden Dollar ein sehr überschaubarer Betrag, so der WHO-Botschafter für globale Gesundheitsfinanzierung, Gordon Brown. Er kritisierte die nach wie vor enorme Ungleichheit bei der weltweiten Verteilung von Impfstoffen und der Verfügbarkeit von Tests und Medikamenten. In den armen Staaten sei die Impfquote weiterhin gering. Zugleich verfielen in nächster Zeit viele Millionen ungenutzter Impfdosen in den reichen Ländern.

Die WHO hat das Ziel, dass bis zur Jahresmitte 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind. Aktuell sind es den Angaben zufolge etwa die Hälfte Deutschland gehöre zu den wenigen Ländern die bereits zugesichert hätten, ihren diesjährigen Anteil an dem Programm zu zahlen, so Brown weiter. Die Bundesrepublik habe schon 2020/21 neben Norwegen, Schweden, Kuwait, Saudi-Arabien und Kanada zu den Staaten gezählt, die ihre Verpflichtungen erfüllt hätten.

Umfrage: Mehrheit hat positive Erfahrung mit Homeoffice

Die meisten Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten, sehen die Arbeit daheim positiv. Doch das Büro zu Hause hat auch seine Schattenseiten. Darunter leiden manche Gruppen besonders - Frauen zum Beispiel.

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Mit Material von dpa, AFP, APA