Italien kann endlich etwas aufatmen. Indes geht Baden-Württemberg im Kampf gegen das Coronavirus neue Wege. Und am Flughafen Leipzig/Halle ist eine Lieferung mit Millionen Schutzmasken aus China eingetroffen. Alle Nachrichten vom 26. April zum Nachlesen.

Nachrichten vom 26. April zum Nachlesen

  • 21:06 Uhr: Italien lockert Corona-Beschränkungen
  • 17:17 Uhr: Baden-Württemberg will symptomfreie Menschen auf Corona testen
  • 16:13 Uhr: Millionen Schutzmasken über Luftbrücke in Deutschland eingetroffen
  • 13:58 Uhr: 89 Millionen mangelhafte Atemschutzmasken in China beschlagnahmt
  • 11:23 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland
  • 09:51 Uhr: Schäuble: Schutz von Leben in der Coronakrise nicht alles unterordnen
  • 08:25 Uhr: Regierung bestätigt Chinas Einflussversuche auf deutsche Beamte

Italien lockert Corona-Beschränkungen

21:06 Uhr: Italien lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Corona-Beschränkungen und erlaubt den Bürgern zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend in Rom bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur schrittweisen Öffnung des Landes an.

New York: Rückkehr zur Normalität

20:01 Uhr: Der Gouverneur des besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaates New York hat einen Plan für die Rückkehr zur Normalität vorgelegt. "Wir wollen die Wirtschaft wieder hochfahren", sagte Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz, "aber wir müssen dabei behutsam und intelligent vorgehen." Firmen sollen zum Beispiel sicherstellen, dass in ihren Büros und Fabriken Abstandsregeln eingehalten werden können und dass sie genügend Atemmasken für ihre Angestellten haben.

Die ersten Unternehmen könnten am 15. Mai öffnen, sagte Cuomo – vorausgesetzt, die Lage bessere sich weiterhin. Zu den Hoch-Zeiten der Pandemie starben in New York täglich fast 800 Menschen, am Samstag fiel die Zahl der Toten nun unter 400. Cuomo fürchtet aber, dass sich das wieder ändern könnte, wenn der Lockdown zu schnell endet. "Machen wir jetzt einen Fehler", sagte er, "dann verspielen wir womöglich alle Erfolge." Zunächst sollen Bauarbeiter und Fabrikangestellte in ihre Jobs zurückkehren.

Wieder Gottesdienste in Sachsen-Anhalt

19:45 Uhr: Nach mehreren Wochen coronabedingter Verbote will Sachsen-Anhalt unter Auflagen ab Anfang Mai wieder Gottesdienste zulassen. Darauf habe sich die schwarz-rot-grüne Landesregierung verständigt, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Sonntag in Halle. Details sollen bei einer Sitzung am 2. Mai festgelegt werden, bei der sich das Kabinett mit den Corona-Beschränkungen befasst. Voraussetzung für Gottesdienste sei, dass die Religionsgemeinschaften vorab Schutzkonzepte vorlegten und vom Land genehmigen liessen, sagte Haseloff. Auch andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen angekündigt, ab Anfang Mai wieder Gottesdienste unter Auflagen zu erlauben.

Baden-Württemberg will auch symptomfreie Menschen auf Corona testen

17:17 Uhr: Entgegen der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts will Baden-Württemberg künftig auch Menschen auf das Coronavirus testen, die keine entsprechenden Symptome haben.

Untersucht werden sollen nun "auch Menschen ohne Symptome, die aber in engem Kontakt zu Infizierten stehen oder zuletzt gestanden sind", erklärte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Sonntag. "Einen deutlichen Schwerpunkt der Testungen setzen wir auf Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten."

"Eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests" sei eine "sehr wirksame Methode", um die Pandemie unter Kontrolle zu halten, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). "Deshalb haben wir uns entschieden, künftig noch mal deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als bisher auf das neuartige Virus testen zu lassen."

Die Landesregierung sprach von einer "bundesweit einmaligen Strategie". Sie ignoriert damit allerdings die Fachmeinung des RKI: "Tests bei asymptomatischen Personen werden nicht empfohlen", heisst es dort.

Die Laborkosten für Tests bei Menschen ohne Symptome werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In Baden-Württemberg wird den Angaben zufolge das Land dafür aufkommen, "bis der Bund die Finanzierung geregelt hat".

Millionen Schutzmasken aus China eingetroffen

16:13 Uhr: Am Flughafen Leipzig/Halle ist eine erste Lieferung mit Millionen Schutzmasken aus China eingetroffen. Die Transportmaschine Antonow 124 sei am Sonntagmorgen gelandet, sagte eine Sprecherin des Landeskommandos Sachsen der Bundeswehr. Zuvor hatte "Der Spiegel" darüber berichtet.

Am Montag wird eine weitere Lieferung mit dem weltgrössten Frachtflugzeug, der Antonow 225, in Leipzig/Halle erwartet. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will sich von der Ankunft des Bundeswehr-Transports selbst ein Bild machen.

Laut Bundeswehr besteht die "Luftbrücke" aus China aus insgesamt drei Frachtflügen. Es sollen rund 25 Millionen Schutzmasken nach Deutschland geflogen werden. Der Transport ist Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Coronakrise.

Polizei hebt illegales Bordell aus - Verstoss gegen Corona-Regeln

15:29 Uhr: Zivilfahnder haben in Köln ein illegal betriebenes Bordell aufgespürt und stillgelegt.

Dort hatte ein 28-Jähriger in einem Mehrfamilienhaus entgegen der Corona-Schutzverordnung sechs Prostituierte arbeiten lassen. Sie und ein anwesender Freier wurden ordnungsbehördlich belangt.

Der Betreiber muss sich strafrechtlich verantworten, wie es in einer Mitteilung am Sonntag hiess. Die Polizei hatte das Bordell in dem Wohnhaus zufällig bei Ermittlungen zu einem versuchten Tötungsdelikt entdeckt. Der Vorfall eignete sich bereits am Freitag.

SARS-CoV-2 bei Nerzen in Niederlanden festgestellt

14:42 Uhr: In den Niederlanden wurden bei mehreren Nerzen auf Pelztierfarmen das Coronavirus nachgewiesen. Das Landwirtschaftsministerium gehe davon aus, dass es von Mitarbeitern der zwei betroffenen Farmen in der Provinz Noord-Brabant auf die Tiere übertragen wurde, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Die Mitarbeiter hatten den Angaben des Ministeriums zufolge leichtere Symptome einer Infektion. Die erkrankten Tieren litten unter Magen-Darm-Problemen und Atemnot. In den Nerzfarmen in den Ortschaften Beek en Donk und Milheeze werden bislang 7.500 sowie 13.000 Tiere gehalten.

Laut deutschem Friedrich-Loeffler-Institut sind ersten Ergebnissen zufolge Flughunde und Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2-Infektion, Schweine und Hühner hingegen nicht. Hunde gelten als wenig empfänglich für das Virus. Katzen schon eher, allerdings gelten sie bislang nicht als Überträger der Seuche. Aus New York sind Infektionen von Tigern und Löwen bekannt.

Können Haustiere das Coronavirus übertragen?

Können Haustiere das Coronavirus übertragen? Eine neue Studie dürfte zumindest die Hundebesitzer beruhigen. Der Untersuchung des Wissenschaftsmagazin "Science" zufolge können sich aber Katzen mit dem Coronavirus infizieren.

China: 89 Millionen mangelhafte Atemschutzmasken beschlagnahmt

13:58 Uhr: Die chinesische Regierung hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 89 Millionen mangelhafte Atemschutzmasken beschlagnahmt. Bis Freitag gab es Inspektionen in rund 16 Millionen Unternehmen, wie eine Sprecherin des chinesischen Ministeriums für Industrie und Handel am Sonntag berichtete.

Neben den Schutzmasken seien dabei rund 418.000 Schutzkleidungsprodukte sowie wirkungsloses Desinfektionsmittel mit einem Verkaufswert von insgesamt mehr als 7,6 Millionen Yuan (rund eine Million Euro) beschlagnahmt worden, hiess es weiter.

Es blieb zunächst unklar, wie viele der beschlagnahmten Waren für den Export bestimmt waren. Die weltweite Nachfrage nach Schutzausrüstung ist anhaltend hoch, jedoch berichteten bereits mehrere Länder von Lieferungen mangelhafter Produkte aus China.

Am Samstag hatte die chinesische Regierung daher schärfere Regeln angekündigt, um internationalen Qualitätsstandards gerecht zu werden - auch bei nicht-medizinischem Mundschutz. Exportunternehmen müssen demnach künftig eine schriftliche Erklärung einreichen, wonach ihre Produkte den Sicherheitsbestimmungen des Ziellandes entsprechen.

Coronakrise: Italien startet grossen Antikörpertest

12:46 Uhr: Italien möchte mit Antikörpertests an zunächst 150.000 Menschen die Dunkelziffer der Corona-Infizierten bestimmen. Die Studie soll ab dem 4. Mai stattfinden. Das geht aus einem Beschluss hervor, den die Regierung in Rom am Wochenende verabschiedet hat.

Der für die Coronakrise zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri sagte am Samstag, es seien zahlreiche Anbieter von Tests gesichtet worden. Die Entscheidung sei nach wissenschaftlichen Kriterien gefallen, ausserdem bekomme man die Test-Kits kostenlos. Auch in Deutschland plant die Regierung einen gross angelegten Test, kleinere Projekte sind bereits gestartet.

Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Sie wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

Für die Untersuchung hätten die italienischen Behörden mit Hilfe statistischer Daten Menschen ausgewählt, die für eine Stichprobe geeignet seien, erläuterte Arcuri. Der italienische Zivilschutz registrierte bisher fast 200.000 Menschen im Land, die bei einem Abstrich positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden waren.

Experten gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer von Fällen aus. Die Antikörper-Studie soll nun helfen zu verstehen, wie weit das Virus wirklich in der Bevölkerung verbreitet ist.

Peking verbietet "unzivilisiertes" Verhalten in Coronakrise

12:01 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie verbietet die chinesische Hauptstadt Peking "unzivilisierte" Verhaltensweisen. Das Niesen oder Husten ohne das Bedecken von Nase oder Mund ist künftig untersagt, wie die Stadtverwaltung am Sonntag mitteilte. Ein Bussgeld droht auch Bürgern, die keine Maske in der Öffentlichkeit tragen.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble

Zum Schutz der Gesundheit sollen an öffentlichen Orten zudem Abstände von je einem Meter markiert werden. Daneben wird auch unangemessene Bekleidung unterbunden. Dazu gehört der sogenannte "Peking-Bikini" - die Angewohnheit chinesischer Männer, bei steigenden Temperaturen ihr T-Shirt hochzurollen und mit entblösstem Bauch herumzulaufen.

Mit den neuen Vorschriften werden zudem Polizisten ermutigt, Vergehen zu melden, die den "Sozialkredit" eines Bürgers betreffen könnten. China kontrolliert seine Bürger seit dem vergangenen Jahr mit einem Rating-System. Bei unerwünschtem Verhalten gibt es Punktabzüge, die sich negativ auf den Zugang zu Arbeitsplätzen oder sozialen Diensten auswirken.

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

11:23 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 154.175 ein Plus von 1.737 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 156.513 Infizierte.

Das RKI registrierte bislang 5.640 Todesfälle (JHU: 5.877 Tote). Die Zahl der Genesenen betrug etwa 112.000.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen:

(Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote)

  • Baden-Württemberg: 30.761 / +592 / 1.237
  • Bayern: 40.912 / +365 / 1.596
  • Berlin: 5.600 / +75 / 123
  • Brandenburg: 2.694 / +67 / 100
  • Bremen: 739 / +20 / 27
  • Hamburg: 4.429 / +29 / 140
  • Hessen: 7.946 / +109 / 315
  • Mecklenburg-Vorpommern: 673 / +6 / 16
  • Niedersachsen: 9.785 / +94 / 384
  • Nordrhein-Westfalen: 31.669 / +204 / 1.096
  • Rheinland-Pfalz: 5.835 / +68 / 147
  • Saarland: 2.482 / +14 / 107
  • Sachsen: 4.428 / +22 / 147
  • Sachsen-Anhalt: 1.494 / +14 / 36
  • Schleswig-Holstein: 2.630 / +18 / 96
  • Thüringen: 2.098 / +40 / 73
  • Gesamt: 154.175 / +1.737 / 5.640

Italien entkommt Abstufung durch Ratingagenturen zunächst

11:03 Uhr: Das von der Pandemie schwer getroffene Italien ist einer Abstufung seiner Kreditwürdigkeit vorerst entkommen. Die Ratingagentur S&P erklärte in der Nacht auf Samstag, dass sie die Bewertung der Schulden des Landes auf "BBB" belässt - zwei Stufen über Ramschniveau. Der Ausblick bleibe auf "negativ".

Mit Moody's hatte eine weitere grosse Ratingagentur bereits am Freitag erkennen lassen, dass sie Italien erst einmal nicht herabstufen will. Die Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Landes solle von der Coronakrise unbeeinflusst bleiben, denn erstens sei die Krise vorübergehend, zweitens seien Kredite angesichts der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken dauerhaft billig, hiess es.

Moody's stuft Italien mit "Baa3" derzeit eine Stufe über Ramschniveau ein. Am 8. Mai will die Agentur das Ergebnis ihrer laufenden Bewertung bekanntgeben.

Italien ächzte schon vor der Coronakrise unter einer hohen Schuldenlast. Die Regierung braucht aber viel Geld, weil sie hohe Ausgaben plant, um das Land aus der Krise zu führen.

Premier Johnson will Amtsgeschäfte wieder aufnehmen

10:24 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will nach seiner COVID-19-Erkrankung die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Er werde am Montag in den Regierungssitz Downing Street zurückkehren, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Dort warten auf Johnson schwierige Aufgaben: Die Regierung in London ist wegen ihrer Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie schwer in die Kritik geraten. Es fehlt an Schutzkleidung für das medizinische Personal. Auch von dem ausgegebenen Ziel, bis Ende April jeden Tag 100.000 Menschen zu testen, sind die Behörden noch weit entfernt.

Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Land den Höhepunkt der Epidemie überschritten hat - doch die täglich neu registrierten Sterbefälle sind noch immer erschreckend hoch: Am Samstag überstieg die Gesamtzahl der Toten erstmals 20.000. Berechnungen der "Financial Times" zufolge könnte die tatsächliche Zahl aber mehr als das Doppelte betragen.

Schäuble: Schutz von Leben nicht alles unterordnen

Tipps für den Umgang mit Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Tragen von Masken zum Schutz vor dem Coronavirus.

09:50 Uhr: Angesichts der massiven Einschränkungen von Grundrechten in der Coronakrise hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble davor gewarnt, dem Schutz von Leben in der Coronakrise alles unterzuordnen. "Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig", sagte Schäuble dem "Tagesspiegel".

Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gäbe, dann ist das die Würde des Menschen. "Aber sie schliesst nicht aus, dass wir sterben müssen", sagte der CDU-Politiker. Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. "Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben", sagte Schäuble weiter.

Weiter Informationen zu Schäubles Interview finden Sie hier.

Trump über Corona-Pressekonferenzen: Aufwand nicht wert

09:07 Uhr: US-Präsident Donald Trump stellt seine regelmässigen Pressekonferenzen in der Coronakrise offenbar auf den Prüfstand.

Was habe es für einen Zweck, Pressekonferenzen im Weissen Haus abzuhalten, wenn die Medien "nichts als feindselige Fragen stellen & sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten genau zu berichten", schrieb Trump auf Twitter. "Sie haben Rekord-Einschaltquoten & das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News." Das sei den Aufwand nicht wert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Präsident Xi Jinping.

Ob sein Tweet bedeutet, dass er künftig keine Pressekonferenzen mehr zur Coronakrise halten möchte, war unklar. Am Samstag gab es kein solches Briefing. Auch für Sonntag stand keines auf Trumps Terminplan.

Trump hat seit Mitte März fast täglich Pressekonferenzen abgehalten, die teilweise länger als zwei Stunden dauerten. Journalisten konnten ihm dabei ausführlich Fragen stellen. Wegen verbaler Attacken auf einige Medienvertreter, umstrittener, teils falscher Aussagen und viel Eigenlob handelte sich Trump zunehmend Kritik für seine Auftritte ein.

Bericht: Weiter grosser Mangel an Schutzmasken

08:49 Uhr: Der Nachschub an medizinischen Masken ist laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" in Deutschland weiter dürftig. Die Pharmagrosshändler berichten demnach von leeren Lagern.

"Auch wenn wir unsere Bestände aufgestockt haben, übersteigt die Nachfrage auch aktuell noch das Angebot", zitierte die Zeitung den Grosshändler Gehe. Das Unternehmen sei nur "teilweise lieferfähig".

Der Marktführer Phoenix erklärte demnächst er sei bei Atemschutzmasken "weitestgehend ausverkauft". Auch der Apothekerverband bestätigte den Maskenmangel, hat aber Hoffnung. "Die Versorgungslage bei Mundschutz und Masken ist schwierig", das liege daran, dass die Nachfrage wegen der ab Montag geltenden Maskenpflicht in Teilen der Öffentlichkeit gestiegen sei, sagte eine Sprecherin. Die Zahl der Hersteller nehme aber zu, die Situation dürfte sich "perspektivisch weiter verbessern".

Der Maskenmarkt ist dem Blatt zufolge mittlerweile so chaotisch, dass selbst Analysten den Überblick verloren haben. Immer mehr Masken werden demnach ohne eine sogenannte Pharmazentralnummer verkauft und können von Marktforschern wie der Firma Gesdat nicht verfolgt werden. "Wir wissen nichts. Wir haben die Spur verloren", sagte ein Sprecher des Pharmagrosshändlers Alliance Healthcare, zu dem Gesdat gehört. Es sei eine "gespenstische Situation".

Der Mangel betrifft vor allem die Verbraucher. Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden von der Bundesregierung versorgt. Das Gesundheitsministerium hat dem Bericht zufolge bis Freitag rund 133 Millionen Masken verteilt oder eingelagert.

Zeitung: Regierung bestätigt chinesische Einflussversuche auf deutsche Beamte

08:25 Uhr: Die Bundesregierung hat einem Medienbericht zufolge chinesische Einflussversuche auf deutsche Beamte in der Coronakrise bestätigt. Auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Margarete Bause erklärte die Regierung, Kenntnis von Kontaktaufnahmen chinesischer Diplomaten zu deutschen Beamten zu haben, wie die "Welt am Sonntag" berichtete.

Die Kontaktversuche aus China seien erfolgt "mit dem Zweck, öffentliche positive Äusserungen über das Coronavirus-Management der Volksrepublik China zu bewirken". Dafür seien Beamte in Bundesministerien kontaktiert worden, was das Auswärtige Amt alarmierte.

Die Regierung erklärte, Aufforderungen zu einer betont positiven Sichtweise auf die Rolle Chinas nicht nachgekommen zu sein. "Aus Sicht der Bundesregierung spielt Transparenz eine zentrale Rolle bei der erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie", hiess es, dies habe man gegenüber der Volksrepublik "deutlich gemacht".

Berlin würdigte dennoch die Anstrengungen, die China zur Eindämmung des Virus unternommen habe. Man stehe "im Rahmen der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und der Volksrepublik China zu zahlreichen Themen in engem Kontakt" mit Peking. Dazu zähle der regelmässige Austausch mit chinesischen Diplomaten.

Bause kritisierte in der "Welt am Sonntag": "Die Antwort des Innenministeriums zeigt einmal mehr die Leisetreterei der Bundesregierung gegenüber China." Der Europäische Auswärtige Dienst zähle China explizit zu den Ländern, die in Sachen Corona für Desinformationskampagnen und Verschwörungstheorien stehen", sagte die Abgeordnete weiter. Die Regierung sei nicht einmal bereit, sich deutlich gegen Beeinflussungsversuche aus Peking zu verwahren.

Frau liegt im Corona-Koma – und bekommt ein Baby

08:02 Uhr: In den USA hat eine Frau ein Baby bekommen, während sie wegen schwerer Corona-Symptome im Koma lag. Das bestätigte das Winthrop-Krankenhaus im Bundesstaat New York, wo die 41-Jährige behandelt worden war, am Samstag der dpa.

"Es war die beste Medizin, die ich bekommen konnte", sagte die Mutter nun der "New York Post". Die Zeitung hatte zuerst über die ungewöhnliche Geburt berichtet. Inzwischen ist die 41-Jährige wieder zu Hause.

Die Frau war nach Angaben der Klinik im sechsten Monat schwanger, als sie am 5. April mit starkem Husten in die Klinik gebracht wurde. Ihr Zustand verschlechterte sich, die Ärzte versetzten sie in ein künstliches Koma. "Wir entschieden, das Baby zu holen, um den Sauerstoffbedarf der Mutter zu senken", sagte die behandelnde Ärztin der "New York Post".

Zwei Tage später, am 10. April erwachte die Mutter aus dem Koma – just an ihrem 41. Geburtstag. Ihre kleine Tochter wurde später negativ auf das Coronavirus getestet.

Illinois verzeichnet seit Trump-Äusserungen deutlich mehr Giftnotrufe

07:57 Uhr: Infolge der Äusserungen von US-Präsident Donald Trump über mögliche Desinfektionsmittel-Injektionen gegen das Coronavirus hat die Giftzentrale im US-Bundesstaat Illinois eine Zunahme an Notrufen verzeichnet.

In den vergangenen zwei Tagen habe es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Anrufen einen "signifikanten Anstieg" im Zusammenhang mit Reinigungsmitteln gegeben, sagte die Direktorin des Gesundheitsamtes, Ngozi Ezike, bei einer Pressekonferenz.

Beispielsweise sei mit einer Mischung aus Bleichmittel und Mundwasser gegurgelt worden, "in einem Versuch, das Coronavirus zu töten". Ezike warnte eindringlich vor der Einnahme von Haushaltsreinigern.

Ezike sagte: "Ich hasse es, dies tun zu müssen, aber ich möchte einige der Mythen, Gerüchte und allgemeinen Falschinformationen darüber, wie man sich gegen COVID-19 schützen kann, ansprechen." Die Einnahme von Haushaltsreinigern könne "fatale Konsequenzen" haben. "Das wird nicht empfohlen und kann tödlich sein." Sie rief die Bürger auf, auf Wissenschaftler und Gesundheitsexperten zu hören.

Corona-App nun doch mit dezentralisierter Speicherung

07:42 Uhr: In der Diskussion um die Entwicklung einer Corona-Warn-App ist die Bundesregierung nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun auf dezentralisierte Speicherung der Nutzerdaten eingeschwenkt.

Im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio liess Braun am Samstagabend den Kurswechsel erkennen. Man werde nunmehr "eine dezentralisierte Architektur vorantreiben, die die Kontakte nur auf den Geräten speichert und damit Vertrauen schafft". Bisher war stets von einer zentralisierten Variante die Rede.

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Heil plant Gesetz für Recht auf Homeoffice

07:35 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern.

"Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde. Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", sagte Heil der "Bild am Sonntag". "Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche", erklärte Heil. Ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge sei der die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice in der Coronakrise von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen.

Mit "fairen Regeln" will Heil verhindern, dass "sich die Arbeit zu sehr ins Private frisst". Auch im Homeoffice gebe es einen Feierabend - "und zwar nicht erst um 22 Uhr". Heimarbeit soll für die Arbeitnehmer eine freiwillige Möglichkeit sein. "Wir wollen mehr Homeoffice ermöglichen, aber nicht erzwingen", sagte Heil.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) pries ebenfalls die Vorzüge des Arbeitens von zu Hause aus. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich ist - das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten", sagte der Finanzminister der "Bild am Sonntag".

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Teaserbild: © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa