• 23:34 Uhr: Ausschluss russischer Banken aus Swift beschlossen
  • 22:30 Uhr: ➤ Wissing will deutschen Luftraum für russische Maschinen schliessen
  • 22:15 Uhr: Lufthansa stellt Flüge nach Russland ein
  • 21:06 Uhr: Selenskyj wirft Russland "Genozid" vor
  • 19:57 Uhr: USA und EU planen Ausschluss russischer Banken aus Swift
  • 19:37 Uhr: Bundesregierung arbeitet an Abkopplung Russlands vom Swift-System
  • 19:11 Uhr: Ukraine erhält Waffen aus Beständen der Bundeswehr
  • 18:42 Uhr: Bundesregierung genehmigt Estland Lieferung von Geschützen an Ukraine

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➤ Verkehrsminister Wissing will Luftraum für russische Maschinen schliessen

Die Bundesregierung bereitet eine Sperrung des deutschen Luftraums für russische Maschinen vor. Bundesverkehrsminister Volker Wissing befürworte die Sperrung und habe angeordnet, alles dafür vorzubereiten, teilte sein Ministerium am Samstagabend mit. Ein EU-Diplomat sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die anderen EU-Länder ihren Luftraum schliessen werden."

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Fünfte Kriegswoche in der Ukraine: Die Ereignisse in Bildern

Am 24. Februar hat Russland auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin mit einem breit angelegten Angriff auf die Ukraine begonnen. Nun geht der Krieg bereits in die fünfte Woche. Millionen Menschen sind auf der Flucht und immer mehr Städte in der Ukraine von den Kämpfen betroffen.

So ist die aktuelle Lage:

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in der Nacht zum Donnerstag einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Von mehreren Seiten sind russische Bodentruppen in das Nachbarland einmarschiert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängte das Kriegsrecht und verkündete die Generalmobilmachung aller Reservisten und Wehrdienstpflichtigen. Landesweit befinden sich hunderttausende Menschen auf der Flucht.

Zuvor hatte Putin am Montagabend in einer langen Fernsehansprache das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die Anerkennung der sogenannten "Volksrepubliken" Donezk (kurz DNR) und Luhansk (LNR) in der Ostukraine verkündet.

An Tag drei der russischen Invasion in die Ukraine haben sich beide Seiten Gefechte um die Hauptstadt Kiew und andere Städte geliefert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief seine Landsleute in Videobotschaften am Samstag zur Abwehr russischer Angriffe auf. Nach UN-Angaben sind Hunderttausende in der Ukraine auf der Flucht.

Die russischen Truppen rückten vom Nordwesten und Nordosten auf Kiew vor. In der Stadt gilt eine Sperrstunde von 22:00 Uhr (21:00 MEZ) bis 07:00 Uhr (06:00 Uhr MEZ) morgens. Verlässliche Angaben zur militärischen Lage gab es nicht.

Die weiteren Meldungen des Tages:

Russland schliesst Luftraum für mehrere EU-Staaten

23:59 Uhr: Russland hat in der Nacht zum Sonntag seinen Luftraum für Flugzeuge aus einer Reihe von EU-Staaten geschlossen. Nach einer Mitteilung der russischen Luftfahrtbehörde dürfen Maschinen aus Lettland, Estland und Litauen sowie Slowenien nicht mehr nach Russland einfliegen, wie die Agentur Tass berichtete. Das Verbot gelte auch für Transitflüge sowie Überflüge durch den russischen Luftraum. Damit werde auf entsprechende Schritte dieser Staaten reagiert.

Verbündete beschliessen Ausschluss russischer Banken aus Swift

23:34 Uhr: Deutschland und westliche Verbündete haben einen Ausschluss russischer Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift beschlossen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstagabend in Berlin mit. Getroffen wurde die Entscheidung demnach von den Vereinigten Staaten, Frankreich, Kanada, Italien, Grossbritannien, der EU-Kommission und Deutschland.

Betroffen seien alle russischen Banken, die bereits von der internationalen Gemeinschaft sanktioniert seien. Hinzukommen sollten, soweit erforderlich, weitere russische Banken. Damit sollten diese Institute von den internationalen Finanzströmen abgeklemmt werden, was ihr globales Agieren massiv einschränken werde.

Belarussische Medien: Macron telefoniert mit Lukaschenko

22:26 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Angaben aus Minsk zufolge mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zum Angriff Russlands gegen die Ukraine telefoniert. Das meldeten belarussische Staatsmedien am Samstagabend.

Lukaschenko habe dabei erneut Minsk als Ort für mögliche russisch-ukrainische Friedensverhandlungen angeboten, hiess es. Der oft als "letzter Diktators Europa" kritisierte Machthaber ist ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Macron hatte bereits mit Putin telefoniert - ohne greifbare Ergebnisse.

Lufthansa stellt Flüge nach Russland ein

22:15 Uhr: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges fliegt die Lufthansa zunächst nicht mehr nach oder über Russland. Aufgrund "der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation" gelte dies für sieben Tage, teilte der Konzern am Samstagabend mit. Flüge nach Russland werden demnach ausgesetzt. "Flüge, die sich im russischen Luftraum befinden, werden diesen in Kürze wieder verlassen."

Sicherheitsbedenken: Video-Konferenz zu Russland-Sanktionen abgesagt

22:08 Uhr: Eine für Samstagabend geplante Videokonferenz mit US-Präsident Joe Biden sowie Staats- und Regierungschefs führender EU-Staaten ist kurzfristig abgesagt worden. Grund sei, dass einer der Teilnehmer an seinem Aufenthaltsort keine sichere Kommunikationsverbindung habe herstellen können, hiess es am Samstagabend aus Teilnehmerkreisen.

Die vorgesehenen Absprachen zu neuen Russland-Sanktionen sollten nun schriftlich erfolgen. Ankündigungen dazu seien am späten Abend oder in der Nacht zum Sonntag zu erwarten. An den Verhandlungen seien neben den USA Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien sowie EU-Vertreter beteiligt.

Kiews Bürgermeister Klitschko: Lage ist "angespannt"

22:04 Uhr: Die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko "kompliziert und angespannt". "Die Nacht wird schwierig", schrieb er am Samstagabend im Nachrichtenkanal Telegram mit Blick auf einen drohenden Angriff russischer Truppen. "Der Feind ist nicht in die Stadt eingedrungen, aber in Kiew operieren Sabotagegruppen."

UN-Sicherheitsrat soll sich Sonntag erneut zur Ukraine treffen

22:02 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat soll am Sonntag zum vierten Mal innerhalb einer Woche zu einer Dringlichkeitssitzung wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zusammenkommen. Das Treffen des mächtigsten UN-Gremiums wird nach Angaben von Diplomaten um 15 Uhr (Ortszeit) stattfinden und hat einen förmlichen Zweck: Der Rat wird darüber abstimmen, ob eine am Freitag von Russland blockierte Resolution, die sich gegen Moskaus Einmarsch richtet, an die Vollversammlung der Vereinten Nationen überstellt werden soll. Bei dieser sogenannten prozeduralen Abstimmung müssen 9 der 15 Mitglieder zustimmen - Vetos gibt es dabei nicht, weshalb die Annahme als sicher gilt.

Die Erklärung soll den Angaben zufolge wohl schon am Montag in die Vollversammlung eingebracht werden, wo alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen abstimmen können und eine einfache Mehrheit zur Annahme reicht. Westliche Staaten um die USA hoffen auf eine breite Zustimmung, um eine globale Isolation Russlands sichtbar zu machen und damit den Druck auf Moskau zu erhöhen. Eine Annahme in der Vollversammlung ist allerdings anders als im Sicherheitsrat nicht völkerrechtlich bindend und hat eher eine symbolische Bedeutung.

Baltenstaaten sperren Luftraum für russische Flugzeuge

21:38 Uhr: Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen werden wegen Russlands Invasion in die Ukraine ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren. Das Flugverbot gilt ab Mitternacht am Sonntag für Luftfahrzeuge von Luftfahrtunternehmen mit Lizenzen, die von der Russischen Föderation erteilt wurden.

Die Schliessung des Luftraums der drei EU- und Nato-Länder erfolge dabei gleichzeitig und auf unbestimmte Zeit, teilte das Verkehrsministerium in Vilnius am Samstag mit. Ausnahmen soll es für Notlandungen und humanitäre Flüge geben. Zuvor hatten bereits Polen, Tschechien und Bulgarien ihren Luftraum für russische Maschinen gesperrt.

Ukraine schliesst Checkpoints an Grenzen mit Russland und Belarus

21:33 Uhr: Die Ukraine schliesst vorübergehend die Checkpoints an den Grenzen zu den Nachbarstaaten Russland und Belarus. "Die Regierung hat beschlossen, alle Kontrollpunkte an der Staatsgrenze zu Russland und Belarus vorübergehend zu schliessen", sagte Ministerpräsident Denys Schmyhal am Samstagabend einer offiziellen Mitteilung zufolge.

Ukrainische Staatsbürger, die sich in einem der beiden Länder aufhielten und zurückkehren wollten, könnten dies aber weiter tun, betonte er. "Kommen Sie zurück und beweisen Sie, dass Sie für das Gute einstehen!"

Youtube schränkt russische Staatsmedien ein

21:18 Uhr: Youtube hat nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine und dem damit verbundenen Propagandakrieg mehrere russische Staatsmedien auf der Videoplattform spürbar eingeschränkt. "Wir pausieren die Monetarisierung einer Reihe von Kanälen auf YouTube, einschliesslich mehrerer russischer Kanäle, die mit den jüngsten Sanktionen in Verbindung stehen", erklärte ein Sprecher des Dienstes am Samstag.

Die Einschränkungen betreffen vor allem das russische Auslandsfernsehprogramm RT, das bis 2009 "Russia Today" hiess und im Westen als Propagandakanal der russischen Regierung eingeordnet wird. RT wird unter anderem gezielte Desinformation wie die Verbreitung von Verschwörungstheorien sowie die Rechtfertigung des Angriffskrieges gegen die Ukraine vorgeworfen.

Youtube werde die Empfehlungen für diese Kanäle deutlich einschränken, erklärte der Youtube-Sprecher. "Als Reaktion auf eine Anfrage der Regierung haben wir den Zugang zu RT und einer Reihe anderer Kanäle in der Ukraine eingeschränkt. Wir werden die neuen Entwicklungen weiter beobachten und möglicherweise weitere Massnahmen ergreifen."

Selenskyj wirft Russland "Genozid" vor

21:06 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine "Genozid" vorgeworfen. Der UN-Sicherheitsrat müsse Russlands Handlungen als "Genozid" einstufen, schrieb das Staatsoberhaupt am Samstagabend bei Twitter. Zudem sollte Russland das Stimmrecht im UN-Sicherheitsrat entzogen werden. Zuvor hatte Selenskyj mit UN-Generalsekretär António Guterres gesprochen.

Russlands Präsident Wladimir Putin wirft dem Nachbarland trotz fehlender Beweise ein Massenverbrechen am russischstämmigen Volk in der Ostukraine vor. "Die sogenannte zivilisierte Welt zieht es vor, den von Kiew begangenen Genozid im Donbass zu ignorieren", hatte er kürzlich gesagt. Vier Millionen Menschen seien betroffen. Putin hatte am Donnerstag einen Einmarsch in die Ukraine befohlen.

USA geben Ukraine 350 Millionen Dollar

20:19 Uhr: Die US-Regierung stellt Kiew bis zu 350 Millionen US-Dollar (312 Millionen Euro) zur "sofortigen Unterstützung der Verteidigung der Ukraine" zur Verfügung. Die militärische Unterstützung werde helfen, sich gegen die Bedrohungen durch Panzer und aus der Luft zu wehren, erklärte US-Aussenminister Antony Blinken am Samstag.

"Das ist ein weiteres Signal, dass die Vereinigten Staaten zu den Menschen in der Ukraine stehen, während sie ihr souveränes, mutiges und stolzes Land verteidigen", erklärte Blinken. Mit der neuen Tranche summierten sich die Militärhilfen für die Ukraine seit dem vergangenem Jahr auf eine Milliarde US-Dollar, hiess es weiter.

Pentagon: Inzwischen Zehntausende russische Soldaten in der Ukraine

20:15 Uhr: Die russischen Streitkräfte sind nach Angaben eines ranghohen Vertreters des US-Verteidigungsministeriums inzwischen mit "Zehntausenden" Soldaten in die Ukraine einmarschiert. Die Russen hätten inzwischen "mehr als 50 Prozent" ihrer zusammengezogenen Kampftruppen auf ukrainischem Gebiet, sagte der Vertreter des Pentagons am Samstag in einem Briefing für Journalisten. "Ich denke, es ist sicher anzunehmen, dass es hier um Zehntausende geht, aber ich werde es nicht genauer sagen", erklärte er einer Mitschrift des Pentagons zufolge.

USA und EU planen Ausschluss russischer Banken aus Swift

19:57 Uhr: Die EU und die USA könnten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch an diesem Wochenende auf einen Ausschluss russischer Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift verständigen. Angaben von Spitzenbeamten zufolge sollte es am Samstagabend eine Videokonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz, US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Italiens Regierungschef Mario Draghi geben. Ziel sei eine Verständigung auf weitere Sanktionen, hiess es.

Den Angaben zufolge könnten dabei zudem auch noch andere Strafmassnahmen vereinbart werden. So ist im Gespräch, die Auslandsvermögen russischer Oligarchen einzufrieren. Zudem sollen weitere russische Banken und insbesondere die russische Zentralbank ins Visier genommen werden. Damit könnte unter anderem verhindert werden, dass Russland seine Devisenreserven zur Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine nutzen kann.

Litauen: Einigung über Swift-Ausschluss Russlands in Sicht

19:39 Uhr: In der Diskussion über schärfere Sanktionen gegen Russland zeichnet sich nach Angaben von Litauens Regierungschefin Ingrida Simonyte eine Einigung ab. "Nach dem, was ich vorsichtig höre, scheint es keine starken Einwände mehr zu geben", sagte sie am Samstag in Vilnius über einen sofortigen Ausschluss Russlands aus dem Banken-Kommunikationssystem Swift.

Der Schritt wird in der EU als Konsequenz aus dem Krieg gegen die Ukraine diskutiert. "Wir wollen, dass die Entscheidung so schnell wie möglich getroffen wird, aber ich kann kein bestimmtes Datum nennen", sagte Simonyte der Agentur BNS zufolge.

Bundesregierung arbeitet an Abkopplung Russlands vom Swift-System

19:37 Uhr: Die Bundesregierung arbeitet nach Angaben mehrerer Minister daran, Russland als Konsequenz aus dem Ukraine-Angriff vom internationalen Banken-Kommunikationssystem Swift auszuschliessen. "Wir arbeiten daran, Russland so vom Swift-System abzukoppeln, dass Kollateralschäden möglichst klein bleiben", erklärte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) am Samstag auf Twitter.

Ähnlich formulierten es Aussenministerin Annalena Baerbock und Wirtschaftsminister Robert Habeck (beide Grüne) in einem vom Auswärtigen Amt auf Twitter verbreiteten Zitat. "Gleichzeitig arbeiten wir mit Hochdruck daran, wie die Kollateralschäden einer Abkopplung von SWIFT so eingegrenzt werden können, dass sie die Richtigen trifft. Was wir brauchen, ist eine gezielte und funktionale Einschränkung von SWIFT."

Swift ist ein System zum Datenabgleich zwischen Banken bei internationalen Zahlungen. Ein Ausschluss Russlands gälte als sehr weitreichende Sanktion, weil damit russische Banken praktisch vom globalen Finanzsystem abgeschnitten würden.

Deutschland liefert Waffen der Bundeswehr an Ukraine

19:11 Uhr: Deutschland liefert Waffen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag mitteilte, werden die ukrainischen Streitkräfte mit 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" unterstützt. Die Waffen würden so schnell wie möglich an die Ukraine geliefert.

"Der russische Überfall auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Er bedroht unsere gesamte Nachkriegsordnung", erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz. "In dieser Situation ist es unsere Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von Wladimir Putin. Deutschland steht eng an der Seite der Ukraine."

Polen: Bislang 115.000 Flüchtlinge aus der Ukraine eingetroffen

18:55 Uhr: In Polen sind nach Regierungsangaben seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine 115.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland angekommen. Viele Beamte des Grenzschutzes hätten sich freiwillig gemeldet, um die Kollegen bei der Passkontrolle der Flüchtlinge zu unterstützen, sagte Polens Vize-Innenminister Pawel Szefernaker am Samstag am Grenzübergang in Dorohusk.

Die Wartezeiten auf der ukrainischen Seite der Grenze würden wegen des grossen Andrangs immer länger. "Wir haben auch schon erste Versuche illegaler Grenzübertritte", sagte Szefernaker weiter. Personen, die versucht hätten, über die grüne Grenze nach Polen zu gelangen, seien festgenommen worden.

Bundesregierung genehmigt Estland Lieferung von Geschützen an Ukraine

18:42 Uhr: Die Bundesregierung hat Estland die Lieferung mehrerer Artilleriegeschütze aus DDR-Altbeständen an die Ukraine genehmigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Regierungskreisen.

Die Haubitzen waren in den 90er Jahren von der Bundeswehr unter Auflagen zuerst an Finnland geliefert und später an Estland weitergegeben worden. Dass Deutschland einer Weitergabe zustimmen muss, ist in dem Vertrag zwischen Finnland und Estland geregelt.

Es geht dabei um Haubitzen vom Modell D-30 mit dem Kaliber 122 Millimeter, die Mitte der 50er Jahre in der Sowjetunion entwickelt wurden. Die ehemalige Nationale Volksarmee der DDR verfügte über mehr als 400 der Geschütze.

Die mehr als drei Tonnen schweren Haubitzen mit ihrem fast fünf Meter langen Kanonenrohr können eingesetzt werden, um feindliche Truppen oder Panzer auf eine Entfernung bis zu etwa 15 Kilometern zu beschiessen. Das Modell D-30 ist noch in vielen Staaten Teil der Ausrüstung, darunter auch in der Ukraine.

Die dpa will ebenso erfahren haben, dass die Bundesregierung den Niederlanden die Lieferung von 400 Panzerabwehrwaffen aus deutscher Produktion an die Ukraine genehmigt.

Russische Truppen nehmen strategisch wichtigen Ex-Flugplatz ein

18:38 Uhr: Russische Truppen haben bei ihrem Angriff auf die Ukraine einen strategisch wichtigen früheren Flugplatz im Süden des Landes eingenommen. Wie die Gebietsverwaltung der Grossstadt Berdjansk am Samstag mitteilte, befindet sich schweres russisches Militärgerät auf dem Airport.

Die Stadt ist Medienberichten zufolge von russischen Truppen eingeschlossen, die von dort weiter auf Mariupol vorrücken und die Stadt in die Zange nehmen könnten. Mariupol liegt in der Nähe der ostukrainischen Separatistengebiete und ist der letzte wichtige Hafen unter Regierungskontrolle am Asowschen Meer. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre.

Nato verlegt schnelle Eingreiftruppe nach Rumänien

18:25 Uhr: Zur Verstärkung der Ostflanke und zur Abschreckung Russlands verlegt die Nato Kräfte der schnellen Einsatztruppe NRF in das ukrainische Nachbarland Rumänien. Die belgische Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder bestätigte am Samstag entsprechende Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Vortag.

Konkret kündigte Dedonder die Entsendung von 300 Soldaten an, die derzeit Teil der sogenannten Nato-"Speerspitze" VJTF sind. Diese ist wiederum Teil der NRF.

Neben den belgischen Kräften werden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur insbesondere französische Truppen nach Rumänien verlegt. Frankreich führt in diesem Jahr die rund 5000 Soldaten starke VJTF.

Bundesregierung genehmigt den Niederlanden Waffenexport an Ukraine

17:33 Uhr: Die Bundesregierung hat den Niederlanden die Lieferung von 400 Panzerabwehrwaffen aus deutscher Produktion an die Ukraine genehmigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Regierungskreisen. Bisher hatte die Bundesregierung alle Exporte tödlicher Waffen an die Ukraine prinzipiell abgelehnt, weil es sich um ein Krisengebiet handelt.

Türkei: Meerengen zu Schwarzem Meer für Russland nicht geschlossen

17:20 Uhr: Nach einem Tweet des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die Türkei dementiert, Bosporus und Dardanellen geschlossen zu haben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe Selenskyj nicht gesagt, dass die Türkei die Meerengen zum Schwarzen Meer für russische Kriegsschiffe geschlossen habe oder schliessen werde, sagte ein türkischer Beamter mit direkter Kenntnis der Angelegenheit der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Die Türkei bewerte das Thema noch, die Äusserungen Selenskyjs "spiegeln nur seine Erwartungen wider".

Selenskyj schrieb nach einem Gespräch mit Erdogan am Samstag auf Twitter, er danke ihm für die Unterstützung und fügte hinzu: "Das Verbot der Durchfahrt von russischen Kriegsschiffen ins Schwarze Meer und die erhebliche militärische und humanitäre Unterstützung für die Ukraine sind heute von grösster Bedeutung. Das werden die Ukrainer nie vergessen!"

Jürgen Trittin: "Dann sind wir im dritten Weltkrieg"

16:45 Uhr: Im Interview mit "Spiegel.de" (Bezahlinhalt) räumt der Grünen-Politiker Jürgen Trittin ein, Wladimir Putin unterschätzt zu haben. Dass dieser seine "Behauptungen über das vermeintliche historische Versagen Lenins, der russisches Land preisgegeben und so die Ukraine geschaffen habe, in einen imperialen Angriffskrieg übersetzt, das hätte ich nicht erwartet", sagte Trittin.

Für ihn folgt daraus, dass sich der russische Präsident damit isoliert hat. "Die gesamten wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Russland und Europa sowie zwischen Russland und den USA sind infrage gestellt." Dennoch führe Putin keinen konventionellen Krieg, drohe offen mit Atomwaffen. "Er war erschreckend klar: Wer die Ukraine militärisch unterstützt, ist der Gefahr eines nuklearen Erstschlags ausgesetzt. Das hat die Nato von Anbeginn ernst genommen. Deswegen hat es aus keinem Nato-Staat irgendein Signal gegeben, dass man die Ukraine militärisch verteidigen würde. Wenn die Nato in der Ukraine militärisch eingreifen würde, führte dies zum dritten Weltkrieg. Das wissen alle Beteiligten."

Ob es wirklich soweit kommt und wie weit Putin überhaupt gehen könnte, weiss laut Einschätzung von Jürgen Trittin derzeit niemand. "Es gab die Vermutung, dass er nach Luhansk und Donezk einrückt. Das war bei vielen das Wort-Case-Szenario. Dieser vermeintliche Worst Case ist übertroffen worden. Deswegen werden Sie derzeit niemanden finden, der weiss, wo Putin stoppen wird." Das nächste Worst-Case-Szenario wäre seiner Einschätzung nach, dass Putin nicht Halt macht vor den Nato-Staaten. "Dann sind wir im dritten Weltkrieg. Um das ganz klar zu sagen. Dann ist Schluss."

Für Trittin sei es daher wichtig, nicht die Augen vor diesem möglichen Szenario zu verschliessen. Die Nato-Staaten müssten sich gegenseitig rückversichern und Soldaten nach Litauen verlegen. "Das ist das Signal an Putin: Wenn du Litauen angreifst, dann greifst du nicht nur Litauen an, sondern deutsche Soldaten. Wenn du Rumänien angreifst, dann greifst du US-Soldaten an. Wenn du Estland angreifst, greifst du britische Soldaten an."

Ukrainischer Botschafter wirft Schwesig Heuchelei vor

15:30 Uhr: Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heftig wegen Solidaritätsbekundungen mit seinem Land kritisiert. Er reagierte auf Twitter auf einen Tweet der SPD-Politikerin, die ein Foto des in den ukrainischen Nationalfarben angestrahlten Landtags verbreitet und geschrieben hatte: "Solidarität mit der Ukraine." Der für scharfe Formulierungen bekannte Melnyk kommentierte dies knapp mit: "Die Heuchelei ist zum Kotzen Manuela Schwesig"

Kiew weitet nächtliche Ausgangssperre aus

15:20 Uhr: Aus Furcht vor einem grossen Angriff russischer Truppen weitet die ukrainische Hauptstadt Kiew die nächtliche Ausgangssperre aus. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko gilt sie von diesem Samstag an bereits ab 17:00 Uhr (Ortszeit, 16:00 Uhr MEZ) bis 08:00 Uhr (07:00 Uhr MEZ) am nächsten Morgen. Zuvor galt sie ab 22:00 Uhr Ortszeit. Zudem habe die U-Bahn ihren Betrieb eingestellt, schrieb Klitschko im Nachrichtenkanal Telegram. Die Metro-Stationen werden von Einwohnern derzeit als Schutzraum bei Luftangriffen genutzt.

Nato-Mitglied schickt Waffen an Ukraine

15:13 Uhr: Belgien will die Ukraine angesichts des russischen Angriffs mit Waffen und Kraftstoff unterstützen. "Die Ukraine hat Belgien um grosse Mengen an Treibstoff gebeten, um ihre Truppen zu versorgen", schrieb Belgiens Premierminister Alexander de Croo am Samstag auf Twitter. Man werde 3.800 Tonnen Kraftstoff liefern. "Belgien wird ausserdem 2.000 Maschinengewehre an die ukrainische Armee liefern", schrieb er weiter. Darüber hinaus werde Belgien 300 Soldaten nach Rumänien entsenden.

Italien will ebenfalls den Nato-Stützpunkt in Rumänien stärken. Verteidigungsminister Lorenzo Guerini kündigte an, vier weitere Kampfflugzeuge an die Südostflanke zu schicken. Bislang hatten die Italiener auf dem Militärflughafen Mihail Kogalniceanu bei Constanta bereits vier Eurofighter stationiert, von Sonntag an kommen vier weitere dazu.

Menschen in Russland berichten über erste Probleme beim Geldabheben

14:46 Uhr: Menschen in Moskau und anderen russischen Städten haben über erste Probleme beim Abheben von Bargeld geklagt. Ein Mann erzählte der Deutschen Presse-Agentur, dass er am Samstag erst nach längerem Suchen in der Moskauer Innenstadt einen Sberbank-Automaten habe finden können, der 7.500 Rubel (rund 80 Euro) auswarf. Ein Automat der Rosbank im Luxus-Kaufhaus "Gum", wo sonst auch Dollar und Euro gezogen werden können, gab keine Fremdwährungen mehr aus, wie der 41-Jährige sagte.

Auch andere Moskauer berichteten von solchen Problemen. Ein Mann aus der Ostsee-Metropole St. Petersburg schickte ein Foto von einem Automaten der Raiffeisen Bank, auf dessen Bildschirm stand: "Der Bankautomat ist vorübergehend abgestellt." Ein anderer Automat habe die gewünschte Summe von 50.000 Rubel (530 Euro) nicht ausgegeben - und stattdessen die Empfehlung angezeigt, es mit dem Abheben mehrerer kleinerer Summen noch einmal zu versuchen.

Als Reaktion auf den gross angelegten Angriff Russlands gegen das Nachbarland hatten sowohl die EU als auch die USA Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor verhängt. Das grösste Instrument - Russland aus dem Swift-System zu werfen - ist bislang noch ungenutzt.

Allerdings berichten ausländische Medien, dass mit Deutschland und Ungarn offenbar die letzten Gegner nachgegeben haben und dem Ausschluss nun doch zustimmen wollen. Ungarn dementierte, sich gegen einen Ausschluss Russlands aus dem Swift-System ausgesprochen zu haben.

"Es wird die Lüge verbreitet, dass Ungarn einen Teil der Sanktionen gegen Russland blockieren würde, zum Beispiel jene im Zusammenhang mit dem Swift-System", schrieb Szijjarto am Samstag auf seiner Facebook-Seite. Dies sei nicht wahr, fügte er hinzu. "Zu keinem Zeitpunkt haben wir gegen auch nur eine einzige Sanktionsvorlage Stellung genommen oder eine solche blockiert, und wir werden auch nichts blockieren", schrieb er weiter. Ökonomen in Deutschland haben sich bereits zuvor für die Abkopplung Russlands ausgesprochen.

USA geben Ukraine 350 Millionen Dollar für "sofortige Verteidigung"

14:33 Uhr: Die US-Regierung stellt Kiew bis zu 350 Millionen US-Dollar (312 Millionen Euro) zur "sofortigen Unterstützung der Verteidigung der Ukraine" zur Verfügung. Die militärische Unterstützung werde helfen, sich gegen die Bedrohungen durch Panzer und aus der Luft zu wehren, erklärte US-Aussenminister Antony Blinken am Samstag. "Das ist ein weiteres Signal, dass die Vereinigten Staaten zu den Menschen in der Ukraine stehen, während sie ihr souveränes, mutiges und stolzes Land verteidigen", erklärte Blinken.

Kreml: Ukraine lehnt Friedensverhandlungen ab

14:09 Uhr: Die Ukraine hat nach Kremlangaben Friedensverhandlungen mit Russland abgelehnt. "Da sich die ukrainische Seite grundsätzlich weigerte zu verhandeln, wurde der Vormarsch der wichtigsten russischen Streitkräfte heute Nachmittag gemäss dem Operationsplan wieder aufgenommen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Hackervereinigung ruft Cyberkrieg gegen Russland aus

14:00 Uhr: Die Hacker-Vereinigung Anonymous hat Russland den "Cyberkrieg" erklärt. Das verkündete unter anderem der deutsche Ableger des Netzwerkes auf Twitter. Es sei die Antwort auf Russlands Invasion der Ukraine.

Am Vormittag vermeldete Anonymous Deutschland, dass die Webseite des russischen Verteidigungsministeriums gehackt wurde. Der erfolgreiche Angriff fand schon am Freitagnachmittag statt. Die Webseite ist Stand 26. Februar 14:00 Uhr weiterhin nicht erreichbar.

Ukraine-Nachbar Slowakei erwartet 1.200 Nato-Soldaten

13:37 Uhr: Der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad hat bestätigt, dass demnächst 1.200 Nato-Soldaten in das direkt an die Ukraine grenzende EU- und Nato-Land kommen sollen. Ausserdem werde Deutschland die slowakische Verteidigungsbereitschaft durch "Patriot"-Flugabwehrsysteme verstärken, erklärte der Minister am Samstag nach einer Sondersitzung der Regierung in Bratislava. Die Nato-Soldaten sollen demnach gemeinsam mit 300 slowakischen Soldaten eine gemeinsame Einheit bilden.

Estland wird Luftraum für russische Flugzeuge schliessen

12:56 Uhr: Auch Estland will wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine seinen Luftraum für Flugzeuge aus dem Nachbarland sperren. "Estland schliesst sich der Initiative Polens an und wird allen russischen Fluggesellschaften die Nutzung unseres Luftraums verbieten", sagte Wirtschaftsminister Taavi Aas einem Rundfunkbericht zufolge am Samstag in Tallinn. Es werde bereits eine entsprechende Beschlussvorlage vorbereitet.

"Eine weitere Grundsatzentscheidung ist auf dem Weg", kommentierte Regierungschefin Kaja Kallas auf Facebook den Schritt des baltischen EU- und Nato-Landes. "Polen und Tschechien haben dies bereits getan, und wir fordern alle Länder der Europäischen Union auf, dasselbe zu tun. Die Flugzeuge eines Paria-Staats haben keinen Platz am Himmel von Demokratien", schrieb sie.

Ukrainische Armee bittet Bürger: "Stoppt Russen mit allen Mitteln!"

12:34 Uhr: Die ukrainische Armee hat die Bevölkerung aufgefordert, den russischen Vormarsch mit allen Mitteln zu stoppen. "Fällt Bäume, baut Barrikaden, verbrennt Reifen! Nutzt alles, was Ihr zur Hand habt!", zitierte die Agentur Unian am Samstag aus einer Mitteilung. Auch der Bau sogenannter Molotow-Cocktails könne helfen. "Die Besatzer müssen verstehen, dass sie hier nicht erwünscht sind und dass ihnen in jeder Strasse Widerstand geleistet wird", hiess es weiter. "Mögen sie Angst haben, auch nur unsere Städte anzuschauen. Gemeinsam zum Sieg! Die Besatzer werden zerstört werden."

Moskau: Begriffe wie "Angriff" für Ukraine-Krieg in Medien verboten

12:01 Uhr: Russland will seinen Medien in der Berichterstattung über den Krieg gegen die Ukraine Begriffe wie "Angriff", "Invasion" und "Kriegserklärung" verbieten. Diese müssten gelöscht werden, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor am Samstag in Moskau mit. Das gelte auch für die Verbreitung "unwahrer Informationen über den Beschuss ukrainischer Städte und den Tod von Zivilisten in der Ukraine durch Handlungen der russischen Armee".

Roskomnadsor beschuldigte unabhängige Medien wie die von dem Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow geführte kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta", den Internetsender Doschd und den Radiosender Echo Moskwy, falsche Informationen verbreitet zu haben. Russland bezeichnet die Invasion in die Ukraine offiziell als "Militäroperation" und spricht von einer "Friedensmission" in den Separatistengebieten in der Ostukraine.

Tschechien schickt Ukraine Maschinengewehre und Munition

11:47 Uhr: Tschechien schickt der von Russland angegriffenen Ukraine weitere Militärhilfe. Es handele sich um Maschinengewehre, Maschinenpistolen, Scharfschützengewehre und passende Munition, teilte Verteidigungsministerin Jana Cernochova am Samstag bei Twitter mit. Die Lieferung habe einen Gesamtwert von umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro.

Das tschechische Innenministerium übernimmt demnach den Transport in die Ex-Sowjetrepublik. "Unsere Hilfe hört nicht auf", betonte die Liberalkonservative Cernochova. Bereits Ende Januar hatte die Regierung in Prag entschieden, der Ukraine 4.000 Artilleriegranaten zur Verfügung zu stellen. Zudem ist man bereit, verletzte ukrainische Soldaten in tschechischen Krankenhäusern zu behandeln.

Moskau: Ukrainische Nationalisten greifen Wohnhäuser an

11:34 Uhr: Russland hat der ukrainischen Seite den Beschuss von Wohngebieten im Separatistengebiet Donbass vorgeworfen. "Ukrainische Nationalisten" hätten am Samstagvormittag unter anderem die Stadt Starobilsk im Luhansker Gebiet angegriffen, erklärte das Moskauer Verteidigungsministerium der Agentur Interfax zufolge. "Infolgedessen ist in der Stadt ein Feuer ausgebrochen, es gibt zerstörte Wohngebäude und Tote unter der Zivilbevölkerung", hiess es. Russland bezeichnet die ukrainischen Streitkräfte regelmässig als Nationalisten und Nazis. Die Angaben liessen sich bislang nicht überprüfen.

Medwedew: Militäreinsatz in Ukraine wird trotz Sanktionen fortgesetzt

11:27 Uhr: Russland will laut Ex-Präsident Dmitri Medwedew trotz westlicher Sanktionen den Einmarsch in die Ukraine nicht abbrechen. "Die Militäroperation zum Schutz des Donbass wird vollständig und bis zum Erreichen aller Ergebnisse durchgeführt. Nicht mehr und nicht weniger", schrieb der Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats am Samstag im sozialen Netzwerk Vkontakte. Daran änderten auch die Strafmassnahmen des Westens nichts.

Medwedew bezeichnete die Sanktionen des Westens als "politische Ohnmacht, die sich aus der Unfähigkeit ergibt, den Kurs Russlands zu ändern". "Jetzt werden wir von überall vertrieben, bestraft, verängstigt, aber wir haben wieder keine Angst", sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin. Russland werde "spiegelbildlich" antworten.

Kämpfe um Kiew: Bürgermeister Klitschko zieht erste Bilanz

11:17 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko weiter in der Hand der Regierung. "Die Nacht war schwer, doch es gibt keine russischen Truppen in der Stadt", sagte Klitschko in einem am Samstag verbreiteten Clip im Nachrichtenkanal Telegram. Er betonte zugleich: "Der Feind versucht, in die Stadt vorzudringen." Mit Stand 05:00 Uhr MEZ gebe es 35 Verletzte, unter ihnen zwei Kinder.

Klitschko rief die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Bleibt in den Bombenschutzkellern, denn der Feind greift aus der Luft an." Die Infrastruktur funktioniere, die U-Bahn fahre. Klitschko forderte dazu auf, mutmassliche Markierungen von Angriffszielen auf Häusern zu entfernen. "Wir haben Kontrollpunkte eingerichtet, daher wird die Bewegung in der Stadt eingeschränkt und erschwert." Klitschko sagte: "Es wird schwer, aber wir sind verpflichtet durchzuhalten, denn die Armee ist mit uns, die Gebietsverteidigung ist mit uns, die Gerechtigkeit ist mit uns."

Zuvor hatte auch der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podolak gesagt, die Regierung beherrsche die Lage. "Sowohl in der Stadt selbst als auch am Stadtrand von Kiew ist die Situation unter Kontrolle", sagte Podolak der Agentur Unian zufolge. Die Angreifer versuchten, grosse Zahlen von Militärtechnik und Streitkräften in die Stadt zu bringen. Dort seien russische Saboteure aktiv, gegen die ukrainische Sicherheitskräfte erfolgreich vorgingen. In den Aussenbezirken kämpfe die Armee gegen die russischen Angreifer.

Augenzeugen berichteten von Dutzenden Detonationen in der Stadt mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern. Auch zahlreiche Schüsse seien zu hören gewesen. Im Südwesten sei seit knapp einer halben Stunde kein Beschuss mehr zu hören gewesen, berichtete ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur am Vormittag. Die Behörden sprachen von bislang 198 getöteten Zivilisten durch russische Streitkräfte - unter den Todesopfern seien drei Kinder, erklärte ukrainische Gesundheitsminister Viktor Ljaschko bei Facebook.

Bürgermeister: Russische Fallschirmjäger bei Lwiw zurückgeschlagen

10:54 Uhr: In der Nähe der westukrainischen Grossstadt Lwiw (Lemberg) sind nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj russische Truppen gelandet. Drei Hubschrauber hätten am Samstagmorgen etwa 60 Fallschirmjäger bei der Stadt Brody abgesetzt, rund 90 Kilometer nordöstlich von Lwiw, schrieb Sadowyj bei Facebook. "Unsere Truppen haben sie zurückgeschlagen." Die Angreifer hätten sich vorerst zurückgezogen. "Wir behalten die Situation unter Kontrolle", betonte Sadowyj. Die Gegend um Lwiw in der Nähe zur polnischen Grenze gilt als Hochburg ukrainischer Nationalisten.

Grünen-Politiker erwartet schärfere EU-Sanktionen gegen Russland

10:22 Uhr: Der Grünen-Europapolitiker Sergey Lagodinsky rechnet mit einer Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine. Das Europaparlament werde nächste Woche in einer Sondersitzung beraten, sagte der deutsche Europaabgeordnete am Samstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Und ich weiss ganz genau, dass da eine Mehrheit dafür sein wird, dass diese Sanktionen härter sein müssen. Ich glaube, die Bundesregierung nimmt das auch ernst."

Man sei mit der Bundesregierung in Kontakt, fügte der Russland-Experte hinzu. "Und diese Bundesregierung sucht weiterhin nach Wegen, Sanktionen zu verhängen, die der russischen Regierung ganz klar machen: Es muss auch weh tun." Das werde in den nächsten Schritten hoffentlich passieren. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz habe nicht ausgeschlossen, Russland vom Banken-Informationssystem Swift abzuschneiden oder weitere Massnahmen zu ergreifen.

Blau und Gelb für die Ukraine: "Die Simpsons" zeigen Flagge

10:10 Uhr: Ohne grosse Worte haben sich die Macher der Kult-Zeichentrickserie "Die Simpsons" solidarisch mit der Ukraine gezeigt. Auf einem Bild, das am Samstag auf Twitter veröffentlicht wurde, sind die ernst dreinblickenden Mitglieder der Cartoon-Familie mit mehreren ukrainischen Fahnen zu sehen. Versehen ist die Zeichnung mit den Hashtags #TheSimpsons, #Simpsons und #Ukraine. Nach einigen Stunden sammelte der Beitrag mehr als 150 000 Likes.

Niederlande liefern 200 Stinger-Raketen an Ukraine

10:04 Uhr: Die Niederlande werden 200 Stinger Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern. Das teilte die Regierung dem Parlament am Samstag in Den Haag mit. Die Regierung reagiere damit auf ein Ersuchen der Ukraine. Die sogenannten Stinger-Raketen können zum Beispiel Flugzeuge und Helikopter treffen.

Hochaus getroffen - Schüsse und Kämpfe in Kiew - Präsidentenberater beschwichtigt

10:00 Uhr: Die ukrainische Regierung hat die Lage in der Hauptstadt Kiew nach eigenen Angaben unter Kontrolle. Die russischen Angreifer versuchten aber, möglichst grosse Zahlen von Militärtechnik und Streitkräften in die Stadt zu bringen, sagte Präsidentenberater Mychajlo Podolak der Agentur Unian zufolge. In der Stadt seien russische Saboteure aktiv, gegen die ukrainische Sicherheitskräfte erfolgreich vorgingen. In den Aussenbezirken kämpften ukrainische Truppen gegen die russischen Angreifer. "Sowohl in der Stadt selbst als auch am Stadtrand von Kiew ist die Situation unter Kontrolle", sagte Podolak.

Zuvor sind vom Stadtrand der ukrainischen Hauptstadt Kiew in der Nacht zum Samstag Schüsse und Kämpfe gemeldet worden. Russische Truppen versuchten, das Heizkraftwerk Nr. 6 anzugreifen, teilte ein Amt für Behördenkommunikation mit. Die ukrainische Armee verteidige sich. Das Kraftwerk liegt im äussersten Nordosten der Millionenstadt auf dem rechten Ufer des Flusses Dnipro. Auch von anderen Stellen auf dem rechten Ufer gab es Berichte über Explosionen und Schüsse aus automatischen Waffen.

Wenig später warnten die Behörden vor Strassenkämpfen. "Auf den Strassen unserer Stadt laufen jetzt Kampfhandlungen. Wir bitten darum, Ruhe zu bewahren und maximal vorsichtig zu sein!", hiess es in der Mitteilung am Samstag. Ein Hochhaus in Kiew wurde von einer Rakete getroffen, liess der ukrainische Aussenminister wissen (siehe Eintrag von 08:54 Uhr). Die Zivilschutzbehörde bestätigte, dass das Gebäude zwischen dem 18. und 21. Stockwerk getroffen wurde. Die Evakuierung der Bewohner sei "im Gange". Angaben zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor. Auf der Strasse vor dem Haus lagen Trümmer. Kiews Bürgermeister Witali Klitschko erklärte ebenfalls, das Gebäude sei von einer Rakete getroffen worden.

Wer in einem Bunker sei, solle dort bleiben. Im Fall von Luftalarm sollten die Menschen den nächsten Bunker aufsuchen. Die Stadt veröffentlichte eine Karte dazu. "Wenn Sie zuhause sind, dann gehen sie nicht ans Fenster, gehen sie nicht auf die Balkone." Die Menschen sollten sich etwa auch abdecken, um sich vor Verletzungen zu schützen.

Selenskyj fordert Aufnahme in die EU

09:45 Uhr: Angesichts des russischen Angriffs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union gefordert. "Es ist ein entscheidender Moment, um die langjährige Diskussion ein für alle Mal zu beenden und über die Mitgliedschaft der Ukraine in der #EU zu entscheiden", twitterte Selenskyj am Samstag. Er habe mit EU-Ratspräsident Charles Michel über "weitere wirksame Hilfe" sowie den "heldenhaften Kampf der Ukrainer für ihre freie Zukunft" diskutiert.

Eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine galt bisher als ausgeschlossen. Ein solcher Schritt dürfte zudem nach Ansicht von Experten eine Einigung mit Russland unmöglich machen.

Aussenminister: "Russland isolieren"

08:54 Uhr: Bei schweren Angriffen russischer Truppen in der Ukraine ist ein Hochhaus in der Hauptstadt Kiew getroffen worden. Bilder von dem Hochhaus zeigten deutlich sichtbar einen Einschlag in oberen Stockwerken. Mindestens vier Etagen auf einer Seite des Hauses wurden dabei zerstört. Es stieg Rauch auf. Unklar war, was genau vorgefallen war und ob es Opfer gab.

Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba veröffentlichte bei Twitter ein Foto des getroffenen Hochhauses. "Kiew, unsere schöne, friedliche Stadt hat eine weitere Nacht unter Beschuss von russischen Bodentruppen und Raketen überlebt", schrieb er dazu. "Ich fordere die Welt auf: Russland vollständig isolieren, Botschafter ausweisen, Ölembargo, die russische Wirtschaft zerstören", schrieb Kuleba. "Stoppt russische Kriegsverbrecher!"

Ukraine: 3.500 russische Soldaten seit Kriegsbeginn getötet

08:31 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben den russischen Truppen nach eigenen Angaben seit Beginn der Invasion schwere Verluste zugefügt. 3.500 russische Soldaten seien getötet und 200 weitere gefangen genommen worden, teilte das ukrainische Militär am Samstag mit. Zudem seien 14 Flugzeuge, 8 Hubschrauber und 102 Panzer sowie mehr als 530 weitere Militärfahrzeuge zerstört worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Russland: Mehr als 800 ukrainische Militärobjekte "ausser Gefecht"

08:29 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine am Donnerstag insgesamt mehr als 800 ukrainische Militärobjekte "ausser Gefecht" gesetzt. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstagmorgen in Moskau mit. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Konaschenkows Darstellung wurden 14 Militärflugplätze, 19 Kommandoposten, 24 Flugabwehr-Raketensysteme vom Typ S-300 und 48 Radarstationen zerstört. Zudem seien acht Marine-Boote der Ukraine getroffen worden.

Ukrainischer Präsident Selenskyj in Kiew: "Ich bin hier"

08:13 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in einem neuen Video aus der Hauptstadt Kiew gemeldet und Russland den Kampf angesagt. Die ukrainische Armee werde die Waffen nicht niederlegen, sie werde sich verteidigen, sagte der übernächtigt wirkende Staatschef auf der Strasse in Kiew am Samstag. Er wünsche "allen einen guten Morgen", sagte er mit einem Lächeln. Er wolle kursierende Falschnachrichten widerlegen, wonach er das Land verlassen habe. "Ich bin hier." Das Land müsse verteidigt werden. "Ruhm der Ukraine!" Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor die ukrainische Armee aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Das zeichnete sich nicht ab.

Moskau: Russische Armee nimmt ukrainische Stadt Melitopol ein

08:08 Uhr: Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die Kontrolle über die ukrainische Kleinstadt Melitopol im Südosten des Landes übernommen. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstagmorgen in Moskau mit. Soldaten ergriffen demnach alle Massnahmen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und "Provokationen durch die ukrainischen Geheimdienste und Nationalisten auszuschliessen". Die Stadt liegt in der Nähe des Asowschen Meeres.

Zuvor hiess es, russische Einheiten seien zunächst in Asow am Asowschen Meer gelandet. Sie hätten sich dann in Marsch gesetzt und schliesslich "ohne Widerstand" Melitopol besetzt.

Russische Luftlandeoperation auf Militärflughafen bei Kiew

05:33 Uhr: Mit einer Luftlandeaktion versuchen russische Truppen dem Anschein nach, den Militärflughafen Wassylkiw südlich von Kiew unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei den heftigen Kämpfen seien ukrainische Soldaten getötet und verletzt worden, sagte die Bürgermeisterin der Kleinstadt, Natalija Balassynowytsch, in der Nacht zu Samstag ukrainischen Medien. Es seien viele russische Fallschirmjäger gelandet. "Wir haben Verluste. Wir haben viele Verletzte. Es sind leider 200", sagte sie. Der Luftwaffenstützpunkt liegt etwa 40 Kilometer vom Kiewer Zentrum entfernt.

Ukrainische Armee: Angriffe auf Kaserne im Westen von Kiew

04:38 Uhr: Russische Truppen haben in der Nacht zu Samstag eine Kaserne der ukrainischen Streitkräfte im Westen von Kiew beschossen. Das teilte die ukrainische Armee mit. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden. Die Kaserne liegt etwa sieben Kilometer vom Zentrum der Millionenstadt entfernt. Fotos zeigten hellen Feuerschein über der Stelle der Kämpfe. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, waren Explosionen und Schüsse zu hören.

Vorher in der Nacht waren Angriffe auf ein Heizkraftwerk im Nordosten der Hauptstadt gemeldet worden. Auch im Stadtteil Obolon im Norden gebe es Kämpfe. Die Orte liegen alle in der Stossrichtung des russischen Vormarsches auf die ukrainische Hauptstadt.

Mindestens 560 Festnahmen in Russland bei Anti-Kriegs-Protesten

04:22 Uhr: Bei Anti-Kriegs-Protesten in Russland sind nach Zählung der Bürgerrechtsgruppe OVD-Info am Freitag mindestens 560 Menschen in 26 Städten festgenommen worden. In vielen Fällen wurden Bussgelder oder Arreststrafen verhängt. In zehn Polizeistationen in vier Städten sei es Anwälten der Organisation gelungen, den Festgenommenen juristischen Beistand zu leisten, hiess es in einer Bilanz in der Nacht zu Samstag.

In der Kaukasusrepublik Georgien protestierten am Freitagabend mehrere Zehntausend Menschen gegen den Krieg in der Ukraine. In der Hauptstadt Tiflis war es nach Medienberichten eine der grössten Kundgebungen seit langem.

Ukrainische Armee: Russischer Angriff auf wichtige Stellung in Kiew abgewehrt

04:14 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben einen Angriff russischer Streitkräfte auf eine ihrer Stellungen in der Hauptstadt Kiew abgewehrt. Der nächtliche Angriff habe einem Posten auf der Kiewer Siegesstrasse gegolten, erklärten die ukrainischen Landstreitkräfte in der Nacht zum Samstag auf ihrer Facebook-Seite. Die Siegesstrasse ist eine Hauptverkehrsader der Hauptstadt. Nähere Angaben zum Ort der Gefechte machte die Armee nicht.

Ein AFP-Journalist berichtete von lauten Explosionen, die am frühen Samstagmorgen im Zentrum von Kiew zu hören waren. In einer weiteren Erklärung teilte die Armee mit, dass in der Stadt Vasylkiv südlich von Kiew "schwere Kämpfe" im Gange seien. Russland versuche dort, "Fallschirmjäger zu landen".

Kiew: Kontakt mit Moskau wegen Verhandlungen

03:48 Uhr: Im Krieg Russlands gegen die Ukraine ist die Führung in Kiew mit Moskau in Kontakt wegen möglicher Gespräche. Das teilte der Sprecher von Wolodymyr Selenskyj am späten Freitagabend in Kiew mit. Die Ukraine sei immer bereit gewesen zu Gesprächen über eine Einstellung der Kämpfe und über einen Frieden. "Unmittelbar in diesen Stunden führen die Seiten Konsultationen über Ort und Zeit eines Gesprächsprozesses", schrieb Sprecher Serhij Nikiforow auf Facebook.

Dagegen erklärte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, die Ukraine habe Gespräche zunächst abgelehnt und die Frage auf Samstag verschoben.

Russland hatte zuvor Angebote Selenskyjs zu Verhandlungen angenommen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Nach russischen Vorstellungen soll die belarussische Hauptstadt Minsk der Treffpunkt sein. Dies ist für Kiew schwer annehmbar, weil Belarus Aufmarschgebiet für den russischen Angriff war.

Japan und USA wollen wegen Russlands Invasionskrieg Bündnis stärken

02:38 Uhr: Japan und seine Schutzmacht USA wollen ihre Sicherheitsallianz angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine verstärken. Die Aussenminister der beiden Staaten stimmten am Samstag in einem Telefongespräch darin überein, dass die Abschreckungs- und Reaktionsfähigkeiten des bilateralen Bündnisses verbessert werden müssten, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Aussenministerium in Tokio. Aussenminister Yoshimasa Hayashi und sein US-Kollege Antony Blinken teilten zudem die Einschätzung, dass der russische Angriff "das Fundament der internationalen Ordnung erschüttert" und seine Auswirkungen "nicht auf Europa beschränkt sein werden", hiess es.

Taktik der russischen Streitkräfte gibt Geheimdiensten Rätsel auf

01:47 Uhr: Die bisherige Taktik der russischen Streitkräfte gibt westlichen Nachrichtendiensten Rätsel auf. Die Zahl der bei dem Einmarsch in die Ukraine eingesetzten Soldaten sei bislang deutlich niedriger als erwartet, sagte am Freitagabend ein ranghoher Vertreter in Brüssel. Die Gründe seien völlig unklar.

Wie viele russische Kräfte nach Einschätzung der Dienste derzeit in der Ukraine sind, wollte der Geheimdienstler nicht sagen. Den Angaben zufolge ist es allerdings nur ein Bruchteil der mehr als 150.000 Soldaten, die Russland vor dem Angriff auf die Ukraine an den Landesgrenzen zusammengezogen hatte.

Ukraine-Krieg - Butscha
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Chronologie: Wie es zur Eskalation in der Ukraine kam und was seither geschah

Seit sich in der Ukraine vor acht Jahren prowestliche Kräfte durchgesetzt haben, hat sich der Konflikt mit Russland stetig zugespitzt. Jetzt führt Russland landesweit Krieg. Die Chronologie einer Eskalation.

Ukraine: Russisches Flugzeug mit Fallschirmjägern abgeschossen

00:47 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte nehmen für sich in Anspruch, ein militärisches russisches Transportflugzeug vom Typ Iljuschin Il-76 abgeschossen zu haben. An Bord seien russische Fallschirmjäger gewesen, schrieb der ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj in der Nacht zum Samstag auf Twitter. Als Absturzstelle nannte er die Stadt Wassylkiw südlich der Hauptstadt Kiew. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Das ukrainische Luftwaffenkommando teilte mit, die russische Armee versuche in Wassylkiw Fallschirmtruppen abzusetzen. Es gebe schwere Kämpfe.

EU setzt neue Russland-Sanktionen in Kraft

00:14 Uhr: Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland sind in Kraft. Das geht aus Rechtsakten hervor, die in der Nacht zum Samstag im EU-Amtsblatt veröffentlichten wurden. Die wegen Russlands Angriff auf die Ukraine erlassenen Strafmassnahmen zielen darauf ab, dem Land und seiner Wirtschaft erheblichen Schaden zuzufügen. Dafür werden zum Beispiel die Refinanzierungsmöglichkeiten des Staates und von ausgewählten privaten Banken und Unternehmen eingeschränkt. Zudem erlässt die EU Ausfuhrbeschränkungen für strategisch wichtige Güter, die insbesondere Unternehmen aus dem Verkehrs- und Energiesektor treffen sollen.

Noch schärfere Sanktionen, wie ein Ausschluss Russlands aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift, die Listung der beiden wichtigsten Banken und Ausfuhrverbote etwa für Erdgas sind zunächst nicht Teil des Pakets. Dies wird vor allem damit begründet, dass solche Massnahmen auch der europäischen Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen würden. Sie handelt deutlich mehr mit der Russlands als zum Beispiel die US-amerikanische oder britische.

Weitere Sanktionen im Überblick:

  • Russische Luftverkehrsbranche von der Versorgung mit neuen Flugzeugen und Ersatzteilen und anderer Technik abschneiden
  • Russische Eisenbahn von der Versorgung mit Ersatzteilen und anderer Technik abschneiden
  • Russische Erdölraffinerien dürfen künftig nicht mehr mit Produkten beliefert werden
  • Russische Unternehmen, die zum Beispiel Elektrogeräte, Computer, Telekommunikationsgeräte und Sensoren herstellen, dürfen nicht mehr beliefert werden.

Alle Meldungen zur Russland-Ukraine Krise vom 25. Februar finden Sie hier

Mit Material von dpa und AFP