• 21:37 Uhr: ➤ Ukraine will Dutzende Kadyrow-Anhänger in Cherson ausgeschaltet haben
  • 20:04 Uhr: US-Abgeordnete ziehen Aufruf zu Verhandlungen mit Russland zurück
  • 19:31 Uhr: Kadyrow tadelt Kriegsführung gegen Kiew als schwach
  • 17:38 Uhr: Moskau bringt Resolution zu Biowaffen in Sicherheitsrat ein
  • 17:13 Uhr: Moskau: Keine Hoffnung auf bessere Beziehungen mit Premier Sunak
  • 16:52 Uhr: Russischer Spion? Forscher in Norwegen festgenommen
  • 15:18 Uhr: Besetztes Gebiet Saporischschja bekommt Heimatwehr
  • 14:27 Uhr: Moskau beharrt auf Behauptung einer ukrainischen "schmutzigen" Bombe
  • 14:03 Uhr: Luftalarm während Steinmeier-Besuch in der Ukraine ausgelöst

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Ukraine will Dutzende Kadyrow-Anhänger in Cherson ausgeschaltet haben

  • 21:37 Uhr

Im von Russland besetzten Gebiet Cherson sind nach ukrainischen Angaben mehr als 100 Soldaten aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien von der Artillerie getroffen worden. "Durch präzise Artillerieschläge der Verteidigungskräfte sind in der Ortschaft Kajiry im Gebiet Cherson 30 Okkupanten vernichtet worden und mehr als 100 feindliche Soldaten unter den Trümmern geblieben", teilte der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Lagebericht mit. Mehreren übereinstimmenden Berichte zufolge sollen Soldaten von Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow getroffen worden sein. Unabhängig konnten die Angaben nicht überprüft werden.

So erklärte der ukrainische Militärgouverneurs der Region Cherson, Serhij Chlan, dass die tschetschenische Einheit nach ihrem Abzug aus der Stadt Cherson über den Fluss Dnipro in der Schule einer Ortschaft am anderen Flussufer stationiert worden sei. Die Männer hätten ihren Aufenthaltsort durch Fotos in sozialen Netzwerken selbst verraten. "Unsere Streitkräfte mussten nur noch draufhalten", sagte Chlan. Er berichtete von mehr als 40 Toten und 60 Verschütteten.

Der oppositionelle tschetschenische Telegram-Kanal 1Adat behauptete, dass der in einer Schule untergebrachte Stab eines Kadyrow-Regiments beschossen worden sei und bezifferte die Zahl der Todesopfer auf um die 100. Der berüchtigte tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow äusserte sich nicht zu dem Vorfall selbst, allerdings machte er am Dienstag in den sozialen Netzwerken seinem Unmut über das angeblich zu weiche Vorgehen Russlands in der Ukraine Luft. Für den Beschuss russischen Territoriums - zu dem Kadyrow nach der Annexion auch Cherson zählt - müssten ukrainische Städte dem Erdboden gleichgemacht werden, forderte er. (dpa)

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 14,3 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 18. Oktober). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit knapp 6,9 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 18. Oktober).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

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Die weiteren Meldungen vom 25. Oktober

US-Abgeordnete ziehen Aufruf zu Verhandlungen mit Russland zurück

  • 20:04 Uhr

30 Abgeordnete aus der demokratischen Partei von US-Präsident Joe Biden haben ihren Brief zurückgezogen, in dem sie direkte Verhandlungen der USA mit Russland für ein rascheres Ende des Krieges anregten. Das Schreiben sei bereits vor Monaten verfasst und von Mitarbeitern ohne Freigabe verschickt worden, erklärte die Abgeordnete Pramila Jayapal am Dienstag.

Der Zeitpunkt sei ungünstig, da erst kürzlich die Republikaner im Repräsentantenhaus signalisiert hatten, im Falle ihres Wahlsiegs im November auf die Bremse bei den Ukraine-Hilfen treten zu wollen, schrieb sie. Das sei nicht die Position der Demokraten - habe aber unglücklicherweise danach ausgesehen. Deshalb ziehe man das Schreiben zurück. Der am Montag veröffentlichte Brief war in den USA scharf kritisiert worden. Das Weisse Haus bekräftigte, man werde keine Verhandlungen mit Russland ohne Beteiligung der Ukraine führen.

Die demokratischen Abgeordneten hatten in ihrem Brief zwar den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt und die bisherige US-Hilfe für das Land gelobt, legten Biden aber zugleich eine Kursänderung nahe. Es sei nötig, Unterstützung für die Ukraine mit proaktiven diplomatischen Vorstössen zu verbinden, um "einen realistischen Rahmen für eine Waffenruhe zu finden". Zu einem solchen Rahmen könne eine Lockerung der Sanktionen und Sicherheitsgarantien für eine freie und unabhängige Ukraine gehören, "die für alle Parteien akzeptabel sind, insbesondere die Ukrainer".

Jetzt schlug Jayapal einen anderen Ton an: "Jeder Krieg entdet mit Diplomatie - und so auch dieser, nach einem ukrainischen Sieg."

Unter den Unterzeichnern des Briefes fanden sich einige bekannte Abgeordnete wie Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar und Jamie Raskin. Es war das erste Mal, dass eine grössere Gruppe demokratischer Kongressmitglieder Änderungen an der Ukraine-Politik anregte. Den Republikanern werden gute Chancen beigemessen, im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erringen. Sie prangern im Wahlkampf unter anderem die hohe Inflation an, für die sie die Demokraten verantwortlich machen, während sie auch eine Folge des russischen Angriffskrieges ist. (dpa)

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Tschetschenenchef Kadyrow tadelt Kriegsführung gegen Kiew als schwach

  • 19:31 Uhr

Der berüchtigte Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat erneut seinen Unmut mit dem Kriegsverlauf in der Ukraine bekundet. "Früher haben wir immer gesagt, dass wir eine militärische Spezialoperation auf dem Territorium der Ukraine führen, aber der Krieg findet bereits auf unserem Territorium statt", sagte Kadyrow am Dienstag in seinem Telegram-Kanal. Er sei damit sehr unzufrieden. Zugleich drohte er den westlichen Unterstützer-Ländern der Ukraine mit Vernichtung.

Es sei bereits das Kriegsrecht in Grenzregionen zur Ukraine verhängt worden, sagte Kadyrow. "Aber sie schiessen weiter auf friedliche Bürger und zivile Objekte." Russlands Antwort darauf sei "schwach", bemängelte Kadyrow. Er forderte als Vergeltung die Auslöschung von ukrainischen Städten, "damit wir den fernen Horizont sehen können".

Acht Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte Kremlchef Wladimir Putin vergangene Woche in mehreren völkerrechtswidrig annektierten Gebieten das Kriegsrecht verhängt. Die Ukraine will die besetzten Gebiete zurückerobern.

Den USA, der EU und der Nato warf Kadyrow wegen der Waffenlieferungen an Kiew "einseitigen Verrat" vor. Mit einem "kalten Wirtschaftskrieg" versuche der Westen seit Jahren Russland auszuhungern. "Das hat hat nicht geklappt". Jetzt wolle der Westen Russland auf die Knie zwingen und versklaven, so Kadyrow. "Wir werden sie vernichten, wieviele sie auch sind und wieviele Truppen und Technik sie auch schicken", sagte er. Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil in Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervorgetan und eigene Truppen in der Ukraine geschickt.

Der Sekretär des ukrainischen nationalen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, riet Kadyrow derweil, sich aus der Ukraine zurückzuziehen, solange dies noch möglich sei und für die Unabhängigkeit Tschetscheniens zu kämpfen. Ansonsten würden die Russen "zurückkommen und tschetschenische Frauen und Kinder töten", behauptete Danilow auf Twitter. (dpa)

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Moskau bringt Resolution zu Biowaffen in Sicherheitsrat ein

  • 17:38 Uhr

Angesichts russischer Biowaffen-Vorwürfe gegen die USA und die Ukraine hat Russland eine Resolution in den UN-Sicherheitsrat eingebracht. Die Beschlussvorlage, der in dem 15-köpfigen Gremium keine Chance zur Verabschiedung eingeräumt wird, ging am Dienstag per Brief an das mächtigste UN-Gremium. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Resolution gilt als erneuter Versuch Moskaus, nicht belegten Behauptungen zur angeblichen Herstellung von Biowaffen durch die US-Regierung in der Ukraine Geltung zu verschaffen. (dpa)

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Moskau: Keine Hoffnung auf bessere Beziehungen mit Premier Sunak

  • 17:13 Uhr

Der Kreml verbindet mit dem Amtsantritt des neuen britischen Premiers Rishi Sunak keinerlei Erwartungen auf bessere Beziehungen zwischen Russland und Grossbritannien. Es gebe "weder die Voraussetzungen noch Gründe oder Hoffnung" für den Aufbau konstruktiverer Beziehungen in absehbarer Zeit, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen in Moskau.

Sunak wurde am Dienstag von König Charles III. mit der Regierungsbildung beauftragt. Der 42-Jährige ist der dritte Premierminister innerhalb von zwei Monaten. Grossbritannien steht im russischen Krieg gegen die Ukraine fest an deren Seite und unterstützt sie mit Waffenlieferungen. (dpa)

Russischer Spion? Forscher in Norwegen festgenommen

  • 16:52 Uhr

Ein Mann steht in Norwegen unter dem Verdacht, unter falscher Identität für Russland spioniert zu haben. Wie der norwegische Rundfunksender NRK am Dienstag berichtete, wurde der brasilianische Forscher am Montag auf dem Weg zur Arbeit an der Universität im norwegischen Tromsø festgenommen.

Der norwegische Geheimdienst PST vermutet demnach, dass er in Wirklichkeit Russe ist, für einen russischen Geheimdienst arbeitet und sich mit falschen Papieren im Land aufhält. Man habe darum gebeten, dass er ausgewiesen werde, da er eine Bedrohung für nationale Interessen darstelle, sagte die stellvertretende Geheimdienstchefin Hedvig Moe dem Sender.

Der Mann ist nach NRK-Angaben im Herbst 2021 mit einem Forscherauftrag an die Universität gekommen. Dort soll er unter anderem Teil einer Forschungsgruppe sein, die hybride Kriegsführung erforscht. Der Universitätsrektor Dag Rune Olsen bestätigte der Zeitung "Dagbladet", dass er bereits am Montag von der Festnahme informiert worden sei. Tromsø liegt im hohen Norden von Norwegen, wo das skandinavische Land weiter östlich auch an Russland grenzt. (dpa)

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Besetztes Gebiet Saporischschja bekommt Heimatwehr

  • 15:18 Uhr

Die russische Besatzungsmacht im Süden der Ukraine stellt wie in Cherson auch im Gebiet Saporischschja eine paramilitärische Heimatwehr auf. Deren Einheiten sollten Strassen, Brücken, Bahngleise, Fabriken und Infrastrukturobjekte bewachen, sagte Verwaltungschef Jewgeni Balizki am Dienstag. Notfalls werde die Territorialverteidigung aber auch "in der Abwehr an der Frontlinie" eingesetzt, zitierten ihn russische Agenturen.

In der Heimatwehr seien bereits existierende Gruppen im Gebiet Saporischschja zusammengefasst worden, sagte Balizki, ohne diese zu nennen. Im benachbarten Gebiet Cherson war die Gründung der Territorialverteidigung am Montag bekanntgegeben worden.

Russland hat die zwei ukrainischen Gebiete, die es gar nicht vollständig kontrolliert, für annektiert erklärt. Durch das von Präsident Wladimir Putin verhängte Kriegsrecht können die dort lebenden ukrainischen Männer für den Kampf gegen die eigenen Landsleute mobilisiert werden. In beiden Gebieten befürchtet die Besatzung baldige Gegenangriffe der ukrainischen Armee. (dpa)

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Moskau beharrt auf Behauptung einer ukrainischen "schmutzigen" Bombe

  • 14:27 Uhr

Russland beharrt trotz scharfer westlicher Zurückweisungen auf der Behauptung, die Ukraine bereite im Krieg den Einsatz einer radioaktiv verseuchten "schmutzigen" Bombe vor. Die Weigerung der USA, dies zur Kenntnis zu nehmen, sei angesichts einer solchen Gefahr inakzeptabel, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge am Dienstag in Moskau.

"Dies ist ein Ansatz, der alles andere als seriös ist, ein Ansatz, der, so würde ich sagen, unangemessen ist angesichts der Schwere der Gefahr, über die wir hier sprechen."

Russland hatte die Vorwürfe am Sonntag publik gemacht, die Ukraine sowie die USA, Frankreich und Grossbritannien wiesen sie zurück. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, sagte am Montag, dass an der russischen Behauptung absolut nichts dran sei. "Es ist einfach nicht wahr. Wir wissen, dass es nicht wahr ist", sagte Kirby.

Eine sogenannte schmutzige Bombe besteht aus radioaktivem Material, das mit konventionellem Sprengstoff freigesetzt wird. Im Unterschied zu einer Atombombe kommt es zu keiner nuklearen Kettenreaktion.

Nach den russischen Vorwürfen gegen die Ukraine hatte Kiew selbst eine Kontrolle durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) für zwei Forschungsinstitute erbeten, auf deren Arbeit sich Moskau bezieht. (dpa)

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Steinmeier führt im Luftschutzkeller Gespräche

  • 14:03 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in der Ukraine einen kleinen Eindruck bekommen, was der Krieg in dem Land für die Menschen bedeutet. Unmittelbar nach seiner Ankunft in der Kleinstadt Korjukiwka nordöstlich von Kiew wurde dort am Dienstag Luftalarm ausgelöst. Steinmeier, Bürgermeister Ratan Achmedow und eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern gingen daraufhin in einen Luftschutzkeller.

Dort liess sich der Bundespräsident von den Menschen berichten, wie sie den russischen Angriffskrieg erleben. Eine Frau erzählte unter Tränen vom Kriegsbeginn am 24. Februar, eine andere von ihrem Mann, der gegen die russische Armee kämpft. "Mein Mann ist an der Front, an der heissesten Front", sagte sie.

"Wir haben die ersten eineinhalb Stunden im Luftschutzkeller verbracht", sagte Steinmeier anschliessend. "Das hat uns besonders eindrücklich nahe gebracht, unter welchen Bedingungen die Menschen hier leben." Es sei eine Situation gewesen, die man bei dem Besuch nicht habe ausschliessen können. Die Menschen dort müssten mit dieser Situation jeden Tag leben. "Das Gespräch gerade dort zu führen war besonders eindrücklich. Und ich glaube, das ging nicht nur mir so."

Die russische Armee hatte nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe im benachbarten Belarus bis zu zehn Kampfdrohnen iranischer Bauart gestartet. Deshalb wurde der Alarm ausgelöst. Über Einschläge und Schäden wurde zunächst nichts bekannt. (dpa)

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Russland verliert besonders viele Kampfhubschrauber

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine verliert Russland besonders viele Kampfhubschrauber. Das hat das Verteidigungsministerium in London mitgeteilt.

Scholz über Diplomatie in Ukraine: Kein russischer Diktatfrieden

  • 13:38 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz hat mit Blick auf künftige diplomatische Bemühungen für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine betont, dass es sich dabei nicht um einen russischen Diktatfrieden handeln könne.

"Darüber sind sich übrigens in Deutschland alle relevanten politischen Kräfte und vor allem alle, die die deutsche Regierung tragen und die Mehrheit im Bundestag für die Regierung darstellen, einig", sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei einer Pressekonferenz während der internationalen Expertenkonferenz zum Wiederaufbau der Ukraine in Berlin auf eine Journalistenfrage.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland kürzlich gesagt, es dürfe keine Chance ausser Acht gelassen werden, "die eine lokale Waffenruhe, den Austausch von Kriegsgefangenen und die Versorgung der Zivilbevölkerung möglich macht".

Zu seinem wiederholten Ruf nach mehr Diplomatie sagte er: "Ich stehe uneingeschränkt dazu, die Ukraine gegen den russischen Aggressor zu unterstützen. Ich nehme aber auch Umfragen zur Kenntnis, nach denen 60 Prozent der Deutschen sich mehr diplomatische Initiativen wünschen. Das sollte uns zu denken geben."

Grünen-Chef Omid Nouripour warf Mützenich daraufhin vor, wer in der aktuellen Situation nach Verhandlungen rufe, helfe letztlich der russischen Seite, denn der Kreml habe nach den jüngsten ukrainischen Rückeroberungen ein Interesse daran, "den Status quo einzufrieren".

Scholz äusserte sich auf die Frage eines Journalisten, ob er Forderungen aus der SPD teile, die diplomatischen Bemühungen zu verstärken, zunächst mit einem Verweis auf eine Erklärung der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) vom 11. Oktober.

Diese Runde, deren Vorsitz Scholz derzeit führt, habe damit zur Frage der Diplomatie alles gesagt und die Bereitschaft des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sehr begrüsst, sich für einen gerechten Frieden einzusetzen und Raum für Diplomatie zu schaffen. Man habe aber auch beschrieben, um was es gehe: "Nämlich Integrität und Souveränität des Landes und dass nicht der Nachbar Russland mit Gewalt sich einen Teil des Territoriums aneignen kann und einen Diktatfrieden diktieren", ergänzte Scholz nun. (dpa)

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Ukrainischer Regierungschef dankt Deutschland ausdrücklich für Waffenlieferungen

  • 13:06 Uhr

Bei der internationalen Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine in Berlin hat der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal Deutschland für seine finanzielle Hilfe und auch seine Waffenlieferungen gedankt. Er wolle "die grösste Dankbarkeit" seines Landes für die "unerschütterliche, sehr stabile und sehr starke Unterstützung" Deutschlands aussprechen, sagte Schmyhal am Dienstag.

Die deutschen Waffen "funktionieren ausgezeichnet", sagte Schmyhal weiter. Das Luftabwehrsystem Iris-T etwa sei "das beste System, das die ukrainischen Soldaten auf dem Schlachtfeld einsetzen". Neun von zehn Raketen hätten ihre Ziele erreicht. Aber auch andere Waffen und Munition aus Deutschland würden von der ukrainischen Armee genutzt.

Der Regierungschef verwies zudem darauf, dass Deutschland jenseits von militärischer Hilfe nach den USA das zweitgrösste Geberland an finanziellen Zuschüssen und Krediten sei. Trotz der starken Unterstützung aus aller Welt brauche sein Land aber noch mehr finanzielle und militärische Hilfe. (afp)

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Patriarch Kirill: Russland ist "Insel der Freiheit"

  • 12:23 Uhr

Acht Monate nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat der kremltreue russische Patriarch Kirill Russland als eine "Insel der Freiheit" bezeichnet. Im Jahrhundert der Globalisierung und der "Verwischung der Grenzen zwischen Gut und Böse" sei es Russlands Mission, der Menschheit zu helfen, die Apokalypse abzuwenden, sagte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche nach Angaben der Agentur Interfax am Dienstag in Moskau.

Fragen der ethischen Entscheidungen haben dem Kirchenführer zufolge heute in der Welt eine besondere Bedeutung. Sie bestimmten auch das Schicksal ganzer Länder und Völker. "Und solange unser Vaterland eine Insel der Freiheit sein wird, wird es auch für den Rest der Welt einen Hoffnungsschimmer geben, den Lauf der Geschichte zu ändern und das globale apokalyptische Ende abzuwenden (...)."

Patriarch Kirill gilt als einer der wichtigsten Unterstützer des Kriegskurses von Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine. Ende August hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Kirchenkongress in Karlsruhe der Führung der russisch-orthodoxen Kirche vorgeworfen, ihre Gläubigen auf einen glaubensfeindlichen Irrweg zu führen. (dpa)

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Scholz will "Marshallplan" für Ukraine schon jetzt

  • 12:02 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, schon vor Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine einen "Marshallplan" für den Wiederaufbau aufzustellen. Dies sei "eine Generationenaufgabe, mit der man jetzt beginnen müsse", sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei einer internationalen Wiederaufbaukonferenz in Berlin.

Scholz versprach der Ukraine erneut Unterstützung, solange dies notwendig sei. "In ihrem Kampf für Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität ist die Ukraine nicht alleine." Bei der Konferenz gehe es darum, Wege für die Gestaltung der Zukunft des Landes zu finden, "nicht nur für die kommenden Monate, sondern für die kommenden Jahre", sagte Scholz. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, müssten private und staatliche Investoren auf der ganzen Welt zusammengebracht werden.

Auf Einladung von Scholz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beraten in Berlin internationale Experten über den Wiederaufbau der Ukraine. (dpa)

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Stromabschaltungen in allen ukrainischen Regionen

  • 11:50 Uhr

Wegen der Schäden am Stromnetz durch russischen Beschuss ist in allen ukrainischen Regionen am Dienstag erneut stundenweise der Strom abgeschaltet worden. Der Energieversorger Ukrenerho begründete die zeitlich gestaffelten Beschränkungen damit, dass die Belastung der Netze verringert und die Energiesysteme stabilisiert werden sollten.

Verbraucher wurden aufgerufen, besonders während der Spitzenzeiten morgens und abends Strom zu sparen. Waschmaschinen und Heizungen sollten möglichst nur nachts laufen, unnötige Lichtquellen abgeschaltet werden.

Im seit acht Monaten andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wird die lebenswichtige Energie-Infrastruktur immer mehr zum Hauptziel der Attacken. Durch Raketenangriffe sei mehr als ein Drittel der ukrainischen Energie-Infrastruktur zerstört worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstag bei einer internationalen Wiederaufbaukonferenz in Berlin. Zahlreiche Kraftwerke wurden nach ukrainischen Angaben von russischen Raketen getroffen. Es gibt täglich Stromausfälle. (dpa)

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Selenskyj wirft Russland Versagen, Irrsinn und erfundenen Unsinn vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau ein "Versagen auf breiter Front" attestiert. "Die Ukraine bricht die sogenannte zweitstärkste Armee der Welt", sagt er in seiner aktuellen Videobotschaft.

Von der Leyen: Breite Allianz für Wiederaufbau der Ukraine nötig

  • 10:27 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat zu weltweiten Bemühungen für einen Wiederaufbau der Ukraine aufgerufen. Es sei keine Zeit zu verschwenden, das Ausmass der Zerstörung sei beachtlich, sagte sie am Dienstag in Berlin bei einer internationalen Expertenkonferenz mit Blick auf die Folgen des russischen Angriffskriegs.

Kein Land oder keine Union könne dies alleine stemmen, man brauche starke Partner wie die USA, Kanada, Japan, Grossbritannien, Australien und andere Länder sowie Institutionen wie die Weltbank. Jeder Euro, jeder Dollar, jedes Pfund, jeder Yen sei eine Investition in die Ukraine, aber auch in die demokratischen Werte weltweit.

Es seien Milliardensummen notwendig für den Wiederaufbau. Tausende Häuser seien zerstört worden, ebenso Schulen, Brücken, Strassen, Kraftwerke und Bahnhöfe. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer gehe es darum, im Winter ein warmes Zuhause zu haben. Mit Blick auf den Wiederaufbau von Infrastruktur sagte von der Leyen, dies müsse eingebettet werden in den Weg der Ukraine in die EU. Die Europäische Union werde das Land so lange unterstützen wie nötig. (dpa)

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London: Russland verliert viele Kampfhubschrauber in der Ukraine

  • 10:05 Uhr

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine verliert Russland nach britischer Einschätzung besonders viele Kampfhubschrauber. Seit Beginn der Invasion im Februar gebe es mindestens 23 bestätigte Verluste des russischen Kampfhubschraubers Ka-52 (NATO-Code: Hokum-B), teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Das entspreche mehr als einem Viertel der in Betrieb befindlichen Flotte von 90 Ka-52 und fast der Hälfte der gesamten Hubschrauberverluste Russlands in der Ukraine.

Die russischen Kampfhelikopter würden vor allem von sogenannten Manpads, also tragbaren Flugabwehrsystemen, zerstört, hiess es in London. Zudem hätten sie weniger Schutz durch Kampfjets als eigentlich in der russischen Militärdoktrin vorgesehen sei. Russland sei nach wie vor nicht in der Lage, eine effektive Luftunterstützung zu gewährleisten, urteilte das britische Ministerium.

Zudem gehe die Artilleriemunition zur Neige. "Russische Kommandeure greifen wahrscheinlich zunehmend auf hochriskante Kampfhubschraubermissionen als eine der wenigen verfügbaren Optionen zurück, um eine enge Unterstützung der Truppen im Kampf zu ermöglichen." (dpa)

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Schulze: Russland für Wiederaufbau der Ukraine heranziehen

  • 09:34 Uhr

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat dafür plädiert, Russland zu einer Beteiligung an den Kosten des Wiederaufbaus in der Ukraine zu verpflichten. "Im Moment gibt es dafür noch kein internationales Recht, um so etwas zu ermöglichen", sagte sie in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv, fügte aber hinzu: "Ich fände das sehr sinnvoll, wenn Russland auch herangezogen wird."

Internationale Experten beraten an diesem Dienstag auf Einladung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Berlin über den Wiederaufbau der Ukraine nach einem Ende des russischen Angriffskrieges.

Mit Blick auf die Konferenz sagte Schulze, dass man noch nicht genau beziffern könne, wie viel der Wiederaufbau kosten werde: "Da sind jetzt unglaubliche Summen im Gespräch, aber in Wirklichkeit kann ja noch niemand genau sagen, wie viel Geld gebraucht wird, weil es ja auch davon abhängen wird, wie viel leider noch zerstört wird."

Deutschland übernehme beim Wiederaufbau eine führende Rolle, sagte die Entwicklungsministerin. Dies sei auch absolut notwendig. "Das ist ein Nachbar in der östlichen Partnerschaft. Wir müssen ein Interesse daran haben, die gesamte östliche Partnerschaft zu stärken, weil man weiss nicht, was der Kreml, was Putin noch weiter vor hat." (dpa)

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Schäden im südukrainischen Mykolajiw: Bewohner seit Monaten ohne Trinkwasserversorgung

Im April hat Russland die zentrale Wasserversorgung im südukrainischen Mykolajiw zerstört. Die Bewohner der Stadt müssen seitdem an Verteilerstationen Schlange stehen, um sauberes Trinkwasser zu holen. Aus den Wasserhähnen fliesst gelbes, salziges Wasser. Das Rote Kreuz hilft beim Transport des sauberen Wassers in Tanklastwagen.

Rheinmetall liefert modernes Feldhospital an die Ukraine

  • 09:01 Uhr

Der Rüstungskonzern Rheinmetall wird ein modernes Feldhospital an die ukrainischen Streitkräfte liefern. Das aus Zelten und Containern bestehende Hospital umfasse Notaufnahme, Triageraum, Operationssaal, Intensivstation, Computertomographie, Sterilisation und Medikamentenlager, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Zum Lieferumfang gehören ausserdem Zelte für Verwaltung, Pflege und Unterbringung des Personals, aber auch Versorgungscontainer für Sanitäranlagen, Transport, Frisch- und Brauchwasser, Sauerstoff und Energieversorgung sowie ein Dekontaminationszelt.

Der Auftrag sei bereits im September erteilt worden, berichtete Rheinmetall. Die Lieferung werde im Laufe des kommenden Jahres erfolgen. Den Auftragswert bezifferte das Unternehmen mit rund neun Millionen Euro. (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

Die Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Russischer Kampfjet stürzt in Wohngebäude: Beide Piloten kommen ums Leben

In der sibirischen Stadt Irkutsk ist am Sonntag ein russischer Kampfjet in ein Wohngebäude gestürzt. Beide Piloten kamen ums Leben, am Boden wurde niemand verletzt. Knapp eine Woche zuvor war ein russisches Kampfflugzeug in der Stadt Jejsk abgestürzt