• Die Gruppen der Champions League sind ausgelost.
  • Vor allem der FC Bayern erwischt schwere Gegner, am besten können wohl noch Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen mit ihrem Los leben.
  • Welcher Bundesligist hat die besten Chancen auf ein Weiterkommen. Eine Einschätzung.
Eine Analyse

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In dieser Saison haben es fünf Mannschaften aus der Bundesliga geschafft, sich für die Gruppenphase der UEFA Champions League zu qualifizieren. Dafür verantwortlich war Eintracht Frankfurt durch den Gewinn der Europa League in der Vorsaison. Dadurch waren die Hessen auch in Lostopf 1 zu finden. Das musste nicht unbedingt bedeuten, dass die Lose auch machbar werden. Die SGE kann mit ihren Gegnern aber durchaus leben.

Leverkusen mit guten Chancen auf die K.O.-Runde

Bayer 04 Leverkusen trifft in der Gruppe B der Champions League auf den FC Porto, Atletico Madrid und den FC Brügge aus der belgischen Liga. Porto ist ein sehr unangenehm zu bespielendes Team aus Portugal, das international über viel Erfahrung verfügt, zuletzt aber wieder einige wichtige Spieler abgeben musste. Über Atletico muss nicht geredet werden, dieses Team hat in der Königsklasse immer grosse Ambitionen.

Lediglich in das Spiel gegen die Belgier geht die Werkself als Favorit. Trotzdem kann ein Weiterkommen möglich sein, wenn Leverkusen von Beginn an zur Topform findet. In der Liga lief der Start nämlich alles andere als rund, die ersten drei Spiele wurden allesamt verloren. Die Qualität für das Erreichen der Runde der letzten 16 hat das Team von Gerardo Seoane in jedem Fall.

Bayern trifft auf Barcelona und Lewandowski

Losglück hatte der FC Bayern bei der Auslosung der Gruppenphase nicht wirklich. Aus Topf 2 wurde dem Rekordmeister der FC Barcelona zugelost. Das bedeutet, dass Robert Lewandowski schneller als gedacht wieder in der Allianz Arena auflaufen wird. Die Katalanen haben sich im Sommer ohnehin sehr gut verstärkt und scheinen besser zu sein als 2021/22, als beide Spiele mit 3:0 an den FC Bayern gingen.

Auch Inter spielt in dieser Gruppe und hat grosse Ambitionen. Der Vizemeister aus Italien will sich auf internationalem Parkett beweisen und muss sich vor den anderen beiden Klubs nicht verstecken. Ein grosser Name ist Viktoria Pilsen nicht, aber die Tschechen wollen überraschen. Bayern hat trotz der grossen Gegner die Zügel in der Hand und wenn die Nagelsmann-Elf ihre Normalform erreicht, wird die K.O.-Runde die logische Folge sein.

Frankfurt: Schöne Reisen für die Fans

Eintracht Frankfurt befand sich erstmals in der Verlosung, als die Gruppen der Champions League gezogen wurden. Die Hessen treffen auf die Tottenham Hotspurs mit Topstar Harry Kane, die in England gut in die Saison starteten. Eine Reise nach London ist für die Fans der SGE, die das Team frenetisch unterstützen, sehr reizvoll. Das gilt auch für die anderen beiden Ziele, denn die Frankfurtfans dürfen auch noch nach Marseille und Lissabon.

Olympique und Sporting komplettieren nämlich die Gruppe der Hessen. Beim Blick auf die Liste der möglichen Gegner hätte es abgesehen von den Franzosen aus Topf 4 durchaus schlimmer kommen können. Frankfurt kann guten Mutes in die Gruppenphase gehen und zumindest den dritten Platz und somit ein Überwintern in Europa als Ziel ausgeben. Dafür sollte die Qualität und auch die neu gewonnene Breite im Kader ausreichen.

RB Leipzig fordert den Titelverteidiger

RB Leipzig wurde in die Gruppe F der UEFA Champions League gelost. Das bedeutet, dass die Sachsen auf Titelverteidiger Real Madrid treffen. Viel schlimmer hätte es kaum kommen können, denn die Königlichen sind ein sehr erfahrenes und abgezocktes Team, das nur darauf wartet, naiv spielenden Gegnern die Hoffnung auf ein positives Resultat zu geben, um dann eiskalt zuzuschlagen. Beide Teams trennt individuell ebenfalls einiges.

Allerdings gehören noch zwei andere Mannschaften zur Gruppe. Shakhtar Donezk aus der Ukraine rutschte aus Topf drei in die Leipzig-Gruppe. Die Ukrainer haben einige personelle Veränderungen hinnehmen müssen, ausserdem kann das Team aufgrund des Krieges nicht zu Hause spielen, was zu einem Vorteil für Leipzig führt. Komplettiert wird die Gruppe vom Celtic FC aus Schottland. Dort wird RB vor allem in einem sehr lauten Stadion spielen. In solchen Partien muss eine Mannschaft die Nerven behalten. In Topform kann Leipzig in das Achtelfinale einziehen.

Borussia Dortmund sieht Erling Haaland wieder

Auch der BVB trifft einen Ex-Stürmer wieder. Die Losfee Yaya Toure hielt das Los Manchester City bereit. Hans-Joachim Watzke war sofort ins Gesicht geschrieben, dass es sich dabei nicht gerade um ein Wunschlos handelt. Aber insgesamt hätte es auch für Dortmund schlimmer kommen können, denn aus dem zweiten Topf wurde der FC Sevilla in die Gruppe der Schwarzgelben gelost.

Die Andalusier befinden sich vor allem defensiv in einem grösseren Umbruch, müssen sich noch finden. Die Atmosphäre in Sevilla ist definitiv immer besonders und kann ein wichtiger Faktor für die Spanier werden, aber rein vom Kader und den Anlagen dürfte Dortmund leicht favorisiert sein. Deutlicher gilt das für den Vergleich mit dem FC Kopenhagen. Manchester City ist der grosse Favorit in der Gruppe, danach hat Dortmund alle Chancen auf Platz zwei.

Fazit: Alle können in Europa überwintern

Bei diesen Gruppenkonstellationen davon auszugehen, dass alle fünf Bundesligisten das Weiterkommen in der Champions League erreichen, wäre vermessen. Aber ein Überwintern in Europa, für das Platz drei notwendig ist, sollte jeder Mannschaft zugetraut werden können. Bayern hat die nominell wohl schwierigste Gruppe, aber auch den besten Kader und die grösste Erfahrung. Für die anderen vier Klubs hängt vieles von der jeweiligen Tagesform und der Verteilung der Belastung ab, denn aufgrund der Winter-WM wird die Gruppenphase bis Anfang November durchgezogen.

Verwendete Quellen:
  • UEFA: Group Stage Draw
Teaserbild: © IMAGO/ULMER Pressebildagentur/IMAGO/ULMER