Erfolgreicher Auftakt für die Schweiz in die EM 2016. Ein frühes Tor und eine nüchterne Leistung reichen der Nati für den gelungenen Start gegen Albanien. In einem besonderen Spiel für beide Teams schlägt sich der Aussenseiter quasi selbst.

Die Schweiz löst die Pflichtaufgabe gegen Albanien verdient, lässt aber doch einige Schwächen erkennen. Trotzdem ist es der erste Auftaktsieg bei einer EM-Endrunde überhaupt die Schweiz.

  • Schweiz startet mit einem 1:0 (1:0) gegen Albanien ins Turnier
  • Innenverteidiger Fabian Schär mit dem goldenen Tor
  • Albanien mit Doppel-Schock in der ersten Hälfte
  • Schweizer Big Point im Kampf um den Achtelfinaleinzug

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft hat bei der EM 2016 beste Chancen auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde. Die Eidgenossen gewannen am Samstag ihr Auftaktspiel gegen Albanien in Lens 1:0 (1:0) und weisen damit in Gruppe A wie Gastgeber Frankreich drei Punkte auf.

Bundesligaprofi Fabian Schär von 1899 Hoffenheim erzielte bereits in der fünften Minute den Siegtreffer für die Schweiz.

EM-Neuling Albanien musste fast eine Stunde in Unterzahl agieren, nachdem Kapitän Lorik Cana wegen Handspiels die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (36.).

Die Reaktionen zum Spiel

Yann Sommer (Schweiz): "Ich habe ein schwieriges Spiel erwartet und das wurde es auch. Der Druck war gross, einen guten Start zu haben. Albanien hatte nichts zu verlieren und starke Fans im Rücken. Wir haben gut angefangen, ein schnelles Tor erzielt. Aber dann auch unnötig den Faden verloren. Ich bin trotzdem glücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Wir haben jetzt schwierige Spiele vor uns und müssen schauen, dass wir die Sachen, die wir nicht gut gemacht haben, besser machen in den kommenden Spielen."

Granit Xhaka (Schweiz): "Es hat heute Spass gemacht. Es war ein gutes Spiel und wir waren professionell. Wir haben gewusst, dass Albanien defensiv gut steht. Nach dem 1:0 hätten wir den Sack zu machen müssen. Yann hat super gehalten."

Haris Seferovic (Schweiz): "Dass wir so zittern mussten, lag auch an mir. Ich hatte genug Chancen, das 2:0 oder 3:0 zu machen. Ich bin mit mir selber nicht zufrieden. Jetzt hoffe ich, gegen Rumänien ein Tor zu machen."

Der Star des Spiels

Valon Behrami wurde wie einige andere mit albanischen Wurzeln im Schweizer Team von den gegnerischen Fans niedergepfiffen. Der Routinier antwortete auf seine Weise. Behrami räumte im Mittelfeld rigoros auf, hatte einige spektakuläre Ballgewinne auch in hohen Zonen und verhalf seiner Mannschaft so zu gefährlichen Umschaltmomenten.

Eine konzentrierte, unaufgeregte Vorstellung in einem besonderen Spiel für Behrami. Einzig etwas getrübt durch die Gelbe Karte, die er Mitte der zweiten Halbzeit kassierte.

Die Szene des Spiels

Gerade, als Albanien besser ins Spiel fand, sich zweikampfstärker zeigte und sogar zu einer richtig grossen Torchance kam, leistete sich Lorik Cana den spielentscheidenden Fehler. Erst rutschte Albaniens Kapitän im Zweikampf mit Haris Seferovic weg, dann verpasste er am Boden liegend den Ball mit dem Kopf, um ihn danach in letzter Instanz mit der Hand zu bremsen.

Der bereits verwarnte Cana flog völlig zurecht vom Platz und hätte sich sogar über eine glatte Rote Karte nicht beschweren dürfen. In Unterzahl war Albanien fortan unterlegen - wurde erst am Ende wieder torgefährlich.

Die Lehren des Spiels

  • Die Schweiz machte lange Zeit nicht mehr als notwendig und profitierte von zwei krassen Fehlern des Gegners. Erst Etrit Berishas Fehlgriff beim 0:1 durch Fabian Schär, dann Canas fatale Aktion vor dem Handspiel, die zum Platzverweis führte. So hatte die Schweiz lange Zeit erstaunlich leichtes Spiel.
  • Albanien wich von seinem Plan, den Gegner in einer tiefen Position zu empfangen und in erster Linie das eigene Tor zu sichern, auch nach dem Rückstand kaum ab. Der Underdog verschanzte sich mit einem Vierer- und davor einem Fünferriegel um den eigenen Strafraum und war eher auf Destruktivität statt Kreativität aus. Nach gut einer halben Stunde kam Albanien mit langen Bällen auch mal zu Torchancen. Diese Mini-Druckphase endete aber abrupt mit Lorik Canas Platzverweis.
  • Die Schweiz fand anders als in vielen anderen Partien gegen vermeintlich schwächere Gegner schnell zu ihrem eigenen Spiel und drückte den Gegner oft tief in dessen Hälfte fest. Mit der nötigen Breite im Spiel und einigen schnellen Kombinationen durch die Halbräume kamen die Eidgenossen zu gefährlichen Abschlüssen.
  • Wie wichtig ein starker Torhüter sein kann, zeigte sich in der ersten Halbzeit: Auf der einen Seite patzte Berisha beim Gegentor spektakulär, auf der anderen Seite rettete Yann Sommer bei der einzigen albanischen Chance (und später noch einmal) grandios.
  • Trotz des Siegs zeigte aber auch die Schweiz einige Schwächen: Johan Djourou war ein stetes Sicherheitsrisiko, leistete sich einige Stellungsfehler. Das Zusammenspiel mit Schär ist noch nicht gut abgestimmt. So kamen biedere Albaner zu drei hervorragenden Chancen - die der starke Sommer aber zunichte machte.
  • Die Chancenverwertung gilt es unbedingt zu verbessern. Die Schweiz hielt Albanien nur wegen mangelnder Effizienz vor dem Tor bis zum Schluss im Spiel und musste selbst gegen zehn Albaner zittern.
  • Albanien dürfte es in der Form schwer haben, das Minimalziel Platz drei zu erreichen und so vielleicht hat in die K.o.-Runde zu rutschen. Nur eine ordentliche Defensivleistung genügt dafür nicht. In der Offensive muss der EM-Neuling eine Klasse besser werden - oder aber die wenigen Chancen konsequenter nutzen.

Die Tabelle der Gruppe A

Der Liveticker zum Spiel