• Die deutsche Nationalmannschaft trifft im EM-Achtelfinale auf den Erzrivalen England.
  • Das Duell gegen die "Three Lions" findet im Londoner Wembley-Stadion statt.
  • Die grösste Stärke und Schwäche der Engländer und worauf die DFB-Elf besonders achten muss.

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Deutschland und England verbindet im Fussball eine grosse Rivalität, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Nun kommt es im EM-Achtelfinale am Dienstag (LIVE bei uns im Ticker) zum nächsten Schlagabtausch der beiden grossen Fussball-Nationen.

Worauf muss die deutsche Nationalmannschaft im Duell mit den "Three Lions" achten, was ist die grösste Stärke und die grösste Schwäche der englischen Mannschaft?

Die grösste Stärke

Trotz eines nominell furiosen Offensivpotenzials bestechen die Engländer bislang vor allem durch ihre starke Defensivarbeit. Anders als das DFB-Team in den bisherigen Spielen laufen die Engländer mit einer Viererkette auf. Diese stand in den bisherigen drei Auftritten in wechselnder Besetzung auf dem Platz, mit Ausnahme von Abwehrchef John Stones (Manchester City), der in allen Partien mitwirkte.

Gegen Kroatien, Schottland und Tschechien blieben die "Three Lions" in 270 Minuten komplett ohne Gegentor und könnten somit auch der deutschen Offensive das Leben schwer machen.

Allerdings wird im Umfeld der englischen Nationalmannschaft spekuliert, dass Nationaltrainer Gareth Southgate gegen Deutschland defensiv auf eine Fünferkette setzen könnte. Dadurch würden die "Three Lions" die Breite des Spielfeldes besser kontrollieren können und die deutschen Vorstösse über die Flügel, wie in der Partie gegen Portugal, mehr eindämmen.

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Die grösste Schwäche

Wie bereits erwähnt, zählt Englands Offensive auf dem Papier mit zum Besten, was das Turnier zu bieten hat. Premier-League-Torschützenkönig Harry Kane, Flügelflitzer Raheem Sterling oder BVB-Juwel Jadon Sancho sind dabei nur drei Namen der illustren Offensive der "Three Lions". Doch so klangvoll die Namen auch sind, so wenig hat Englands Offensive bei der EM bislang Angst und Schrecken verbreitet.

Allein Sterling hat mit zwei Toren bislang Zählbares auf seinem Konto. Sancho kam bislang nur zu einem Kurzeinsatz – sehr zur Verwunderung der englischen Öffentlichkeit. Goalgetter Kane läuft seiner Topform aus der Premier-League-Saison noch hinterher. Doch nicht nur die Individualisten schwächeln, auch als Mannschaft kamen die Engländer bislang offensiv nicht richtig in Tritt.

Dies liegt zum einen daran, dass die bisherigen Mannschaften allesamt den Engländern den Ball überlassen haben und das Southgate-Team damit nicht immer umzugehen weiss. Zum anderen ist aber auch das Spielsystem der "Three Lions" sehr auf Absicherung und Kontervermeidung ausgelegt, sodass schnelle Angriffe nach Balleroberungen bislang kaum zu sehen waren und die Spiele des englischen Teams daher oftmals ein zweifelhaftes Vergnügen waren.

Darauf muss das DFB-Team besonders achten

So schwach die Engländer im bisherigen Turnierverlauf auch offensiv agiert haben, muss die Elf von Bundestrainer Joachim Löw trotzdem ein grosses Augenmerk auf die Offensivbemühungen der "Three Lions" richten.

Insbesondere in Sachen Tempo weisen die Engländer einen enormen Vorteil gegenüber der deutschen Dreierkette auf, die sich daher hüten sollte in Eins gegen Eins Duelle mit Spielern wie Sancho oder Sterling zu geraten. Ein mahnendes Beispiel, wie es nicht funktioniert, ist das Duell mit Frankreichs Kylian Mbappé in der EM-Vorrunde gewesen. Ein ums andere Mal spielte der Star von Paris Saint-Germain die DFB-Defensive mit seinem Tempo aus. Gegen Englands flinke Flügel braucht es da ein besseres Konzept.

Der besondere Faktor: Enormer Heimvorteil

Trotz in die Höhe schnellender Corona-Zahlen hält die britische Regierung an ihrem Plan fest, das Londoner Wembley-Stadion zum Achtelfinale mit bis zu 50.000 Zuschauern zu füllen. Da die Insel vom Robert-Koch-Institut aber als Virusvariantengebiet eingestuft wird, werden kaum deutsche Fans in den Genuss der Partie vor Ort kommen. Schliesslich würde eine Reise von Deutschland nach London bei der Rückkehr mit einer 14-tägigen Quarantäne verbunden sein.

Wembley-Stadion mit allen dort stattfindenden Spielen.

Daher wird das Finalstadion der EM höchstwahrscheinlich zum kompletten Auswärtsspiel für die Löw-Elf und damit eine klare Umstellung im Vergleich zu den bisherigen drei Spielen in München vor heimischer Kulisse.

Verwendete Quellen:

  • Focus.de: Deutschlands Gegengift für das englische Abwehr-Monster
  • DPA: Vorteil Deutschland: DFB-Elf und England im Teamvergleich
  • Sportschau.de: England bei der EURO - eine Frage der Klasse
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EM 2021: Deutschlands Gegner England spielt minimalistischer als Italien

Deutschland hat es im Achtelfinale der EM mit Erzrivale England zu tun. Für den Gastgeber der EM 1996, die Deutschland nach einem Halbfinalsieg über die "Three Lions" gewann, wird es Zeit, die eigenen Fans endlich zu überzeugen. (Teaserbild: Laurence Griffiths/Reuters) © ProSiebenSat.1