• Die Schweiz startet mit einem 1:1 gegen Wales in die Europameisterschaft.
  • Breel Embolo erzielt in der 49. Spielminute den Führungstreffer per Kopfball.
  • Doch Kieffer Moore zerstört die Sieg-Hoffnung der Schweiz.
  • Der vermeintliche Schweizer Siegtreffer durch Mario Gavranovic in der 85. wird wegen Abseits aberkannt.

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Was von diesem Spiel hängen bleibt

Nationaltrainer Vladimir Petkovic kündigte an, man wolle das Spiel gegen Wales (Gruppe A) dominieren und den Rhythmus vorgeben. In der ersten Halbzeit hatte die Schweiz 68 Prozent Ballbesitz, tat sich allerdings gegen die tiefstehende Abwehr von Wales schwer.

Dass die Schweizer alleine in der ersten Halbzeit 285 Pässe spielten (Wales nur 101) war auch ein Anzeichen für mangelnde Durchschlagskraft. Dazu passt, dass der verdiente Führungstreffer von Breel Embolo per Standardsituation erzielt wurde.

Zu den Ideengebern von der Schweiz zählten Granit Xhaka, der immer wieder gute Aktionen im Spiel nach vorne hatte. Auch Innenverteidiger Manuel Akanji überzeugte mit einem guten Spielaufbau.

Nach dem Führungstreffer gab die Schweiz das Spiel aus der Hand, zog sich zurück und lud den Gegner somit zum Ausgleichstreffer ein. Torwart Yann Sommer, der in der 15. Spielminute noch mit einer Glanztat einen Kopfball von Kieffer Moore pariert hatte, war beim Ausgleichstreffer durch selbigen Spieler chancenlos.

Der vermeintliche Siegtreffer in der durch Mario Gavranovic (85.), der erst eine Minute zuvor eingewechselt wurde, ist wegen Abseits aberkannt worden.

Der Star des Spiels

Nachdem die Schweizer innerhalb von 48 Minuten trotz Dominanz wenig Torchancen zustande bekamen, nahm Breel Embolo das Zepter in die Hand. Zunächst tankte er sich durch die gegnerische Hälfte und zwang den gegnerischen Torwart Danny Ward mit seinem Abschluss aus 16 Metern zu einer Glanztat. Die daraus resultierende Ecke verwertete Embolo dann per Kopfball zum 1:0.

Nur drei Minuten später hätte der Stürmer von Borussia Mönchengladbach fast das nächste Tor eingeleitet. Erneut war er bis zum gegnerischen Strafraum nicht vom Ball zu trennen, ehe er zu Kevin Mbabu querlegte, dieser allerdings schwach abschloss.

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Die Szene des Spiels

Der Innenverteidiger Fabian Schär sorgte für den Hingucker des Spiels. Nach einem Eckball von Xherdan Shaqiri lenkte er den Ball per Hacke gefährlich auf das Tor. Jedoch ging der Ball knapp am linken Pfosten vorbei.

Wäre der Ball im Tor gelandet, hätten wir womöglich jetzt schon den schönsten Treffer der Europameisterschaft gesehen.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Michael Ballack sagte bei Magenta TV: "Wenn das Ronaldo gemacht hätte, hätten alle mit der Zunge geschnalzt." Doch es war eben nicht Ronaldo, sondern der Abwehrspieler von Newcastle United.

Die Lehren des Spiels

Es war zu erwarten, dass Wales nach dem 1:0 der Schweiz die passive Spielweise aufgibt. Allerdings lud die Schweiz den Gegner dazu auch ein. Sie agierten passiver, begannen mit dem Pressing erst im Mittelfeld, teilweise sogar erst im eigenen Drittel.

Auffällig war, dass Wales vorrangig über die Aussenseiten zu ihren Angriffen kam. Hier liess die Schweiz dem Gegner zu viel Platz. Somit war es nicht überraschend, dass Wales in der 74. Spielminute der Ausgleich gelang.

Danach gelang es der Schweiz über eine längere Zeit nicht, wieder zur alten Spielkontrolle zurückzufinden, bis sie in den letzten fünf Minuten wieder zu Chancen kamen.

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Nachdem Xherdan Shaqiri beim FC Liverpool zuletzt kaum eine Rolle spielte und seit Ende Februar lediglich drei Einsätze in der Premier League hatte, soll er bei der Europameisterschaft sofort eine Schlüsselrolle einnehmen.

Peter Knäbel, der frühere Technische Direktor des Schweizerischen Fussballverbandes, ist überzeugt, dass der Offensivspieler dazu in der Lage ist, sagte beim SWR allerdings auch: "Er wird im ersten Spiel sicherlich nicht 90 Minuten Top-Niveau spielen können oder ein Top-Tempo gehen können. Man muss ihm ab und zu 10 bis 15 Minuten geben, damit er das Pensum schaffen kann."

Das Spiel gegen Wales hat gezeigt, dass dem 29-Jährigen tatsächlich noch der Rhythmus fehlt. Er hatte nur wenig gute Momente, tauchte immer wieder über längere Spielphasen unter und war längst noch nicht der Aktivposten vergangener Jahre. Nach 65 Minuten erfolgte die Auswechslung.

Ausserdem: Trainer Petkovic kündigte vor dem Spiel an, keine Sonderbewachung für den walisischen Superstar Gareth Bale abzustellen: "Wir konzentrieren uns nicht alleine auf ihn. Das haben wir früher bei anderen Teams mit Stars auch nie gemacht."

Der Spielverlauf gab ihm Recht: Bale war in der ersten Halbzeit überhaupt kein Faktor, bekam weder einen Torschuss noch eine Torschussvorlage zustande. Auch in der 2. Halbzeit kam der Offensivspieler kaum zur Geltung.

Felix Brych, Champions League, Halbfinale, Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspur, 2018/19
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