Der DFB will auf das Nachwuchs-Problem im deutschen Fussball reagieren. Bis entsprechende Projekte aber Früchte tragen, werden noch Jahre vergehen, glaubt Stefan Kuntz. Der U21-Nationaltrainer befürchtet eine "Delle" im Nachwuchs.

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Der deutsche Fussball hat mit seiner Zukunft zu kämpfen. Es gibt immer weniger hoffnungsvolle Talente, denen der Durchbruch in die Elite gelingt.

Oliver Bierhoff, Direktor beim Deutschen Fussball-Bund (DFB), ordnete die prekäre Lage einmal ein: "Bis zur Europameisterschaft 2024 sind wir noch gut aufgestellt, die Jahrgänge 95 bis 99 sind stark." Doch anschliessend drohe eine Delle.

"Es gibt klare Anzeichen, dass wir uns massiv bewegen müssen", mahnte Bierhoff weiter. Der DFB probiert dem Negativ-Trend entgegenzusteuern und brachte unter anderem das "Projekt Zukunft" auf den Weg - ein Ausbildungssystem, mit dem der DFB im Nachwuchsbereich wieder an die Weltspitze zurückkehren will.

Stefan Kuntz: "Wird viele Jahre dauern, bis wir von Entwicklungen profitieren"

Der deutsche U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz erwartet aber erst in einigen Jahren sichtbare Effekte durch die Veränderungen am Ausbildungssystem im deutschen Fussball. "Es wird viele Jahre dauern, bis wir von diesen Entwicklungen profitieren", sagte Kuntz, der mit seiner U21 wegen der Coronakrise aktuell ebenso pausieren muss wie alle anderen Mannschaften.

"Die Massnahmen, die Anfang der 2000er Jahre getroffen wurden, haben - wenn man den WM-Sieg als Massstab nimmt - 14 Jahre gebraucht", sagte Kuntz der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Veränderungen im deutschen Fussball nach der EM 2000.

Vor 20 Jahren schied das DFB-Team als amtierender Europameister als Gruppenletzter und ohne einen einzigen Sieg in der Vorrunde aus. Rudi Völler, kurze Zeit später zum Bundestrainer ernannt und heute Geschäftsführer-Sport bei Bundesligist Bayer 04 Leverkusen, sprach drei Jahre später vom "tiefsten Punkt" in der Geschichte des deutschen Fussballs.

Kuntz: "Müssen Delle abmildern"

Wie nach dem blamablen Ausscheiden 2000 will der DFB nun auch jetzt die Wende schaffen. Kuntz aber mahnt: "Erstmal sollte man abwarten, was genau beschlossen wird." Denn aktuell sind noch nicht alle Massnahmen des "Projekts Zukunft" beschlossen und umgesetzt.

"Das wird dann wahrscheinlich erst in acht, neun, zehn Jahren zum Tragen kommen", sagte Kuntz. "Bis dahin müssen wir versuchen, die Delle, die jetzt kommt, etwas abzumildern." (msc/dpa)

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