Marcel Koller wird nicht neuer Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Der ÖFB-Teamchef gab am Mittwoch bekannt, dass er seinen Vertrag in Österreich verlängern wird und damit auf die Nachfolge von Nati-Coach Ottmar Hitzfeld verzichtet.

Marcel Koller wurde als Favorit auf das Amt des Schweizer Nationaltrainers gehandelt, nachdem Hitzfeld seinen Rückzug aus der Fussballwelt bekannt gegeben hatte. Nun steht allerdings fest: Der Trainer der österreichischen Nationalmannschaft will nicht zurück in sein Heimatland, die Schweiz. Er bleibt Trainer des ÖFB-Teams und verlängert dort seinen Vertrag - ein Schock für die Schweizer Nati. Am Mittwoch hatte es ein Treffen zwischen dem Schweizer Verbands-Präsidenten Peter Gillieron, dem Nationalmannschafts-Delegierten Peter Stadelmann und Koller gegeben.

Der österreichische Fussballverband wollte weiter mit dem 52-Jährigen arbeiten und legte ihm ein neues Vertragsangebot vor. Demnach würde Kollers Gehalt von bisher 750'000 Franken pro Jahr auf gut 1.2 Millionen aufgestockt werden, wie "sport.ch" berichtet. Zu diesem Angebot konnte Koller offenbar nicht "nein" sagen. Er hat sich damit gegen das Angebot des Schweizerischen Fussballverbands entschieden.

Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre, der ebenfalls für das Amt im Gespräch war, hatte die Nachfolge von Ottmar Hitzfeld ebenfalls bereits abgelehnt: "Ich werde nicht Schweizer Nationaltrainer. Ich liebe die Bundesliga und die Borussia", sagte der Fussballlehrer im TV-Sender Sport1. Favre war als einer der Kandidaten auf den Posten als Nationalcoach gehandelt worden, nachdem Hitzfeld seinen Abschied im Anschluss an die Weltmeisterschaft 2014 angekündigt hatte.

Hitzfeld betreute die Eidgenossen seit 2008 und war "ein Glücksfall für den Schweizer Fussball", wie Torwart Diego Benaglio vor geraumer Zeit festhielt. Verbandspräsident Peter Gillieron ging in seiner Wertschätzung für den Nati-Coach sogar noch weiter: "Ihm verdanken wir Anerkennung in der ganzen Welt und einen unschätzbaren Imagegewinn für unseren Sport." Ottmar Hitzfeld wird seinen 2014 auslaufenden Vertrag mit dem Schweizerischen Verband nach dann sechs Jahren nicht verlängern.

Wer seine Nachfolge antreten wird, bleibt nun weiter unklar, nachdem die offensichtlichen Wunschkandidaten der Nati sich nun gegen ein Engagement in der Schweiz entschieden haben.