Die Nati holte in ihrem dritten WM-Qualifikationsspiel die erwarteten drei Punkte. In der Nachspielzeit musste die Schweiz aber noch um den knappen 2:1-Erfolg zittern.

Was waren das für Schlussminuten! Gegen den Fussballzwerg Andorra hätte die Schweiz beinahe noch den Sieg aus den Händen gegeben. Am Ende war der Schlusspfiff wie eine Erlösung für überheblich agierende Eidgenossen.

  • Nur knapp 2000 Zuschauer kamen zum WM-Qualifikationsspiel in Andorra ins Estadi Nacional
  • Ex-Bellinzona-Profi Lima leitete durch Elferfoul Niederlage für die Hausherren ein
  • 80 Prozent Schweizer Ballbesitz reichten nur zu bescheidenem Erfolg
  • Andorras Christian Martinez schockt Schweiz mit Hammertor kurz vor Schluss
  • In der Nachspielzeit hielt Goalie Roman Bürki den Sieg für die Nati fest

Die Szene des Spiels

Nachdem Granit Xhaka nach einem weiten Ball sein Bein nur ungenügend hinhält, kann Christian Martinez ungehindert Richtung Strafraum ziehen. Der 26-Jährige, der für den andorranischen Rekordmeister FC Santo Coloma spielt, fackelt nicht lange und haut drauf. Wie ein Bogen senkt sich der Ball hinter Schweiz-Tormann Roman Bürki ins Netz zum Anschlusstreffer.

Der Star des Spiels

Zu peinlich war die Leistung der Schweizer Nati, als dass sich ein Spieler besonders ausgezeichnet hat. So ist es der Titel des Stars des Abends dem Andorraner Martinez vorbehalten, der mit seinem Treffer die (wenigen) Fans des Heimteams in Verzückung gebracht hatte. Beim 203. der Weltrangliste wird jedes Tor wie ein Sieg gefeiert. Wenn sie gegen "grosse Nationen" wie gegen die Schweiz fallen, umso mehr. Schliesslich war es auch der erste Treffer für Andorra in dieser WM-Qualifikation

Was lief nicht so gut

Wer sich wie die Schweiz, den Sieg gegen einen Fussballzwerg fast noch entreissen lässt, hat am Ende nur wenig gut gemacht. Da mögen auch die 80 Prozent Ballbesitz kein Trost sein. Zu statisch, zu lässig und am Ende auch noch zu überheblich agierte die Nati, als dass bei den Zuschauern vor dem TV-Bildschirm Freude aufgekommen wäre.

Hätte Keeper Bürki in den Schlusssekunden einen abgefälschten Freistoss von Lima nicht sicher arretiert, wäre die Schweiz um eine Blamage nicht herumgekommen. So darf man auch gegen einen Fussball-Nobody nicht auftreten. Dabei war schon die 1:0-Führung etwas glücklich zustande gekommen. Denn Ex-Bellinzona-Legionär Lima stellte sich gegen Mehmedi bei einer Attacke äusserst ungeschickt an, sodass der schottische Referee John Beaton auf den Elferpunkt zeigte.

Den Penalty verwandelte Fabian Schär sicher. Als dann Admir Mehdmedi in der 77. Minute per Kopf auf 2:0 erhöhte, schien alles in trockenen Tüchern. Doch weit gefehlt! Wie man es gegen solche Mannschaften besser macht, zeigte Gruppengegner Portugal eindrucksvoll auf. Der Europameister siegte auf den Färöer Inseln mit 6:0, nachdem drei Tage zuvor schon Andorra mit dem selben Resultat besiegt worden war.

Statements

"Wir haben zu wenig schnell gespielt und zu wenige Torchancen herausgearbeitet. Letztendlich sind wir froh, dass wir das Spiel gewonnen haben und wir nun gut in der WM-Qualifikation dastehen." Fabian Schär, Torschütze

"Zum Glück ist es 2:0 gestanden, sonst würden jetzt schön dastehen. Es hat sich wieder mal gezeigt, dass man auch gegen einen solchen Gegner konsequent nach vorne spielen muss. Aber wir haben gewonnen, also abhaken und witerluaga." Admir Mehmedi, Torschütze

"Es war nicht leicht, auf diesem Platz zu spielen, aber das war nichts. Einen Teil für diese schlechte Leistung nehme ich auch auf meine Kappe. Ich habe offenbar nicht die richtige Mannschaft auf den Platz geschickt. Vladimir Petkovic, Nati-Trainer