• Die wackelige Defensive ist das grosse Problem des FC Bayern München in der Saison nach dem Triple.
  • In der Hinserie kassierte der Rekordmeister 25 Tore, so viele wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr.
  • Verstärkung soll aus Leipzig kommen. Dayot Upamecano steht Gerüchten zufolge bereits länger auf dem Einkaufszettel. Upamecanos Transfer könnte den Abschied von einem Weltmeister bedeuten.

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Der FC Bayern München hat zwar mit Manuel Neuer den weltbesten Torhüter zwischen den Pfosten. Doch die Gegentorbilanz (25 in der Bundesliga in 17 Hinrundenpartien) entspricht weder Neuers Klasse noch den Ansprüchen des deutschen Rekordmeisters.

Er muss handeln und seine Abwehr verstärken. Dies bestätigt auch Vorstandboss Karl-Heinz Rummenigge. Im Gespräch ist seit Monaten Leipzigs Abwehrtalent Dayot Upamecano. "Wir werden uns natürlich damit befassen, nicht nur mit dieser Personalie, sondern grundsätzlich, auf welchen Positionen wir was machen wollen und machen müssen", sagte Rummenigge am Donnerstag bei "Bild live".

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Leipzigs Verteidiger Dayot Upamecano, links, könnte bald mit seinem französischen Landsmann Benjamin Pavard, rechts, beim FC Bayern München spielen.

Nach dem bevorstehenden Wechsel David Alabas zu Real Madrid steht damit auch Jerome Boateng nach neun Jahren an der Isar zur Disposition.

Der Weltmeister von 2014 hatte den FC Bayern in jüngster Zeit im Kopf bereits mehrfach verlassen. 2018 scheiterte ein Transfer zu Paris St. Germain jedoch ebenso in letzter Sekunde wie 2019 ein geplantes Leihgeschäft mit Juventus Turin. Im "Sportschau Club" der ARD schilderte Boateng am Tag vor Heiligabend 2020, dass er "schon weg" gewesen sei vom FC Bayern - zum Beispiel im Herbst 2018. "Mir wurde zugesagt, dass ich wechseln darf. Das hat dann nicht geklappt. Und dann ist es in der Saison nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe." Boateng verhehlte seine Enttäuschung über das Verhalten der Vereinsoberen ihm gegenüber nicht.

Boateng könnte die Bayern im Sommer 2021 ablösefrei verlassen

Am Saisonende könnte Boateng München nun ablösefrei verlassen. Rummenigge kündigte ein Gespräch mit dem 32-Jährigen an, der im Rahmen des 17. Spieltags in Augsburg sein 300. Bundesligaspiel bestritt.

"Jerome spielt wieder eine gute Rolle. Der Trainer (Hansi Flick, Anm. d. Red.) ist mit ihm zufrieden. Dementsprechend wird man sich dieser Frage in einem Gespräch mit ihm stellen müssen", sagte der 65 Jahre alte Bayern-Chef zu einer möglichen Vertragsverlängerung mit dem zweimaligen Triple-Gewinner.

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Der FC Bayern München ist eine grosse Familie: Sie kamen zurück

Beim FC Bayern München wird Identifikation gross geschrieben. Das Motto "Mia san mia" ist kein Marketing-Slogan, sondern wird insbesondere unter Manager und Präsident Uli Hoeness seit Jahrzehnten gelebt. Ein Blick in die prominente Bayern-Familie.

Rummenigges früherer Mitspieler Lothar Matthäus sprach sich in seiner Funktion als Experte beim Pay-TV-Sender Sky deutlich für Boateng aus. "Bayern will ja nicht so viel Geld in die Hand nehmen für Transfers, und Alaba ist weg. Boateng spielt in den letzten zwei Jahren eine gute Rolle beim FC Bayern. Gerade unter Hansi Flick ist er aufgeblüht, hat zu alter Form gefunden. Ich glaube, man sollte sich auf jeden Fall mit ihm auseinandersetzen, sich zusammensetzen und über ein oder zwei Jahre Verlängerung nachdenken."

Lothar Matthäus: Den Bayern droht "ein Riesen-Loch"

Der Rekordnationalspieler warnte die Vereinsspitze: "Das wäre schon ein Riesen-Loch. Boateng und Alaba auf einmal weg, Hernández noch nicht angekommen, Süle in einem Tief. Da müsste Bayern richtig aktiv werden auf dem Transfermarkt. Deswegen wäre Boateng für mich mehr als eine Alternative."

Rummenigge aber gab hinsichtlich einer weiteren Zusammenarbeit mit Boateng zu bedenken: "Was will er? Was traut er sich zu? Und was traut ihm der Klub zu? Und dann wird man eine seriöse Lösung finden." Diese müsse aber nicht jetzt im Januar gefunden werden: "Dafür ist mir der Zeitpunkt zu früh."

"Ein bisschen zu früh" sei es laut Rummenigge auch, schon von einem Upamecano-Wechsel nach München auszugehen. "Der Spieler ist zumindest bis zum Saisonende in Leipzig", bemerkte Rummenigge. Es sei aber bekannt, dass der 22 Jahre alte Franzose dann eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hat. Diese wird immer wieder auf 45 Millionen Euro taxiert. Rummenigge verwies darauf, dass bei Personalentscheidungen "in Corona-Zeiten auch die Kassenlage ein wichtiger Faktor" ist. (dpa/hau)