• 19:25 Uhr: ➤ Virologin Ciesek: Kein Versagen der Impfung bei indischer Variante
  • 16:59 Uhr: Angela Merkel: Auf gutem Weg, aber rettendes Ufer noch nicht erreicht.
  • 16:10 Uhr: Forscher: Händewaschen schützt auch bei Coronavirus-Varianten.
  • 15:14 Uhr: Spahn will Fälschung von Impfpässen unter Strafe stellen.
  • 13:45 Uhr: Coronavirus breitet sich in thailändischen Gefängnissen aus – Behörden denken über Massenentlassung nach.

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➤ Virologin Ciesek: Kein Versagen der Impfung bei indischer Variante

Die indische Variante des Coronavirus kann nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek die Wirkung der Impfung schwächen, ihren Schutz aber nicht ausschalten. Die inzwischen schon in Dutzenden Ländern kursierende Mutante B.1.617 hatte in Deutschland zuletzt einen Anteil von weniger als 2 Prozent, mit steigender Tendenz allerdings.

"Die Varianten aus Indien haben einen leichten Immun-Escape, also eine leicht verminderte Wirksamkeit", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". Was man beobachte, sei "eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen".

Berichte aus Grossbritannien, wonach sich Altenheimbewohner trotz vollständiger Impfung mit dieser Variante neu angesteckt haben, beunruhigen Ciesek nicht allzu sehr: Kein Impfschutz wirke vollständig, gerade bei Älteren mit schlechterem Immunsystem. Reinfektionen seien nicht verwunderlich. "Das Wichtige ist, dass diese Menschen nicht schwer erkranken."

Ob die indische Variante die Öffnungsschritte der Briten gefährden, könne man derzeit noch nicht abschätzen. Auch in Deutschland müsse man beobachten, ob der Anteil der indischen Variante weiter ansteige oder ob die Zahlen stagnierten. Dabei könne Deutschland von den Daten aus Grossbritannien profitieren, wo diese Variante weiter verbreitet sei und wo mehr sequenziert werde.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Angela Merkel: Auf gutem Weg, aber rettendes Ufer noch nicht erreicht

16:59 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich angesichts steigender Impfzahlen in der Corona-Pandemie optimistisch gezeigt, aber zugleich zur Vorsicht gemahnt. Man sei auf einem guten und hoffnungsfrohen Weg, habe aber "noch nicht das rettende Ufer erreicht", sagte Merkel am Dienstag nach Informationen von Teilnehmern in den Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag. Öffnungsschritte sollten gut durchdacht werden.

Zwar funktionierten die Impfstoffe, sagte die Kanzlerin demnach. Je aggressiver aber eine neue Virus-Variante sei, desto mehr Menschen müssten geimpft sein, um eine Herdenimmunität zu bekommen. Ein Unruheherd sei die indische Virus-Variante, die sich schneller ausbreite als die britische.

Merkel bestätigte nach diesen Informationen, dass es am 27. Mai weitere Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über das Vorgehen bei den Impfungen geben solle. Dabei solle es um Impfungen von Kindern, Berufsschülern und Studenten gehen.

Man dürfe diese Altersgruppen nicht aus den Augen verlieren. Nach weiteren Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es bei dem Treffen auch um den geplanten digitalen Impfnachweis sowie die Impflogistik im Sommer gehen. Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten sich zuletzt am 26. April zu einem Impfgipfel getroffen.

Aussengastronomie und Einzelhandel in Hamburg dürfen wieder öffnen

17:38 Uhr: Nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen und dem Neustart an Schulen und Kitas hat Hamburgs rot-grüner Senat weitere Lockerungen bei den Corona-Auflagen auf den Weg gebracht. Unter anderem dürfen am Wochenende unter strengen Auflagen die Aussengastronomie und der Einzelhandel wieder öffnen, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Dienstag im Anschluss an eine Senatssitzung sagte.

Voraussetzung für das Shoppen ist jedoch eine nach Ladengrösse begrenzte Kundenzahl und die Abgabe persönlicher Daten zur Kontaktnachverfolgung. Das gilt auch für die Aussengastronomie, bei der maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen dürfen. Negative Corona-Tests seien nicht erforderlich, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz stabil bei unter 50 bleibe. Ursprünglich sollte die Aussengastronomie frühestens Anfang Juni wieder öffnen dürfen.

Zudem sollen sogenannte körpernahe Dienstleistungen und der praktische Fahrunterricht wieder möglich sein. Dort sind jedoch negative Corona-Tests vorzulegen. Nach dem Stufenplan der rot-grünen Regierung sollen zu Pfingsten auch wieder fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen können und die abstandsunabhängige Maskenpflicht in Parks und Grünanlagen wegfallen. Am 28. Mai sollen unter strengen Auflagen Theater wieder öffnen und Konzerte gestattet sein.

Ralph Brinkhaus zu Corona-Lage: "Sollten uns nicht zu früh freuen"

17:16 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat angesichts der Lockerungs-Debatten in der Corona-Pandemie zu weiterer Vorsicht geraten. Durch einen grossen Teil der Bevölkerung, der noch nicht geimpft sei, und durch die indische Mutation bleibe die Situation angespannt, sagte Brinkhaus am Dienstag vor Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag.

Insgesamt sprach er angesichts der steigenden Impfzahlen aber von einer sehr erfreulichen Entwicklung. Er mahnte jedoch: "Trotzdem sollten wir uns nicht zu früh freuen."

"Wir merken auch, dass das ganz wichtig für die psychische Situation von uns allen ist, dass Licht am Ende des Tunnels ist", sagte Brinkhaus. Er erwarte einen weiteren Fortschritt des Impfprozesses im Juni. "Die Inzidenzzahlen sind erfreulicherweise nach unten gegangen parallel zum Bundeslockdown und parallel natürlich zu den steigenden Impfzahlen."

Beherbergungsverbot für auswärtige Touristen in Niedersachsen gekippt

16:33 Uhr: Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die Regelung des Bundeslandes, den Tourismus nach dem Corona-Lockdown zunächst nur für eigene Einwohner zu öffnen, ausser Vollzug gesetzt. Ab sofort können damit Touristen von überall her sich für einen Urlaub in Niedersachsen einquartieren, entschied das Gericht in einem Eilbeschluss am Dienstag.

Wenige Tage vor dem langen Pfingstwochenende kann die Tourismusbranche, die gegen die Beschränkung protestiert hatte, auf zusätzliche Gäste hoffen. Vor allem aus Nordrhein-Westfalen reisen über Pfingsten traditionell viele Gäste an die niedersächsische Nordseeküste.

Wie das Gericht entschied, trage das blosse Verbot der Beherbergung auswärtiger Besucher nur wenig zur Eindämmung der Corona-Infektionslage bei. Tagestouristen aus anderen Ländern hätten auch vorher schon nach Niedersachsen kommen können, argumentierte das Gericht.

Es sei zweifelhaft, ob die sogenannte Landeskinderregelung angesichts des beschränkten Nutzens erforderlich sei. Die Kapazitätsbegrenzung für Hotels und Quartiere sowie umfangreiche Testpflichten für Gäste stellten ein milderes, aber ähnlich effektives Mittel zur Begrenzung neuer Infektionen dar.

Ausserdem führe das Verbot zu einer Ungleichbehandlung von Niedersachsen und Menschen aus anderen Bundesländern, die nicht gerechtfertigt sei. Denn einerseits dürften Gäste aus niedersächsischen Regionen mit einer hohen Inzidenz zu einem Urlaub anreisen, während dies Menschen aus Bundesländern mit geringer Inzidenz wie Hamburg oder Schleswig-Holstein verboten sei.

Forscher: Händewaschen schützt auch bei Coronavirus-Varianten

16:10 Uhr: Seife, Hitze, Desinfektion: Diese eingespielten Hygienemassnahmen sind Wissenschaftlern zufolge auch gegen die britische und südafrikanische Mutante des Coronavirus wirksam. Wie die Ruhr-Universität am Dienstag mitteilte, haben Forscher aus Bochum gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Jena, Nürnberg und von der Uni Duisburg-Essen untersucht, wie die Varianten B.1.1.7 und B.1.351 auf Desinfektion und Reinigung reagieren und wie lange sie auf bestimmten Oberflächen infektiös bleiben.

Im Fachjournal "The Journal of Infectious Diseases" berichten sie, dass sich die Mutanten in diesen Fragen unter Laborbedingungen ähnlich wie der Wildtyp des SARS-Cov-2-Virus verhielten. So habe sich gezeigt, dass die Varianten ebenso durch die Behandlung mit mindestens 30-prozentigem Alkohol für mindestens 30 Sekunden beseitigt werden konnten.

"Übliche Desinfektionsmittel wirken also gegen alle diese Varianten", erklärte die Virologin Stephanie Pfänder. Gründliches Händewaschen mit Seife konnte ebenfalls die Ansteckungsgefahr bannen. Auch Hitze wirke gegen das Virus: Nach 30 Minuten bei 56 Grad waren auch die Varianten unschädlich gemacht.

Untersucht worden war zudem, ob sich die Stabilität der Virusvarianten auf Oberflächen aus Stahl, Silber, Kupfer oder Gesichtsmasken je nach Mutante unterscheidet. Es seien keine Unterschiede feststellbar gewesen, so die Wissenschaftler.

Keine Hoffnung auf schnelle Öffnung von Hotels in Berlin

15:41 Uhr: Berliner Hotels und Pensionen müssen sich wohl noch einen Monat gedulden, ehe sie wieder Touristen aufnehmen können. Bei weiter sinkenden Corona-Infektionszahlen sei damit zu rechnen, dass Beherbergungsbetriebe Teil eines für den 18. Juni geplanten Öffnungsschrittes seien, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung.

Nach seinen Angaben verständigte sich der Senat auf einen Stufenplan: Er sieht nach den ersten Öffnungen in dieser Woche, die etwa die Aussengastronomie oder Museen umfassen, weitere Schritte im Abstand von je zwei Wochen vor. Details, welche Lockerungen in der nächsten Stufe ab 4. Juni und dann in einem weiteren Schritt ab 18. Juni greifen sollen, nannte Kollatz indes nicht.

Das komplexe Paket werde im Verlauf dieser Woche veröffentlicht, sagte der Senator. Voraussichtlich am 1. Juni wolle es der Senat in eine Verordnung giessen, also endgültig beschliessen.

Virologe Streeck warnt vor vierter Corona-Welle im Herbst

Der Virologe Hendrik Streeck warnt davor, die Corona-Pandemie bereits abzuhaken. Er hält eine vierte Welle im Herbst für möglich.

Jens Spahn will Fälschung von Impfpässen unter Strafe stellen

15:14 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Fälschung von Impfpässen unter Strafe stellen. "Fälschungen sind kein Kavaliersdelikt", sagte Spahn am Dienstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wer falsche Angaben in einen Impfpass einträgt, macht sich strafbar - und wer so einen Pass nutzt, genauso." Das solle klargestellt werden. "Aber auch Falschangaben aus Gefälligkeit sollen geahndet werden, das sorgt für mehr Gerechtigkeit.

"Nur wer wirklich geimpft, genesen oder negativ getestet ist, kann andere kaum noch infizieren", fügte Spahn hinzu. Ein Gesetzentwurf des Ministers sieht den Funke-Zeitungen zufolge vor, dass sich strafbar macht, wer unwahre Angaben in Impfpässe, Genesenen- oder Testdokumente einträgt oder wer Dokumente mit falschen Angaben nutzt.

Die Nutzung solcher Dokumente soll mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Wer Dokumente mit falschen Angaben ausstellt, dem droht demnach eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Damit soll verhindert werden, dass Ärzte aus "Gefälligkeit" falsche Angaben in Impfpässe eintragen oder entsprechende Dokumente ausstellen. Prinzipiell sollen neben Ärzten auch Apotheker nachträglich Impfzertifikate ausstellen dürfen. Allerdings müssen sie dafür die Vorlage eines Personalausweises und des Impfpasses verlangen. Auch darf eine nachträgliche Ausstellung im Regelfall nur in räumlicher Nähe zum Impfort erfolgen und prüfen.

Gibt es Zweifel an der Echtheit eines Impfpasses oder an den Angaben darin, darf kein Zertifikat ausgestellt werden. Entsteht der Verdacht, dass eine unrichtige oder gefälschte Impfdokumentation vorgelegt wird, ist die Ausstellung zwingend zu unterlassen“, heisst es in dem Gesetzentwurf.

Ungarn verlängert Corona-Notstand

14:52 Uhr: Ungarn verlängert den Corona-Notstand offiziell bis zur neuen Sitzungsperiode des Parlaments im Herbst. Das beschloss die Volksvertretung in Budapest am Dienstag auf Antrag der rechtsnationalen Regierung von Viktor Orban. Das Notstandsgesetz schafft den Rahmen dafür, dass die Regierung Verordnungen erlassen darf, die unter normalen Umständen vom Parlament gebilligt werden müssten.

Die Regierung begründete die Massnahme damit, dass sichergestellt werde, dass bereits geltende Verordnungen mit Ablauf des aktuellen Notstands am 22. Mai nicht ungültig werden. Die Opposition wiederum beanstandete, dass die Regierung den mit der Pandemie begründeten Notstand für Verordnungen missbrauche, die nichts mit der Seuchenbekämpfung zu tun hätten.

In Ungarn ist die Corona-Ansteckungsdynamik bedeutend zurückgegangen, die 14-Tage-Inzidenz war aber zuletzt mit 193,66 Fällen pro 100 000 Einwohner die höchste in der EU. 5,7 Millionen Ungarn wurden bisher gegen Corona geimpft, 2,7 Millionen davon bereits mit der zweiten Dosis - bei einer Gesamtbevölkerung von knapp zehn Millionen. In Ungarn werden auch die von der EU nicht zugelassenen Vakzine Sputnik aus Russland und Sinopharm aus China verimpft.

Wenigste Corona-Patienten in englischen Kliniken seit September

14:24 Uhr: Die Zahl der Corona-Patienten in England ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem halben Jahr gefallen. Am Montagmorgen seien im grössten britischen Landesteil noch insgesamt 798 Menschen in Kliniken behandelt worden, teilte der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) am Dienstag mit. Experten verweisen auf die Folgen des monatelangen Lockdowns mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie den Erfolg des Impfprogramms. Mittlerweile sind mehr als 20 Millionen Menschen vollständig geimpft, das ist knapp ein Drittel der britischen Bevölkerung.

Allerdings bereitet den Behörden die rasche Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten und vermutlich hoch ansteckenden Corona-Variante Sorgen. In einigen Gegenden der schottischen Grossstadt Glasgow dürfen deshalb nun alle über 18-Jährigen geimpft werden. Auch in den mittelenglischen Städten Bolton und Blackburn, in denen ein starker Anstieg der "indischen" Variante beobachtet wurde, erhalten alle Erwachsenen, die wollen, eine Spritze. An mobilen Impfstationen bildeten sich lange Schlangen.

Kabinettsmitglied George Eustice schloss regionale Lockdowns nicht aus, um die "indische" Variante einzudämmen. "Das ist eine Option", sagte Eustice dem Sender Sky News. Die Regierung hält bislang an ihrem Plan fest, am 21. Juni alle Corona-Restriktionen aufzuheben.

Premierminister Boris Johnson sagte, es gebe "keine endgültigen" Hinweise darauf, dass Grossbritannien von diesem Vorhaben abweichen müsse. Johnson rief aber zur Vorsicht auf. Die Regierung werde in den kommenden Tagen mehr über die Auswirkungen der Variante wissen. Landesweit gab es - Stand Montag - mehr als 2.300 bestätigte Fälle dieser Variante, eine Verdoppelung zur Vorwoche.

Corona-Impfung: Spätestens 2022 wohl Auffrischung nötig

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt gerade deutlich Fahrt auf. Und auch die Impfbereitschaft der Menschen steigt. Wahrscheinlich wird der zweite Piks jedoch nicht der letzte im Kampf gegen das Coronavirus sein. (Teaserbild: IMAGO / Frank Sorge)

COVID-Impfzertifikat: EU-Länder und EU-Parlament ringen um Details

13:48 Uhr: Wenige Wochen vor dem geplanten Start eines europaweit gültigen COVID-Impfzertifikats im Juni streiten Vertreter des Europaparlaments und der EU-Staaten noch über die Details.

Am Dienstagabend (18.00 Uhr) sollen sich Unterhändler der beteiligten Institutionen treffen. Falls es keine Einigung geben sollte, könnten am Mittwoch und Donnerstag weitere Verhandlungsrunden folgen, teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft mit. Das südeuropäische Land hat derzeit turnusgemäss den Vorsitz der EU-Länder inne.

Das Zertifikat soll ein fälschungssicherer Nachweis für eine Corona-Impfung, einen frischen Test oder eine überstandene COVID-Erkrankung sein. Ziel ist einfacheres Reisen in Europa. Diskutiert wurde in den vergangenen Tagen unter anderem darüber, welchen Status frisch Getestete haben sollen und wer für die Kosten der Tests aufkommt. Das EU-Parlament setzte sich für kostenlose Tests ein.

Die Einmischung des EU-Parlaments wollen allerdings nicht alle EU-Staaten, weil dies in die Kompetenz der Länder fällt. Ausserdem ging es um die Frage, ob das Zertifikat automatisch Reisefreiheit in Europa bedeutet oder ob und wie die EU-Staaten einschränken können.

Corona-Hotspot Gefängnis: Thailand erwägt vorzeitige Massenentlassung

13:45 Uhr: Angesichts der massiven Ausbreitung des Coronavirus in thailändischen Gefängnissen denken die Behörden über eine frühzeitige Entlassung von etwa 50.000 Häftlingen nach. Das wären 16 Prozent der insgesamt 311.000 Inhaftierten.

"Wenn wir nicht genug Impfstoffe bekommen oder wenn wir die Ausbreitung nicht schnell eindämmen können, müssen wir überlegen, die Anzahl der Gefangenen durch vorzeitige Freilassung zu verringern", sagte Justizminister Somsak Thepsuthin am Dienstag. "Sie sind bereits inhaftiert. Sie sollten nicht noch mehr leiden müssen." Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Seit Wochen meldet das südostasiatische Land, das lange als Vorzeigestaat in der Bekämpfung der Pandemie galt, steigende Corona-Zahlen. In den meist völlig überfüllten Haftanstalten breitet sich das Virus aber derzeit so stark aus, dass es ausser Kontrolle zu geraten droht.

Am Montag hatten die Behörden die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet. 70 Prozent der rund 9.600 gemeldeten neuen Fälle wurden in Gefängnissen speziell in der Hauptstadt Bangkok und im nördlichen Chiang Mai verzeichnet.

Impfgipfel von Bund und Ländern in kommender Woche geplant

12:59 Uhr: Bund und Länder wollen sich in der kommenden Woche zu einem weiteren Impfgipfel treffen. Das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder ist für Donnerstag kommender Woche geplant, wie am Dienstag aus Länderkreisen verlautete.

Auf der Tagesordnung stehen demnach die weitere Impfstrategie und andere Corona-Themen. Zuvor hatten die Sender RTL und n-tv über den Termin berichtet. Zuletzt hatte es Ende April einen Impfgipfel von Bund und Ländern gegeben.

Änderung bei bundesweiter FFP2-Maskenpflicht für Kinder geplant

12:35 Uhr: Als Schutz in der Corona-Pandemie sollen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch OP-Masken tragen können - statt bisher vorgeschriebener spezieller FFP2-Masken.

Das sieht eine von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgesehene Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, über die zuerst die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) berichtete. "Masken müssen sitzen, damit sie schützen" sagte der CDU-Politiker.

"Da es für Kinder und Jugendliche kaum passende FFP2-Masken gibt, streichen wir für sie im Bundesgesetz die entsprechende Pflicht." Die künftig verpflichtenden OP-Masken gebe es in passender Grösse, und auch sie verhinderten Infektionen.

Konkret geht es um bundeseinheitliche Vorgaben zur Maskenpflicht, die mit dem Gesetz zur "Bundesnotbremse" eingeführt worden sind - etwa in Bussen und Bahnen, bei Friseurbesuchen oder medizinischen Terminen.

Generelle Ausnahmen von dieser Maskenpflicht gibt es unter anderem für Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aus medizinischen Gründen mit ärztlichem Attest keine Maske tragen können. Daneben gibt es auch Masken-Regelungen der Länder.

Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll voraussichtlich an diesem Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden und Ende Mai abschliessend in den Bundesrat kommen.

Darin ist unter anderem auch vorgesehen, dass neben Ärzten auch Apotheken Corona-Impfungen in die geplanten zusätzlichen digitalen Impfnachweise eintragen können.

Neuinfektionen weiter auf niedrigem Niveau - Todesfälle gehen zurück

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5.412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vorschaubild: picture alliance

Vorläufige Labordaten: Impfstoffe dürften auch vor B.1.617 schützen

11:58 Uhr: Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna dürften vorläufigen US-Daten zufolge auch vor den indischen Corona-Varianten B.1.617 und B.1.618 gut schützen. Es gebe gute Gründe, das anzunehmen, schreiben Forscher mit Verweis auf Laborexperimente in einer Preprint-Studie, die bislang nicht von Experten begutachtet und nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler um Nathaniel Landau von der New York University überprüften im Labor, inwieweit Antikörper von Genesenen und Geimpften an mutierte Virusproteine binden. Dabei stellten sie fest, dass die Wirksamkeit der Antikörper bei B.1.617 und B.1.618 zwar etwas geringer ausfiel als beim ursprünglichen Erregertyp, gegen den die Impfstoffe entwickelt wurden.

Die Forscher gehen aber von einem weitgehenden Schutzeffekt aus. Zu beachten ist, dass es sich um Laborexperimente handelt. Inwieweit die Impfung tatsächlich vor den indischen Varianten schützt, lässt sich daraus nicht mit Sicherheit ableiten.

Das Robert Koch-Institut schreibt auf seiner Seite über die indische Variante B.1.617, die auch hierzulande immer öfter nachgewiesen wird: "B.1.617 zeichnet sich durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden, wobei erste laborexperimentelle Daten darauf hindeuten, dass die Impfstoffwirksamkeit nicht substanziell beeinträchtigt ist."

Das RKI beobachtet einen wachsenden Anteil von B.1.617 in Deutschland, wenn auch noch auf sehr niedrigem Niveau. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrug zuletzt weniger als zwei Prozent.

Indische Coronavirus-Variante in Velbert - 189 Personen isoliert

11:25 Uhr: Im Fall der rund 200 Menschen unter Quarantäne in Velbert (Nordrhein-Westfalen) ist bislang bei einem Bewohner die indische Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Bereits seit Sonntag sind 189 Personen aus zwei Hochhäusern unter Quarantäne gestellt, wie der Gesundheitsdezernent des Kreises Mettmann, Marcus Kowalczyk, am Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Alle Bewohner der beiden Häuser im Stadtteil Birth seien bereits getestet worden. Wie der WDR berichtete, würde das Ordnungsamt kontrollieren, dass die Quarantäne eingehalten wird.

Insgesamt liegen bisher 19 positive Corona-Tests aus vier Familien in den beiden Häusern vor. Die als besonders ansteckend geltende indische Variante wurde aber nur in einem Fall nachgewiesen. Die Ergebnisse der am Sonntag und Montag vorgenommenen Corona-Reihentestung werden laut Kowalczyk noch am Dienstag erwartet.

"Bis die dann positiven Corona-Befunde auf die indische Variante untersucht sind, dauert es aber ungefähr sieben Tage", stellte Kowalczyk klar. Wie lange die Isolation der Bewohner aufrecht erhalten werden muss, konnte er noch nicht sagen. Zuvor hatte mehrere Medien über den Corona-Ausbruch in Velbert berichtet.

Vor Ort kümmert sich den Angaben zufolge das Deutsche Rote Kreuz (DRK) um die Versorgung der Bewohner. Die indische Corona-Variante war zuvor von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft worden. Laut Experten könnte sie bis zu 50 Prozent ansteckender sein als die britische Variante.

Mann trägt Maske falsch und verprügelt Sicherheitsmitarbeiter

11:10 Uhr: Nach einem Streit um seine falsch getragene Maske hat ein 38-Jähriger einen Bahn-Sicherheitsmitarbeiter (65) in Münster (NRW) krankenhausreif geschlagen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatte der 65-Jährige den 38-Jährigen am Montagnachmittag an einem Taxistand vor dem Hauptbahnhof angesprochen.

Es kam zum Streit, bei dem der Mann mit der schiefen Maske dem 65-Jährigen mit der Faust auf die Nase schlug und ihn gegen ein Auto schubste. Als der Sicherheitsmitarbeiter am Boden lag, trat der 38-Jährige ihm laut Polizei noch gegen den Kopf. Das Opfer kam ins Krankenhaus, gegen den Verdächtigen wird ermittelt.

Lauterbach optimistisch: "Ich glaube, die grosse Zeit der Pandemie ist vorbei"

Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befindet sich Deutschland in der Corona-Pandemie auf einem guten Weg. Gleichzeitig warnte er vor einer "komplizierten Situation" im Herbst. (Teaserbild: IMAGO / teutopress)

Dänemark öffnet alles ausser Diskotheken

10:48 Uhr: In Dänemark fallen weitere Corona-Einschränkungen weg. Ab Freitag werden innerhalb des Landes so gut wie alle bislang noch geschlossenen Einrichtungen wieder geöffnet – ausser Nachtclubs und Diskotheken.

Darauf einigte sich die dänische Regierung in der Nacht zum Dienstag mit einer breiten Mehrheit der Parlamentsparteien in Kopenhagen. Voraussetzung für die Öffnungen sind Abstandsregeln und vielerorts auch das Vorzeigen des Corona-Passes, mit dem man in Dänemark negative Corona-Tests, Impfungen und überstandene Infektionen nachweisen kann.

Restaurants, Bars, Fitnessstudios und viele andere Einrichtungen sind bereits in vorherigen Lockerungsphasen geöffnet worden. Der Grossteil der dänischen Schüler ist schon seit längerem zurück im Präsenzunterricht. Nun können auch Studierende komplett in die Universitäten zurückkehren, das Gleiche gilt für Abend- und Musikschulen.

Auch die seit Monaten geschlossenen Saunas, Badelandschaften und Innenbereiche von Zoos und Vergnügungsparks dürfen wieder öffnen, weitere Sport-, Freizeit-, und Vereinsaktivitäten sind wieder möglich. Die Arbeit im Homeoffice wird zudem in drei Phasen zurückgefahren, so dass alle Däninnen und Dänen bis zum 1. August zurück an ihrem Arbeitsplatz sein können.

Das Versammlungsverbot wird für Veranstaltungen in Innenbereichen von maximal 25 auf 50 und unter freiem Himmel von 75 auf 100 Teilnehmer angehoben. Darüber hinaus einigten sich Regierung und Parteien darauf, die Vorschriften für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und des Vorzeigen des Corona-Passes nach und nach auslaufen zu lassen - dazu soll im Juni ein Plan vorgelegt werden.

Dänemarks Corona-Zahlen sind zuletzt im Zuge der Lockerungen gestiegen, befinden sich aber weiterhin auf einem verhältnismässig niedrigen und relativ stabilen Niveau. Die Neuinfektionszahl lag auf die Bevölkerung gerechnet bei den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC weiter unterhalb der deutschen Inzidenz.

Kampf gegen Corona: Indonesien startet privates Impfprogramm

10:05 Uhr: Indonesien kämpft ab sofort auch mit einem privaten Impfprogramm gegen das Coronavirus. Mehr als 22.000 Firmen in dem südostasiatischen Inselstaat beteiligen sich an der Kampagne und werden selbst Vakzine erwerben, um ihre Mitarbeiter zu impfen.

Bis zu zehn Millionen Angestellte sollen so vor dem Virus geschützt werden. Sie erhalten zunächst Dosen des chinesischen Herstellers Sinopharm, später sollen die Impfstoffe CanSino und Sputnik V hinzukommen.

"Ich freue mich, dass die private Impfaktion nun begonnen hat. Ich hoffe, dass alle vor COVID-19 geschützt sein werden und die Anlagen in diesen Industrie- und Geschäftszonen produktiver arbeiten können", sagte der indonesische Präsident Joko Widodo am Dienstag zum Start der Kampagne in einem Werk in Cikarang in West-Java.

Koordiniert wird das Programm von der indonesischen Handelskammer. Voraussetzung des Gesundheitsministeriums war, dass die teilnehmenden Unternehmen andere Impfstoffe verwenden als die Regierung, die unter anderem die Vakzine von Sinovac und Astrazeneca benutzt.

Indonesien ist mit rund 270 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Südostasien. Es ist zudem der am schwersten von der Pandemie betroffene Staat in der Region: Bislang wurden rund 1,7 Millionen Fälle bestätigt, mehr als 48 000 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben. Die Regierung hofft, durch die Impfung von rund 181 Millionen Menschen eine Herdenimmunität zu erreichen.

Christian Drosten: Gegen Corona impfen lassen - oder sich infizieren

Christian Drosten verbreitete zuletzt Optimismus in Sachen Pandemie. In der neuesten Folge des "Coronavirus-Update" blickt er auch schon in Richtung Herbst und darüber hinaus.

Bayerns Gesundheitsminister verteidigt Ende der Impfpriorisierung

09:37 Uhr: Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), hat die Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung als "richtig und wichtig" bezeichnet. Es sei gut, den Arztpraxen mehr Flexibilität einzuräumen und damit das Impftempo zu erhöhen, sagte der bayerische Gesundheitsminister am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Etwa in Bayern sei man in den Impfzentren "schon weit in der Priorität drei" und auch die Arztpraxen signalisierten einen entsprechenden Impffortschritt. Zur Möglichkeit, die vorgegebene Reihenfolge ab dem 7. Juni auch in Impfzentren aufzuheben, seien die Bundesländer "noch unterschiedlich in der Meinungsbildung".

Holetschek betonte: "Es wird nicht sofort alles funktionieren und nicht unmittelbar jeder gleich eine Impfung kriegen." Die Erwartungshaltung der Menschen müsse klar ausgesteuert werden.

Ab dem 7. Juni sollen bei Corona-Impfungen die Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf wegfallen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag angekündigt hatte. Ärzteverbände befürchten grosse Herausforderungen für das Praxispersonal, das schon von Anfragen überrannt werde.

Bayerns Hausärzte dürfen Patienten bereits von diesem Donnerstag (20. Mai) an unabhängig von der Impfreihengolge mit sämtlichen Corona-Impfstoffen impfen. Das hatte Holetschek am Montag angekündigt.

Scholz räumt Fehler in Corona-Pandemie ein

09:10 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat Fehler im Umgang mit der Corona-Pandemie eingeräumt. So hätte es im vergangenen Jahr bei den europäischen Impfstoffbestellungen "anders laufen müssen", sagte Scholz am Montagabend im "Polittalk" des Senders RBB. "Aus meiner Sicht war das ein Fehler". Er kritisierte auch die Schliessung der Schulen im ersten Lockdown 2020.

"Das war eine Entscheidung, die ich sehr schwierig gefunden habe", sagte Scholz mit Blick auf die Belastungen für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern. Problematisch sei auch der Umgang mit älteren und pflegebedürftigen Menschen in Heimen gewesen. Rückblickend müsse er sagen, dass "die Situation in den Alten- und Pflegeeinrichtungen mich nachhaltig traurig macht".

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sagte im Rahmen des gemeinsamen Gesprächs mit Scholz, auch aus ihrer Sicht sei es "komplett falsch" gewesen, dass "als erstes die Schulen geschlossen" worden seien. Zudem sei es bis heute nicht gelungen, Probleme dort etwa durch den Einbau von Luftfiltern nachhaltig anzugehen. "Die Filter haben wir immer noch nicht", kritisierte die Grünen-Politikerin.

Selbstkritisch sagte sie aber weiter, nicht nur die Regierenden, sondern die Politik insgesamt müsse sich vorwerfen lassen, nicht rechtzeitig mehr gegen die Ausbreitung der Pandemie getan zu haben.

Umso mehr müsse es jetzt um den Wettstreit gehen: "Was können wir künftig besser machen" und aus Fehlern zu lernen. Insgesamt habe es in der Pandemie zu viele kurzfristige Entscheidungen und ein "Fahren auf Sicht" statt längerfristiger Konzepte gegeben.

Beginn der Badesaison an den Küsten - Sorge vor Coronafolgen

In diesen Tagen beziehen die ersten Rettungsschwimmer an Nord- und Ostsee ihre Posten. Und sie blicken mit Sorgen auf die zweite Badesaison in Corona-Zeiten

RKI registriert 4.209 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 79,5

08:34 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4209 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen von Dienstagmorgen hervor, die den Stand der RKI-Fallzahlenseite von 08:11 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6.125 Ansteckungen gelegen, in dem Datensatz fehlten allerdings die Fallzahlen aus Brandenburg. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 79,5 an (Vortag: 83,1; Vorwoche: 115,4).

Aufgrund des vergangenen Himmelfahrt-Wochenendes sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hiess es im Lagebericht des RKI vom Montag. "Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden."

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 221 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 283 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.603.055 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 86.381 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagabend bei 0,77 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 77 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Dermapharm profitiert von Corona-Impfstoffproduktion für Biontech

08:24 Uhr: Das Arzneimittelunternehmen Dermapharm ist mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn in das neue Jahr gestartet. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von der Corona-Impfstoffproduktion für Biontech, wie Dermapharm am Dienstag in Grünwald mitteilte.

Hinzu kam die anhaltend gute Nachfrage nach Vitamin-D-Produkten und vergleichbaren Präparaten. Ebenfalls zum Wachstum bei trug die Übernahme von Allergopharma. Insgesamt stieg der Umsatz so den Angaben nach im ersten Quartal um 10,2 Prozent auf 212,2 Millionen Euro.

Das um Einmalkosten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 28,9 Prozent auf 63,7 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nahm von 26,8 Millionen auf 36,2 Millionen Euro zu. Den Ausblick bekräftigte das Management. So soll der Umsatz 2021 um 24 bis 26 Prozent zulegen. Beim bereinigten Ebitda wird ein Wachstum von 45 bis 50 Prozent angestrebt.

Reiseblase zwischen Hongkong und Singapur erneut geplatzt

07:57 Uhr: Die Einrichtung einer sogenannten Reiseblase zwischen Hongkong und Singapur erweist sich als schwierig. Bereits zum zweiten Mal musste der Plan, quarantänefreie Flugreisen zwischen den beiden asiatischen Metropolen zu ermöglichen, kurz vor dem geplanten Start auf Eis gelegt werden.

Begründet wurde die Entscheidung mit der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen, die in Singapur in den vergangenen Tagen stark angestiegen waren. Die Reiseblase hätte eigentlich schon im vergangenen November starten sollen, war aber bereits da kurzfristig abgesagt worden, weil Hongkong damals wieder mehr Corona-Fälle verzeichnet hatte.

Sowohl Singapur als auch Hongkong haben ihre Grenzen seit dem ersten Corona-Ausbruch im vergangenen Frühjahr weitestgehend dicht gemacht. Das konsequente Vorgehen half zwar dabei, das Virus unter Kontrolle zu bringen.

Die scharfen Vorsichtsmassnahmen führten aber auch dazu, dass der Reise- und Tourismusbranche in dem südostasiatischen Stadtstaat wie auch in der chinesischen Sonderverwaltungsregion ein schwerer Schlag versetzt wurde.

Gemäss dem Plan hätten sich Nutzer der Blase auf das Coronavirus testen lassen sollen, um auf eine Quarantäne verzichten zu können. Zunächst sollte es einen Flug pro Tag in jede Richtung geben.

Vorgesehen war zudem ein Mechanismus, der die Vereinbarung aussetzt, sollte an einem der Orte die Zahl der nicht nachverfolgbaren Infektionen auf fünf Fälle pro Tag im Wochendurchschnitt ansteigen.

Singapur hat diesen Wert nun bereits vor dem geplanten Start überschritten. Wie es mit der Reiseblase weitergeht, soll nun bis zum 13. Juni bekanntgegeben werden.

Hausärzte erhalten ab 25. Mai Impfstoff von Johnson & Johnson

In der letzten Maiwoche sollen die Hausärzte in Deutschland erstmal Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten.

"Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von Astrazeneca bereitstellen", teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) den Praxen in einer Mitteilung mit, über die die "Rheinischen Post" (Dienstag) berichtet.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er mit einer Dosis auskommt.

Einziges Labor für Corona-Tests im Gazastreifen nach Luftangriff ausser Betrieb

06:00 Uhr: Nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach Angaben der dortigen Behörden das einzige Labor zur Auswertung von Corona-Tests in dem Palästinensergebiet ausser Betrieb.

Wie das Gesundheitsministerium der Hamas am Montag mitteilte, befand sich das Labor in einer Klinik im Stadtviertel al-Rimal in Gaza, die bei dem Angriff teilweise zerstört wurde. Der Ministeriumssprecher Aschraf Kidra sagte, in dem "zentralen Labor" könnten nun keine Corona-Tests mehr ausgewertet werden.

Auch das Gesundheitsministerium selbst und ein Büro der Hilfsorganisation Roter Halbmond aus Katar wurden den Angaben zufolge bei dem Angriff getroffen. Wie der Vize-Gesundheitsminister der Hamas, Jussef Abu al-Risch, sagte, gab es auch einige Verletzte beim medizinischen Personal.

Vor der Eskalation der Gewalt im Nahost-Konflikt vor einer Woche waren im Gazastreifen jede Woche rund 1.600 Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Fast jeder dritte Test fiel positiv aus. Damit wurde im Gazastreifen eine der höchsten Positivraten weltweit verzeichnet.

Insgesamt haben sich im Gazastreifen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher rund 103.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 930 Infizierte starben. Das Palästinensergebiet erhielt nach WHO-Angaben für seine zwei Millionen Bewohner bisher 122.000 Impfdosen, von denen mehr als die Hälfte noch nicht verimpft wurden.

SPD-Landeschefin Midyatli will mit Kampagne Impfbereitschaft pushen

05:29 Uhr: Eine gezielte Werbeampagne könnte aus Sicht von SPD-Bundesvize Serpil Midyatli viele Bürger motivieren, sich auch in den kommenden Monaten gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

"Der jetzige Rückgang der Infektionszahlen ist den Impfungen und den beschränkenden Massnahmen zusammen zu verdanken", sagte die Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen SPD der Deutschen Presse-Agentur.

Um die Beschränkungen komplett aufheben zu können, müsse der grösstmögliche Anteil der Bevölkerung geimpft werden. "Deshalb brauchen wir jetzt eine gezielte Kampagne, wie wir in den kommenden Zeiten des Impfstoff-Überschusses möglichst viele Menschen zur Impfung bewegen."

Eine solche Kampagne müsse die Menschen überzeugend ansprechen und die Impfungen auch direkt in die Stadtteile bringen, in denen sich die Menschen besonders abgehängt fühlten und viele gar keinen Hausarzt hätten.

"Auch dürfen wir beispielsweise Menschen ohne festen Wohnsitz nicht vergessen und sollten hierfür hauptsächlich Impfstoffe nutzen, bei denen nur eine Impfung benötigt wird", sagte Midyatli.

Generell werde die Lage bald nicht mehr von Impfstoffknappheit bestimmt werden. "Ein Blick in die USA zeigt uns, was das eigentliche Problem sein wird: Nämlich, dass mit zunehmender Entspannung der Lage die Impfbereitschaft zurückgehen wird, wenn man jetzt nicht offensivere Aufklärung betreibt", sagte Midyatli.

Jetzt müssten auch Gespräche mit den Kinderärzten geführt werden, um angesichts einer hoffentlich kommenden Zulassung spezieller Kinderimpfungen für unter 12-Jährige in einer konzertierten Aktion auch die Kinder vor Beginn der Wintersaison durchzuimpfen.

"Nur so erreichen wir die Impfquoten, die auch angesichts der ansteckenderen Mutationen notwendig sind, damit wir im nächsten Jahr Pfingsten so geniessen können wie früher - ohne jegliche Beschränkungen. Das haben wir alle selbst in der Hand."

Infografik-Erklärgrafik: "Wie ein RNA-Impfstoff funktioniert"

Schon 20 Corona-Fälle beim argentinischen Top-Club River Plate

05:03 Uhr: Einen Tag vor dem Superclásico gegen Boca Juniors sind zehn Spieler des argentinischen Fussballvereins River Plate positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Es handelt sich unter anderen um den kolumbianischen Torjäger Rafael Borré, den chilenischen Nationalspieler Paulo Díaz und drei der vier Torhüter, wie aus einer Mitteilung des argentinischen Rekordmeisters vom Samstag hervorgeht.

Das Viertelfinalspiel im Ligapokal gegen den Erzrivalen soll nach ersten Informationen dennoch wie geplant am Sonntag im Bombonera-Stadion von Boca Juniors stattfinden.

Zunächst war am Freitag Rivers Torwarttrainer Alberto Montes positiv getestet worden, wie das Sportportal "Olé" berichtete. Demnach hatten die Millonarios seit Beginn der Pandemie zuvor erst bei drei Spielern Coronavirus-Infektionen verzeichnet.

Argentinien erlebte in den vergangenen Wochen einen Anstieg der Corona-Zahlen. Mit rund 70.000 Corona-Toten bei einer Bevölkerung von etwa 45 Millionen Menschen liegt das Land nach offiziellen Zahlen weltweit an 25. Stelle bei der Anzahl der Todesfälle pro Einwohner.

Corona-Notstand als Bürde: Japans Wirtschaft wieder geschrumpft

04:05 Uhr: Japans Wirtschaft ist in Folge eines erneuten Corona-Notstands erstmals seit drei Quartalen wieder geschrumpft. Wie die Regierung am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der vor Deutschland drittgrössten Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 5,1 Prozent.

In den vorangegangenen Quartalen hatte Japans Wirtschaft noch kräftig aufgeholt, nachdem die Exportnation im Zuge der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht war. Bezogen auf das gesamte abgelaufene Fiskaljahr, das am 31. März endete, schrumpfte Japans Wirtschaft im zweiten Jahr in Folge, und zwar um 4,6 Prozent. Das ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Erfassung dieser Daten in 1955.

Auf Vorquartalsbasis sank Japans BIP in den ersten drei Monaten dieses Kalenderjahres um 1,3 Prozent, wie aus den vorläufigen Daten hervorgeht. Inzwischen hat die Regierung wegen wieder steigender Infektionszahlen abermals den Notstand für Tokio und weitere Präfekturen verlängert.

Experten erwarten denn auch, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich die japanische Wirtschaft vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholt. Das Inselreich ist aufgrund seiner exportorientierten Wirtschaftsstruktur besonders stark von einem offenen und lebhaften Welthandel abhängig.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.