• 23:30 Uhr: ➤ Lauterbach: Rückfall bei Curevac keine Gefahr für Impfversprechen
  • 19:00 Uhr: Geimpfte Nicht-EU-Bürger dürfen demnächst nach Deutschland einreisen.
  • 17:00 Uhr: Indonesien: 300 Gesundheitsmitarbeiter trotz Impfung Corona-positiv
  • 16:18 Uhr: Maskenpflicht für Hamburgs Schüler auch nach Sommerferien
  • 15:41 Uhr: Corona-Lockerungen: Italien will Maskenpflicht draussen beenden
  • 14:42 Uhr: Experte: Wenig Hoffnung auf bessere Wirksamkeit bei Curevac-Vakzin

➤ Lauterbach: Rückfall bei Curevac keine Gefahr für Impfversprechen

Der Rückschlag beim Markteinstieg eines Corona-Impfstoffs des Unternehmens Curevac wird nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach das Impfversprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Erwachsenen ein Impfangebot zu machen, nicht gefährden. "Wir werden die Herdenimmunität Mitte September erreichen", sagte Lauterbach am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies auf die stabilen Lieferungen anderer Hersteller und die niedrigen Reproduktionswerte für das Virus im Sommer. Mitte, spätestens Ende September dürften alle Erwachsenen, die dies wollen, vollständig geimpft sein. Das seien schätzungsweise 80 Prozent. Die Kinder fehlten allerdings.

Lauterbach verwies darauf, dass das Curevac-Serum das "noble" Anliegen gehabt habe, ein preiswerter und sehr wirksamer Impfstoff zu sein. Er wäre damit gerade für ärmere Länder prädestiniert gewesen. "Das ist in der Tat eine Tragödie", bewertete der SPD-Politiker die negativen Nachrichten in Bezug auf den Curevac-Impfstoff.

Dieser hatte einer Zwischenanalyse zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" erzielt und damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien erreicht, wie das Unternehmen mitteilte.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Müller: 20 Millionen Euro für Corona-Impfstoffproduktion in Afrika

23:15 Uhr: Zum Abschluss seiner Westafrikareise hat Entwicklungsminister Gerd Müller dem Institut Pasteur im Senegal 20 Millionen Euro zur Produktion von Corona-Impfstoffen zugesagt. Das Geld solle bis April 2022 zur Verfügung gestellt werden, sagte der Minister am Donnerstag in der Hauptstadt Dakar. Der Betrag sei als "Initialzündung" für eine Impfstoffproduktion "für Afrika in Afrika" gemeint. Man hoffe, dass andere europäische Länder dem Beispiel folgen würden, hiess es.

Die Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), der Africa CDC, erwartet, dass Afrika Impfstoffe schon Ende des Jahres selbst produzieren könnte, mit dem Institut Pasteur als einem der wichtigsten Labore auf dem Kontinent. Afrika befindet sich nach Angaben der Africa CDC mit 5,1 Millionen gemeldeten Fällen und 136.000 Toten mit dem Virus in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Bislang ist laut der Weltgesundheitsorganisation erst ein Prozent der afrikanischen Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen vollständig gegen COVID-19 geimpft worden.

Schauspieler M'Barek: Politik hat Kultur "komplett vernachlässigt"

22:45 Uhr: Schauspieler Elyas M'Barek (39, "Fack ju Göhte") hat die Politik für den Umgang mit der Kultur während der Corona-Pandemie kritisiert. "Mein Eindruck ist, dass der Kulturbetrieb komplett vernachlässigt wurde", sagte M'Barek in einem am Donnerstag veröffentlichten "Bild"-Interview. "Viele Menschen, die in der Branche arbeiten, gerade auch Künstler und deren Mitarbeiter wurden sehr allein und im Stich gelassen."

Die Krise habe die Menschen seiner Meinung nach kaum zum Besseren verändert. "Die Solidarität und die Empathie beispielsweise gegenüber den Pflegeberufen ist doch längst passé, und einige beneiden mittlerweile den Nächsten, weil er geimpft ist und man selbst nicht. Ich kann der ganzen Krise leider keinen schönen Effekt abgewinnen", sagte M'Barek.

Für ihn persönlich sei das vergangene Jahr gar nicht so anders als sonst gewesen. "Ich drehe normalerweise ein oder zwei Filme im Jahr, bin sehr privilegiert und ausserdem sehr lange Stillstände gewohnt. So habe ich die Pandemie anfangs auch gesehen: als verordneten Stillstand", sagte der Schauspieler. Entspannt habe er sich beim Basteln mit Legosteinen.

Lissabon wegen Ausbreitung der Delta-Variante abgeriegelt

21:40 Uhr: Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt. Von Freitagnachmittag (16:00 MESZ) bis Montagmorgen (6:00 MESZ) dürfen die 2,8 Millionen Bewohner der portugiesischen Hauptstadt den Grossraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.

Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar. Das waren rund 75 Prozent aller in Portugal registrierten Fälle (1.233). In der "Area Metropolitana" Lissabons wohnen aber lediglich rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger Portugals.

In Lissabon breite sich derzeit die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus relativ stark aus, sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. "Es ist nicht leicht, solche Massnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift", betonte sie.

Der einstige Hotspot Portugal hatte im Winter erfolgreich gegen Corona gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz stieg jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb weniger Wochen von 55 auf 87.

Grossbritannien: Vier von fünf Erwachsenen inzwischen geimpft

20:45 Uhr: In Grossbritannien sind inzwischen 80 Prozent aller Erwachsenen mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das britische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das Ziel, allen Menschen über 18 Jahren bis zum 19. Juli ein Impfangebot zu machen, sei damit in Reichweite. Der Anteil der Erwachsenen, die beide Impfungen erhalten haben, liegt den Angaben zufolge bei knapp 60 Prozent. Noch in dieser Woche soll laut Gesundheitsminister Matt Hancock die Impfpriorisierung enden. Alle über 18-Jährigen können dann einen Termin buchen - bislang war die Impfreihenfolge streng nach Risikogruppen gegliedert.

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante in Grossbritannien hat die Regierung die eigentlich für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Massnahmen bis zum 19. Juli verschoben. Zudem können über 40-Jährige nun bereits nach acht Wochen eine Zweitimpfung erhalten, statt wie bisher erst nach zwölf Wochen.

Köpping über Pandemie-Bekämpfung: Hätten früher reagieren müssen

19:53 Uhr: Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping lässt einem Medienbericht zufolge das Corona-Krisenmanagement in ihrem Haus auf Fehler prüfen. Die Todeszahlen im Freistaat seien erschreckend hoch, sagte die SPD-Politikerin laut der "Sächsischen Zeitung". Darum wolle sie den Gründen für die Entwicklung nachgehen.

In Sachsen sind laut Robert Koch-Institut etwa 10.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Deutschlandweit wird die Zahl der Todesfälle auf etwa 90.100 beziffert.

Ein Zwischenergebnis sei schon jetzt klar, sagte Köpping laut der Zeitung. "Wir hätten die Grenzen eher schliessen müssen." Sachsen habe weltweit die höchsten Inzidenzen gehabt. "Wir wissen ja, dass gerade in den Grenzgebieten sehr viele Menschen pendeln zwischen Deutschland und Tschechien", sagte Köpping. Die Auswirkung habe man in der Tragweite damals nicht gesehen.

Eine Ursache für die hohen Infektions- und Todeszahlen sei auch, dass Sachsen eine der ältesten Bevölkerungen in ganz Deutschland habe. Zudem seien die Massnahmen anders als im Frühjahr 2020 nicht nur auf Landesebene beschlossen worden. "Aber wir hätten viel schneller mehr reagieren müssen", räumte Köpping ein.

Geimpfte Nicht-EU-Bürger dürfen demnächst nach Deutschland einreisen

19:00 Uhr: Für Menschen aus Staaten ausserhalb der Europäischen Union soll die Einreise nach Deutschland ab dem 25. Juni grundsätzlich wieder möglich sein, wenn sie vollständig gegen COVID-19 geimpft sind. Das soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unabhängig davon sein, ob sie als Geschäftsreisende, Touristen, Studenten oder für einen Besuch kommen wollen. Aktuell dürfen Bürger aus sogenannten Drittstaaten nur in eng umrissenen Ausnahmefällen einreisen.

Um Fälschung und Betrug zu vermeiden, legt die neue Regelung genau fest, wie der Impfnachweis aussehen muss. Neben der Bundespolizei sollen auch Fluggesellschaften diesen Nachweis prüfen. Ausserdem werden nicht alle weltweit verfügbaren Impfstoffe anerkannt. Ausschlaggebend sind jene Substanzen, die das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Internetseite aufzählt, derzeit die Produkte von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Janssen.

Urlaub in Corona-Zeiten: Briten blicken neidisch auf Deutsche

17:35 Uhr: Angesichts der noch immer unklaren Regeln für Reisen im Sommer wächst in Grossbritannien der Ärger über die Regierung - und der Neid auf deutsche Urlauber. Der Flughafenbetreiber Manchester Airport Group (MAG) und die irische Airline Ryanair reichten deswegen Klage ein, wie MAG am Donnerstag mitteilte. Ziel sei, die Regierung in London zu mehr Transparenz bei der Kategorisierung von Reiseländern zu zwingen, hiess es.

In Grossbritannien gib es ein Ampelsystem für Reiseländer, doch die beliebtesten Urlaubsziele der Briten wie Spanien, Italien und Griechenland sind - neben Deutschland und allen anderen EU-Ländern - noch immer auf gelb, was mit aufwendigen Test- und Quarantänevorschriften bei der Rückkehr verbunden ist. Dabei haben einige dieser Länder inzwischen niedrigere Corona-Fallzahlen als das Vereinigte Königreich. Eine Neubewertung soll spätestens am 28. Juni erfolgen.

Die Gründe für die Einstufung seien nicht nachvollziehbar, kritisierte MAG-Chef Charlie Cornish der Mitteilung zufolge. "Wir können einfach nicht verstehen, wie die Regierung Entscheidungen trifft, die grundlegend sind für unsere Fähigkeiten, zu planen und unsere Kunden in die Lage zu versetzen, Reisen zu buchen."

Die BBC berichtete am Donnerstag über die Reiselust der Deutschen, mit denen man sich nun nicht mehr nur im Wettstreit um die beste Badeliege sieht. Die Sorge wächst, dass für Briten am Ende nur teure oder schlechtere Hotelzimmer übrig bleiben. "Deutsche Kunden landen in Jumbo Jets, die nach Mallorca geschickt werden und die Hotels füllen sich", warnte der BBC zufolge der Chef des ausschliesslich aus Grossbritannien operierenden Urlaubsfliegers Jet 2, Steve Heapy.

Indonesien: 300 Gesundheitsmitarbeiter trotz Impfung Corona-positiv

In Indonesien haben sich Hunderte Ärztinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Die Betroffenen arbeiteten alle in der Region Kudus in Zentral-Java und seien mit dem Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac geimpft worden, sagte Siti Nadia Tarmizi, eine Sprecherin des indonesischen Impfprogramms, am Donnerstag.

Alle zeigten jedoch nur milde Symptome. "Sinovac ist wirksam gegen die neuen Varianten", betonte Tarmizi.

Der Inselstaat in Südostasien hat in den vergangenen Tagen wieder steigende Zahlen verzeichnet. Am Donnerstag meldeten die Behörden mehr als 12.600 Neuinfektionen - so viele wie seit Januar nicht mehr. Vor allem in Kudus hätten die Krankenhäuser kaum noch Platz für neue Patienten, hiess es.

Mit 270 Millionen Einwohnern ist Indonesien das viertbevölkerungsreichste Land der Erde. Die Behörden hoffen, bis Anfang 2023 rund 181 Millionen Bürger zu impfen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Bislang erhielten nur 22 Millionen Menschen zumindest eine Erstimpfung. Insgesamt wurden bislang 1,9 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 53.000 Todesfälle wurden in Verbindung mit COVID-19 erfasst.

Maskenpflicht für Hamburgs Schüler auch nach Sommerferien

16:18 Uhr: Die Schülerinnen und Schüler in Hamburg müssen zumindest zum Start des kommenden Schuljahrs in den Klassenzimmern weiter Maske tragen. Zudem sollen sie auch nach den in der kommenden Woche beginnenden Sommerferien zwei Mal pro Woche getestet werden, kündigte die Schulbehörde am Donnerstag an. Auch die Lüftungs- und Hygieneregeln bleiben demnach vorerst in Kraft.

"Immer neue Virusvarianten und die Probleme bei der Beschaffung des Impfstoffes bleiben ein Risiko. Deshalb gilt: Lieber testen und lüften als Schulen schliessen", erklärte Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Es solle nach den Ferien ab dem 5. August an allen Schulen der Hansestadt vollen Präsenzunterricht unter Beibehaltung der geltenden Corona-Sicherheitsmassnahmen geben. "Wir wollen optimistisch, aber vorsichtig in das neue Schuljahr gehen", sagte Rabe.

In mehreren Bundesländern wie dem Saarland oder Rheinland-Pfalz haben die Landesregierungen hingegen beschlossen, dass die Schülerinnen und Schüler keine Maske im Unterricht mehr tragen müssen.

Corona-Lockerungen: Italien will Maskenpflicht draussen beenden

15:41 Uhr: Italiens Regierung steuert wegen der niedrigeren Corona-Zahlen auf eine Abschaffung der Maskenpflicht im Freien zu. Wann genau die seit Herbst 2020 geltende Pflicht zum Tragen der Corona-Schutzmasken für den Aussenbereich fällt, war am Donnerstag noch offen. Aussenminister Luigi Di Maio schrieb auf Facebook: "Die Maske draussen ab dem Sommer abnehmen zu können, ist das Ziel der Regierung, und es ist nahe."

Zeitungen spekulierten über Mitte Juli, andere hielten eine schnellere Lockerung für möglich. In Südtirol, wo die Landesregierung oft einen Sonderkurs in der Corona-Politik fährt, fällt schon ab Montag (21. Juni) die generelle Maskenpflicht draussen.

Der Chef der in Italien mitregierenden rechten Lega, Matteo Salvini, machte nach eigenen Angaben bei einem Gespräch mit Premier Mario Draghi in Rom Druck auf eine schnelle landesweite Lockerung. Er sprach nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa über eine mögliche Perspektive "von Tagen" für die "Freiheit beim Atmen".

Draghi ist für seinen vorsichtigen Kurs bei der Entschärfung von Vorschriften bekannt. Aussenminister Di Maio von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung erläuterte: "Wir warten schon seit Monaten auf diesen Moment, und jetzt, wo die Zahlen zeigen, dass wir die Gesundheitskrise überwinden, muss man schneller vorangehen." Vor zwei Monaten habe es mehr als 3.000 COVID-19-Patienten auf Intensivstationen gegeben, am Vortag seien es etwa 470 gewesen.

In der Autonomen Provinz Südtirol in den Alpen muss die Corona-Maske ab Montag im Freien nur noch bei Menschenansammlungen getragen werden. Die Bürger müssen den Mund-Nasen-Schutz aber weiter dabei haben, wie die Landesregierung am Dienstag in Bozen angekündigt hatte. Für Innenräume etwa in Geschäften, Museen, Bussen, Zügen und Restaurants, dürfte die Tragepflicht in Italien zunächst unverändert bleiben.

Tageshöchstwerte bei Corona-Neuinfektionen und Toten in Afghanistan

15:09 Uhr: In Afghanistan hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen und Toten den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Am Donnerstag meldeten die Behörden 2.313 neue Fälle und 101 Tote, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In dem Land mit geschätzt rund 37 Millionen Einwohnern erhöhte sich die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen damit auf knapp 99.000, mehr als 3.900 Menschen starben mit dem Virus.

Die Zahlen sind landesweit zuletzt massiv angestiegen. Anfang Mai wurden noch weniger als 200 neue Fälle binnen eines Tages gemeldet. Es wird angenommen, dass die tatsächliche Anzahl der Infektionen und Toten viel höher ist. In offiziellen Statistiken sind nur Menschen geführt, die in Krankenhäusern sterben, nicht aber zu Hause. Zudem lassen sich viele Menschen mit Symptomen nicht testen.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die Regierung einige Beschränkungen angeordnet, wie die Schliessung von Bildungszentren und Hochzeitssälen. Bislang hat das Land mehr als 1,6 Millionen Impfdosen erhalten.

Experte: Wenig Hoffnung auf bessere Wirksamkeit bei Curevac-Vakzin

14:42 Uhr: Nach dem Rückschlag für den Corona-Impfstoff von Curevac dämpft ein Experte die Hoffnung auf eine deutliche Zunahme der Wirksamkeit im weiteren Studienverlauf. Nach der Zwischenauswertung könne die Effizienz eines Impfstoffes bis zur finalen Zulassung noch um wenige Prozent steigen, sagte ein Sprecher des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa). "Eine enorme Zunahme ist aber nicht zu erwarten."

Curevac hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, der Impfstoff zeige bei einer Zwischenauswertung eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine COVID-19-Erkrankung "jeglichen Schweregrades". Andere in der EU zugelassene Impfstoffe sind deutlich effizienter. So liegt die Wirksamkeit etwa beim Impfstoff von Biontech/Pfizer laut Studien bei mehr als 90 Prozent.

Die geringe Effizienz von Curevac ergibt sich laut dem Virenexperten Peter Kremsner daraus, dass das Vakzin nicht hoch genug dosiert werden konnte. Das wiederum habe daran gelegen, dass die einzelnen Bestandteile nicht chemisch modifiziert worden seien, sagte der Leiter der Impfstoff-Studie des Tübinger Biotech-Unternehmens dem SWR am Donnerstag.

Eigentlich sei dies immer als Vorteil gepriesen worden, wahrscheinlich sei das jetzt der Hauptnachteil: "Das heisst, wir konnten nicht hoch genug dosieren wie das die anderen gemacht haben." Die anderen Impfstoffhersteller hätten 30 und 100 Mikrogramm verabreicht. "Mit der Curevac-Impfung konnten wir nur 12 Mikrogramm geben. Dann wurde es zu unverträglich, wenn man weiter höher dosiert hat."

Das könnte unmittelbare Folgen für die Zulassung haben. Ein Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 47 Prozent sei in der EU nicht zulassungsfähig, sagte der Sprecher des Verbands weiter. Das Mindestmass seien 50 Prozent. Der Curevac-Impfstoff durchläuft derzeit ein beschleunigtes Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

Auf die Impfkampagne in der EU dürfte der Rückschlag bei Curevacs Impfstoff aus Sicht des Experten aber keine grossen Auswirkungen haben. Es gebe bereits mehrere zugelassene Corona-Impfstoffe, die deutlich wirksamer seien, sagte der Sprecher. Zudem seien bereits mehrere weitere Impfstoffkandidaten in fortgeschrittenen Studienphasen.

Ein Rückschlag wie bei Curevac sei nicht ungewöhnlich und könne in jeder Studienphase geschehen. "Dass ein Impfstoff alle Studienphasen ohne grössere Probleme durchläuft, ist die grosse Ausnahme." Die schnelle Zulassung gleich mehrerer Corona-Impfstoffe im Laufe des vergangenen Jahres bezeichnete der Experte als "das ganz grosse Glück".

Hoffnung setzt der Sprecher nun vor allem auf die zweite Generation des Curevac-Impfstoffkandidaten. Diese verfüge über eine grundlegende Veränderung im Aufbau des Präparats. Sollte sich dieser Impfstoff bewähren, wäre Curevac bei der künftigen Impfstoffversorgung sicher dabei, so der Sprecher.

Wembley-Stadion London
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Rom, London, München und Co.: Das sind die Corona-Regeln an den EM-Spielorten

Wegen Corona wird die Fussball-EM am Freitag mit einem Jahr Verspätung angepfiffen - jetzt aber soll die Pandemie das Turnier nicht mehr stoppen. Doch auch wenn die Corona-Zahlen vielerorts zurückgehen, ist die Lage an einigen Spielorten weiter bedenklich. Diese Regeln gelten an den elf Austragungsstätten.

Fast jeder zweite Bundesbürger mit erster Corona-Impfung

14:20 Uhr: Die Corona-Impfungen nähern sich der Schwelle, dass jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen hat. Inzwischen erhielten 41,2 Millionen Menschen oder 49,6 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag eine erste Dosis.

Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 23,9 Millionen Menschen, was 28,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass am Mittwoch knapp 1,3 Millionen Impfungen gemacht worden seien. Das sei der bisher dritthöchste Wert für einen Tag.

Bei den Erstimpfungen haben den Angaben zufolge inzwischen 7 der 16 Bundesländer die Schwelle von 50 Prozent der Bevölkerung erreicht oder liegen darüber: An der Spitze liegt Bremen mit 55,6 Prozent gefolgt von Schleswig-Holstein (53,1), dem Saarland (53,0), Nordrhein-Westfalen (52,1), Mecklenburg-Vorpommern (50,9), Niedersachsen (50,6) und Berlin (50,0).

Spahn sagte, bei einer wohl anzunehmenden Impfbereitschaft von etwa 75 Prozent der Erwachsenen seien bundesweit nun etwa vier von fünf Erwachsenen mindestens einmal geimpft. Allein mit den zugesagten Impfstofflieferungen von Biontech/Pfizer und Moderna sei es Stand heute möglich, bis Ende Juli/Anfang August allen Erwachsenen, die wollen, ein Angebot für eine erste Impfungen zu machen.

Hubertus Heil: Keine grossen Sorgen wegen Delta-Variante

13:59 Uhr: Die Bundesregierung hat nach Angaben von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur Zeit keine grossen Bedenken wegen der Delta-Variante des Coronavirus. Auf die Frage, ob die Sorge in der Regierung deswegen gross sei, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur: "Im Moment nicht. (...) Ich glaube, dass wir den Sommer gut hinbekommen in Deutschland." Man müsse aber über den Herbst reden, wachsam und vorbereitet sein.

Momentan arbeiteten die Impfungen "für uns". Diese würden helfen, in diesem Herbst besser vorbereitet zu sein als im Herbst 2020, "wo wir nach dem Sommer, der uns auch alle fröhlich gemacht hat, (...) ein bisschen arglos in eine zweite und dritte Welle gestolpert sind". Man müsse wachsam bleiben und aufpassen, die bisherigen Erfolge nicht durch Leichtsinnigkeit wieder zu verspielen.

Corona-Regeln für Unternehmen auch im Sommer

13:26 Uhr: Für Unternehmen in Deutschland sollen trotz sinkender Ansteckungszahlen auch über den Sommer einige Corona-Regeln weiter gelten: Die Betriebe müssten weiterhin mindestens zweimal in der Woche ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten und nach wie vor auch bestimmte Hygieneregeln einhalten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Eine entsprechende Neufassung der Ende Juni auslaufenden Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Vorgaben für Flächen, Abstände und Masken am Arbeitsplatz macht, soll nach Heils Angaben am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Man könne die Arbeitsschutzregeln mit Blick auf Corona ein Stück lockern, weil die Inzidenzen dies hergäben. "Aber ich sage trotzdem: Vorsicht an der Bahnsteigkante." Die Regeln schützten Beschäftigte und würden helfen Betriebe offen zu halten. Durch Tests am Arbeitsplatz behalte man das Infektionsgeschehen im Blick und im Griff.

Die in der Bundes-Notbremse verankerte Homeoffice-Pflicht läuft dagegen am 30. Juni gemeinsam mit der Notbremse aus. Hier ist keine Verlängerung geplant.

Virologin aus Wuhan weist Laborunfall-These zurück

12:10 Uhr: Die renommierte Wissenschaftlerin vom Virus-Forschungslabor in Wuhan, Shi Zhengli, hat die Theorie eines Corona-Ausbruchs durch einen Laborunfall zurückgewiesen.

"Wie um alles in der Welt kann ich Beweise für etwas vorlegen, für das es keine Beweise gibt?" sagte die chinesische Forscherin der "New York Times". Es sei ihr ein Rätsel, "wie die Welt so weit gekommen ist, einen unschuldigen Wissenschaftler ständig mit Dreck zu bewerfen".

Schon früh nach Beginn der Pandemie war die Theorie aufgetaucht, das Coronavirus könnte aus dem Labor in Wuhan entwichen sein, obwohl es dafür bisher keine Belege gibt.

Der frühere US-Präsident Donald Trump und seine Anhänger bauschten dies zu einem Vorwurf gegen China auf, manche meinten sogar, das Virus sei womöglich absichtlich freigesetzt worden.

Die ganze Geschichte und Hintergründe zur Virologin Shi Zhengli lesen Sie hier.

Nachweis für geimpfte Genesene kommt Ende Juni

11:17 Uhr: Von COVID-19 Genesene können ihren Status ab Ende Juni in Corona-Warn-App und CovPass-App hinterlegen. Dann sollen auch Genesene mit Impfung ihren Schutzstatus digital nachweisen können, erklärte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Deutschen Presse-Agentur. Die Funktionen würden mit der nächsten Entwicklungsstufe beider Apps nachgelegt. Auch das Austellungssystem für die Zertifikate bei Apotheken, Impfzentren und Arztpraxen soll dann diesen Fall abbilden können.

Aktuell können Betroffene noch nicht auf regulärem Weg an einen digitalen Nachweis kommen. Grund dafür sind nach Angaben des BMG zunächst einmal technische Fragen. Genesene mit Impfung seien bei der europäischen Lösung von Anfang an mitbedacht worden, erklärte ein Sprecher. Es sei aber noch nicht geklärt, auf welche Art in diesem Fall ein Nachweis erbracht werden kann.

Zahl der Infektionen in England steigt wieder stark an

10:31 Uhr: Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in England wieder stark an. Einer Datenanalyse im Auftrag der Regierung zufolge lag das Wachstum zwischen dem 3. Mai und dem 7. Juni bei 50 Prozent. Der Zeitraum stimme mit der Verbreitung von Delta überein, teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Treiber seien junge und meist ungeimpfte Menschen.

Daten von 110.000 Schnelltests zwischen 20. Mai und 7. Juni hätten ergeben, dass die Zahl der Fälle sich alle elf Tage verdoppelt, hiess es weiter. Schwerpunkt ist Nordwestengland.

Experten setzen allerdings darauf, dass wegen der Impfkampagne die Ausbreitung des Virus wieder verlangsamt wird. Mittlerweile haben mehr als 30 Millionen Erwachsene - gut die Hälfte - die für den vollen Schutz notwendigen zwei Dosen erhalten. Schon in wenigen Tagen dürfen alle über 18-Jährigen sich für eine Impfung anmelden.

Wegen der Delta-Variante, die mittlerweile für mehr als 90 Prozent der Fälle im Land verantwortlich ist, hat die Regierung von Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Massnahmen in England um vier Wochen verschoben.

Tennis: US Open 2021 finden vor vollen Rängen statt

09:48 Uhr: Die US Open der Tennisprofis werden in diesem Jahr wieder vor vollen Zuschauerrängen ausgetragen. Während der zwei Wochen vom 30. August bis 12. September in Flushing Meadows in New York soll eine hundertprozentige Zuschauerkapazität erlaubt sein. Wie die US Tennis Association bekanntgab, sollen im Juli alle Tickets für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres in den Verkauf gehen.

Die US Open wären damit das erste Grand-Slam-Turnier mit voller Zuschauerauslastung seit den Australian Open im Januar/Februar 2020. Im Vorjahr schlugen die Profis in New York wegen der Corona-Pandemie vor leeren Rängen auf. 2019 hatten mehr als 700.000 Menschen die US Open besucht.

Lockerungen in Österreich ab Juli - Keine Sperrstunde mehr

09:13 Uhr: In Österreich fallen zum 1. Juli weitere Corona-Beschränkungen. So wird die wegen der Coronakrise eingeführte Sperrstunde aufgehoben. Damit sei auch die Nachtgastronomie bei zunächst etwas reduzierter Kapazität wieder möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien. "Es kann getanzt, geheiratet, gefeiert werden". Die Infektionslage sei deutlich besser als allgemein erwartet, so der Regierungschef mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz von 15.

"Wir können weitere grosse Schritte in Richtung Normalität machen", sagte Kurz. In der Gastronomie entfalle die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nun auch für die Mitarbeiter, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Das Lächeln einer Servicekraft sei wieder sichtbarer Ausdruck der Gastfreundschaft.

Kunst, Kultur und Sport seien - wie bereits vor einiger Zeit angekündigt - ab 1. Juli wieder in ihrer ganzen Breite zu erleben, sagte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). Alle Veranstaltungen seien dann ohne Obergrenzen für das Publikum möglich. Dann würden auch wieder Events mit Stehplätzen erlaubt. Statt einer FFP2-Masken-Pflicht werde im Handel, in Bussen und Bahnen sowie in den Museen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausreichen.

Erstes Kreuzfahrtschiff in Palma de Mallorca seit 15 Monaten

08:42 Uhr: Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist wieder ein Kreuzfahrtschiff in Palma auf Mallorca vor Anker gegangen. Die "Mein Schiff 2" der deutschen Reederei Tui Cruises kam am frühen Morgen in Mallorca an. Für die meisten der hauptsächlich deutschen Passagiere war die beliebte Urlauberinsel Endpunkt ihrer Kreuzfahrt. Die Fahrt führte über Málaga nach Palma.

Bis Ende August sollen mehr als 20 Kreuzfahrtschiffe den Hafen von Palma ansteuern. Wie Flugreisende müssen auch Kreuzfahrtpassagiere bei der Ankunft in Palma einen negativen Corona-Test, ein Impfzertifikat oder den Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung vorlegen. Die Corona-Lage auf Mallorca ist trotz weitgehender Lockerungen der Auflagen ruhig. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 19.

Wert von Impfstoffkandidat Curevac bricht an der Börse ein

08:30 Uhr: Verfehlte Wirksamkeitsziele des Corona-Impfstoffkandidaten von Curevac haben den Börsenwert des Tübinger Unternehmens mehr als halbiert. Vorbörslich brachen die Titel beim Broker Lang & Schwarz zuletzt um 56 Prozent ein auf 34,75 Euro.

Curecvac hatte am späten Mittwochabend in einer Pflichtbörsenmitteilung eingeräumt, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" erzielt habe. Damit habe er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

07:21 Uhr: Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Corona-Pandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich: "Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen", so Killelea. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten." Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko für eine weitere Vertiefung der Gräben bergen.

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5.000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. 25 Länder verschlechterten sich in der Kategorie gewaltsame Demonstrationen, während sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

RKI registriert 1.330 Neuinfektionen - Inzidenz bei 11,6

06:37 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Morgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.718.955 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.594.700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von gestern Abend bei 0,71 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Laschet: "Die 'Methode Corona' ist kein Rezept für die Zukunft"

04:06 Uhr: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will die deutsche Corona-Politik nicht als Vorbild für künftiges Regierungshandeln nehmen. "Die "Methode Corona", bei der der Staat bis in den letzten Lebensbereich hinein alles regelt, ist kein Rezept für die Zukunft", sagte der CDU-Chef der "Augsburger Allgemeinen".

"Und es ist auch kein Rezept für die Zukunft, dass der Staat mit immer noch mehr Milliarden jedes Problem zuschüttet." Es müsse nun darum gehen, die Defizite der Pandemie aufzuarbeiten, erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. "Wir müssen überall da besser werden, wo wir sehen, dass etwas nicht funktioniert hat."

Laschet sprach sich dafür aus, die Maskenpflicht zu überprüfen. "Wenn wir in den Landkreisen Zahlen nahe null haben, stellt sich in der Tat die Frage, ob wir die Maske noch brauchen." Die Maske sei kein Selbstzweck. "Wir sollten stufenweise beginnen: Erst draussen die Maskenpflicht zurückfahren, bei weiterem Erfolg auch drinnen."

NRW: Verordnung kippt Maskenpflicht im Freien weitgehend

01:08 Uhr: Die neue nordrhein-westfälische Coronaschutz-Verordnung hebt die Maskenpflicht im Freien ab Montag kommender Woche weitgehend auf. In der gestern Abend veröffentlichten Verordnung heisst es, dass man in Regionen mit niedriger Sieben-Tage-Inzidenz - unter 35 Infektionen auf 100.000 Einwohner - im Freien nur noch bei bestimmten Gelegenheiten eine Maske tragen muss, zum Beispiel in Warteschlangen.

Die besagte Inzidenzstufe 1 gilt für die allermeisten Regionen in NRW. In der Verordnung wird betont, dass die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen von der neuen Regelung unberührt bleibt. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte gestern im Landtag bereits Lockerungen bei der Maskenpflicht angekündigt.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.