• 19:28 Uhr: ➤ USA befürchten weitere Waffenlieferungen aus Iran an Russland
  • 17:28 Uhr: Erdogan ist nach Telefonat mit Putin "zuversichtlich" über Getreide-Abkommen
  • 16:57 Uhr: Wikipedia in Russland zur Zahlung von zwei Millionen Rubel verurteilt
  • 16:43 Uhr: Russland will Angriffe auf ukrainische Infrastruktur fortsetzen
  • 16:22 Uhr: Russische Besatzung lässt Zivilisten auch Südufer des Dnipro räumen
  • 16:07 Uhr: Japans Regierungschef warnt Russland vor Atomwaffeneinsatz in Ukraine
  • 14:43 Uhr: Russisches Parlament plant Geld- und Haftstrafen für Kriegsdienstverweigerer
  • 14:05 Uhr: Ukraine fordert Ausschluss Russlands aus G20
  • 13:21 Uhr: Drei weitere Frachter verlassen ukrainische Häfen

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ USA befürchten weitere Waffenlieferungen aus Iran an Russland

  • 19:28 Uhr

Die US-Regierung befürchtet mögliche weitere Waffenlieferungen aus dem Iran an Russland für den Krieg gegen die Ukraine. Es bestehe weiter die Sorge, dass der Iran Moskau neben Kampfdrohnen auch mit anderen Waffen wie Boden-Boden-Raketen versorgen könnte, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, am Dienstag. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums kündigte an, die USA würden offenlegen, sobald sie beobachteten, dass solche Waffen aus dem Iran in der Ukraine zum Einsatz kämen. Der Iran hat Waffenlieferungen an Russland dementiert.

Die US-Regierung hatte im Oktober angeprangert, dass Kampfdrohnen aus dem Iran im Ukraine-Krieg eingesetzt wurden - und dass Teheran eigens Militärpersonal auf die Krim geschickt habe, um die Russen beim Umgang mit den Drohnen zu trainieren und ihnen technische Hilfe zu bieten. Kirby erhob am Dienstag einmal mehr schwere Vorwürfe gegen den Iran: «Das Regime ist an der Ermordung unschuldiger Ukrainer beteiligt», sagte er. Die Führung in Teheran mache sich «offen und bereitwillig zum Komplizen bei der Ermordung unschuldiger ukrainischer Menschen auf ukrainischem Boden».

Angesichts der Berichte über neue Waffenlieferungen rief der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak dazu auf, den Iran in Europa als Konfliktpartei und Beteiligten an der Aggression einzustufen. «Wenn der Iran Russland Raketen übergibt, weiss er genau, dass damit unsere Städte angegriffen werden», schrieb Podoljak am Dienstag auf Twitter. Und wenn der Iran Russland den Einsatz von Drohnen beibringe, dann wisse er genau, dass damit der ukrainische Energiesektor angegriffen werde, wodurch eine Fluchtbewegung in die EU ausgelöst werde. «Teheran ist ein Komplize in der Aggression und muss offiziell auch als solcher erkannt werden.»

(dpa)

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Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 14,5 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 25. Oktober). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit knapp 7,1 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 25. Oktober).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Die weiteren Meldungen vom 1. November


Erdogan ist nach Telefonat mit Putin "zuversichtlich" über Getreide-Abkommen

  • 17:28 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich mit Blick auf eine vollständige Wiederaufnahme des Getreide-Abkommens "zuversichtlich" gezeigt. Man könne eine "lösungsorientierte Zusammenarbeit" aufbauen, hiess es in einer Mitteilung des türkischen Kommunikationsministeriums nach einem Telefon Erdogans mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag. Eine Lösung der "Getreidekrise" könnte auch eine Rückkehr zu Verhandlungen anregen, wurde Erdogan zitiert.

Russland hatte am Samstag das unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen geschlossene Abkommen ausgesetzt. Zur Begründung nannte Moskau Drohnenangriffe Kiews auf seine Schwarzmeerflotte. Die Ukraine müsse sich eindeutig verpflichten, den Seekorridor der Getreideschiffe nicht militärisch zu nutzen, forderte Putin. Erst dann könne man über eine Rückkehr Russlands zu der Vereinbarung reden. Nach UN-Auffassung ist das Seegebiet nur während der Getreidetransporte geschützt, aber nicht nachts. (dpa)

Wikipedia in Russland zur Zahlung von zwei Millionen Rubel verurteilt

  • 16:57 Uhr

Ein russisches Gericht hat die Online-Enzyklopädie Wikipedia wegen Einträgen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu einer Strafzahlung von zwei Millionen Rubel (rund 30.000 Euro) verurteilt. Konkret gehe es um zwei Wikipedia-Beiträge mit "Falschinformationen", berichteten am Dienstag russische Nachrichtenagenturen.

Die Organisation Wikimedia RU, welche Wikipedia in Russland unterstützt, kündigte an, in Berufung zu gehen. "Niemand wird die Einträge löschen", sagte der Chef von Wikimedia RU, Wladimir Medeiko, der Nachrichtenagentur AFP.

Die russischen Behörden gehen massiv gegen "Falschinformationen" über die Offensive in der Ukraine vor. Facebook, Twitter und Instagram sind blockiert. Der US-Internetriese Google wurde im Juli zu 360 Millionen Euro Strafe verurteilt, weil er kritische Artikel zur russischen Militäraktion auf Youtube nicht löschte. Wikipedia wurde nun bereits das dritte Mail verurteilt. (afp)

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Russland will Angriffe auf ukrainische Infrastruktur fortsetzen

  • 16:43 Uhr

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat eine Fortsetzung der Raketenangriffe auf die ukrainische Infrastruktur angekündigt. Damit würden "effektiv" Objekte zerstört und das militärische Potenzial der Ukraine reduziert, sagte Schoigu am Dienstag bei einer Militärsitzung in Moskau.

Am Vortag hatte Russland einmal mehr viele ukrainische Energieanlagen beschossen. In der Hauptstadt Kiew und in sechs weiteren Regionen ist es dadurch zu Einschränkungen bei der Stromversorgung gekommen. Der Strom werde für Kunden zeitlich gestaffelt abgeschaltet, teilte der Energieversorger Ukrenerho am Dienstag in Kiew mit. Betroffen seien auch die Regionen Tschernihiw, Tscherkassy, Schytomyr sowie Sumy, Charkiw und Poltawa.

Die Ukraine wirft Russland "Energieterror" vor mit dem Ziel, die Menschen in Dunkelheit, Kälte und Angst zu stürzen. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle so Menschen in die EU treiben, um dort die Lage durch eine Vielzahl an Flüchtlingen zu destabilisieren, heisst es in Kiew. (dpa)

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Russische Besatzung lässt Zivilisten auch Südufer des Dnipro räumen

  • 16:22 Uhr

Die russische Besatzung im ukrainischen Gebiet Cherson lässt nach dem Nordufer des Flusses Dnipro jetzt auch einen Streifen am Südufer von Zivilisten räumen. Die Aktion werde in höchstens drei Tagen abgeschlossen sein, sagte Verwaltungschef Wladimir Saldo am Dienstag im russischen Fernsehen. Es gehe um einen 15 Kilometer breiten Streifen auf dem südlichen Ufer. Saldo machte keine Angaben zur Zahl der Zivilisten in dem Gebiet.

Die russische Armee erwartet einen grossen ukrainischen Angriff auf ihren Brückenkopf nördlich des Dnipro, vor allem auf die Gebietshauptstadt Cherson. Von dort sind seit Mitte Oktober Zivilisten tiefer in russisch kontrolliertes Gebiet gebracht worden, die Ukraine spricht von einer Verschleppung ihrer Bürger. Russland hat das Gebiet Cherson für annektiert erklärt. (dpa)

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Japans Regierungschef warnt Russland vor Atomwaffeneinsatz in Ukraine

  • 16:07 Uhr

Japans Ministerpräsident Fumio Kishida hat Russland vor einem Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine gewarnt. Entsprechende Signale Russlands seien "sehr beunruhigend", sagte er am Dienstag in Tokio nach einem Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Geschichte der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 77 Jahren dürfe nicht vernachlässigt werden. "Wenn Russland Atomwaffen einsetzen würde, wäre dies ein feindseliger Akt gegen die gesamte Menschheit." Die internationale Gemeinschaft würde dies niemals dulden. (dpa)

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Russisches Parlament plant Geld- und Haftstrafen für Kriegsdienstverweigerer

  • 14:43 Uhr

Das russische Parlament will Strafen für Personen einführen, die sich einer Mobilmachung entziehen. Das berichtet die Moskauer Nachrichtenagentur Interfax. Der Gesetzentwurf des Duma-Abgeordneten Ernest Valeev sieht demnach für Kriegsdienstverweigerer eine Geldstrafe von 200.000 bis 500.000 Rubel (umgerechnet circa 3.200 bis 8.200 Euro), Zwangsarbeit oder bis zu fünf Jahre Haft vor.

Valeev zufolge sollen die Strafen nur für zukünftige Mobilmachungen gelten, weil die aktuelle Teilmobilisierung bereits abgeschlossen sei. Der Abgeordnete will damit nach eigener Auffassung eine Gesetzeslücke schliessen: Bisher gelten Strafen nur für Personen, die sich bereits im Kriegsdienst befinden und sich diesem entziehen – nicht aber für Reservisten.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im September angekündigt, 300.000 Reservisten für seinen Krieg gegen die Ukraine einziehen zu wollen. Viele wehrpflichtige Männer hatten daraufhin versucht, das Land zu verlassen. (fab)

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Ukraine fordert Ausschluss Russlands aus G20

  • 14:05 Uhr

Wegen der russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine hat das Aussenministerium in Kiew erneut einen Ausschluss Russlands aus der G20 gefordert. Der russische Präsident Wladimir Putin müsse vom Gipfeltreffen grosser Industrie- und Schwellenländer Mitte November auf Bali in Indonesien ausgeladen werden. Das sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Oleh Nikolenko, am Dienstag.

"Putin hat öffentlich zugegeben, Raketenangriffe auf ukrainische Zivilisten und die Energie-Infrastruktur befohlen zu haben", schrieb Nikolenko auf Twitter. "Mit diesem Blut an den Händen darf er nicht mit den Führern der Welt am Tisch sitzen."

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert wegen des von Putin befohlenen Angriffskrieges den Ausschluss Russlands aus der G20. Putin selbst liess am Montag offen, ob er zu dem Treffen am 15./16. November nach Bali reisen werde. Der Kremlchef wäre dort gegenüber den westlichen Staaten isoliert. Russland hat in der G20 aber China als Verbündeten; wichtige Schwellenländer wie Indien, Brasilien oder Südafrika stehen freundlich oder neutral zu Russland. (dpa)

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Drei weitere Frachter verlassen ukrainische Häfen

  • 13:21 Uhr

Trotz der russischen Ankündigung, weitere Exporte über das Schwarze Meer nicht zulassen zu wollen, haben drei Frachter ukrainische Häfen verlassen. Darauf hätten sich die ukrainische, türkische und die UN-Delegation geeinigt, die laut Getreide-Abkommen in einem speziell eingerichteten Zentrum zusammenarbeiten, teilte eine UN-Sprecherin am Dienstag in Istanbul mit. Die russische Delegation sei informiert worden. Das Getreide-Abkommen sieht eigentlich Kontrollen mit Vertretern aller vier Delegationen vor. Unter den Schiffen ist laut UN-Daten auch die mit Mais beladene "SSI Challenger" mit dem Ziel Deutschland.

Die Inspektion von Schiffen in Istanbul werde von Vertretern der UN und der Türkei vorgenommen, hiess es. Am Montag wurden demnach 46 Untersuchungen abgeschlossen worden. Die Schiffe werden inspiziert um sicherzustellen, dass sie keine Waffen oder Ähnliches geladen haben. (dpa)

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Russische Besatzer wollen 70.000 weitere Menschen "neu ansiedeln"

  • 12:10 Uhr

Angesichts der ukrainischen Offensive zur Rückeroberung von Cherson haben die russischen Besatzungsbehörden in der südukrainischen Region die Evakuierung Zehntausender weiterer Menschen angekündigt. "Wir werden bis zu 70.000 Personen neu ansiedeln und verlegen", sagte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo am Dienstag in einer Live-Sendung im Rundfunk. Betroffen sind demnach die Menschen auf einem 15 Kilometer breiten Streifen östlich des Flusses Dnipro.

Vergangene Woche hatte die russische Armee bereits mitgeteilt, dass 70.000 Zivilisten ihre Häuser am Westufer des Dnipro verlassen hätten. Saldo führte aus, die neuen Evakuierungen seien angesichts des Risikos eines "möglichen Raketenangriffs" auf einen Staudamm an dem Fluss beschlossen worden, der zu einer Überschwemmung des linken Ufers führen könnte.

Die Region Cherson steht teilweise unter Russlands Kontrolle. Vergangenen Monat annektierte Russland die von ihm eroberten Gebiete. Die ukrainische Armee führt seit einigen Wochen eine Offensive zur Rückeroberung der gesamten Region Cherson und rückt dabei vom Westen ostwärts vor. (afp)

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Viele Regionen in Ukraine nach Angriffen zeitweise ohne Strom

  • 11:38 Uhr

Nach den russischen Raketenangriffen auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine kommt es in der Hauptstadt Kiew und sechs weiteren Regionen zu Einschränkungen bei der Stromversorgung. Das Licht werde für Kunden zeitlich gestaffelt abgeschaltet, teilte der Energieversorger Ukrenerho am Dienstag in Kiew mit. Betroffen seien auch die Regionen Tschernihiw, Tscherkassy, Schytomyr sowie Sumy, Charkiw und Poltawa.

Durch die Abschaltungen solle eine Überlastung des Stromnetzes verhindert werden, hiess es. Das gebe Experten auch die Möglichkeit, die durch Raketen- und Drohnenangriffe beschädigten Anlagen zu reparieren und wieder ans Netz zu bringen. Die Bevölkerung der Ukraine muss schon seit Wochen mit Beschränkungen leben: Die Menschen sind aufgerufen, besonders während der Spitzenzeiten morgens und abends Strom zu sparen. Waschmaschinen und Heizungen sollen möglichst nur nachts laufen, unnötige Lichtquellen aus bleiben. (dpa)

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Russland beschiesst Mykolajiw mit vier Raketen

  • 11:04 Uhr

Bei russischen Raketenangriffen auf die südukrainische Stadt Mykolajiw ist in der Nacht auf Dienstag eine ältere Frau ums Leben gekommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Rettungskräfte hätten die Leiche der Frau aus den Trümmern geborgen. Die russische Armee hatte Mykolajiw demnach mit vier Raketen beschossen. Bei dem Einschlag soll auch eine Schule massiv beschädigt worden sein, berichtet Reuters. (fab)

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Russischer Milliardär gibt Staatsbürgerschaft auf

  • 10:13 Uhr

Der russische Banker und Unternehmer Oleg Tinkow hat seine russische Staatsbürgerschaft wegen des Angriffskriegs Moskaus in der Ukraine aufgegeben. Er habe diese Entscheidung getroffen, weil er "nicht mit einem faschistischen Land in Verbindung gebracht werden" könne und wolle, das "einen Krieg mit seinem friedlichen Nachbarn begonnen" habe und täglich unschuldige Menschen töte, schrieb Tinkow am Montag im Onlinedienst Instagram. Er teilte ein Bild einer Urkunde, die das "Ende" seiner russischen Staatsbürgerschaft bestätigte.

Er hoffe, dass mehr prominente russische Geschäftsleute ihm folgen würden, schrieb Tinkow, "damit das Regime und die Wirtschaft von (Präsident Wladimir) Putin geschwächt werden und er schliesslich besiegt werden kann". Er "hasse Putins Russland", aber "liebe alle Russen, die eindeutig gegen diesen verrückten Krieg" seien.

Der schillernde Milliardär und Gründer der Online-Bank Tinkoff gilt als einer der bekanntesten russischen Unternehmer. Die Bank ist einer der grössten Kreditgeber Russlands und hat rund 20 Millionen Kunden. 2020 zog sich Tinkow von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender zurück.

Tinkow hatte die russische Offensive in der Ukraine bereits zuvor scharf kritisiert und sie als "wahnsinnigen Krieg" bezeichnet. Den Westen forderte er auf, das "Massaker" zu beenden. Kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges war der Unternehmer von britischen Sanktionen betroffen. (afp)

Oleg Tinkow

Milliardär Oleg Tinkow gibt russische Staatsbürgerschaft auf

Oleg Tinkow gehört zu den bekanntesten Unternehmern Russlands. Der Milliardär hat nun die Nase voll von Kreml-Chef Wladimir Putin und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine: Er gibt seine Staatsbürgerschaft auf. (Bildcredit: Russian Look/imago stock&people)

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Geheimdienste: Diesen Plan verfolgt Russland mit Belarus

  • 09:46 Uhr

Russland will in seinem Krieg gegen die Ukraine nach Einschätzung britischer Geheimdienste das gemeinsame Nachbarland Belarus gegenüber dem Westen verstärkt als Verbündeten darstellen. Moskau habe dort auf einem Flugplatz mutmasslich zwei Abfangjäger des Typs MiG-31 und einen grossen durch einen Erdwall geschützten Container stationiert, hiess es am Dienstag in einem Bericht des Verteidigungsministeriums in London. Dazu veröffentlichte das Ministerium ein Satellitenbild.

Die Stationierung stehe wahrscheinlich in Zusammenhang mit russischen Hyperschallraketen AS-24 Killjoy ("Spielverderber"). Diese Raketen sind nach Einschätzung der Nato mit herkömmlicher Flug- oder Raketenabwehr kaum abzufangen - daher der Spitzname. Moskau habe solche Raketen bereits seit 2018 im Einsatz, so die Briten. Bislang seien aber keine in Belarus stationiert gewesen. Angesichts einer Reichweite von rund 2000 Kilometern bringe dies im Ukraine-Krieg wohl auch keinen strategischen Vorteil, sondern solle eher ein Signal an den Westen senden.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will London der russischen Darstellung des Geschehens entgegentreten und Verbündete bei der Stange halten. Moskau spricht von einer Desinformationskampagne. (dpa)

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Klitschko: Strom- und Wasserversorgung in Kiew wiederhergestellt

  • 09:31 Uhr

Nach den erneuten russischen Raketenangriffen auf Kiew ist die Wasser- und Stromversorgung in der ukrainischen Hauptstadt am Dienstag wiederhergestellt worden. "Die Wasserversorgung der Häuser der Kiewer Bürger wurde vollkommen wiederhergestellt", schrieb Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko in Online-Netzwerken. Auch die Stromversorgung funktioniere wieder.

Es werde in der Stadt aber weiterhin geplante Unterbrechungen der Stromversorgung geben wegen "des beträchtlichen Defizits im Stromversorgungssystem nach den barbarischen Angriffen des Aggressors", fügte Klitschko mit Blick auf die russischen Raketenangriffe hinzu. (afp)

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Präsidentenberater spricht von "einem der massivsten Beschüsse"

  • 09:08 Uhr

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch hat die jüngsten russischen Bombardements vom Montag "einen der massivsten Beschüsse unseres Territoriums durch die Armee der Russischen Föderation" genannt. Wegen der auch dank Lieferungen des Westens verbesserten Luftabwehr der Ukraine seien die Zerstörungen aber "nicht so entscheidend, wie sie hätten sein können".

Seit ein paar Wochen greift die russische Armee gezielt Energie-Infrastruktur in der Ukraine an. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben im vergangenen Monat rund ein Drittel ihrer Elektrizitätswerke zerstört. Die Ukrainer wurden daher aufgerufen, so viel Energie zu sparen wie möglich. Nach Angaben der ukrainischen Armee hatte Russland am Montag 55 Marschflugkörper und Dutzende weitere Geschosse auf die Ukraine abgefeuert. (afp)

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Vorwurf von "schmutzigen Bomben": IAEA beginnt Inspektionen in der Ukraine

  • 06:48 Uhr

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach russischen Vorwürfen, Kiew wolle eine "schmutzige Bombe" einsetzen, mit ihren geplanten Inspektionen in der Ukraine begonnen. Die Inspekteure sollten ihre Arbeit schon bald beenden, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag mit. Die Inspektionen finden demnach auf Einladung ukrainischer Behörden statt. Überprüft werden den Angaben zufolge zwei Standorte, an denen nach russischen Vorwürfen an einer "schmutzigen Bombe" gearbeitet werde, um mögliche nicht deklarierte nukleare Aktivitäten und Materialien aufzuspüren. Grossi will noch in dieser Woche über die Ergebnisse der Kontrollbesuche berichten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte der Ukraine vorgeworfen, an einer atomar verseuchten Bombe zu arbeiten. Die Regierung in Kiew wolle "die Spuren des Baus einer "schmutzigen Bombe" verwischen". Er wisse auch in etwa, wo der Bau stattfinde. Kiew hatte die Vorwürfe entschieden dementiert und um eine IAEA-Mission gebeten.

Eine "schmutzige Bombe" besteht aus radioaktivem Material, das mit konventionellem Sprengstoff freigesetzt wird. Im Unterschied zu einer Atombombe kommt es zu keiner nuklearen Kettenreaktion. Die Atomenergiebehörde in Wien kontrolliert regelmässig zivile Nuklearanlagen in der Ukraine und auf der ganzen Welt, um sicherzustellen, dass kein spaltbares Material für militärische Zwecke missbraucht wird. (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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Stoltenberg

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