• 23:35 Uhr: ➤Selenskyj lobt Erfolge der ukrainischen Flugabwehr
  • 22:55 Uhr: Scholz: Russlands Behauptung einer "schmutzigen Bombe" ist haltlos
  • 21:30 Uhr: Deutschland vor Sicherheitsrat: Getreideabkommen Thema bei G7-Treffen
  • 19:00 Uhr: Russland: Können ungehinderte Durchfahrt von Schiffen nicht erlauben
  • 17:24 Uhr: Kreml warnt vor Fortsetzung der Getreideexporte ohne Russland
  • 14:28 Uhr: Russisches Raketenteil trifft Dorf in Republik Moldau
  • 12:56 Uhr: Kiew zu grossen Teilen ohne Wasserversorgung nach Raketentreffer
  • 11:19 Uhr Trotz Kündigung des Getreidedeals durch Russland: Frachter verlassen Ukraine
  • 08:30 Uhr: Erneuter Raketenbeschuss: Ukraine meldet Explosionen auch in Kiew
  • 07:35 Uhr: Baerbock in Kasachstan: Gespräche auch über Ukraine-Krieg
  • 01:20 Uhr: SPD-Politiker setzt für Transport von Ukraine-Getreide auf Landwege

Live-Ticker zum Krieg in der Ukraine hier aktualisieren!

➤Selenskyj lobt Erfolge der ukrainischen Flugabwehr

  • 23:35 Uhr

Nach einem Tag mit schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Erfolge der Flugabwehr unterstrichen. Von etwa 50 russischen Marschflugkörpern und Raketen seien 45 abgeschossen worden, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft am Montagabend. Sein Land brauche weitere Waffen zur Abwehr der Angriffe aus der Luft, forderte er. Aber schon jetzt müsse Russland für einen Treffer mehr Raketen einsetzen als früher.

"Die Welt sieht, dass die einst zweitstärkste Armee der Welt nicht einmal mehr die 22. ist, was Effektivität angeht", sagte Selenskyj. "Und wir werden alles tun, dass sie auch aus den Top 100 absteigt."

Die russische Armee verfolgt mit den Raketenangriffen seit Oktober eine neue Taktik und beschiesst vor allem Anlagen der Energieversorgung. Am 10. und 17. Oktober und am Montag wurde erstmals seit langem auch die Hauptstadt Kiew wieder getroffen. Viele Staaten sagten der Ukraine Hilfe zur Verstärkung der Flugabwehr zu. Aus Deutschland traf das erste von vier hochmodernen Systemen vom Typ Iris-T ein, das von den Ukrainern als sehr treffsicher gelobt wird.

"Die heutigen Angriffe auf die Ukraine konnten nur dank der deutschen Raketenabwehr verhindert werden! 16 Raketen wurden durch Iris-T abgefangen!", schrieb Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko, Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, auf Twitter.(dpa)

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Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 14,5 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 25. Oktober). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit knapp 7,1 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 25. Oktober).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Die weiteren Meldungen vom 31. Oktober

Scholz: Russlands Behauptung einer "schmutzigen Bombe" ist haltlos

  • 22:55 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die von Russland erhobenen Anschuldigungen, wonach die Ukraine den Einsatz einer "schmutzige Bombe" vorbereiten soll, "entschieden als haltlos" bezeichnet. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montagabend in Berlin nach einem Telefonat von Scholz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit. "Der Bundeskanzler war sich mit dem ukrainischen Präsidenten einig, dass die von ukrainischer Seite initiierten unabhängigen Untersuchungen der Internationalen Atomenergieagentur hieran jeden Zweifel beseitigen würden", erklärte Hebestreit.

Russland hatte behauptet, Kiew plane zur Diskreditierung Moskaus eine radioaktive Bombe zu zünden. Die westlichen Atommächte und die Ukraine wiesen die Behauptung zurück. Eine solche "schmutzige Bombe" würde aus radioaktivem Material bestehen, das mit konventionellem Sprengstoff freigesetzt wird.

Scholz erklärte laut Hebestreit in dem Telefonat mit Selenskyj, dass Deutschland nicht nachlassen werde, die Ukraine politisch, finanziell und humanitär sowie in der Verteidigung ihrer Souveränität und territorialen Integrität konkret zu unterstützen, "einschliesslich bei Waffenlieferungen". Der Bundeskanzler habe den "anhaltenden gezielten Beschuss" ziviler Infrastruktur in der Ukraine durch die russischen Streitkräfte verurteilt. Zudem hätten Scholz und Selenskyj dazu aufgerufen, die Durchführung und Verlängerung des Getreideabkommens unter der Ägide der Vereinten Nationen nicht zu gefährden, um die globale Ernährungssituation nicht weiter zu belasten.

Selenskyj dankte Scholz nach eigenen Angaben erneut für das Flugabwehrsystem Iris-T, das sich bereits sehr bewährt habe. Es sei über weitere Möglichkeiten gesprochen worden, wie Deutschland die Ukraine unterstützen könne, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Dabei gehe es vor allem um die Erneuerung der ukrainischen Infrastruktur nach den Zerstörungen durch russische Luftangriffe.(dpa)

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Deutschland vor Sicherheitsrat: Getreideabkommen Thema bei G7-Treffen

  • 21:30 Uhr

Die Aussetzung des Abkommens für den Export von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer durch Russland soll auch beim Treffen der Aussenminister der G7-Gruppe Thema werden. Sie würden beraten, wie die Anstrengungen der Vereinten Nationen und der Türkei zur Wiederherstellung der Vereinbarung am besten unterstützt werden könnten, sagte der deutsche Vizebotschafter Thomas Zahneisen am Montag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Er lobte dabei die UN, die Türkei und die Ukraine dafür, die Getreidetransporte über das Schwarze Meer zunächst fortzusetzen. Das Treffen der Aussenministerinnen und Aussenminister der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien beginnt am Donnerstag in Münster.(dpa)

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Russland: Können ungehinderte Durchfahrt von Schiffen nicht erlauben

  • 19:00 Uhr

Russland will nach seiner angekündigten Aussetzung des Getreideabkommens mit der Ukraine weitere Exporte über das Schwarze Meer nicht zulassen. Die Vereinbarung könne "nicht ohne uns umgesetzt werden", sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja am Montag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Gleichzeitig könne Moskau "eine ungehinderte Passage von Schiffen ohne unsere Inspektion nicht zulassen", sagte Nebensja.

Russland schien damit auf die Position der Vereinten Nationen zu reagieren, nach deren Lesart der Export von Getreide weitergehen kann und das Abkommen in Kraft bleibt. Russland hatte am Samstag das unter Vermittlung der Türkei und der UN geschlossene Abkommen ausgesetzt. Zur Begründung nannte Moskau Drohnenangriffe Kiews auf seine Schwarzmeerflotte.(dpa)

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Kreml warnt vor Fortsetzung der Getreideexporte ohne Russland

  • 17:24 Uhr

Der Kreml nennt die ukrainischen Getreideexporte über das Schwarze Meer ohne russische Mitwirkung riskant. Wenn Russland sage, es könne die sichere Schifffahrt in diesem Seegebiet nicht garantieren, sei die internationale Vereinbarung über die Ausfuhren "nicht so leicht umzusetzen". Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau nach Angaben russischer Agenturen. Die Getreideinitiative nehme dann "einen anderen Charakter an, viel riskanter, gefährlicher und ohne Garantie".

Russland hatte am Samstag die Vereinbarung über ukrainische Getreideexporte ausgesetzt, die im Juli von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelt worden war. Die UN, Ankara und Kiew einigten sich am Sonntag aber darauf, die Transporte auch ohne die Zusicherung freien Geleits durch Russland fortzusetzen. Die russischen Vertreter im gemeinsamen Koordinationszentrum in Istanbul seien darüber informiert worden. Schiffstracker zeigten am Montagmittag einen ganzen Konvoi von Frachtschiffen, die aus ukrainischen Häfen Richtung Bosporus unterwegs waren.

Peskow sagte, Moskau sei bereit, die Empfängerländer zu entschädigen, die durch den russischen Ausstieg aus dem Abkommen weniger Getreide bekommen. Wie dies praktisch aussehen werde, sei aber eine schwierige Frage. (dpa)

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UN: Getreideabkommen bleibt in Kraft - Schiffe unterwegs

  • 17:40 Uhr

Trotz einer von Russland angekündigten Aussetzung des Getreideabkommens mit der Ukraine kann der Export nach Lesart der Vereinten Nationen weitergehen. "Unser Verständnis ist, dass Initiative und Verpflichtungen auch während der Aussetzung der Teilnahme Russlands in Kraft bleiben", sagte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Montag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Am Montag seien zwölf Schiffe aus ukrainischen Häfen ausgelaufen - zwei steuerten die Ukraine an, um Lebensmittel zu laden. Es blieb zunächst unklar, ob die Vereinten Nationen den Export der Getreidelieferungen auch auf lange Sicht ohne Russlands Teilnahme fortführen wollen.

Griffiths betonte, dass Russland sich von der Vereinbarung nicht zurückgezogen, sondern nur "vorübergehend" seine Aktivitäten eingestellt habe. "Wir freuen uns darauf, sie (die Russische Föderation) so bald wie möglich wieder als vollwertige und aktive Teilnehmer an der Erfüllung der Ziele, die wir entwickelt haben, willkommen zu heissen".

Russland hatte am Samstag das unter Vermittlung der Türkei und der UN geschlossene Abkommen ausgesetzt. Zur Begründung nannte Moskau Drohnenangriffe Kiews auf seine Schwarzmeerflotte. Die Ukraine habe für diese Attacken den Schutz des Korridors ausgenutzt. (dpa)

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Deutscher Marlow leitet spezialisierte EU-Ausbildung von Ukrainern

  • 16:51 Uhr

Der deutsche Generalleutnant Andreas Marlow leitet künftig einen Teil der militärischen EU-Ausbildung für ukrainische Soldaten. Der 59-Jährige wurde zum 27. Oktober zum Kommandeur für die spezialisierte Ausbildung ernannt, wie aus dem am Montag veröffentlichten Amtsblatt der Europäischen Union hervorgeht. Der Beschluss des Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees (PSK) wurde auf Empfehlung des Befehlshabers der EU-Mission, Vizeadmiral Hervé Bléjean, getroffen. Generalleutnant Marlow führt seit März 2022 die Deutschen Anteile Multinationales Korps/Militärische Grundorganisation Kommando Heer im brandenburgischen Strausberg.

Die auf zwei Jahre ausgelegte Mission sieht vor, dass insgesamt 15.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten in Deutschland und anderen EU-Ländern ausgebildet werden. Damit soll die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützt werden. Deutschland will bis zum Frühjahr eine vollständige ukrainische Brigade mit bis zu 5.000 Soldaten ausbilden, wie Kanzler Olaf Scholz kürzlich sagte. Zudem werde sich eines der beiden Hauptquartiere in Deutschland befinden.

"Deutschland stellt ein multinationales Kommando für spezialisierte Ausbildung bereit, das die Ausbildungsmassnahmen auf seinem Boden leitet", teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag auf Anfrage mit. Es werde beabsichtigt, "geschlossene Verbände und Spezialisten unter Rückgriff auf bestehende Hauptquartiere und Ausbildungseinrichtungen in den EU-Mitgliedstaaten auszubilden".

Deutschland werde - vorbehaltlich der weiteren Planung - unter anderem die militärstrategische Planung der Mission unterstützen. Zudem werde es etwa Gefechtsstandausbildung und/oder Gefechtsstandübungen für eine Brigade leisten und die Soldaten in Zusammenarbeit mit der Industrie an Material ausbilden, das an die Ukraine abgegeben worden sei. Auch ukrainische Ausbilder sollten ausgebildet werden.

Zum Kommandeur für die Ausbildung für das Gefecht verbundener Kräfte der Mission ernannte das PSK den polnischen Generalmajor Piotr Trytek. (dpa)

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Russisches Militär bestätigt Angriffe auf ukrainische Energieanlagen

  • 15:53 Uhr

Russland hat die massiven Raketenangriffe auf ukrainische Energieanlagen bestätigt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Montag mit, dass auch ukrainische Militärobjekte mit Raketen von Bombern aus der Luft und von Kriegsschiffen aus beschossen wurden. "Die Ziele der Schläge wurden erreicht. Alle anvisierten Objekte wurden getroffen", sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Montag in Moskau. Die Ukraine hatte am Morgen wegen Dutzender russischer Raketenangriffe in zahlreichen Regionen landesweit Luftalarm ausgelöst.

Nach Darstellung Konaschenkows wurden einzelne Angriffe der ukrainischen Streitkräfte in den Gebieten Luhansk und Cherson zurückgeschlagen. In den Gebieten Donezk und Cherson seien vier Munitionsdepots und mehrere Drohnen "vernichtet" worden. Von unabhängiger Seite überprüfbar waren diese Angaben nicht. Seit Wochen schon beschiesst Russland zum Wochenauftakt die Ukraine im morgendlichen Berufsverkehr mit Raketen. Dabei gab es auch Tote und Verletzte. Über neue Opfer war zunächst nichts bekannt. (dpa)

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Norwegens Armee wird in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt

  • 15:18 Uhr

Das an Russland grenzende Norwegen wird seine Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen. Die Massnahme gelte ab Dienstag, kündigte Ministerpräsident Jonas Gahr Störe am Montag in Oslo an. Er betonte zugleich, dass keine direkte Bedrohung durch Russland festgestellt worden sei.

"Wir haben derzeit keinen Grund anzunehmen, dass Russland Norwegen oder irgendein anderes Land direkt in seinen Krieg hineinziehen will", sagte der Regierungschef. Doch sei es angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine notwendig, dass alle Nato-Staaten "zunehmend wachsam" seien.

Nach Angaben des norwegischen Verteidigungsministers Björn Arild Gram bedeutet die Erhöhung der Alarmbereitschaft unter anderem, dass die Schutzmassnahmen an Militäreinrichtungen verstärkt werden.

Das Nato-Mitglied Norwegen teilt eine 198 Kilometer lange Grenze mit Russland in der Arktis. Auf dem europäischen Gasmarkt hat Norwegen infolge des Ukraine-Kriegs Russland inzwischen als Hauptlieferant abgelöst.

Zuletzt waren in Norwegen mysteriöse Drohnenflüge beobachtet worden, besonders nahe Ölplattformen im Meer. Mehrere Russen wurden im Zusammenhang mit den Drohnen festgenommen. Zudem nahm die norwegische Spionageabwehr in der vergangenen Woche einen mutmasslichen russischen Spion fest, der sich als brasilianischer Forscher ausgegeben hatte. (afp)

Stoltenberg

Von Flugzeugträger: Stoltenberg richtet Warnung an Putin

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat von Bord eines US-amerikanischen Flugzeugträgers aus Warnungen an den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneuert.

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Erdogan will sich für Fortsetzung des Getreide-Deals einsetzen

  • 14:56 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will sich trotz des Rückzugs Russlands für eine Fortsetzung des Abkommens über die ukrainischen Getreideexporte einsetzen. Trotz der "zögerlichen Haltung" Russlands sei die Türkei entschlossen, ihre Bemühungen "im Dienste der Menschlichkeit" fortzusetzen, sagte Erdogan am Montag in einer Fernsehansprache.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar will am Abend mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu wegen der Aussetzung des Getreideabkommens telefonieren. Die Getreideexporte aus der Ukraine müssten fortgesetzt werden, sagte Akar am Montag laut Angaben seines Ministeriums. Er sei auch mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Olexij Resnikow in Kontakt. "Die Aussetzung dieser Initiative wird niemandem etwas nutzen", betreffe aber die ganze Menschheit, so Akar. (afp/dpa)

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Russisches Raketenteil trifft Dorf in Republik Moldau

  • 14:28 Uhr

Bei dem schweren Luftangriff auf die Ukraine am Montag sind Teile einer abgeschossenen russischen Rakete in ein grenznahes Dorf im Norden der Republik Moldau gestürzt. Das teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Chisinau mit. In einigen Häusern des Ortes Naslavcea seien Fenster geborsten, Verletzte gebe es nach ersten Erkenntnissen nicht. Nach ukrainischen Militärangaben sollte die russische Rakete das etwa zehn Kilometer entfernte Wasserkraftwerk am Fluss Dnister bei Nowodnistrowsk treffen. Die ukrainische Luftabwehr habe die Rakete im Anflug abgeschossen.

Das Verteidigungsministerium der Moldau bestätigte, dass die russische Rakete nicht den moldauischen Luftraum verletzt habe. Bei einem ähnlich grossangelegten Luftangriff am 10. Oktober waren drei russische Raketen durch den Luftraum der nicht am Krieg beteiligten Republik Moldau geflogen. (dpa)

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Kiew zu grossen Teilen ohne Wasserversorgung nach Raketentreffer

  • 12:56 Uhr

Durch einen russischen Raketentreffer sind am Montag in der ukrainischen Hauptstadt grosse Teile der Wasserversorgung ausgefallen. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete in einer Mitteilung auf Telegram davon, dass 80 Prozent der Verbrauchsstellen betroffen seien. Fachleute bemühten sich, den Schaden möglichst schnell zu beheben. Klitschko stellte in Aussicht, dass in den Stadtteilen östlich des Flusses Dnipro am frühen Nachmittag wieder Wasser fliessen werde. Am westlichen Ufer mit dem Zentrum der Millionenstadt werde dies erst in einigen Teilen möglich sein.

Die Angriffe mit mehr als 50 Marschflugkörpern und Raketen hatten nach ukrainischen Angaben auf sieben Gebiete gezielt, darunter Charkiw, Saporischschja und Kirowohrad. 44 der Geschosse konnten demnach abgefangen werden. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben nicht.

Klitschko riet der Bevölkerung in Kiew, sich notfalls an öffentlichen Zapfsäulen mit Trinkwasser einzudecken. Die Stadtverwaltung veröffentlichte eine Karte dieser Brunnen. Der Ausfall des Wassersysteme hing den Angaben mit Schäden an der Stromversorgung zusammen. Klitschko schrieb, 350.000 Haushalte seien auch ohne Strom. Für das Gebiet um die Hauptstadt teilte Gouverneur Oleksij Kuleba mit, die Bevölkerung solle sich für lange Stromausfälle wappnen. (dpa)

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250 Tage Krieg: So viele Verluste erlitt Russland bisher

  • 12:26 Uhr

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben rund 71.820 russische Soldaten ums Leben gekommen. Einen Tag zuvor bezifferte das ukrainische Aussenministerium noch knapp 71.200 tote Kämpfer aus Russland, damit starben innerhalb eines Tages mehr als 600 russische Soldaten.

Materiell musste Russland demnach unter anderem 2.686 Panzer, 275 Flugzeuge, 253 Helikopter und 16 Schiffe einbüssen. Der Krieg dauert mit dem 31. Oktober bereits 250 Tage an. (ari)

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Rekordmenge an Agrarprodukten verlässt ukrainische Häfen

  • 11:59 Uhr

Am Montag haben 354.500 Tonnen landwirtschaftliche Erzeugnisse die Häfen der Ukraine verlassen. Dabei handle es sich um eine Rekordmenge, teilte ein Sprecher der Militärverwaltung der ukrainischen Hafenstadt Odessa laut der britischen Tageszeitung "Telegraph" mit.

Die Verschiffung findet im Rahmen des Schwarzmeer-Getreidedeals statt, aus dem Russland sich auf unbestimmte Zeit zurückgezogen hatte. Russland hatte dies mit ukrainischen Drohnenangriffen begründet. (ari)

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Trotz Kündigung des Getreidedeals durch Russland: Frachter verlassen Ukraine

  • 11:19 Uhr

Auch nach der Aussetzung des internationalen Getreideabkommens durch Russland haben sich am Montag mehrere Frachter vor der ukrainischen Schwarzmeer-Küste in Bewegung gesetzt. Das zeigten die Schiffsortungsdienste vesselfinder.com und marinetraffic.com. Dazu zählten der nach Angaben der Vereinten Nationen mit Weizen beladene Frachter "African Robin", der mit Sojabohnen beladene Frachter "SK Friendship" und die mit Erbsen beladene "Sealock".

Zusammen mit drei weiteren Frachtern hatten sich diese Schiffe nach Angaben der Vereinten Nationen am Sonntag aus ukrainischen Gewässern in Richtung des vom Abkommen geschützten Korridors im Schwarzen Meer aufgemacht. Das ukrainische Infrastruktur-Ministerium nannte auch ein Schiff namens "Ikaria Angel", die im Auftrag des UN-Welternährungsprogramms fahre. Die Ladung von 40.000 Tonnen Getreide sei für Äthiopien bestimmt.

Unklar ist, wie Russland auf diesen fortgesetzten Schiffsverkehr reagieren wird. Die Getreideexporte aus der Ukraine über das Schwarze Meer sollen weiterlaufen, obwohl Russland das sichere Geleit für die Frachter aufgekündigt hat. Darauf haben sich die Delegationen der Vereinten Nationen, der Türkei und der Ukraine geeinigt, wie das Koordinierungszentrum in Istanbul in der Nacht zum Montag mitteilte. Die russische Delegation in dem Zentrum sei von dem Ergebnis informiert worden. (dpa/afp)

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Kuleba: "Anstatt auf dem Schlachtfeld zu kämpfen, kämpft Russland gegen Zivilisten"

  • 10:39 Uhr

Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba mahnt an, die russischen Angriffe auf Kiew nicht als Reaktion zu rechtfertigen. "Eine weitere Ladung russischer Raketen trifft die kritische Infrastruktur der Ukraine. Anstatt auf dem Schlachtfeld zu kämpfen, kämpft Russland gegen Zivilisten", schreibt Kuleba am Montag auf Twitter. Russland tue das, "weil es immer noch die Raketen und den Willen hat, Ukrainer zu töten".

Russland hatte am Montag wieder zahlreiche Städte in der Ukraine mit Raketen beschossen. Im ganzen Land hatte es Luftalarm gegeben, die ukrainische Flugabwehr war aktiv, wie die dortigen Behörden mitteilten. Auch in der Hauptstadt Kiew, in Charkiw und Saporischschja sowie im Westen des Landes waren demnach Explosionen zu hören. (ari/dpa)

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Vitali Klitschko: Nach Angriffen auf Kiew Strom- und Wasserversorgung gestört

  • 10:02 Uhr

Nach den Raketen-Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am Montag meldet der Bürgermeister Vitali Klitschko, dass die Strom- und die Wasserversorgung der Stadt teilweise ausgefallen sei. Etwa 350.000 Wohnungen seien ohne Strom.

Die kommunalen Dienste unternähmen alles, um die Versorgung wieder herzustellen. Die ukrainische Eisenbahn teilte mit, dass sich der Ausfall der Stromversorgung stellenweise auf den Verkehr auswirke und zu Zugverspätungen führe. (dpa)

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London: Moskau schickt Reservisten schlecht ausgerüstet an Front

  • 09:37 Uhr

Russland schickt nach Einschätzung britischer Militärexperten Reservisten oft nur mit schlechter Ausrüstung im Kriegs gegen die Ukraine an die Front. "Im September zeigten sich russische Offiziere besorgt darüber, dass einige frisch mobilisierte Reservisten ohne Waffen in der Ukraine eintrafen", hiess es in einem Bericht, den das Verteidigungsministeriums in London am Montag veröffentlichte. Demnach legen Fotos auch nahe, dass Reservisten mit veralteten Waffen ausgestattet wurden, die wegen schlechter Lagerung kaum noch zu benutzen sein dürften.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will London sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau spricht von einer Desinformationskampagne. (dpa)

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Erneuter Raketenbeschuss: Ukraine meldet Explosionen auch in Kiew

  • 08:30 Uhr

Russland hat am Montag zu Beginn der neuen Woche wieder zahlreiche Städte in der Ukraine mit Raketen beschossen. In weiten Teilen des Landes gab es Luftalarm, die ukrainische Flugabwehr war aktiv, wie die dortigen Behörden mitteilten.

Auch in der Hauptstadt Kiew, in Charkiw und Saporischschja waren demnach Explosionen zu hören. Die Behörden riefen die Menschen auf, sich in Schutzbunkern und anderen Räumen in Sicherheit zu bringen. Teils gab es Berichte über Stromausfälle.

Über neue Opfer war am Morgen zunächst nichts bekannt. Russland hatte erklärt, besonders die Energie-Infrastruktur des Nachbarlands ins Visier zu nehmen. Die Ukraine spricht von "Energieterror" mit dem Ziel, die Menschen in Dunkelheit, Kälte und Angst zu stürzen und so in die Flucht in die EU zu treiben.

Russland setze seine Angriffe gegen die zivile Infrastruktur fort, teilte der Chef des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, in seinem Blog im Nachrichtenkanal Telegram mit. "Wir werden durchhalten. Und diese Schande wird ganze Generationen von Russen teuer zu stehen kommen", kündigte er an. Zugleich forderte er vom Westen mehr Waffen und neue Sanktionen gegen Russland. (dpa)

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Baerbock in Kasachstan: Gespräche auch über Ukraine-Krieg

  • 07:35 Uhr

Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ist am Montag in der kasachischen Hauptstadt Astana offiziell von ihrem Amtskollegen Muchtar Tleuberdi begrüsst worden. Bei dem Gespräch der beiden Minister dürfte es vor dem Hintergrund des russischen Krieges in der Ukraine unter anderem um eine stärkere Annäherung der früheren Sowjetrepublik und der gesamten Region an Europa gehen. Geplant waren zudem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie der Ombudsfrau für Menschenrechte. Am Abend (Ortszeit) war die Weiterreise in die usbekische Hauptstadt Taschkent vorgesehen.

Vor ihrem Abflug hatte Baerbock gesagt, im 30. Jahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu beiden Ländern sei ihre Reise auch "ein Zeichen: Deutschland wendet sich nicht ab, im Gegenteil: Wir bleiben mit Zentralasien verbunden." Russlands Krieg stelle alle Nachfolgestaaten der Sowjetunion vor die Frage, ob auch ihre Staatlichkeit zur Disposition gestellt werden könne. Um die Chancen zur Zusammenarbeit zu nutzen, "müssen wir endlich damit vorankommen, Zentralasien besser mit Europa zu vernetzen". Baerbock wird von einer Wirtschaftsdelegation mit Schwerpunkt im Energie- und Infrastrukturbereich begleitet. (dpa)

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SPD-Politiker setzt für Transport von Ukraine-Getreide auf Landwege

  • 01:20 Uhr

Nach der russischen Aussetzung der Vereinbarung zu ukrainischen Getreidetransporten auf dem Schwarzen Meer hat der SPD-Aussenpolitiker Nils Schmid gefordert, die Ausfuhr auf dem Landweg zu stärken. "Wir müssen noch sehr viel stärker die Landwege ertüchtigen, um die Ausfuhr von Getreide zu ermöglichen", sagte der aussenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag).

"Da der Seeweg offensichtlich sehr unsicher ist und das Abkommen über den Getreideexport instabil ist, müssen wir vor allem die Eisenbahnlinien entsprechend umrüsten." Schon jetzt sei etwa die Hälfte der Getreideexporte aus der Ukraine auf dem Landweg herausgebracht worden, argumentierte Schmid.

Russland hatte am Wochenende die Aussetzung eines im Juli unter Vermittlung der Türkei und der UN geschlossenen Abkommens verkündet.

"Hinter der Blockade der Getreide-Ausfuhren steckt eindeutig die Taktik, Nahrungsmittel als Waffe einzusetzen", kritisierte Schmid. "Einmal mehr zeigt sich, dass auf Absprachen mit Russland kein Verlass ist." Russlands Präsident Wladimir Putin habe einfach kein Interesse daran, auf einem so begrenzten diplomatischen Erfolg wie dem Abkommen zum Getreideexport aufzubauen. "Er ist zu einem Verhandlungsfrieden nicht bereit." (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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