• 22:00 Uhr: ➤ Selenskyj: Russland verhindert Verhandlungen durch Terror
  • 21:07 Uhr: Atomkraftwerk Saporischschja nach Angriffen wieder am Netz
  • 19:52 Uhr: Putin gibt Ukraine Schuld an "Terrorakt" auf Krim-Brücke
  • 19:38 Uhr: Biden und Scholz verurteilen russische Annexionen in Ukraine erneut
  • 18:48 Uhr: FSB spricht von mehr als 100 Angriffen auf russisches Staatsgebiet
  • 16:54 Uhr: Bundesregierung schnürt Millionen-Euro-Winterpaket für ukrainische Truppen

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➤ Selenskyj: Russland verhindert Verhandlungen durch Terror

  • 22:00 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Unmöglichkeit von Verhandlungen mit Russland bekräftigt. "Der ständige Terror gegen die Zivilbevölkerung ist Russlands offensichtliche Absage an echte Verhandlungen", sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft in der Nacht zum Montag. "Terror auf Staatsebene ist eines der schlimmsten internationalen Verbrechen." Kurz zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin den ukrainischen Geheimdienst für den kürzlichen Anschlag auf die Krim-Brücke verantwortlich gemacht und von einem "Terrorakt" gesprochen.

"Putin beschuldigt die Ukraine des Terrorismus? Das sieht sogar für Russland zu zynisch aus", erwiderte daraufhin der Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, auf Twitter. Podoljak verwies auf jüngste Raketenangriffe in der südukrainischen Stadt Saporischschja, infolge dessen jüngsten Erkenntnissen nach mehr als ein Dutzend Menschen starben. "Nein, es gibt nur einen Terrorstaat - und die ganze Welt weiss, wer er ist." (dpa)

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 13,7 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 04. Oktober). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit knapp 6,4 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 04. Oktober).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Die weiteren Meldungen vom 09. Oktober

Putin gibt Ukraine Schuld an "Terrorakt" auf Krim-Brücke

  • 19:52 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den ukrainischen Geheimdienst SBU für die schwere Explosion auf der Krim-Brücke verantwortlich gemacht. "Es gibt keine Zweifel. Das ist ein Terrorakt, der auf die Zerstörung kritischer ziviler Infrastruktur der Russischen Föderation ausgerichtet war", sagte der Kremlchef am Sonntagabend. Kiew hat eine Beteiligung an dem Anschlag bislang nicht eingeräumt.

Bei der Vorbereitung des Terroranschlags hätten russische Bürger und ausländische Staaten mitgeholfen, sagte der Chef der nationalen Ermittlungsbehörde, Alexander Bastrykin, bei dem Treffen mit Putin, von dem Staatsmedien Videoausschnitte veröffentlichten. Der Kreml hat für diesen Montag eine Sitzung Putins mit dem russischen nationalen Sicherheitsrat angekündigt. Dort könnte eine Reaktion auf den Anschlag besprochen werden.

Am Samstagmorgen hatte eine Explosion die 19 Kilometer lange Brücke erschüttert, die Russland und die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim verbindet. Dabei wurde rund siebeneinhalb Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine das strategisch und symbolisch wichtige Herzensprojekt von Putin schwer beschädigt. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge starben drei Menschen. Zwischenzeitlich wurden Bahn- und Autoverkehr komplett eingestellt, sind mittlerweile aber weitgehend wieder aufgenommen.

Russlands nationales Ermittlungskomitee hatte in einer ersten Reaktion am Samstag mitgeteilt, dass nach vorläufigen Angaben ein Lastwagen auf der Brücke explodiert sei. Bastrykin sagte nun, es seien viele Zeugen und Augenzeugen vernommen worden. Die Untersuchungen zu dem Anschlag liefen weiter, darunter Sprengstoffanalysen, genetische und kriminalistische Expertisen. Ukrainische Medien hingegen vermuteten bereits, dass der ukrainische Geheimdienst dahinterstecken könnte. (dpa)

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Atomkraftwerk Saporischschja nach Angriffen wieder am Netz

  • 21:07 Uhr

Das zuletzt auf Notstrom-Generatoren angewiesene ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist wieder am Netz. Dies sei "eine vorübergehende Erleichterung in einer immer noch unhaltbaren Situation", schrieb der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nach erneuten Bombenangriffen war die Anlage am Samstag komplett vom Stromnetz getrennt worden. Laut Grossi war "die einzige externe Stromquelle" der Anlage getroffen worden.

Obwohl die sechs Reaktoren des grössten Atomkraftwerks Europas derzeit heruntergefahren sind, sind sie auf Strom unter anderem zur Kühlung angewiesen. Grossi setzt sich für eine Schutzzone rund um das von Russland besetzte Akw ein.

An dem Atomkraftwerk war es bereits wiederholt zu militärischen Angriffen gekommen, für die sich Russland und die Ukraine gegenseitig verantwortlich machen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte das Akw vor wenigen Tagen unter russische Verwaltung gestellt. (afp)

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Biden und Scholz verurteilen russische Annexionen in Ukraine erneut

  • 19:38 Uhr

Kanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden haben die russischen Annexionen von Gebieten in der Ukraine erneut verurteilt. Scholz und Biden hätten in ihrem Telefonat am Sonntag zudem die «jüngsten nuklearen Drohgebärden Moskaus als unverantwortlich» kritisiert und seien sich einig gewesen, dass der Einsatz solcher Waffen «ausserordentlich gravierende Konsequenzen für Russland» haben würde, teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, mit.

Vom Weissen Haus hiess es zu dem Gespräch, Biden und Scholz hätten betont, sich weiterhin dafür einsetzen zu wollen, dass Russland für sein «brutales Vorgehen» zur Verantwortung gezogen werde und dass die Ukraine Sicherheits- und Wirtschaftshilfe bekomme.

Nach Angaben der Bundesregierung ging es in dem Gespräch vordergründig um die anstehenden Termine im G7- und G20-Format, bei denen es auch um den russischen Überfall auf die Ukraine und dessen Auswirkungen gehen werde. Laut Hebestreit verurteilten Biden und Scholz auch die Sabotageakte an den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2. Gezielte Störungen kritischer Infrastruktur seien nicht hinnehmbar und würden geschlossene Antworten nach sich ziehen. (dpa)

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FSB spricht von mehr als 100 Angriffen auf russisches Staatsgebiet

  • 18:48 Uhr:

Rund siebeneinhalb Monate nach Kriegsbeginn hat Russlands Inlandsgeheimdienst FSB der Ukraine mehr als 100 Angriffe auf russisches Staatsgebiet vorgeworfen - alleine seit Anfang Oktober. Insgesamt seien in den vergangenen Tagen 32 Ortschaften in den an die Ukraine grenzenden Gebieten Brjansk, Kursk und Belgorod beschossen worden, teilte der FSB am Sonntag mit. Damit habe die Zahl der Angriffe zuletzt deutlich zugenommen. Unabhängig überprüft werden konnte das nicht.

Bei den Angriffen seien ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden, hiess es aus Moskau weiter.

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Bundesregierung schnürt Millionen-Euro-Winterpaket für ukrainische Truppen

  • 16:54 Uhr

Die Bundesregierung will die Ukraine einem Medienbericht zufolge mit militärischer Ausrüstung für den Winter unterstützen. Teil des Pakets seien 100.000 warme Unterziehjacken und weitere Winterbekleidung, 100 beheizbare Mannschaftszelte, Hunderte mobile Stromerzeuger und palettenweise Nahrungspakete, wie der "Spiegel" am Sonntag berichtete. Der finanzielle Aufwand liegt demnach bei elf Millionen Euro.

Das Magazin verweist auf entsprechende Bitten des ukrainischen Verteidigungsministers Oleksij Resnikow an die Nato. In einem Brief an den Generalsekretär des westlichen Militärbündnisses, Jens Stoltenberg, hatte der Ukrainer demnach nach Uniformen für 200.000 Soldaten gefragt.

Seit Wochen wächst zudem der Druck auf die Bundesregierung, moderne Panzer an die Ukraine zu liefern. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) verwies am Samstag bei einem Besuch in Litauen auf die Lieferungen von Gepard-Panzern sowie Panzern sowjetischer Bauart im Ringtausch, etwa über Griechenland und die Slowakei.

Im Übrigen habe sie Resnikow vergangene Woche in Odessa getroffen, sagte Lambrecht weiter. Dabei sei klar geworden, "was momentan ganz vordringlich in der Ukraine gebraucht wird und das sind Systeme zur Luftverteidigung". In den kommenden Tagen werde Deutschland deshalb ein erstes von vier Luftverteidigungssystemen liefern. (AFP)

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Russland: Zugverkehr auf Krim-Brücke wieder nach Plan

  • 13:53 Uhr

Nach der schweren Explosion auf der Brücke zwischen Russland und der von ihm annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim läuft der Zugverkehr nach russischen Angaben wieder nach Plan. Die Güter- und Fernverkehrszüge rollten am Sonntag im normalen Betrieb, teilte das Verkehrsministerium in Moskau mit. Am Abend solle auch der Regionalverkehr wieder beginnen, hiess es. Das Ministerium veröffentlichte auch ein Foto der verbrannten Güterzug-Waggons, die am Samstag in Flammen aufgegangen waren. Die Aufräumarbeiten dauerten demnach an. Im Autoverkehr hingegen kam es zu stundenlangen Wartezeiten an der Brücke, wie Medien berichteten.

Auf russischer Seite und auf der Seite des Krim-Küstenorts Kertsch bildeten sich lange Autoschlangen, weil die Behörden alle Fahrzeuge streng kontrollierten und laut Augenzeugen nur etappenweise passieren liessen. Einige Fahrer schrieben in sozialen Netzwerken, sie hätten sechs bis zwölf Stunden gebraucht, um über die 19 Kilometer lange Brücke zu kommen. Probleme und Wartezeiten gab es russischen Staatsmedien zufolge auch bei dem eigens eingerichteten Fährverkehr.

Auf der Krim-Brücke hatte am Samstagmorgen eine Explosion ein schweres Feuer ausgelöst. Teile der Fahrbahn in Richtung Krim stürzten ins Meer. Nach Angaben Moskauer Ermittler soll ein von russischer Seite kommender, mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodiert sein. Durch die Detonation gerieten mehrere mit Diesel gefüllte Kesselwagen eines Güterzuges auf der höher gelegenen Eisenbahnbrücke in Brand. Drei Menschen starben demnach.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte immer wieder angekündigt, die Krim von der russischen Besatzung zu befreien. Eingeräumt hat die Ukraine den Anschlag aber nicht. Auch Russland, das gegen die Ukraine einen Angriffskrieg führt, hat die Führung in Kiew bisher nicht öffentlich für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die Schienenverbindung ist auch für die Versorgung der russischen Truppen an der Front in der Südukraine von Bedeutung. (dpa)

Explosion auf Krim-Brücke: Selenskyj lässt Beteiligung offen

Nach der schweren Explosion auf der Krim-Brücke, ist weiterhin unklar, wie es zu dem Vorfall gekommen ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt sich bezüglich einer Beteiligung bedeckt und äusserte sich kryptisch.

Russische Taucher sollen beschädigte Krim-Brücke untersuchen

  • 12:29 Uhr

Nach der Explosion und dem Brand auf der Krim-Brücke sollen russische Taucher das beschädigte Bauwerk untersuchen. "Erste Ergebnisse" der Untersuchung sollten bereits am Sonntag vorliegen, sagte der russische Vize-Ministerpräsident Marat Chusnullin am Samstagabend den Staatsmedien.

Die Brücke zwischen Russland und der annektierten ukrainischen Krim-Halbinsel war am Samstag schwer beschädigt worden, nachdem nach russischen Angaben eine Lkw-Bombe explodiert war. Sieben Tankwaggons eines Güterzugs gerieten in Brand, ein Teil der Brücke stürzte ins Meer.

Wer hinter der Explosion stecken könnte, blieb zunächst im Dunkeln. Der Präsident des von Russland auf der Krim eingesetzten Regionalparlaments, Wladimir Konstantinow, sprach von einem Angriff durch "ukrainische Vandalen". Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak betonte dagegen, der explodierte Lastwagen sei aus Russland gekommen, dies weise "eindeutig auf eine Spur nach Russland hin".

Die russischen Behörden bemühten sich, die Auswirkungen der Schäden an dem Bauwerk von hoher strategischer und symbolischer Bedeutung herunterzuspielen. Der Auto- und Zugverkehr über die Brücke wurde nach russischen Angaben bereits wieder aufgenommen. Die Passagier-Fernzüge zwischen Russland und der Krim verkehrten demnach am Sonntag "gemäss dem normalen Fahrplan".

Nach Angaben des von Russland eingesetzten Krim-Verwaltungschefs Sergej Askjonow sollte geprüft werden, ob auch Busse wieder über die Brücke fahren können. Zunächst könnten Menschen, die von der Krim nach Russland fahren wollten, Fähren nutzen, sagte er. (AFP)

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London: Putin nach Explosion auf Krim-Brücke "persönlich getroffen"

  • 11:32 Uhr

Kreml-Chef Wladimir Putin dürfte die Explosion auf der Krim-Brücke nach Ansicht britischer Experten persönlich getroffen haben. "Es kam Stunden nach seinem 70. Geburtstag, er hatte die Brücke persönlich gesponsert und eröffnet und der beauftragte Bauunternehmer war sein Kindheitsfreund Arkady Rotenberg", hiess es in der Mitteilung weiter.

Die Explosion auf der Brücke zwischen Russland und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim dürfte nach Ansicht der Experten die Kapazität der Strassenverbindung erheblich verringert haben. Zwei der vier Fahrspuren seien auf einer Länge von 250 Metern eingestürzt. Die anderen beiden Spuren würden aber wahrscheinlich wieder genutzt, hiess es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des britischen Verteidigungsministeriums am Sonntag.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa)

Putins nukleare Drohungen: US-Präsident Biden warnt vor "Armageddon"

US-Präsident Joe Biden sieht die Gefahr einer atomaren Konfrontation mit katastrophalen Folgen nach Drohungen aus dem Kreml so gross wie seit 60 Jahren nicht mehr. Die Welt habe seit der Kuba-Krise im Jahr 1962 nicht vor der Aussicht auf ein "Armageddon" gestanden, sagte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) laut mitreisenden Journalisten bei einem Auftritt in New York

Mehrere Tote: Ukraine meldet neuerlichen Raketenangriff auf Saporischschja

  • 09:40 Uhr

Russlands Armee hat nach ukrainischen Angaben mit mehreren Raketen in der südukrainischen Stadt Saporischschja Wohnhäuser bombardiert und zahlreiche Zivilisten getötet. Es gebe zwölf Tote und 49 Verletzte, darunter sechs Kinder, die im Krankenhaus behandelt werden müssten, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag in Kiew mit. Er veröffentlichte dazu in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram Bilder schwer zerstörter Hochhäuser. Er sprach vom "absoluten Bösen"; die "Terroristen" würden vom Befehlsgeber bis zum Täter zur Verantwortung gezogen.

Die Stadt Saporischschja wird anders als grosse Teile des gleichnamigen Gebiets nicht von russischen Truppen kontrolliert. Sie war bereits mehrfach Ziel von Angriffen. Nach ukrainischen Militärangaben sollen die russischen Truppen mindestens zwölf Raketen auf die Wohngebäude abgefeuert haben. Eine Bestätigung von russischer Seite gab es dafür zunächst nicht. Die ukrainischen Behörden hatten in der Nacht erst eine höhere Todeszahl genannt und von mindestens 17 Opfern gesprochen. Später korrigierten sie die Angaben jedoch.

Russland versucht nach der international als Völkerrechtsbruch kritisierten Annexion von vier ukrainischen Gebieten, zu denen auch die Region Saporischschja gehört, dort weiter vorzudringen. Die Ukraine hatte zuletzt bei ihrer Verteidigungsoffensive Dutzende Ortschaften befreit und die russischen Besatzer zurückgedrängt. (dpa)

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EU will im Winter bis zu 15.000 Ukrainer in Mitgliedsstaaten ausbilden

  • 04:19 Uhr

Die Europäische Union will einem Medienbericht zufolge im kommenden Winter bis zu 15.000 Ukrainer in EU-Staaten ausbilden. Die beiden Einsatz-Hauptquartiere sollen in Deutschland und Polen sein, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf hochrangige EU-Diplomaten und entsprechende Beschlüsse berichtet. Demnach soll das Mandat für die Ausbildungsmission zunächst für zwei Jahre gelten.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Diplomatenkreise schreibt, soll in Polen ein multinationales Trainingskommando auf operativer Ebene errichtet werden.

Dabei sollen ukrainische Soldaten etwa in der Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Waffen, im Sanitätswesen und im Umgang mit Cyberangriffen ausgebildet werden. Auch die Ausbildung in militärischer Logistik, in der Instandsetzung von Waffen, im Häuserkampf und in Fragen der Luftverteidigung sowie des Artillerieeinsatzes gehörten dazu.

In dem zweiten Trainingskommando werde Deutschland in grösserem Umfang spezielle Ausbildungseinheiten anbieten, beispielsweise Minenräumung oder Taktikschulungen. Es solle aber auch Lehrgänge in anderen EU-Ländern geben. Der "Welt am Sonntag" zufolge soll die neue Ausbildungsmission am 17. Oktober von den EU-Aussenministern bei ihrem Treffen in Luxemburg beschlossen werden.

Die Ausbildungsmission soll dem Zeitungsbericht nach die bisherigen Trainingseinheiten der einzelnen EU-Staaten für ukrainische Soldaten ergänzen. Das Ziel der Ausbildung sei, dass die Ukraine in der Lage ist, "Kampfoperationen zur Verteidigung der territorialen Integrität und Souveränität eigenständig durchzuführen", berichtet die Zeitung. Künftig könne die Zahl der Auszubildenden noch weit über 15.000 Menschen erhöht werden.

Wie die "Welt am Sonntag" weiter berichtet, will die EU auch die Militärhilfe für die Ukraine in den kommenden Monaten deutlich ausbauen. Der bisherige Finanztopf, die sogenannte Europäische Friedensfazilität (EFF), soll bis 2027 von derzeit 5,7 Milliarden auf zehn bis zwölf Milliarden Euro aufgestockt werden. Aus diesem Topf werden unter anderem teilweise die Waffenlieferungen der EU-Mitgliedsstaaten an Kiew finanziert. Konkrete Entscheidungen gebe es jedoch noch nicht. (AFP)

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Weitere Tote nach Angriff auf Stadt Saporischschja

  • 02:49 Uhr

Nach einem russischen Raketenangriff im Zentrum der Stadt Saporischschja am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer ukrainischen Angaben zufolge weiter gestiegen. Mindestens 17 Menschen seien getötet worden, darunter ein Kind, teilte der staatliche ukrainische Notdienst im Onlinedienst Telegram mit. Am Samstag hatten ukrainische Behörden die Zahl der Toten bereits auf 14 korrigiert.

Die von ukrainischen Einheiten kontrollierte Stadt Saporischschja liegt in der gleichnamigen Region, in welcher sich auch das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja befindet. Moskau hatte die Region in dieser Woche annektiert, obwohl sie nicht vollständig unter Kontrolle der russischen Truppen steht. Per Dekret hatte Russlands Präsident Wladimir Putin auch das Akw am Mittwoch unter russische Verwaltung gestellt. (AFP)

CDU-Aussenpolitiker Röttgen warnt vor Einschüchterung durch Putins Atomdrohungen

  • 01:24 Uhr

Der CDU-Aussenpolitiker Norbert Röttgen hat davor gewarnt, sich von den Atomdrohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin einschüchtern zu lassen. "Wenn wir uns von Putin einmal erpressen lassen, dann sind wir dauerhaft geliefert", sagte Röttgen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die glaubhafte Abschreckung gegenüber Putins Drohungen bleibe entscheidend dafür, eine weitere Eskalation zu verhindern. Dafür seien die USA "ebenso unverzichtbar wie vorbereitet".

Der CDU-Politiker rief dazu auf, "einen kühlen Kopf zu bewahren und sich strikt an die Fakten zu halten". Dazu zähle, dass Putin den Krieg weiterführen wolle. "Als Teil dieses Krieges versucht er, uns Angst zu machen."

Seit Beginn von Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte Russlands Präsident Putin mehrfach indirekt mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. (AFP)

Sergej Schoigu, Russlands Verteidigungsminister

Russische Elite zunehmend wütend über Ukraine-Einsatz

Der russische Präsident Wladimir Putin feiert heute seinen 70. Geburtstag, doch Jubelstimmung dürfte im Kreml derzeit nicht aufkommen. Denn für die Armee läuft es schlecht in der Ukraine – und die Kritik am Militär und an Verteidigungsminister Sergej Schoigu nimmt zu. Erste Stimmen fordern dessen Rücktritt.
Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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