Türkei

Mehr als ein Dutzend Staaten werten das Blutbad an den Armeniern bereits als Völkermord. Nun stufen auch die USA die Gräueltaten so ein. Sehr zum Ärger der Türkei. Die auch zu wissen glaubt, warum gerade zum jetzigen Zeitpunkt dieses Votum erfolgte.

Bei heftigen Kämpfen mit der türkischen Armee und deren lokalen Verbündeten sind im Norden Syriens Aktivisten zufolge mindestens 13 syrische Regierungssoldaten getötet worden.

Ungewöhnliche Allianz gegen Kramp-Karrenbauers Syrien-Plan: Der deutsche und der türkische Aussenminister stempeln ihn gemeinsam als unrealistisch ab. Damit spitzt sich ein skurriler Koalitionsstreit zu. Wer oder was ist jetzt eigentlich die deutsche Aussenpolitik?

Bundesaussenminister Heiko Maas hat sich bei seinem Türkei-Besuch von dem Syrienplan der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer distanziert. Unterstützung bekommt er dabei von seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu.

Sie sind jung, männlich, muslimisch - und in der Regel schlecht bis gar nicht integriert: Professor Ahmet Toprak hat ein Buch über türkeistämmige beziehungsweise arabische junge Männer geschrieben. Er erklärt, warum sie häufiger die Schule abbrechen, oft gewalttätig und anfällig für religiöse oder nationalistische Radikalisierung sind und wer für diese Situation verantwortlich ist.

Nach dem Totalabzug der Truppen in Nordsyrien wollen die USA Medienberichten zufolge nun ihre militärischer Präsenz im Nordosten des Landes verstärken. Damit solle verhindert werden, dass die Ölfelder wieder in die Hände des IS oder "anderer destabilisierender Akteure" fallen.

Dass die Deutschen "Verantwortung übernehmen" sollen auf der Welt und derzeit speziell in Syrien, hört sich für viele gut an. Ganz anders und recht provokativ brachte es Maybrit Illner auf den Punkt: "Deutsche Soldaten sollen dorthin, wo gestorben wird."

In Deutschland musste Kramp-Karrenbauer für ihren Syrien-Plan viel Kritik einstecken. Auch auf dem internationalen Parkett löst sie keine Begeisterung aus. Aber zumindest stösst sie auf offene Ohren.

Die Türkei hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine dauerhafte Waffenruhe in Nordsyrien verkündet. 

Nach dem Rückzug der USA bestimmen die Türkei und Russland, wie es in Syrien weitergeht. Verlierer sind die Kurdenmiliz YPG, einmal mehr die Zivilisten - und der Westen, der kaum noch Einfluss hat.

Annegret Kramp-Karrenbauers Plan für die Erschaffung einer Sicherheitszone in Nordsyrien im Grenzgebiet zur Türkei stösst auf heftige Kritik. Während Aussenminister Heiko Maas die fehlende Abstimmung bemängelt, spricht die Opposition gar von einer "Totgeburt".

Knapp zwei Wochen nach dem Einmarsch türkischer Truppen im Norden Syriens trifft Kremlchef Putin seinen türkischen Amtskollegen Erdogan zu Krisengesprächen. Reagieren die beiden auch auf einen Vorschlag aus Deutschland für eine international kontrollierte Sicherheitszone?

Die Türkei und Russland haben sich auf die gemeinsame Kontrolle von Gebieten an der türkisch-syrischen Grenze geeinigt und eine weitere Eskalation des Nordsyrien-Konflikts zunächst vermieden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit einer Fortsetzung der Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien gedroht, sollte das Abkommen zur Waffenruhe nicht umgesetzt werden. 

Die Terrormiliz IS bekämpfen, die Lage im Nordosten Syriens stabilisieren, mit einem Wiederaufbau die Voraussetzungen für die Rückkehr von Flüchtlingen schaffen. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer stösst eine Initiative an. Zieht der Koalitionspartner mit? Und vor allem: Kommt Europa in die Gänge?

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert eine Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei. Am Donnerstag soll der Vorschlag der Nato vorgestellt werden. Ob deutsche Soldaten beteiligt werden, muss der Bundestag entscheiden. Kramp-Karrenbauer will nach den Angriffen der Türkei auf Syrien, für Stabilität im Land sorgen.

Natürlich lässt die Runde bei "Anne Will" keine Gelegenheit aus, dem irren US-Präsidenten die Schuld am Fiasko in Nordsyrien zuzuschieben. Aber die tieferen geopolitischen Ursachen werden in einer bitteren Lektion in Realpolitik deutlich.

Die kurdische Autonomieregion in Nordsyrien ist dem türkischen Präsidenten Erdogan schon lange ein Dorn im Auge. Nach der Millitäroffensive der Türkei rufen die syrischen Kurden Baschar al-Assad zu Hilfe. Es bedeutet das Ende ihrer Selbstverwaltung. Was bleibt noch vom Projekt "Rojava"?